Mein Kind trinkt eine Ewigkeit!

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von tin.tin 07.09.06 - 12:14 Uhr

Hallo!

Meine Tochter ist fast 4 Wochen alt. Sie hat von Anfang an starke Probleme mit dem Stillen gehabt, sie trank ganz schlecht wegen Gelbsucht, flacher Brustwarzen etc. und ich konnte nur zwischen 20-50ml abpumpen. Sie hat fast 1h an der Brust gehangen und war immernoch hungrig, logisch bei so wenig Milch. Als sie nach 3 Wochen immer noch bei 3100g (Geburtsgewicht 3410g) war, sind wir auf Hipp Pre HA umgestiegen.

Jetzt trinkt sie mehr und nimmt zu, braucht aber immernoch ca. 1-1,5h incl. Bäuerchen, um 120-130ml zu trinken. Ist das normal?
Sie kommt außerdem oft 1-2h später wieder an und will wieder etwas. Dann aber deutlich weniger (ca.30ml). Und so geht das Tag und Nacht. Ich will mich ja nicht beschweren, weil ich ja froh bin, dass sie überhaupt etwas trinkt, aber soooo lange???

Hat jemand dieselben Erfahrungen und kann mir helfen?
Ich höre immer nur von stillenden Müttern, die erzählen: 10min eine Brust, 10min andere Brust, fertig - und ich #heul #heul #heul?

TinTin & Clara (*11.08.2006)

Beitrag von atebe3004 07.09.06 - 12:38 Uhr

Hallo

Ich dachte schon ich wäre alleine. Es ist eine Katastrophe. Unser Mathis ist jetzt 2,5 Wochen alt und wollte auch so wie Deine nicht essen. Ich habe abgepumpt und es ihm mit der Flasche gegeben, aber auch das dauerte meist eine Stunde. An der Brust trinkt er mehr als eine Stunde und ist dann immer noch nicht satt.
Ich bin jetzt auch am überlegen, ob ich abstillen soll und mit Flaschennahrung beginnen soll. Man kann ja nicht Tag und Nacht sich nur mit dem Füttern des Kleinen beschäftigen.
Seit gestern haben wir einen etwas grösseren Nucki für ihn genommen. Das klappt jetzt mit der Flasche etwas besser und schneller, allerdings hat er gerade alles wieder ausgespuckt - wir sind uns nicht sicher warum, wahrscheinlich weil es noch eingefrorene Milch aus dem Krankenhaus war und diese fettiger war als die, die im moment kommt.
Hat es denn bei dir gut geklappt mit der Umstellung auf Flaschennahrung? Also ich wollte ihn ja echt gerne stillen und habe auch einen sehr miesen Tag, weil das alles nicht so funktioniert, aber so kann das nicht weiter gehen. Er muss ja wachsen.
Hattest Du auch ein schlechtes Gewissen'?

Liebe Grüsse Beate

Beitrag von liz 07.09.06 - 12:50 Uhr

Hallo Beate!

Bitte nicht abstillen. Mathis ist noch so klein und muss auch erst lernen. Für ihn ist das eine Kraftanstrengung und er wird ja mit der Zeit kräftiger. Ich kann dich verstehen. Mir gings nicht anders. Auch ich bin oft 1,5 Stunden am stillen gehangen nur damit ich eine Stunde später oder höchstens 2 wieder am stillen war. Auch nachts. Ich ging schon am Zahnfleisch. Aber ich hab auch gemerkt dass Dominik beim trinken immer kräftiger zum ziehen anfängt und auch länger was schluckt. Nun wird er morgen 4 Wochen und seit fast einer Woche braucht er nur mehr alle 3 Stunden was und auch nachts entweder nichts, oder nur mehr eine Mahlzeit.

Halte durch. Es wird wieder besser. Und dann wirst du froh sein dass du durchgehalten hast.

Sicher, er braucht immer noch lange. Bis zu einer Stunde. Je nachdem wieviel Stress wir tagsüber hatten sogar mal 2. Aber da braucht er mehr die nähe.

Denk doch. Er will dir nahe sein. Dich spüren. Deine Stimme hören. Gerade jetzt sollte dein Baby vor allem anderen kommen. Und wenn im Haushalt was liegen bleibt, lass mal fünf gerade sein und sch... drauf. Die Zeit kommt nicht wieder und sie werden so schnell groß.

solange er zunimmt und wächst gibst du ihm alles was er braucht. Also. Kopf hoch und durch. Ich habe gekämpft um jeden Tropfen Milch und hab gewonnen und jetzt wirds immer besser. Auch die Stillzeiten werden mal kürzer.

Liebe Grüße
Liz

Beitrag von atebe3004 07.09.06 - 13:01 Uhr

Hallo Liz,

das hört sich ja vielversprechend an. Ich kann es mir kaum vorstellen, aber wenn Du es schreibst glaube ich Dir natürlich.
Er ist ja auch schon kräftiger geworden, aber ich denke er hat sich jetzt auch schon an die Flasche gewöhnt und merkt, dass er dadurch einfach schneller und besser satt wird.
Wenn ich das jetzt umstelle auf Stillen (ich versuch es mit dem Stillhütchen - anders nimmt er es garnicht) merkt er, dass er nicht satt wird und muss sich sehr anstrengen. Jetzt kommt auch noch hinzu, dass er 3,5 Wochen zu früh war und wir auch stark mit der Gelbsucht zu kämpfen hatten. Ich habe also schon 2 Wochen hinter mir in denen ich jeden Tropfen in dieses Kind reingezwängt habe!
Leider wird meine Milch auch von Tag zu Tag weniger und das Abpumpen fördert ja auch die Bildung leider nicht.

