Wie funktioniert das Prinzip "jedes Kind kann schlafen lernen"

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Beitrag von knuddelmonstermama77 07.09.06 - 07:22 Uhr

Meine Frage steht ja schon oben. Wüsste gerne, was da so alles in diesem ominösen Buch steht. Aber sagt bitte nicht: Kauf das Buch und lies es mal.

Würde nur gerne wissen, was man da macht, und wie man vorgeht. Habe zwar immer behauptet, ich würde mein Kind niiiiiiieeeeee schreien lassen. Aber ich weiß im Augenblick nicht weiter, bin total verzweifelt. Man muss ja schon seeeehr verzweifelt sein, wenn man sich erkundigt, wie man sein Kind "richtig" schreien lassen kann.

Danke für die Antworten. Aber das heißt ja noch nicht, dass ich es durchziehen werde/kann. Würde mich halt erstmal so interessieren.

Liebe Grüsse

Beitrag von sully0904 07.09.06 - 07:58 Uhr

Guten Morgen!

Wollte eigentlich schreiben: "Kauf das Buch!" ... Scherz!!!! Spaß muß auch mal sein! #freu

Gib bei google mal "Ferber-Methode" ein. Da kannst Du einiges lesen!

Ich brauchte es nicht, da Victoria gut geschlafen hat von Anfang an, habe es aber trotzdem gelesen, weil es mich interessiert hat.
Es ist sehr hart, habe aber auch von vielen gehört, dass es wirklich hilft!

Stell Dich aber darauf ein, dass Du noch gesteinigt wirst! Du machst die Kinderseele kaputt, schlafen kann man nicht lernen und das ganze #bla #bla #bla

Susanne

Beitrag von ayshe 07.09.06 - 09:03 Uhr

na, du hast dich wohl noch nie mit kinderpsychologie befaßt was ;-)

Beitrag von muggeltier 07.09.06 - 08:24 Uhr

Hallo Knuddelmonstermama;
also die erste Dame, die die hier geantwortet hat, hat wahrscheinlich das Buch selbst nicht gelesen... kurz gesagt: Sie hat KEINE Ahnung wovon sie hier schreibt.

FERBER ist nicht gleich "Jedes Kind kann schlafen lernen". Dieses Buch ist geschrieben von Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth. Sie distanzieren sich deutlich von der Ferber Methode und empfehlen diese Zitat:"aus guten Gründen nicht"! Siehe Seite 78 !!! #aha
Also, am besten; was du ja nicht hören wolltest; kaufste dir das Buch auf´m Flohmarkt, gebraucht für wenige Euro und liest und urteilst selbst.
Es gibt hier gespaltene Meinungen; es scheiden sich wie immer die Geister und wie du siehst hast du auch prompt ne unqualifizierte Antwort erhalten! #augen

Lieben Gruß
Andrea

Beitrag von debuggingsklavin 07.09.06 - 08:50 Uhr

Also bitte!
Die distanzieren sich NICHT von Ferber. Der Plan IST nach Ferber!

Wenn Du das Buch liest, dann richtig. Immer diese Fehlinformationen!

Die Autoren distanzieren sich an DER Stelle vom hinlegen und schreien lassen, bis das Kind einpennt.

Was kast-Zahn und Morgenroth empfehlen, IST die Ferber-Methode.
Nämlich Schreienlassen nach ZEITplan.

Auf Seite 85 wird lediglich geschrieben:
"Andere Eltern dagegen haben die Wartezeiten etwas länger ausgedehnt,
weil ihre Anwesenheit das Kind nicht beruhigt, sondern immer wütender
gemacht hat. Auch Prof. Ferber, der diese Methode entwickelt hat,
empfiehlt wesentlich längere Wartezeiten."

Damit wird seine Methode doch nicht revidiert???

Schon auf Seite 15 Wird Ferber als großes Vorbild dargestellt. Und seine Methode hochgelobt!

Auf Seite 23 sich auf Studien von Ferber bezogen.
Wie lange ein Kind etwa schlafen sollte.
(Die durchschnittlichen Schlafzeiten von Kindern in verschiedenen Altersstufen (nach Ferber))

Seite 24:
"Die Zeiten wurden von Ferber übernommen und stimmen mit unseren Erfahrungen überein."

