An alle, die schon mal eine BEL-Spontan-Geburt hatten..

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von pelsa 07.09.06 - 20:56 Uhr

Hallo,
hatte heute meinen Termin im KH wegen der Geburtsplanung, da unser Mädel seit Ewigkeiten im Sitzstreik ist. Es wurde CTG geschrieben und danach hatte ich ein eher kurzes Gespräch mit dem Chefarzt der Klinik.
Ja - was soll ich sagen... Am liebsten wäre es mir gewesen, dass man mir die Entscheidung abgenommen hätte, am allerbesten wäre natürlich gewesen, wenn Madame sich doch noch in SL gedreht hätte. Natürlich musste ich selbst entscheiden, trotz der eher wortkargen Ausführung des Arztes.
Er traut mir die BEL-Geburt von daher zu, da ich ja schon 3 Kinder spontan geboren habe. Ich trau´s mir ja auch zu, aber habe solche Angst, dass unser Mädchen in Gefahr dabei gerät.
Bitte erzählt mir, wie es euch dabei erging (auch wenn es letztendlich zum KS geführt hat).
Und wann muss ich ins KH aufbrechen? Bei welchem Wehenabstand? Der Chefarzt meinte halt, ich soll nicht auf den letzten Drücker kommen, da vorher noch alles nochmal kontrolliert werden muss (US, CTG usw.) US hat er auch nicht gemacht heute. #schmoll
Und was ist an so einer Geburt anders, wird man besonders betreut oder muss ich irgendwas anderes einplanen beim Geburtsvorgang? Falls der Kopf wirklich stecken bleibt, was dann??? #schock#schock#schock
Menno, der olle Doc kam mir vor, als hätte er 3 Nächte nicht geschlafen, ich hätte ihn gerne noch sooo vieles gefragt.
Daher entschuldigt mein Generve, aber ich würde mich echt über Antworten riesig freuen!!
LG, Sabine mit Lennard (17 Monate) + Charlotte inside 38. SSW

Beitrag von becca04 08.09.06 - 10:25 Uhr

Hallo Sabine,

hm, ich finde es viel wichtiger zu wissen, ob ER sich das zutraut!!!! BEL werden ja in Deutschland mittlerweile eher per KS entbunden (die Ärzte können "es" häufig nicht mehr) und deswegen müsstest Du das KH nach Zahlen fragen, wie sie mit BEL umgehen.

Hier bei uns ist der Chef der Frauenklinik im Uni-Klinikum ein totaler Verfechter der vaginalen Entbindung bei BEL - da würde ich in dem Fall sofort auf der Matte stehen!

Generell (gefühlsmäßig) würde ich sagen, dass es für Dich (4. Kind) wirklich kein Problem sein dürfte, das Kind und v.a. den Kopf zu gebären.

Für den seltenen Fall, dass der Kopf stecken bleibt, wird dann nicht die Zange eingesetzt?

Ich an Deiner Stelle würde einen weiteren Gesprächstermin vereinbaren - einfach so würde ich persönlich mich nicht darauf einlassen!

Liebe Grüße und alles Gute,
Sabi

Beitrag von matw 08.09.06 - 12:26 Uhr

Ich habe die ganze Zeit verfolgt, wie die Antworten auf Deinen Beitrag sind. Auf Grund der fehlenden Resonanz ist schon mal klar, dass es offenbar die absolute Ausnahme ist, dass sich die Kliniken drauf einlassen. Irgendwie leuchtet es auch ein, die Ärzte stehen alle mit einem Bein immer im Knast, die Gynäkologen wohl mit 1,5 Beinen.Es ist wahrscheinlich total unkalkulierbar, wie so eine Geburt verläuft. Sind die Beinchen angezogen (sicher, wegen dem Platz), streckt es vielleicht die Arme zur Seite? (Meine Tochter kam zwar kopfüber, hatte aber z.B. eine Hand am Kopf!) Eine Kontrolle der Vitalfunktion ist nur über CTG möglich, aber nur bis zu einem gewissen Punkt! Kopfschwartenelektrode fällt ja aus! Und alles läuft "rückwärts", also Nasenöffnung z.B. nach unten gerichtet, fließt evl. alles rein?! Ich habe mich nämlich auch gefragt, ob ich es probieren sollte. Es ist zwar noch Zeit bei mir, aber wegen meiner Größe (1,53m) hat das Kind wahrscheinlich gar keinen Raum mehr für eine Wendung. Mit der Zange kann man nur am Kopf zugreifen, Saugglocke auch. Also wird das Kind quasi an den Beinen rausgezerrt, wenn es nicht vorher stecken bleibt. Irgendwie ist mir ehrlich gesagt das Risiko doch zu groß. Ich werde mich wohl, wenn es drauf an kommt, doch für den KS entscheiden. Und ich bin bestimmt kein wehleidiges Exemplar. Aber die Angst, das Kind könnte einen Sauerstoffmangel o.ä. bekommen (wie verhält sich falsch rum die Nabelschnur??) ist mir einfach zu groß.
Gruß Silly (erst 28SSW)

