Elterngeld für Selbsständige

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Beitrag von wuehli 06.09.06 - 13:23 Uhr

Gibt es das Elterngeld auch für Selbsständige? Oder müssen die gleich nach der Geburt weiterrödeln?

Beitrag von nixnick 06.09.06 - 15:16 Uhr

...es gibt selbstverständlich auch Elterngeld für Selbstständige.
Allerdings ist das mit der Einkommensbestimmung nicht leicht, und wird den künftigen Elterngeldbeamten viel Arbeit machen.

Du musst ebenfalls Nachweise für die 12 Monate vor der Geburt vorlegen. Das wird nicht ganz einfach, weil Deine Nachweise vermutlich kalenderjährlich vorliegen, oder erst nach Deiner Steuererklärung. Daher müssen die Elterngeldbeamten zusammen mit Dir ein Einkommen prognostizieren. Schummeln hilft hier nicht: Nach dem Elterngeldbezug müssen die nachgewiesenen Einnahmen vorgelegt werden, und zuviel gezahltes Elterngeld wird ggf. zurückgefordert.

Natürlich gilt auch für die Selbstständigkeit: Du musst die Arbeit ablegen oder auf max. 30 Stunden die Woche begrenzen, denn Elterngeld wird nur für die Einnahmen gezahlt, die man weniger hat.


Nix

Beitrag von wuehli 06.09.06 - 16:58 Uhr

Wenn man wegen der Schwangerschaft in diesem Jahr weniger arbeitet, wird man dadurch dann bestraft, denn zumindest die letzten drei Monate vor der Geburt werden nicht mehr so viele Aufträge angenommen.


Als Angestellte (mit fairem Chef, der Rücksicht nimmt) verdient man bis zum Schluss das gleiche Gehalt.





Beitrag von nixnick 06.09.06 - 17:34 Uhr

Richtig, das ist der Tod den wir dann sterben müssen;-). Leider setzt diese Gesetzesregelung voraus: Selbstständiger = Großverdiener...scheint Papa Staat noch nicht gecheckt zu haben, daß das nicht gleichzusetzen ist. So wie ich das sehe, existieren da noch gewaltige Lücken und wir haben dann eben die Arschkarte gezogen.:-(

Aber auch für Angestellte ist das mit dem Elterngeld ne tückische Angelegenheit, weil ja auch sie nur unter bestimmten Vorraussetzungen welches erhalten. Wir haben es wenigstens noch ein Stück weit selbst in der Hand, während ein Angestellter sich den Gegebenheiten hingeben muss.

Beitrag von wuehli 06.09.06 - 18:01 Uhr

Warum nur unter bestimmten Voraussetzungen?
Ich dachte, das bekommt jeder Angestellte von seinem Nettogehalt.

Was ist eigentlich bei Selbstständigen das Nettogehalt?
Wird da nur die Mehrwertsteuer oder auch andere Ausgaben wie Steuer, Versicherung, Miete abgezogen.
Dann bleibt auch dem Großverdiener nicht mehr viel, denn ein guter Steuerberater zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass er alles runterrechnet, oft sogar ins Minus.
Dann muss man Elterngeld an den Staat zahlen;-)

Aber genau die Gutverdiener wollte man mit der neuen Regelung doch zum Kinder kriegen animieren.
(Passend zu diesem Politikerspruch:in Deutschland bekommen die Falschen Kinder)

Großverdiener sind wir eh nicht, aber das Thema interessiert mich jetzt.

Beitrag von nixnick 06.09.06 - 18:09 Uhr

http://www.elterngeld.net/elterngeld-anspruch.html




"Nettogehalt"( wobei der Begriff ja völlig daneben ist) der Selbstständigen ist das, was nach Abzug aller Steuern und Gewerblichen Fixkosten übrigbleibt, also z.Bsp. auch Miete für bsp.weise ein Büro oder Lager o.ä.., gewerblich bedingte Versicherungen, Personalkosten ec..

Gruß Nix

Beitrag von wuehli 06.09.06 - 20:04 Uhr

das heißt, wer dieses Jahr außerordentlich hohe Ausgaben hatte, weil er z. B. für ein halbes Jahr ein Lager mieten musste oder eine große Investition, die sich erst in ein paar Jahren auszahlt tätigte, bekommt nächstes Jahr kein Elterngeld?

Das wäre ja auch unfair. Danke für die Antworten, ich selbst bin verbeamtet, interessiere mich aber - aus gegebenem Anlass- für alles, was mit meiner zukünftigen Elternschaft zu tun hat. #schrei