Seite 29:
"Prof. Ferber hat unserer Meinung nach den Zusammenhang zwischen dem
Ablauf des Schlafs und den so verbreiteten kindlichen Schlafstörungen am
anschaulichsten verdeutlicht. Nach seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen
wurde die Abbildung 4 auf der nächsten Seite erstellt."

Seite 80:
"Unser Behandlungsplan beruht auf der Methode, die Prof. Richard Ferber in
seinem Kinder-Schlafzentrum in Boston (USA) entwickelt hat."

Beitrag von muggeltier 08.09.06 - 07:10 Uhr

Ja, ich hab mich etwas falsch ausgedrückt; wollte zum Ausdruck bringen, dass nicht Ferber unmittelbar mit dem Buch zu tun hat. Seine Methode ist gegenüber der von Kast-Zahn nahegelegten deutlich schärfer.
Kast-Zahn haben quasi das Buch "auf deutsche Verhältnisse" übersetzt und auch deutlich entschärft.
Außen vor lassen kann man ihn nicht, das stimmt schon. Aber es wurde auch geschrieben, dass sich Ferber schon von seinem Werk distanziert hat und es ansatzweise auch bereut hat; im Gegenteil zu den deutsche Autoren.

Lieben Gruß
ANDREA

Beitrag von debuggingsklavin 07.09.06 - 08:38 Uhr

Du brauchst das Buch nicht kaufen, es ist gelinde gesagt scheisse.
Ich habs gelesen, um zu gucken, mit was für nem Mist die Eltern versuchen, ihre Kinder aufs Schlafen zu konditionieren. Was anderes ist das nämlich nicht (Pawlowsche Hund sagt Dir bestimmt was?)
Außerdem wird kein Stück auf die Bedürfnisse des Kindes geachtet, sondern nur auf die "verdiente Ruhe" der Eltern. Ob das Kind sich schlecht fühlt ist hierbei ziemlich schnuppe.
Aber passt ja zu unserer egoistischen Gesellschaft.

Kernaussagen des Buches sind:
Jedes Kind kann schlafen lernen. Sagt ja der Titel schon.
Hierbei wird aber den Eltern die schuld in die Schuhe geschoben.
Kind schläft im Familienbett? Nimmt den Schnuller? Schläft nur auf dem Arm ein? Oder nur an der Brust oder mit der Flasche?
- Klar, die Eltern sind Schuld und haben dem Kind diese Eigenart angewöhnt.

Also das Prinzip funktioniert so:

Es wird den Eltern geraten, dass sie das Kind schreien lassen sollen.
Aber kontrolliert. ;-)

Der Ablauf des Behandlungsplanes sieht so aus:
Feste Essens- und Schlafenszeiten. Nachts "braucht" ein Kind ja kein Essen mehr. (Stimmt nicht, gibt genug Erwachsene, die auch nachts Essen und Trinken)

Einschlafhilfen werden weggenommen. Einschlafstillen, Tragen, Fläschchen dürfen nicht mehr statt finden

Das Kind muss allein und wach ins große Bettchen gelegt werden.
Die Autoren schreiben hier sogar, dass das Kind anfangen kann zu weinen.
Konsequenz: 3 Minuten schreien lassen. Dann rein gehen.
dann wird das Kind am 1. Tag bis zu 7 Minuten weinen gelassen.

Gefahr hierbei: Kinder haben KEINERLEI Zeitgefühl und auch 3 Minuten fühlen sich wie ne Ewigkeit an.

Das geht so weiter und ab dem 4. Tag muss das Kind jedesmal 10 Minuten weinen gelassen werden.

Also: Schreien lassen nach Plan.
Als Tipp wird gegeben: Nicht auf den Arm nehmen, keinen Nucki geben, keine Flasche geben. Hinlegen und wieder raus gehen.
Baby MUSS ja lernen, allein einzuschlafen. Warum eigentlich? Muss doch ein Erwachsener auch nicht. Der schläft immer mit Partner.

Wenn das Kind schlimmer (die Autoren nennen es wütender) schreit, dann wird das Kind damit bestraft, dass die Eltern nur ganz kurz bei ihm bleiben.