Beitrag von estrela69 08.09.06 - 13:16 Uhr

Hallo Sabine,

ich hatte schon eine riesen lange Antwort angefangen, als mir der rechner abgestürzt ist. Nun drängt leider die Zeit und daher nur kurz mein Erlebnis:

Ich habe eine 8jährige Tochter mit 29 auf normalem Wege bekommen, 2 1/2 Jahre später eine Entbindung eines "defekten" Babys in der 21 SSW. Und jetzt vor 1 3/4 Jahren unsere Kleine als BEL Entbindung auf ganz natürliche Weise.

Ich finde es wichtig, daß man sich gaaaaanz genau informiert, das kann durch den Arzt sein, oder auch durch Bücher oder Internet. Falls Du Fragen vergessen hast bei Deinem Termin im KH, besorgt Dir einen neuen Termin und schreibe Dir die Fragen vorher auf - ganz wichtig!!! Falls Dir der Doc von dem Du geschrieben hast nicht zusagt, suche Dir ein anderes KH, oder frage da nach Alternativen.

Ich habe vor der Entbindung noch in der 36 SSW einen Wende-Versuch machen lassen. Dabei wird versucht von aussen das Baby durch manuelles Drehen des Arztes in die "richtige" Position zu bewegen. Keine Chance, madame wollte Buddha bleiben:-)

Die Entbindung startete bei mir mit dem Platzen der Fruchtblase, danach haben wir den Krankenwagen gerufen, das soll man ja immer machen, wenn die Blase geplatzt ist, um Nabelschnurvorfällen vorzubeugen. Gemütlich angekommen im KH haben die alles vorbereitet für einen eventuellen Notkaiserschnitt im Kreißsaal. Als alles fertig war, bekam ich meine Preßwehen und das Baby war nach der vierten Preßwehe komplett rausgeflutscht - ohne daß der Kopf noch irgendwie stecken geblieben ist.

Was ich während meiner Klinikzeit (Habe selber mal Medizin studiert und jahrelang auf der Gyn gearbeitet) den Frauen ans Herz gelegt habe, ist die Tatsache, daß es immens wichtig ist, sich ganz zu entspannen bei einer Geburt, auch wenn das in jedem Buch runtergebetet wird, aber es ist wirklich immens wichtig. Außerdem denke ich, daß eine BEL Entbindung (Bei der das Baby ja mit dem Popo idealerweise rauskommt) kein größeres Risiko birgt als eine normale Kopfentbindung, sofern keine med. Indikation dagegen vorliegt. Erst Recht nicht, wenn die Mutter bereits eine oder mehrere Entbindungen hinter sich hatte.

Ich handhabe Entscheidungen immer nach dem Positiv/Negativ-Liste-Prinzip. Informiere Dich genaustens (und auch der Chefarzt im KH ist dazu verpflichtet jede auch noch so bescheuerte Frage zu beantworten), und liste die Gründe dafür und dagegen auf einem Zettel auf. Ich habe dann irgendwann diese Liste einige Tage angeguckt und letzendlich mein Bauchgefühl zu dem Thema entscheiden lassen : KEIN KS!!! Ich hatte auch keine med. Indikationen, die gegen eine Normale Geburt gesprochen hätte. Wäre das anders gewesen hätte ich sicher auch einen KS gemacht, um nicht in ein weiteres Disaster eigenverschuldet und wissentlich reinzurutschen.

Letzendlich ist es aber auch eine Characterfrage: Bist Du eher ein unglaublich nervöser, ängstlicher Mensch und kannst nicht gelassen an eine Geburt rangehen, wie ich z.B., würde ich auch eher zu einem Kaiserschnitt raten. Hast Du kein Vertrauen in die Fähigkeiten Deines Körpers, kann auch eine normale Entbindung zum Risiko werden. Und letzendlich: ein Risiko bleibt immer! Es gibt keine 100%ige Sicherheit, das ist aber das, was man sich wünscht und deswegen ist die Entscheidung so schwer.

