Was tun? Versuchen zu stillen oder Fläschchen geben? Sorry lang!

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von elllly 07.09.06 - 18:02 Uhr

Hallo,

mein Kleiner Eduard trinkt leider nicht oder so gut wie gar nicht an der Brust. Er ist morgen drei Wochen alt.

Wir versuchen es mit dem Stillen aber es klappt nicht. Im Krankenhaus hat man mir Stillhütchen gegeben. Daran trinkt Eduard zwar, aber er bekommt nicht viel heraus aus der Brust. Die Stillprobe (wiegen vor und nach der Brustmahlzeit) hat ergeben, dass er nur ca. 20 ml trotz einer Stunde nuckeln bekommen hat.

Meine Milch ist nun nicht mehr ausreichend. Obwohl ich abpumpe ist meine Milch nicht mehr geworden. Die Menge stagniert so bei 40 bis 60 ml (aus beiden Brüsten zusammen) pro Abpumpen. Also musste ich eine HA-Nahrung zufüttern. Ich gebe ihm Muttermilch und HA-Nahrung mittlerweile über ein Brusternährungsset oder per Fingerfeeding, damit er nicht von der Flasche saugverwirrt wird. Das Brusternährungsset gibt über Schläuche die Milch zur Brustwarze, dort bekommt das Kind dann das Schlauchende in den Mund und erhält somit beim Nuckeln an der Brust (am Stillhütchen) zusätzlich Milch. Jetzt klappt das Stillen mit Stillhütchen auch nicht immer wirklich, er ist frustriert, wenn nicht gleich Milch kommt und schreit und saugt nicht weiter. Schlimmer noch ist es ohne Stillhütchen, dann schreit er noch mehr, weil er es nicht gewöhnt ist und die Brustwarze schlecht zu fassen bekommt.

Es ist nicht leicht. Meine Hebamme hat mir zugeredet, es noch nicht aufzugeben und weiter zu versuchen. Ich soll den kleinen Eduard immer mal wieder mit dem Brusternährungsset an die Brust (aber ohne das Stillhütchen) anlegen und ihn damit an die Brust gewöhnen. Sie sagt, es gibt zwar selten, aber es gibt sie, Kinder, die nicht an der Brust trinken wollen.

Was würdet ihr tun? Weitermachen oder komplett die Flasche geben?

LG

Elke und Eddi #schrei (knapp 3 Wochen alt)


Beitrag von siegfrieda 07.09.06 - 18:21 Uhr

Hallo Elke,

Du machst das super! #pro Ich habe mit meinem Sohn ganze 8 Wochen lang mit dem Stillen gekämpft, weil er wie Dein Eduard die Brustwarze nicht zu fassen bekam und dann richtige Wutanfälle bekommen hat. Es war eine Tortur zwischen Stillen mit Hütchen, ohne Hütchen, abpumpen und sich gegenseitig anheulen vor lauter Frust. Ich hab mehr als einmal ans Abstillen gedacht, aber meine Hebi hat mir Mut gemacht und außerdem wollte ich der SchwieMu den Triumph nicht gönnen (sie hat von Anfang an für die Flasche plädiert).
Nun ist mein Sohn 4 Monate alt und das Stillen klappt wunderbar, trotz der langen und schlimmen Anfangsschwierigkeiten.

Ich habe vor dem Stillen immer erstmal an der Brustwarze herum gezwirbelt, damit sie richtig raus kommt. Dann ohne Stillhütchen versucht, wenn es nicht ging mit Hütchen. Wenn mein Sohn zwischendrin abgesetzt hat, bekam er danach die Brust ohne Stillhütchen. Die Brustwarze hatte sich nämlich durch das Stillhütchen richtig schön rausgestellt und dann ging es ohne.

Das klappte aber auch erst nach ein paar Wochen so verhältnismäßig "reibungslos" #augen.

Ein Brusternährungsset hatte ich nicht, daher weiß ich nicht so recht wie das funktioniert. Kannst Du nicht ein wenig Milch in das Stillhütchen geben, damit Eddi gleich etwas bekommt? Oder Du gibst ihm ein wenig Milch mit dem Löffel oder einem Becher um den ersten Durst zu stillen und machst danach erst mit dem Stillen weiter.

Ob Du weiter kämpfen willst, kannst Du nur selbst wissen. Es kommt darauf an, wie viele Nerven Du noch übrig hast ;-) Stillen ist das Beste für ein Baby, keine Frage, aber nur wenn Du dabei entspannt bist. Wenn Du wie ein Nervenbündel durch die Welt kriechst mit der Angst vor dem nächsten Stillen merkt das Dein Sohn ja auch. Hups, jetzt schreit mein Kleiner. Alles Gute Dir und Deinem Eddi!