Ziel der Methode ist es, dass das Kind resigniert und nicht mehr schreit.
Dass dabei ne Kinderseele gebrochen wird, vergessen viele Leute, oder denken gar nicht erst weiter drüber nach. Es ist eine wirkliche Qual fürs Kind und wer ein bisschen Grips im Kopf hat, kann sich auch in ein Baby hinein versetzen und stellt ein paar Monate seine Bedürfnisse hinten dran. Leider ist das in unserer Gesellschaft überhaupt nicht Ganz und Gebe.

Das Kind soll am Besten direkt schon alles ALLEIN machen.

Naja, dann wird noch als Tipp gegeben, dass man ein Protokoll über jeden Pups des Kindes führen kann, um die Schlafgewohnheiten zu protokollieren.
Das ist noch das Harmloseste am ganzen Buch. Kann ja nicht schaden, wenn man nen Überblick hat und dann analysieren kann, ob da was schief läuft.

Aber kontrolliertes Schreienlassen? Ne, das bringt den Eltern nur kurze Freude. Mittlerweile sind die Wartesääle der Kinderpsychologen voll mit Ferber-Opfern.

Hier mal ne Rezension von Rabeneltern.org:
http://www.rabeneltern.org/expblog/details.php?id=133

Im Übrigen möchte ich anmerken, dass Professor Ferber, der in dem Buch so gern als Quelle der Maßnahme erwähnt wird, diese Methode schon längst revidiert hat und Verfechter des Familienbettes ist. Passiert schon mal, wenn man als ehemals kinderloser Professor doch auf einmal Kinder hat. ;-)

LG :-)

Beitrag von witch71 07.09.06 - 08:42 Uhr

In dem Buch geht es darum, dass man die Kinder nicht "verwöhnt".
Sie werden zum Schlafen also ins Bett gelegt, nicht getragen und nicht gestillt (zum einschlafen) und sollen nach dieser Methode dann lernen, selbst in den Schlaf zu finden.

Kurzbeschreibung:
Man hält einen gewissen Rhythmus ein, in dem man nach dem (schreienden) Kind schaut, ihm dadurch versichert, dass es nicht völlig alleine ist. Man nimmt es aber dann nicht aus dem Bettchen, sondern streichelt es nur, redet leise mit ihm und verlässt immer wieder dann das Zimmer.
Dies macht man so lange, bis es (vor Erschöpfung) eingeschlafen ist.

Mensch, jetzt habe ich echt versucht, es einigermassen wertfrei zu schreiben, trotzdem klingt es gemein. Ist es ja eigentlich auch, nur manchmal wohl wirklich die letzte Methode, den Eltern ein wenig Ruhe und Frieden zu schenken. Von daher verstehe ich, wenn man das anwendet, hoffe aber, auch bei meinem Sohn ohne diese Methode auszukommen..

Beitrag von ayshe 07.09.06 - 09:02 Uhr

was du mit deinem armen kind vorhast funktioniert so:

du läßt es einfach in seiner angst allein,
verweigerst ihm das normale und gesunde bedürfnis nach nähe,
du enttäuschst es so maßlos,
weil du dich verweigerst, wenn es dich braucht,
stößt es einfach weg,
zwingst es allein zu sein, obwohl es dazu noch nicht reif ist.

und irgendwann hat es gelernt, daß es sich nicht auf dich verlassen kann,
daß du willst, daß es allein ist und leidest,
da es denkt, du würdest ja nur sein bestes, glaubt es, es wäre gut und normal, wenn man leidet.

also sucht es dann später (evtl. sein leben lang) nach diesem unglücklichen gefühl.

dann hast du dein ziel (erstmal erreicht) und es kuscht eben so unterdrückt und unterdrückt seine gefühle, ist vllt sogar besonders fröhlich.


und eines tages hat es dann vllt sogar richtige schlafstörungen, weil alles über es zusammenbricht.

viel spaß soweit.



http://home.qualimedic.de/~birgit.gutsche/ferbern2.htm


http://shortnews.stern.de/shownews.cfm?id=624431&C...2518322


Ein Text von Birgit Welter (Stillberaterin, LLL) mit Auszügen von Denise Both (Stillberaterin, IBCLC)

