Schwarzarbeit...

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von birkae 07.09.06 - 15:28 Uhr

Hallo,

also ich bin jetzt etwas ratlos...

Ich kenne einen Fall, wo eine Lehrerin angeblich schwarz Nachhilfeunterricht gibt.
Ich habe jetzt mal etwas genauere Informationen gesucht und herausgefunden, dass das Finanzamt das nicht als Schwarzarbeit ansieht, wenn die zuätzlichen Einnahmen bei der Steuererklärung mit angegeben werden. Werden sie nicht angegeben, ist man "nur" ein Steuerhinterzieher.

Aber im Internet findet man so viele Seiten, in denen steht, dass regelmäßige Nachhilfestunden als Gewerbe anzumelden sind, da es eine Selbstständigkeit ist. Ansonsten wird von Schwarzarbeit geredet.

Macht man sich also strafbar, wenn man "schwarz" eine solche Nachhilfelehrerin angagiert, oder ist dass allein die Angelegenheit des Lehrers, wie er mit den zusätzlichen Einnahmen umgeht?

LG
Birgit

Beitrag von carolynca 07.09.06 - 17:11 Uhr

Du als Kunde kannst davon ausgehen, das der Servicegeber alles rechtens versteuert. Lass dir eine Quittung geben, das muesste eigentlich ausreichen.
LG

Beitrag von manavgat 07.09.06 - 23:04 Uhr

Ich kann Dir das genau beantworten, da diese schwarzarbeitenden LehrerInnen legale Arbeitsmöglichkeiten kaputtmachen.

Der Schwarzarbeitende macht sich strafbar: Steuerhinterziehung. Außerdem riskiert er im Falle einer Verurteilung den Beamtenstatus. Des weiteren braucht ein Lehrer eine Genehmigung für Nebentätigkeiten und darf keinen Schülern, die er in der öffentlichen Schule unterrichtet, Nachhilfeunterricht geben.

Der Auftraggeber macht sich strafbar wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Abgesehen davon: Lehrer werden bereits gut bezahlt! und zwar deshalb, weil man davon ausgeht, dass sie außerhalb der Unterrichtszeiten solche Arbeiten machen wie: Elterngespräche, Konferenzen, Unterrichtsvorbereitung, Fortbildung, Korrekturen etc.

Ein wirklicher engagierter Lehrer, der seinen Beruf ernst nimmt, hat für Nachhilfeunterricht im Hinterzimmer mit Cash-Bezahlung-auf-die-Kralle nichts am Hut. Der leitet in seiner wenigen Freizeit notfalls noch die Fahrrad- oder Musical-AG.

Also was für einen Sinn macht es, eine faule Socke zu beschäftigen, den nichts außer Mehrwertdenken leitet?

Gruß

Manavgat

Beitrag von birkae 08.09.06 - 09:19 Uhr

Hallo,

ich denke wie du.
ABER der freundliche Mitarbeiter des Finanzamtes meint, dass in diesem Fall nur eine Steuerhinterziehung stattfindet - keine Schwarzarbeit - es sei denn, der Lehrer gibt seine Nebeneinkünfte bei der Steuererklärung ab.
Und der Auftraggeber macht sich demzufolge nicht strafbar, da er ja nichts mit der Steuererklärung zu tun hat... #kratz

Ach noch etwas. Es handelt sich nicht um einen Schüler seiner eigenen Schule. Der Lehrer stellt außerdem eine Art "Rechnung" aus. Das Kind xyz ist 10 mal á 24,- Euro bei mir zur Nachhilfe gewesen. - kann man denn anhand dieser Rechnung von Legalität sprechen#kratz Die KM meint ja, der KV meint nein...

LG
Birgit

Beitrag von manavgat 08.09.06 - 13:11 Uhr

Der KV hat Recht.

Schwarzarbeit = Steuerhinterziehung.

Steuerhinterziehung ist eine Straftat.

Auf der Rechnung für den Auftraggeber muss die Steuernummer des Auftragnehmers (Lehrer) stehen. Ansonsten ist der Auftraggeber schuldig der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und haftet gegebenenfalls für die Steuern die dem Fiskus entgangen sind. Ich habe meinen Anwalt gefragt, da ich durch diese illegale Konkurrenz zumindest an einer bestimmten Schule wirklichen Schaden erlitten habe.

Von der mangelnden Qualität und vor allem der mangelnden Kontrolle solcher Hinterhoflehrer ganz zu schweigen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von birkae 08.09.06 - 14:15 Uhr

Hallo,

Danke für deine Antwort.

Da scheint der Herr vom Finanzamt aber nicht viel von seiner Materie zu verstehen, oder?#kratz

Jedenfalls kann ich dem KV jetzt doch sagen, dass er der KM lieber diese Art der Nachhilfe sein lassen soll...

LG
Birgit

Beitrag von birkae 08.09.06 - 20:46 Uhr

Hallo,

eine Frage habe ich noch, was hast du denn gegen die illegale Konkurrenz unternommen? Kann man da überhaupt etwas unternehmen?

Lg
Birgit

Beitrag von manavgat 08.09.06 - 21:43 Uhr

Ich beobachte das. Meinen Kunden schenke ich reinen Wein ein. Meistens hilft es.

Wenn es noch mehr wird, gibt es eine Anzeige.

Es kann nicht sein, dass Lehrkräfte (die ein Unistudium haben) und ALG1 oder 2 bekommen, von ihren SBs regelrecht niedergemacht werden, der Job bei uns wäre doch keine Arbeit!, außerdem wüsste man sowieso dass sie bescheißen, Fahrtkosten werden nur mit Druck anerkannt usw. und gleichzeitig hinterziehen diese Staatsdiener die von meinen! Steuergeldern bezahlt werden in großem Stil Steuern. In meinen Augen ist so jemand nicht geeignet junge Menschen zu erziehen.

Hinzu kommt, dass wir oft Schüler haben die bei so einem Hinterhoflehrer 1-2 Jahre oder länger Nachhilfe hatten und trotzdem nicht oder nicht ausreichend besser wurden. Warum: wenn's nicht hilft, ist immer der Schüler schuld...

Gruß

Manavgat

Beitrag von birkae 09.09.06 - 19:20 Uhr

Hallo,

weist du denn auch, was mit den Leuten passiert ist, die du angezeigt hast?
Würde mich mal interessieren...

LG
Birgit

Beitrag von manavgat 09.09.06 - 19:39 Uhr

Das erfährst Du nicht. Allerdings hört es dann auf.

Gruß

Manavgat