Höheres Sterberisiko für Kaiserschnittbabies?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von anyca 07.09.06 - 15:53 Uhr

Vielleicht interessiert jemanden dieser Artikel auf bbc online? Da heißt es, daß Kinder die per Wunschkaiserschnitt zur Welt kamen ein drei mal höheres Risiko haben, im ersten Lebensmonat zu sterben als Kinder, die vaginal geboren wurden.

Die Wehen helfen wohl, das Fruchtwasser aus den Lungen zu pressen, und wenn die fehlen, hat das Kind nach der Geburt wohl eher mit Atemproblemen zu kämpfen.

http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/5322782.stm

Beitrag von sunda 07.09.06 - 15:58 Uhr

Hm, aber unter Kaiserschnittgeburten fallen nicht nur Wunschkaiserschnitte sondern auch Frühgeburten oder Schwangerschaften, wo Komplikationen aufgetreten sind. Das da ein höheres Sterblichkeitsrisiko auftritt, ist eigentlich klar.

Beitrag von anyca 07.09.06 - 16:00 Uhr

Die haben sie aber rausgerechnet bzw. sie haben halt nur die Wunschkaiserschnittfälle mit den normalen Geburten verglichen, nicht die medizinisch notwendigen.

Beitrag von raleigh 07.09.06 - 18:17 Uhr

Das glaube ich kaum, dass sie NUR die verglichen haben.
Steht das so explizit dabei?

Beitrag von raleigh 07.09.06 - 18:20 Uhr

So - gelesen:

>>Professor James Walker, consultant obstetrician at St James's University Hospital in Leeds and spokesman for the Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, said women should not be alarmed by the findings but should be informed.

"The absolute risk is still very small.

"But it should open people up to the fact that there are risks and benefits of everything. This is a relatively small risk but it is there and people need to know that."<<

Das absolute Risiko ist relativ gering.
Zudem rechnen sie die Frühchen raus, ansonsten wird alles mitgerechnet, was zwischen der 37. und 41. Woche kommt - auch Notkaiserschnitte in der 38. Woche - wie mein Sohn, der aufgrund einer fetalen Bradykardie schließlich per KS geholt wurde.

Beitrag von leoniem 07.09.06 - 17:52 Uhr

Hallo!

Also ich finde es sehr unangebracht hier sowas zu bringen und den Frauen bei den ein KS gemacht werden muss so Angst zu machen...
Viele Frauen haben keine andere Wahl und muessen ihr Baby per KS auf die Welt bringen.
Und ich denke da macht es keinen Unterschied ob der KS als WKS oder geplanter KS gemacht wird.
Das Baby wird ja beim KS auch auf eine Art und Weise aus der Gebarmutter rausgepresst und nicht einfach rausgehoben und dann wird ja das Fruchtwasser, sollte noch was vorhanden sein, abgesaugt...

Wie gesagt ich sehe zwischen einen geplanten KS und einen WKS in der Durchfuehrung nichts anderes. Ich hatte einen Not KS und nun erwartet mich ein geplanter KS und ich denke wenn die Kinder so oft dabei sterben wuerden, wuerde der KS gar nicht gamcht, bzw. ein WKS gar nicht erst zugelassen oder?

Ich denke dass viele Sachen die man liest auch ganz schoen uebertrieben werden...

Aber hier Frauen Angst zu machen die leider keine andere Wahl haben als den KS finde ich ganz schoen uebertrieben...#augen

Das soll jetzt kein Angriff gegen dich sein, nur versetze dich mal in die Lage der Frauen die das jetzt lesen und ein paar Tagen einen KS machen lassen muessen...Die haben bestimmt schon so genung Angst davor...#augen

Naja alles Gute fuer dich und LG

Leonie 35.SSW

Beitrag von becca04 08.09.06 - 09:30 Uhr

Hallo,

ich wollte dazu nur sagen, dass JEDE Form der Entbindung gewisse Risiken birgt, das gehört einfach dazu, da diese Phase (immer noch!) einfach ganz nah sowohl am Leben als auch am Tod ist. Jedenfalls habe ich das ganz stark so in meiner vaginalen Entbindung empfunden.

Ich finde, dass dieses Bewusstsein Teil der Verantwortung als Mutter ist. Man kann nicht alles kontrollieren, auch wenn die Medizin das fälschlicherweise suggeriert.