„Das Kind wird verwöhnt und verzogen.“

"Ja, das ist jetzt schon total verwöhnt"
"Ihr verzieht das Kind, nachher will es nur noch auf den Arm"
"So lernt das Kind ja nie alleine einzuschlafen, alleine zu spielen, sich mit sich selbst zu beschäftigen ..." "Wie soll das Kind denn seinen Rhythmus finden, wenn Du es ständig mit der herumziehst".
So und ähnlich lauten viele Aussagen wohlmeinender Freunde, Verwandte und auch wildfremder Menschen, von denen man auf der Straße angesprochen wird.
Was ist dran an dieser Theorie, dass das Baby durch die Zuwendung,
die es erhält verwöhnt und verzogen wird?
Bernadette Stäbler beschreibt in ihrem Buch "Mama" die Angst,
sein Kind nicht richtig zu erziehen:
"Und schon ist sie da, diese Angst, sein Kind zu verziehen.
Welche Ursachen hat sie? Denn, wer dieses unschuldige Baby anschaut,
fühlt sich sehr glücklich.
Niemand kann sich vorstellen, dass es eines Tages unerwünschte Handlungen vollbringen wird.
Wenn wir also von "verziehen" sprechen, haben wir ein älteres Kind vor Augen.
Das Kind im Trotzalter, das immer "nein" ruft, läßt seine Mutter denken:
"Was für einen Dickkopf habe ich mir großgezogen. Sicher habe ich es falsch gemacht!"
Ist es wirklich so wichtig, dass unsere Kinder vor der Zeit lernen, alleine zu schlafen, alleine zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen?
Ist es notwendig, dass wir Erwachsenen unseren Lebensrhythmus ändern und an das Baby anpassen, damit sich das Kind gut entwickelt?
Auch hierzu möchte ich wieder aus dem Buch von Bernadette Stäbler zitieren:
"In vielen ursprünglich lebenden Kulturen, die wir "primitiv" nennen, wurden inzwischen Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse eine Umwälzung unserer Ansichten über die herkömmliche Kindererziehung mit sich brachten.
Ich möchte eine afrikanische Studie herausgreifen und vereinfacht darstellen:

Die erste Gruppe gebar ihre Babys zuhause und ließ diese keinen Moment allein.
Geborgen bei der Mutter, wurden sie nach Bedarf gestillt und mussten niemals schreien.
Bald ging die Mutter wieder auf das Feld, um die gewohnte Arbeit zu verrichten, das Neugeborene in ein Tragtuch geschlungen.
Die Kontrollgruppe bekam ihre Babys im Krankenhaus mit aller medizinischen Hilfe, einschließlich schmerzlindernden Medikamenten.
Gleich nach der Geburt wurden Mutter und Kind getrennt, um zu ruhen.
Die Babys bekamen Fläschchen und Schnuller, weil dies "das Moderne" war.
Daheim schliefen die Kinder in ihrem Bettchen, in ihrem eigens dafür hergerichtetem Zimmer.
Allein, ohne Körperkontakt. Alles ging recht zivilisiert zu, nämlich nach einem genauen Zeitplan, denn die Kinder sollten sich früh an ein geordnetes Leben gewöhnen und weder kleine Tyrannen noch nervös werden.
Ein Jahr später offenbarte sich das Unerwartete:
Die Kinder der ersten Gruppe waren in allem den anderen voraus: Sie waren intelligenter in ihren Verhaltensweisen und auch viel sozialer eingestellt, selbst die körperliche Entwicklung war besser, obwohl sie die ganze Zeit "festgebunden" waren.
Ähnliche Ergebnisse ergaben vielseitige Studien in den verschiedensten Kulturkreisen.
Wenn wir versuchen, dies mit einer natürlichen, einfühlsamen Intelligenz nachzuvollziehen, wissen wir, warum das Ergebnis so ausfallen musste.
Das Baby fühlt sich bei seiner Mutter geborgen.
Es muss seine Kräfte nicht für das Weinen verbrauchen.
Der mütterliche Körper gibt ihm Wärme.
Wenn das Baby sich an seine Mutter schmiegt, fühlt es ein wenig von dem Glück, das es neun Monate lang im Mutterleib haben durfte.
Es kennt von daher ja auch schon die Herztöne seiner Mutter, es kennt sogar schon ihre Stimme und nun sieht es endlich ihr Gesicht, ihre Augen und darf an der Brust trinken, wenn es möchte.
Das ist das Glück, die mütterliche Liebe, die Impulse gibt für die Intelligenz und das soziale Verhalten. Wenn das Baby sich an die Körperbewegungen der Mutter anpassen muss, während sie ihre alltägliche Arbeit verrichtet, übt es in wundervoller Weise seine Muskeln und den Gleichgewichtssinn." (Aus: Denise Both: "Tragen")