Beitrag von tienchen27 07.09.06 - 18:24 Uhr

Hallo Elke,
ich hatte ein ähnliches Problem:
Meine Kleine kam 3 wochen zu früh und sie konnte nicht richtig ansaugen.
ich hab 4 wochen abgepumpt, versucht sie anzulegen und zugefüttert, weil ich aus beiden brüsten wenns hoch kam nur 50 ml raus bekam.
irgendwann hab ich gesagt ich will den stress nicht mehr(wann ist sie wieder mit füttern dran, wann muss ich wieder abpumpen usw.)ich war nur unter zeitdruck, gerade wenn man mal unterwegs ist und nicht abpumpen kann.
ich hab dann komplett auf pre umgestellt und hab abgestillt.
mittlerweile klappt es ganz gut. ich kann die milch mitnehmen und muss nicht mehr ne halbe std. an der pumpe sitzen.
du musst für dich entscheiden was du möchtest...und wenn das jetzt schon alles stress für dich und für den kleinen ist musst sehen was am besten für euch ist.
viele grüße
tina und laura(13.06.06)

Beitrag von raleigh 07.09.06 - 18:28 Uhr

Ich hatte auch schonmal Tage, wo mir das alles zuviel wurde, weil Vincent erst nicht saugen wollte, dann sofort einschlief, dann wieder quengelte und ich Stunden nur mit Stillen beschäftigt war.

Das zehrt an den Nerven. Ich hab's durchgehalten und es klappt, es spielt sich ein. Richtig funktionieren tut es erst, seit ich die Stillhütchen weglasse. :) Irgendwie haben wir den Dreh mit dem anlegen raus. Im Gegenteil, Vincent mag keine stillhütchen, keine Nuckel und keine Fläschchen.

Beitrag von sternchen7778 07.09.06 - 20:19 Uhr

Hallo Elke,

tu das, was Dir Dein Herz sagt.

Ich selbst wäre wahrscheinlich verrückt geworden, wenn ich weiter versucht hätte, Felix zu stillen. Andere haben die Kraft, es durchzuziehen.

Dein Eddi braucht vor allem eine glückliche Mutter!

LG, Sandra mit Felix (fast 5 1/2 Mon.), der seit seinem 10. Lebenstag Beba-Flaschenbaby ist

Beitrag von muriel347 07.09.06 - 21:39 Uhr

hut ab vor deinem engagement.

also dass beim abpumpen nicht so viel heraus kommt, ist normal. denn die pumpe saugt nicht in der form, wie ein kleiner mund.

erhalte deine milchproduktion aufrecht. aber gönne euch auch zwischendrin mal ne pause. es ist nicht gut, wenn es euch jedesmal total stresst wenn es ans essen geht. stillen hat unheimlich viel mit nähe und kuscheln zu tun und ist mehr als nur was zu essen.

eine freundin von mir hatte auch ein saugfaules kind. er bekam die mumi abgepumpt aus der flasche. nach zwei monaten wurde ihr gesagt, dass sie die pumpe nur noch 1 monat auf rezept bekommt und dann selber zahlen müsste. also hat sie ihm doch nochmal die brust mit stillhütchen angeboten. und siehe da. zwei wochen später hat das kind direkt gestillt!

Beitrag von elllly 18.09.06 - 10:43 Uhr

Hallo,

danke euch allen für die aufmunternden Antworten.

11 Tage später möchte ich Euch (und allen die diese Diskussion später wegen ähnlicher Probleme lesen) einen kurzen Bericht über unsere derzeitigen Fortschritte geben. Ich bin sehr froh, Eduard trinkt jetzt ohne Stillhütchen an der Brust! Mittlerweile macht er das auch immer besser und er findet jetzt die Brustwarze meist ohne Geschrei.

Mir wurde empfohlen, Eduard oft zu tragen und ihn nachts nah bei mir zu haben: An unser Bett hatten wir schon vor der Geburt von Eduard ein Stillbett (Babybay) angebaut, darin schläft er aber meist liegt er dann doch in meinem Bett nah bei mir. Ins Tragetuch nehme ich ihn auch täglich und halte ihn ansonsten so oft wie möglich auf dem Arm oder meinem Schoß.

Auch die Stillpositionen haben sich verbessert, so kann ich Eduard seit einigen Tagen im Arm in der Wiegeposition einfacher anlegen und benötige kein Stillkissen mehr zur Unterstützung.

Weil das Stillen also immer besser wird, habe ich bereits weniger zugefüttert (z.B. gestern nur 200 g in 24 h). Um mich nicht wieder so sehr zu stressen, wie noch vor einiger Zeit, bin ich nicht wieder auf das Brusternährungsset umgestiegen, sondern gebe die Zusatznahrung per Flasche (allerdings mit dem Spezialsauger von Mam, ähnlich wie von Avent). Es fällt Eduard jetzt nicht mehr schwer sich von Flasche auf Brust umzustellen, zumal die Flaschenmahlzeiten auf zwei oder drei pro Tag reduziert werden konnten und die Brustmahlzeiten 8 bis 10 in 24 h betragen.

Noch kurz zum BES (Brusternährungsset): Für uns war es nicht sehr erfolgreich, weil Eduard von der bloßen Brustwarze auch trotz sofortiger Milch per Schlauch irritiert war, sie nicht fand und nicht wusste, wie er sie fassen sollte und dann schrie. Erst nachdem ich ihn ohne BES und ohne Stillhütchen anlegen konnte, merkte ich, dass er zuvor niemals richtig an der Brust gesaugt hatte, erst jetzt fühlte sich das Saugen stärker und intensiver an. Am BES fand ich zudem nachteilig, dass das Kind oft an den Schläuchen mit den Händchen zog, dass die Milch teils vorbei lief und die Kleidung von Kind und mir bekleckert wurde, dass man es nicht im Liegen verwenden konnte.

LG


Elke