Ich wünsche Dir trotzdem eine tolle Geburt und alles Gute für Deine kleine Maus und Dich!

Ich hole meine kleine "Buddha-Flutsch-Tante" jetzt aus dem Schwimmbad ab:-p:-p:-p:-p -> Meine Tagesmutter macht ganz tolle Sachen mit den Kleinen!

Viele Grüße sendet

Chrissi#blume

Beitrag von sternchen777 08.09.06 - 13:38 Uhr

Hallo!

Statistisch gesehen gibt es bezüglich der Gefahr für das Baby KEINEN Unterschied zwischen einer spontanen BEL-Geburt und einem Kaiserschnitt!

Wenn also keine sonstigen Gründe gegen eine Spontangeburt sprechen und Du sowieso schon unkomplizierte Geburten hinter Dir hast, würde ich immer spontan entbinden!

Ich hab mein 2. Kind aus BEL geboren, Einzelheiten hatte ich gerade ein paar Tage vorher hier im Forum geschrieben (1-2 Seiten blättern).

Hatte mir vorher auch immer Gedanken gemacht, was passiert, wenn der Kopf stecken bleibt, aber er wurde dann mit nur einer Preßwehe geboren! Im schlimmsten Fall wird wohl ein Dammschnitt gemacht und mit der Zange nachgeholfen.

Und wann man losfahren sollte? Schwierige Frage, als ich merkte, daß es tatsächlich Geburtswehen sind, platze die Fruchtblase und ich mußte mit dem Krankenwagen in die Klinik. Als ich ankam, war der Mumu schon 8 cm offen und 1,5 Stunden später lag meine Kleine auf meinem Bauch.

Wünsche Dir alles Gute und eine schöne Geburt,
Anna

Beitrag von bibabutzefrau 08.09.06 - 19:08 Uhr

ich habe mein erstes Kind aus BEL geboren und es war gar kein Problem.Gar keins,wirklich.

Jetzt kopiere ich mal einen anderen Beitrag hier rein...bin krank und habe keine große Lust auf viel tippen:-)

Zur Geburt:
ich hatte nachts um 4 einen Blasensprung,um 7 hatte ich endlich mal erste spürbare Wehen (der Mumu war da schon 2 cm auf)
um 9 bekam ich eine PDA (obwohl ich sie bei weitem noch nicht gebraucht hätte-ganz ehrlich-ich fand die Wehen pille palle,der Mumu war da schon 5 cm auf) um 14 verspürte ich plötzlich gaaanz fiese Wehen,die PDA lief aus und die Presswehen fingen an.
Ich habe gepresst wie ein Stier habe geflucht habe geschimpft und wollte wieder heimgehen-also eine ganz normale geburtssituation!
Ich hatte gefühlte 200 Presswehen (tatsächlich waren es nicht mal 20 )
Endlich sah man den kleinen Pöter und wir erfuhren vor dem Gesicht was es ist
Leider blieben dann die Wehen aus aber das Kindmusste ja raus,ich presste noch mal wie ne wilde undnach ca 30 Sekunden war dann der Kopf geboren.
Ida wurde sofort untersucht,ich bekam sie nicht erst auf den Bauch gelegt.
Aber nach 2 Minuten-alles bestens.Apgar Wert 10,prima.
Ich bin nicht geschnitten worden aber auch nicht gerissen (ich hatte einen kleinen Scheidenriss)

Was man sagen muss:Sie hatte die Finger wohhl ne Weile im Becken verklemmt (die Fingerchen waren blau) und einen blauen Popo hatte sie auch.

Alles im allen war es wohl eine Traumgeburt und das obwohl ich eine Höllenpanik hatte vor der Geburt an sich.
Dann habe ich auch noch eine BEL spontan bekommen-alle Achtung liebe Tina .


Ich würde es wieder machen.

Und vorallem weil es bei dir das 4.Kind ist.Klar kein Thema.Dann hast du einen Arzt der dich bei dieser Entscheidung unterstützt.Was will manmehr!