In einem amerikanischen Buch über die Entwicklung von Kindern (Aldrich: "Babys are Human Beeings"') habe ich einmal den wichtigen Satz gefunden
"Damit Kinder sich gut entwickeln können, sind liebevolle Fürsorge und ein beständiges, direktes Eingehen auf ihre Bedürfnisse so ausgesprochen wichtig".
Das steht zwar manchmal im Widerspruch zu unserem "modernen, westlichen" Lebensstil, aber es zahlt sich langfristig aus.

Es ist ein seit Jahrtausenden und in vielen Kulturen bewährtes "Mittel" ein Kind an der Brust zu beruhigen und zum Einschlafen zu bringen.
Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden.
Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses "natürliche" Verhalten des Kindes nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem:
Babys und Kleinkinder wissen nicht, was zur Zeit "Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben und Eltern, die nicht in das "Schema der derzeitigen Mode" passen, werden verunsichert.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass niemand fragt
"Wann muss das Kind selbstständig atmen lernen" oder
"Wann muss das Kind frei laufen können"?
Beim ersteren geht jeder davon aus, dass dies eine Fähigkeit ist, die ein gesundes Kind selbstverständlich beherrscht und bei zweiten wird eine große Zeitspanne von vorneherein als normal angenommen.
Nur beim Schlafen, da wird dem Kind nicht die Kompetenz zugestanden, dass es auch diese Fähigkeit selbst und in dem für es passenden Tempo entwickeln wird.
Da wird immer wieder behauptet, dass die Eltern das Kind entsprechend "trainieren" müssen.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass bis jetzt noch jedes Kind aus dem Bett der Eltern ausgezogen ist und zwar lange vor der eigenen Hochzeitsnacht :) . Die Zweifler und all die, die meinen, dass sie es besser wissen, kannst Du ja mal fragen, ob sie gerne alleine schlafen und ob sie der Meinung sind, dass sie ihren Partner "verwöhnen" (im Sinne von "verziehen"), wenn sie gemeinsam in einem Bett, vielleicht sogar aneinandergekuschelt, schlafen.

Um Menschen bewusst zu manipulieren, muss ein gewisses logisches Denkvermögen und auch bereits eine vorausschauende Denkweise vorhanden sein. Über beides verfügt ein Baby oder Kleinkind noch nicht, denn es kennt noch keinen Zeitbegriff und es hat auch noch keine zielgerichteten Gedankenfolgen wie sie erforderlich sind, um den Eltern "auf der Nase herumzutanzen".

Es ist deshalb auch nicht möglich ein Baby zu "verwöhnen" im Sinne von "verziehen".
Ohnehin ist verwöhnen ja nichts Negatives.
Freuen wir uns nicht alle darüber, wenn uns jemand verwöhnt, will heißen etwas Gutes tut.
Verwöhnen ist nichts anderes als jemandem etwas Gutes tun, dafür zu sorgen, dass er sich wohl fühlt und das ist etwas Positives.