Ich weiß z.B., dass KS (egal ob Wunsch- oder Not-KS) ein gewisses erhöhtes Risiko für Anpassungsprobleme des Kindes bereit hält, das vaginale Entbindungen so nicht haben (laut aktuellen Studien, die immer mit Vorsicht und kritischem Verstand zu lesen sind. Dafür haben vaginale Entbindungen in bestimmten Fällen wieder eigene erhöhte Risiken, ich finde, das gleicht sich aus!). Trotz dieses Wissens lasse ich im Notfall (!) jederzeit einen KS machen, da ich absolut überzeugt bin, dass das Risiko für das Kind, an den Folgen des KS zu sterben 1000-fach geringer ist als das akute Risiko, ohne den (lebensrettenden) KS zu sterben. Das sollte ja wohl klar sein.

Die Frauen, die sich aus 1000 verschiedenen Gründen für einen Wunsch-KS entscheiden, also für einen medizinisch nicht indizierten KS, stehen wiederum in der Verantwortung, sich vor ihrer Entscheidung gut über die eventuellen, in ihrem Fall ja vermeidbaren speziellen KS-Risiken zu informieren, und DANN ihre Entscheidung zu treffen.

Genauso wie sich ja auch ganz viele andere Schwangere für eine vaginale Entbindung (nach reiflicher Überlegung i.d.R.) entscheiden, obwohl die in vielen geburtshilflichen Handgriffen nicht mehr trainierten und klageängstlichen Ärzte zu einem KS raten (war bei mir so ähnlich der Fall).

Mir machen solche Berichte (als ganz normale Schwangere bin ich ja immer auch eine potentielle KS-Kandidatin - das sind wir hier ALLE!) jedenfalls keine Angst, da ich aufgeklärt bin und - es mag sich blöd anhören - bereit bin, bestimmte Dinge im Umfeld der Geburt in die Hände des - sagen wir - Schicksals zu legen.

Ich meine, dass jede Frau für sich den richtigen Weg finden muss, mit dieser ewigen Unsicherheit um die Geburt herum umzugehen. Sei es durch Verdrängung ("Die vaginal-spontane/KS-/Wunsch-KS-Entbindung ist der 'sicherste' Weg") oder durch Informationsbedürfnis und Bilden einer eigenen, unabhängigen, kritischen Meinung.

Und ganz wichtig: Die Geburten gehen wirklich mit unfassbar wenigen Ausnahmen gut, die Kinder sterben nicht mehr so wie früher. Es gibt eigentlich keinen rationalen Grund, diese Ängste, die man natürlich trotzdem hat, zu haben!

Allen eine schöne, komplikationsfreie Geburt nach ihren Wünschen,
Sabi.

Beitrag von stehvieh 07.09.06 - 20:05 Uhr

Hallo!

Kommt aber nicht so selten vor, dass auch spontan entbundene Kinder Fruchtwasser einatmen, insofern ist das vielleicht gar nicht so bedeutsam...

LG
Steffi

Beitrag von schnucky666 08.09.06 - 12:18 Uhr

Also hier muß ich meinen Senf doch auch dazugeben...
Erstmal finde ich auch, wie oben schon gesagt, das dieser Beitrag nicht hierher gehört.
Und glaubst du wirklich, daß wenn dieses erhöte Risiko bestehen würde, die Ärzte heute Wunschkaiserschnitte machen würden??? Ich glaube nicht!
Kann mir auch nicht vorstellen, das man so eine Studie korekt durchführen kann.
Ich kann nur sagen, daß mein sohn per Kaischernitt 3 Wochen zu früh auf die welt kam nachdem ich in der ganzen Schwangerschaft Probleme hatte und es geht ihm prima!

LG
Simone

Beitrag von anyca 08.09.06 - 14:28 Uhr

Mich wundert, daß einige den Beitrag bzw. den Artikel, den ich verlinkt habe, als "nicht hier her gehörend" definieren, nur weil ihnen die Aussage nicht in den Kram paßt! Ich dachte, bei den häufigen "pro und kontra Wunschkaiserschnitt" Diskussionen könnte das die eine oder andere interessieren.

Mir ging es sicher nicht drum, Frauen Angst zu machen, die einen Kaiserschnitt haben MÜSSEN. Es ist ja immer eine Sache der Risikoabwägung. So wie ich den Artikel verstanden habe, wurden eben nur Frauen verglichen, die nach unproblematischer Schwangerschaft eine normale Entbindung bzw. einen Wunschkaiserschnitt hatten (Zitat: Women who opted for caesarian), und da kam die vaginale Entbindung eben besser weg.