Sicher hast Du Recht, wenn Du sagst, dass man froh ist wenn man es geschafft hat und ich würde auch gerne weiter machen. Ich habe aber auch Bedenken, dass es an meine Grenzen geht und ich es nicht mehr schaffe.
Morgen kommt meine Hebamme wieder. Mal schauen wie es dann weiter geht.

Vielen Dank fürs Mut machen und Euch alles Gute

Gruss Beate

Beitrag von liz 07.09.06 - 13:10 Uhr

Hallo!

Ich merke wir haben parallelen. In der Klinik musste ich auch pumpen. Dominik hatte Gelbsucht und das Stillhütchen kenn ich auch.

Ich kam heim und musste nach jedem stillen zufüttern. Kleinweise hab ich die Flaschen reduziert und wie schon geschrieben war ich natürlich dann ständig am stillen. Hab alles getrunken was nur irgendwie Milchbildend war und nicht nur einmal hab ich geflucht das ich nicht einfach zur Flasche greife. war kurz davor abzustillen. Viele hier im Forum haben mich wieder aufgebaut. Dafür bin ich nach wie vor dankbar.

Aber wenn es nur mehr Kampf ist und du und das Baby nur mehr genervt, ist es sicher besser die Flasche zu nehmen.

Halt uns auf dem laufenden was deine Hebi sagt.

lg Liz

Beitrag von abo55 07.09.06 - 13:15 Uhr

Hallo Beate,

möchte dir auch Mut zu sprechen. Mein Sohn hatte auch eine Trinkschwäche, hat erst nach 4 Wochen sein Geburtsgewicht wieder erreicht und braucht 20 Min. pro Brust. Mir haben sie auch gesagt, 10 Min pro Brust, max. 15 Min. aber ich habe für uns rausgefunden, dass ich ihn nach 20 Min. "abdocken" kann und er zufrieden ist. Klar, ist eine lange Zeit, gerade, wenn man unterwegs ist, aber man gewöhnt sich dran. Ich stille im liegen und lese dann nebenher (habe schon viele Bücher in den letzten 17 Wochen geschafft;-) Auf den Moment, an dem er schneller trinkt, warte ich noch. Er scheint eben ein Geniesser zu sein, was mich natürlich gerade nachts auch stresst. Aber in 2 Monaten habe ich ja schon die empfohlene Stilldauer von 6 Monaten erreicht! Mit viel Geduld und Ausdauer kannst du es schaffen.
Ach ja, aufgrund der Trinkschwäche habe ich auch ca. 6-8 Mal (als er 4/5 Wochen alt war) Muttermilch abgepumpt und mit dem Fläschchen abends nach dem Stillen gegeben. Niklas hat zum Glück weiterhin problemlos die Brust genommen.

Grüße Abo55 und #baby Niklas

Beitrag von tin.tin 07.09.06 - 13:17 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele!!!

Klar hatte ich ein schlechtes Gewissen, aber irgendwann hatte ich ja nur noch Milch und Milch und Milch im Kopf! 1h trinken, 45min abpumpen für insgesamt!!! 40ml bis max. 60ml, alles saubermachen und schon geht's mit dem Stillen wieder los. Meine Brustwarzen haben sich angefühlt wie Reifen. Nach 1 Woche hab ich das Handtuch geworfen, zumal Clara nicht 1g zugenommen hat!

Im Wesentlichen habe ich jetzt abgestillt und wir kuscheln halt mehr! Nachdem sie gemerkt hat, wie leicht das mit der Flasche funktioniert, hat sie auch keinen Bock mehr, an der Brust "zu arbeiten"...

Ich habe den Nucke 1s, der größere gibt mehr Milch, Clara kommt nicht hinterher mit Schlucken, saugt zu viel Luft, alles wird hastig und das Ende vom Lied ist der große Schwall und anschließendes Umziehen...
Nimm den kleinsten Sauger!

Nichts desto trotz muss ich mir jedesmal wieder auf's Neue erklären, warum es mir nicht möglich war, zu stillen ...#heul

Lieben Gruß!

Tintin & Clara

Beitrag von raleigh 07.09.06 - 12:55 Uhr

Mir wurde im Krankenhaus gesagt, dass das ganz normal sei.

Für's Stillen habe ich immer eine Stunde eingeplant, bis er satt ist.
Mein Kleiner hat auch Gelbsucht und ist trinkfaul.

Ich hab ihn dann einfach öfter angelegt und/oder hinterher abgepumpt, damit die Milchbildung genug angeregt ist.

Links pumpe ich höchstens 20ml ab - mehr kommt nicht, rechts schaffe ich 100ml. Ich denke aber, dass mein Kind da mehr rausbekommt - so richtig milchspendefreudig ist die Brust an der Pumpe nicht.

Mit viel Geduld, Stillhütchen (wegen Schlupfwarze) und oft anlegen haben wir das in den Griff bekommen. :)

Trinken dauert aber immernoch recht lange, aber eine Stunde ist wohl normal.

Beitrag von ximaer 07.09.06 - 13:00 Uhr

Hallo,
nur Geduld, Deine Clara hatte ja offensichtlich nicht so einen leichten Start und ist noch sehr jung - da können so lange Trinkzeiten schon vorkommen.
Unser Sohn - Stillkind - hat in dem Alter auch mindestens eine Stunde gebraucht (also nix mit "10min eine Brust, 10min andere Brust, fertig" ;-)). Mit der Zeit wurde er aber kräftiger und schneller. Das wird Dir mit Deiner Clara auch so gehen.

Liebe Grüße
Suse