Largo, Buch „Kinderjahre“:
„Manche Erwachsene befürchten, ihr Kind zu verwöhnen, wenn sie auf seine Bedürfnisse allzu rasch eingehen.
Sie meinen, das Kind immer wieder hinhalten zu müssen, damit es nicht allzu verlangend oder gar aufsässig wird.
Das Gegenteil ist richtig.
Wenn man ein hungriges Kind vertröstet, wird sein Hunger nicht kleiner werden.
Nur wenn es Essen bekommt, hört es auf, nach Nahrung zu verlangen.
Genauso ist es auch mit den emotionalen Bedürfnissen.
Erst wenn das Verlangen nach Nähe und Aufmerksamkeit gesättigt ist, klingt es ab.
Kein Kind ist unersättlich in seinen Ansprüchen. Ein Kind verlangt nicht mehr Geborgenheit, als es braucht.


von Biggi Welter zum „Einschlafstillen“ und „Allein einschlafen“
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard...rum=129



http://www.continuum-concept.net/familienbett/ferb...ni.html

Seabrook
http://www.continuum-concept.de/ferberkompl.htm

http://www.rabeneltern.org/schlafen/wissen/schlafe...d.shtml
http://www.rabeneltern.org/schlafen/wissen/schlafe...d.shtml
http://www.das-kind-muss-ins-bett.de/hints_kastmor.html
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/mebboard.p...rum=155
http://www.rund-ums-baby.de/forum/mebboard.php3?st...rum=100
http://www.rund-ums-baby.de/nachdergeburt/mebboard...rum=110
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard...rum=129
http://www.trostreich.de/Service/Rezension/Rezensi...n2.html
http://www.allattiamo.it/ferberd.htm
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&b...=992926
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&b...1294504
http://www.attachment-parenting.de/baby/zusammen_s...fen.htm
http://www.rabeneltern.org/foren/forumextern/viewt...?t=7509
http://pb1.forenshop.net/cgi-bin/forenserver/foren...ad=4689
http://home.qualimedic.de/~birgit.gutsche/ferbern3.htm


biggi welter
http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/mebboard...rum=129



lg
ayshe

Beitrag von smile1967 07.09.06 - 09:46 Uhr

Remo Largo "Babyjahre", S: 177

"Eine möglichst grosse Nähe und Enge der körperlichen Beziehung wird häufig mit psychischem Wohlbefinden und Stärke des sogenannten Urvertrauens gleichgesetzt. Dies scheint mir eine zu einseitige Vorstellung von der Entwicklung des kindlichen Selbstvertrauens zu sein, denn nicht nur Geborgenheit, auch Selbständigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Selbstvertrauens. Das Kind in dem Masse zur Selbständigkeit hinzuführen, wie das Kind selbständig sein kann, ohne es zu unter - oder überfordern, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Eltern. Wenn das Kind selbständig einschlafen kann, ist es weniger abhängig von seiner Umgebung und leidet weniger unter Verlassenheitsängsten, wenn es nachts im dunklen Zimmer aufwacht."

Liebe Mädels
Hört doch bitte mal auf, jedes Baby in denselben Topf zu schmeissen; jedes Kind ist anders und nicht jedes Kind braucht ununterbrochen und 24 Stunden täglich Mamis Nähe!!!!!!!!!!
Ich kann nur von mir reden - mein Kind schläft von Anfang an in seinem Zimmer, seit er 6 Wochen alt ist im "grossen" Bett (vorher im Stubenwagen). Habe meinen Sohn noch nie im Bett weinen gehört, er geht gern schlafen und wir schlafen alle drei so am besten!
Ich habe das oben genannte Buch nie gelesen und habe dies auch nicht vor, aber ich kann je nach Situation schon verstehen, dass wenn man so verzweifelt ist, man diese Methode anwendet um wieder einmal zur Ruhe zu kommen. Auch dem Kind ist nicht gedient, wenn Mami sich todmüde durch den Tag kämpfen muss, weil sie seit der Geburt keine ruhige Minute mehr gehabt hat!!!

Also liebe Mädels: lasst diejenigen, die es wollen, dieses Buch lesen und selbst entscheiden, was sie daraus anwenden wollen und was nicht. Wir sind doch alles erwachsene Menschen, Mütter, wollen das Beste für unsere Kinder und - die meisten von uns - sind doch mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet!!!!!

In dem Sinne alles Gute, liebe Grüsse
Dani und Jan Hendrik *18.03.2006, der auch jetzt im Bettchen liegt und "Bubu" macht und garantiert nicht weinen wird, wenn er aufwacht #freu

Beitrag von lady_chainsaw 07.09.06 - 10:05 Uhr

Hallo Dani,

Du verwechselst hier: Alleine einschlafen KÖNNEN und alleine einschlafen MÜSSEN.

