Rechenschwäche!? Bürokratie Jugendamt!

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Beitrag von luemeline78 06.09.06 - 14:43 Uhr

Hallo liebe Eltern!

Ich habe die Vermutung, das meine Tochter (3. Klasse) eine Rechenschwäche hat. Letztens erzählte ich Bekannten davon, die mir eine Telefonnumer eines Kinder- und Jugendspychologen gaben, mit dem Hinweis das dieser sehr nett sei.

Voller Elan rief ich heute dort an, um für meine Tochter einen Termin zu machen. Doch da holte sie mich wieder ein: die Bürokratie in unserem Land!
Die Sprechstundenhilfe teilte mir freundlich mit, das ich mich zuerst mit dem Jugendamt auseinander setzen müsse und zudem einen Antrag stellen müßte!!! Ja geht es denn noch? Muß man denn heute ehrlich einen Antrag stellen, wenn man sein Kind untersuchen lassen möchte???#kratz

Also rief ich beim Jugendamt an. Der 5. Gesprächspartner fühlte sich dann auch irgendwie ein wenig zuständig. Obwohl er meines erachtens nicht so richtig verstand, was ich denn von ihm wollte. Er sprach jedenfall ständig von Leghastenie (?). Nach langem hin und her verwies er mich dann an einen Dipl. Sozialarbeiter, nennen wir ihn Herrn Franz. Herrn Franz kenne ich nun leider schon, aber habe keinen guten Eindruck von ihm, zumal er mir sehr unsympatisch ist. Herr Franz war zu meinem Glück nicht im Haus, somit wurde ich also mit einer Frau , nenen wir diese Frau Hans, verbunden. Nachdem ich Ihr mein Anliegen geschildert hatte, war Ihr erster Satz: Und nun sollen wir wohl die Kosten übernehmen? Ich: Nein, ich möchte meine Tochter doch erstmal testen lassen. Sie: Aber die Therapie zahlen wir nur wenn eine seelische Behinderung vorliegt. Ich: Sprachlos!#augen

Dann fuhr sie weiter fort und erzählte mir das ich erstmal einen Antrag stellen müßte, das dieser aber einen großen Aufwand mit sich bringen würde und ob ich mir das wirklich gut überlegt hätte. Und ob ich denn überhaupt die Zeit dazu hätte?
Und dann ist mir der Kragen geplatzt!!!:-[

Ich habe drei Kinder und ich werde alles, aber auch wirklich alles tun, damit es ihnen gut geht. Ich will nicht das einer benachteiligt ist. Nehme es so viel Zeit und Geld in Anspruch wie es wolle. Das ist mir sowas von egal! Ich hätte nie gedacht das Mitarbeiter vom Jugendamt solche Sachen vom Stapel lassen! Das habe ich ihr dann mehr oder weniger ins Telefon geschrien. Dann wurde es ganz ruhig und dann stammelte Frau Hans: Gut, ich werde Ihnen einenAntrag zukommen lassen.

Na also, geht doch und mehr wollte ich auch garnicht!#cool

Nun aber an Euch, kann mir jemand sagen was in diesem Antrag alles ausgefüllt werden muß? Wenn er denn wirklich so Zeitaufwendig ist. Oder kann ich andere Stellen anlaufen, die mir diese Sache mit dem Test nicht auf biegen und brechen auszureden versuchen? Oder kennt jemand gute Adressen im www?

Ach jetzt geht es mir besser, sorry das es so lang geworden ist, aber der Frust mußte einfach raus!

DANKE;-)

Annika

Beitrag von manavgat 06.09.06 - 17:56 Uhr

Bei uns in Hessen ist das so, dass die Schulpsychologin diese Test kostenlos durchführt. Therapie ist mir keine bekannt. Es gibt aber ganz gutes Material bei:

www.aol-verlag.de

Die Kosten liegen bei unter 20 Euro, wir benutzen das Heft für die Dyskalkulie-Kinder in unseren Kursen (hatten bereits 2).

In Hessen wird Dyskalkulie - laut einem Zeitungsbericht der Frankfurter Rundschau von vor ein paar Wochen - bei der Notengebung berücksichtigt.

Sozialpädiatrische Zentren machen auch Tests, die Krankenkasse zahlt dann.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von catshiller 06.09.06 - 18:03 Uhr

Hallo Annika!
OMG was habt denn ihr für ein JA?????Bei uns ist die Zuständigkeit des jeweiligen Betreuers durch Postleitzahlengebiete geregelt.....
Zu dem Antrag kann ich dir leider nichts genaues sagen,nur das ich in den letzten Sommerferien mit meinem Sohn zur Diagnostik war,bei der Caritas.Allerdings ging es bei uns um die Feststellung zur Hyperaktivität,es wurde eine Motodiagnostik und ein Schulleistungstest gemacht um auszuschliessen das das Kind über oder unterfordert ist,es gab auch ein Vor-und Nachgespräch mit einer Kinder und Jugendpsychologin bei der ich auch bis zu Beginn der Wahrnehmungstherapie 1mal wöchentlich Elternbegleitung habe!Das Ganze wurde übrigens ganz unbürokratisch übers JA angeleiert als ich mich mit unserem Problem an dieses gewand habe!Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit der Caritas gemacht,ich weiss das die alles Mögliche u.a. auch Schulpsychologen an Board haben vielleicht ist auch was für euch dabei,ruf doch einfach mal an und erkundige dich....übrigens der Kostenfaktor liegt bei uns gen 0 !!!!

Liebe Grüsse Katja

Beitrag von parzifal 08.09.06 - 10:18 Uhr

Hallo,

verlangt der Kinder- und Jugendspychologe die Einschaltung des Jugendamtes auch wenn ihr selbst die Kosten für die Untersuchung tragen wollt?

Beitrag von f.j.neffe 08.09.06 - 12:08 Uhr

Die verstorbene H.Prem hat bezüglich LegastheNIE (was auf Dyskalulie zu übertragen ist) nie von einer LERN_ sondern immer von einer LEHRschwäche gesprochen. Ich kann dem nur beistimmen.
All die oft gigantischen Kämpfe und Maßnahmen haben meist einen entscheidenden Nachteil: sie stärken die Persönlichkeitsentwicklung nicht sondern schwächen sie noch mehr. Und wenn man als Persönlichkeit geschwächt wird, kann man bald noch viel mehr viel weniger.
Also: Talente - gerade die schwachen und geschwächten -hochachten und ihnen gute Chancen geben und gezielt für Persönlichkeitswachstum sorgen, das ist das Prinzip der neuen ich-kann-Schule. Wenn man über sich selbst hinauswächst, ist man nicht nur über 1 Problem hinausgewachsen sondern über alle dieser Größenordnung. Ich wünsche Freude am Aufspüren, Hervorrufen und Erleben.
Franz Josef Neffe