Ich hoffe ich konnte dir Mut machen:-)

LG Tina mit Ida (19 Monate) und "Hans Jochen" inside (17 SSW)

Beitrag von snoopyeva 08.09.06 - 21:40 Uhr

Weíßt du die Frage wird hier sehr, sehr oft gestellt. Man schreibt sich die Finger wund- und dann erklärt die Posterin, für sie steht der KS ja eh schon fest. Das hat mich so genervt, daß ich keinen Bock mehr hab darauf zu antworten.
Ich hab auch unseren Sohn spontan auf die Welt gebracht, trotz BEL (1. Geburt). Wichtig ist:
- Traut es sich der Arzt zu?
- Wurdest du wirklich informiert? Das Risiko bei erfahrenen Ärzten ist nicht höher bei einer Spontangeburt aus BEL wie bei einem KS- da gibt es einige Statistiken; Aber es gibt viel zu wenig Info über Risiken eines KS
- Genaue Untersuchung vorher

Achja bei mir fing es auch mit einem Blasensprung an. Außerdem haben BEL - Kinder eine Tendenz vor Termin zu kommen. Bei uns waren es 3 Wochen vorher. Falls der Kopf nicht sofort flutscht, wirst du geschnitten, es wird auf den Bauch gedrückt und die Ärzte helfen mit speziellen Griffen mit- deshalb brauchen die Ärzte eben auch die Erfahrung. Es reicht nicht wenn sie diese manuellen Hilfen aus dem Lehrbuch kennen.
Lg, eva

Beitrag von johanna77 09.09.06 - 11:55 Uhr

hallo sabine,

jetzt etwas verspaetet ich nochmal....
also ich habe vor einem jahr meine tochter - 1. kind - in bel spontan zur welt gebracht. ich kann dir daher nicht sagen, was anders ist als bei einer sl geburt, ausser dass die wehen wohl etwas heftiger sind (ich fand sie natuerlich sowieso schrecklich), aber nach alllem, was ich gehoert habe und mir mein grossartiger arzt gesagt hat, ist das risiko, wenn du vorher genau untersucht wirst, der schaedel und kind allgemein also nicht zu riesig und sind, gar nicht so hoch wie es immer allle behaupten. wichtig ist: DU musst es wollen, gut informiert sein und einen arzt haben, dem du vertraust und der sich das zutraut. viele koennen das ja heutzutage gar nicht mehr (ich habe auch erst 2 tage vor der geburt (2 wochen vor et) einen bel-spezi gefunden, das andere kh wollte mit mir schon einen kaiserschnitt-termin vereinbaren, was fuer mich eine ganz schreckliche vorstellung war). bei dir hoert sich das doch allles gut a und wenn du schon dein 4. kind bekommst, ist das sicher noch weniger dramatisch. bei mir ging es in etwas wie folgt: ich hatte abends ein ziehen im bauch, das ich anfangs gar nicht fuer wehen gehalten habe, als das dann regelmaessiger wurde, also alle 12-15 min, hab ich im kh angerufen und die haben mich dann gleich hinbestellt. nach dem erstn wehenschreiber hatten wir wohl auch wiieder gehen koennen, sie meinten dableiben waere besser, weil eben bel und daher beobachtung besser. das war so um 2 in der nacht. der muttermund war noch verschlossen und es dauerte bis vormittags - mit heftigsten wehen, wie ich fand - bis ich dann in den kreißsaal kam und eine pda bekommen habe. ab da war es erstmal nicht mehr so schlimm. ich war die ganze zeit an wehenschreiber, herztonmesser und so angeschlossen und sobald etwas ungewoehnlich war, standen hebamme und arzt bei uns und haben alles kontrolliert. sie haben gesagt, sobald es irgendwie bedfenklich fuer das kind wuerde, sind wir sofort im op und machen einen kaiserschnitt, das hat mir die angst um das baby, die ich natuerlich auch hatte, ziemlich genommen. und das wird bei dir sicher auch so sein. als dann mittags der mumu vollstaendig geoeffnet war, wurde die pda "abgestoepstelt", damit ich besser pressen konnte und um 14:42 kam munter und gesund und mit nur 3 presswehen meine tochter helle zur welt. ich fand es ganz toll und wuerde hundertprozentig immer wieder so machen. da ein kaiserschnitt einen eben fuer die zeit nach der geburt so lahm legt und man das geburtserlebnis ja doch irgendwie verpasst... dabei ist es doch das schoenste auf der welt!

hoffe, ich konnt dir helfen
liebe gruesse
johanna