Wenn ein Kind von sich aus alleine einschläft - da wird überhaupt keiner etwas sagen.

Nur, wenn ein Kind dazugezwungen wird, alleine einschlafen zu MÜSSEN, dann ist es doch hoffentlich nachvollziehbar, dass es uns Ferber-Gegner auf den Plan ruft.

Gruß

Karen + Luna (3 Jahre)

Beitrag von ayshe 07.09.06 - 10:52 Uhr

genau wie karen sagt:

der unterschied zwischen MÜSSEN und KÖNNEN!!!

wenn ein kind kANN, muß es ja auch nicht geferbert werden - oder?


##
Mütter, wollen das Beste für unsere Kinder und - die meisten von uns - sind doch mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet!!!!!
##
und der "gesunde mwenschenverstand" sagt bei manchen, es wäre einfach super,
wenn mein kind verzweifelt allein schreien muß und das urvbertaruen verliert - komische logik#kratz

Beitrag von smile1967 07.09.06 - 12:05 Uhr

Hallo Ayshe

Kein Mensch findet es super, wenn das Kind verzweifelt alleine schreien muss....irgendwie wollt ihr es glaube ich nicht verstehen!

Die Eltern sind verzweifelt und nur verzweifelte Eltern greifen zu solchen Methoden.

Ich habe zwar das Buch nicht gelesen, aber es scheint wohl (wie man mir sagte) ausdrücklich darin zu stehen, dass man diese Methode nur anwenden soll, wenn das Kind schon ein gewisses Alter erreicht hat (glaube über 9 Monate alt ist oder so.....??!!) und die Verzweiflung so gross ist, dass es das Anwenden der Schreien-lassen-Methode rechtfertigt. Ich kenne genug Mütter, die diese Methode angewandt haben und deren Kinder nach der 1. Nacht gut schliefen. Die Kinder haben meines Wissens auch keinen Schaden davon getragen und das "Urvertrauen" ging auch nicht verloren.......Und die Kinder sind heute schon älter, keine Babys mehr.....
Es geht dabei ja nicht nur ums Einschlafen, sondern auch ums Schlafen in der Nacht. Kein Kind schläft durch und wenn es dann mitten in der Nacht aufwacht, wird es auch selbständig wieder einschlafen können.

Nebenbei bemerkt: Die Fragestellerin hat eigentlich ja nur danach gefragt, WAS genau in dem Buch steht. Sie hat Euch nicht danach gefragt, ob sie es anwenden soll oder nicht!

Ich wollte Euch Ferber-Gegner ja auch nicht angreifen, aber lasst doch bitte alle selber entscheiden, wie sie ihr Kind erziehen wollen. Ihr könnt ja gerne von Euren Erfahrungen berichten, aber jemandem zu raten, das Buch auf keinen Fall zu lesen, weil nur Mist drin steht, kann ich nicht gutheissen! Wie schon gesagt: Wenn man den eigenen gesunden Menschenverstand einschaltet und das tut, was man für richtig hält, so dass es ALLEN Beteiligten dabei gut geht (auch den Eltern), dann kann es so schlecht nicht sein!

PS: Ich selber bin in einer Generation geboren, wo die Mütter noch keine Tragetücher kannten (zumindest nicht auf unserem Kontinent) und wo man die Kinder schreien liess. Abgesehen davon, dass ich mich nicht mehr dran erinnern kann, was vor meinem 2. Lebensjahr alles lief habe ich keinerlei Schlafstörungen und das Verhältnis zu meiner Mutter ist super!

LG
Dani

Beitrag von ayshe 07.09.06 - 13:03 Uhr

##
Die Eltern sind verzweifelt und nur verzweifelte Eltern greifen zu solchen Methoden.
##
ich habe jetzt keine zeit, dir zu beschreiben, was bei uns so los war.
ich kann nur sagen, daß meine tochter mit sicherheit von vielen hier supergern geferbert worden wäre.
sie war wirklich nicht gerade ein "einfacher" fall.
cih weiß, wovon ich rede.

ach ja, ich war auch echt verzweifelt, weil meine tochter erst ab und zu anfing mit 17/18 monaten die ganze nacht zu schlafen,
sie meldete sich sonst ca. 6x die nacht.....
konnte ewig nicht allein in den schlaf finden usw usw usw...
ich stehe um 5.00 auf und fahre zur arbeit - so merh sage ich jetzt echt nicht.


trotz meiner "großen verzweiflung" hielt ich es immer für absolut falsch, solche methoden anzuwenden.
und wie sich diese methoden evtl auf das spätere leben, sogar die schule auswirken können,
ist ja nachzulesen.

carlos gonzales beschreibt in "in LIEBE wachsen" warum babys weinen, warum sie klammern, nicht allein schafen können usw.



heute schläft meine tochter nachts fast immer durch,
sie schläft sogar nachts allein weiter.

GEDULD ist wichtig,
nicht das krampfhafte drängen vor der zeit.


##
aber lasst doch bitte alle selber entscheiden, wie sie ihr Kind erziehen wollen.
##
ja, die prügelstrafe ist verboten, aber psychodruck ist erlaubt.
klar, meinetwegen soll jeder seinem kind antun, was er will. #schock


##
Wenn man den eigenen gesunden Menschenverstand einschaltet und das tut, was man für richtig hält, so dass es ALLEN Beteiligten dabei gut geht (auch den Eltern), dann kann es so schlecht nicht sein!
##
genau das verstehe ich auch nicht.
da wird gejammert "es brach MIR das herz..." usw.
ist das der GMV?
ist das das bauchgefühl?
der instinkt?
NEIN - ganz sicher nicht.
der instinkt sagt: geh hin, nimm es in den arm, es braucht mich und tröste und kuschle - oder nicht?

und es geht dem weinenden kind allein im bett gut?
aha #kratz




macht, was ihr wollt.

ich habe genug infos zusammengetragen.
WENNN es denn jemanden interessiert,
aber viele wollen sich auch nur das gewissen gutreden,
sagt doch schon alles.


lg
ayshe

Beitrag von braut2 07.09.06 - 10:54 Uhr

Also, ich werde die Ferber-Methode nicht anwenden, egal wie sehr ich mir wünschen würde das mein Kind endlich durchschläft.....
Bekannte von uns haben das mit ihrem 6-monate altem Bub gemacht und sich nach 2Wochen gefreut das er um halb acht alleine einschlief, bis morgens um 9uhr. Toll. Dafür haben sie ihn 2Wochen lang schreien lassen, so das der Mama die Tränen liefen. Aber da Ferber ja das empfiehlt, wird es ja richtig sein.
Ich fragte mich: WO bleibt da der Mutterinstinkt ?? Der ist zwar da, aber wir unterdrücken ihn, da in einem Buch steht : so macht ihr das richtig. Und dann habt ihr bald eure Ruhe.
Heute ist der Kleine 18Monate alt, und schläft seit seinem 9.Monat etwa keine einzige Nacht mehr durch !!! Die Freude hielt also nur kurz.
Ich werde wohl auch keine tochter haben die locker ein-und durchschläft. Wenn ich andere höre: 11 oder 12Stunden am Stück, toll, das ist es dann auch was einen deprimiert, wenn man dann zu hören bekommt: wie, eure schläft noch nicht durch??
Ich hoffe, das wir soviel Stärke haben, das wir dem gegenübertreten können und sagen können: wenn sie ihren Rhythmus gefunden hat, dann schläft auch unsere mal durch.

LG Ilona

Beitrag von seraline 07.09.06 - 11:16 Uhr

liebe knuddelmonstermama,

diese phasen gehen bald vorbei...es ist aber trotzdem furchtbar, wenn man mittendrin steckt. lass dich durch deine verzweiflung nicht dazu treiben solche methoden zu benutzen wie in diesem buch beschrieben. ich kann mich u.a. ayshe anschließen und dir empfehlen ihre links durchzulesen, die sind sehr gut. ein anderer tip ist das buch von eva herman -mein kind schläft durch-.
wer -jedes kind kann...- benutz, hat sich einfach nicht gut informiert und bagatellisiert den schaden, den man am kind verursacht. meine meinung ist, dass man sich damit erst recht schreihälse erzieht, wenn man kinder schreien lässt. man erntet, was man sät...

lg