Depressionen und Angstzustände immer noch nach 10 Monaten

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von chila9 07.09.06 - 23:06 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
muß mir mal was von der Seele schreiben.:-(
Unser Kleiner ist nun 10 Monate und die ersten drei Monate waren für ihn und uns die Hölle, da er Blähungen hatte.:-[

Nach vielen Krankenhausaufenthalten, vielen durchweinten Tagen und Nächten und viel Streitt mit der Familie wegen der totalen Unverständnis, hatte ich am Anfang mit starken Depressionen zu kämpfen....weil ich einfach total überfordert war.

Nun ja, die Zeit ist ja nun vorbei ( Gott sei Dank ) und ich denke noch heute mit Schrecken an die schlimmste Zeit in meinem Leben. Ich wollte mir bzw. uns das Leben nehmen, so TIEF war ich. Ich habe teilweise nur noch neben meinem Kind gelegen und gewartet, daß er wach wird und wieder anfängt zu weinen etc.#schock

Die innere Angst ist nun aber leider immer noch nicht 100% weg.

Heute kann ich sagen, daß wir einen super lieben Jungen haben, der zwar sehr temperamentvoll ist, aber ich liebe dieses Kind mehr als mein Leben !!!!#herzlich

Die innere Angst bzw. die Sorgen sind aber leider nicht ganz verschwunden, noch heute bleibt mir das Herz stehen, wenn das Babyphone nur angeht.

Ich der Kleine Krank, fühle ich wieder diese Hilflosigkeit und diese Angst in mir.

Mein Mann muß den ganzen Tag arbeiten und ich bin meistens alleine mit dem Kleinen.

Da ich schon 35 Jahre bin, vermute ich manchmal, daß es an meinem Alter liegt.

Ich wollte einfach nur mal nachhören ob es bei Euch auch so ist / war ?

Danke fürs zuhören !!#danke

Gruß Tanja

Beitrag von claudi1234 08.09.06 - 07:10 Uhr

Hallo Tanja,

erst mal #liebdrueck!

Ich habe seit der Geburt von Felix schwere Wochenbettdepressionen gehabt. Felix ist jetzt 14 Monate alt und mir geht es gerade mal seit 6 Wochen endlich gut. Und das habe ich nur mit Hilfe von einer Psychotherapie und der Einnahme von Antidepressiva geschafft. Von allein ist es ganz schwierig, so eine Krankheit in den Griff zu bekommen.

Nach Deinen Erzählungen denke ich, dass es ganz wichtig ist, dass Du eine Psychotherapie machst, um die schrecklichen Erlebnisse aufarbeiten zu können. Das ist gaaaaanz wichtig, da Du sonst ewig lange mit diesen Ängsten zu tun hast. Glaube mir, ich spreche aus Erfahrung.

Wenn Du magst, kannst Du mich gerne persönlich anmailen. Ich habe bereits 14 Monate Hölle hinter mir und ich habe es wohl endlich geschafft!! Dadurch habe ich die Möglichkeit, vielleicht anderen Betroffenen helfen zu können. Aber wie gesagt, eine Therapie wäre für Dich ganz wichtig, denn was Du durchgemacht hast, dass kann kein Mensch mal eben so wegstecken.

Melde Dich wenn Du magst.

Liebe Grüße

Claudia + Tim (13 Jahre) + Felix (14 Monate)

Beitrag von muttiistdiebeste2 08.09.06 - 09:47 Uhr

Hallo Tanja,

ich bin auch 35 und mein Kind ist am Ende der Schwangerschaft fast gestorben und war ein Früchen, insofern weiss ich wie du dich fühlst. Ich hatte allerdings nur die ersten drei Monate leichte Wochenbettdepressionen und dann war es wie weggeblasen.

Ich denke erstmal, dass es ganz normal ist, dass ältere Mütter etwas ängstlicher sind, einfach weil sie mehr Lebenserfahrung haben und sich mehr Gedanken machen. Jüngere Mütter machen sich oft einfach nicht so einen Kopf (mal ganz einfach gesagt)

Du musst eben nur lernen mit deinen Ängsten, die auch normal sind bei einer Mutter (der Mutterinstinkt ist der stärkste und wichtigste Instikt!!!!!) besser umzugehen. Vielleicht hilft die eine Therapie oder eine Selbsthilfegruppe. Vielleicht solltest du einfach auch viel in Spielgruppen gehen, wo man ja auch viel über die Kinder und Erziehung spricht. Je nachdem was dir mehr liegt.

Du musst auf jeden Fall auch viel rauskommen und viel machen, das zuhause hocken ist schlecht für die Psyche.

lg Ellen

Beitrag von ninjanin 08.09.06 - 09:47 Uhr

liebe tanja,

ich hatte zwar keine depressionen (abgesehen von diesen vollkommen erschöpften, verzweifelten, hysterischen mutterschaftsphasen, die andauernd auftreten ;-) ), aber seitdem meine tochter drei fieberkrämpfe hatte, habe ich eine zeitlang angstzustände gehabt. das ist wirklich sehr belastend, weil es den alltag mit kind vollkommen dominiert. außerdem ist es fürs kind sicher nicht gut, zu spüren, dass die mama sich ständig sorgen macht und übervorsichtig ist.

deshalb habe ich überall nach hilfe gesucht, habe mit einer therapeutin gesprochen, über psychopharmaka nachgedacht, mich bei allen freunden ausgeheult und schließlich eine behandlung bei einer homöopathin begonnen. die hat mir ein mittel gegen meine angst gegeben und es ging mir von tag zu tag besser. heute habe ich zwar immernoch angst, wenn meine tochter fiebert, aber das ist wohl verständlich. im alltag allerdings sind meine ängste weg und die beziehung zu meiner tochter stabilisiert sich wieder.

ich wünsche dir, dass du auch bald einen ausweg findest. alles liebe.

ninjanin

Beitrag von celia79 08.09.06 - 12:33 Uhr

Hallo Tanja,

lass Dich erstmal #liebdrueck.
Das was Du da beschreibst, kenne ich nur zu gut!!! Und ich bin erst 27 Jahre. Denke, dass hat nichts mit dem Alter zu tun.
Unsere Kleine kam am 23.12.2004 zur Welt, da war ich ja sogar erst 25,5 Jahre alt. Da sie bei der Geburt sehr gross (4125g, 56cm und 38er Kopf) und ich nur 1,63 und 54kg bin, hat sie sich das Kopfgelenk verrenkt. Das wusste aber leider keiner, kein KIA hat das festgestellt. Nur, dass sie extrem viel Bauchgeräusche hatte. Wir haben es dann immer auf die Koliken geschoben. Als es mit 3-4 Monaten immer noch nicht aufhörte, habe ich von einer Bekannten vom KISS Syndrom gehört, sind dann zu einem Spezialisten, der es dann auch festgestellt hat und sie eingerenkt hat. Anschließend zum Ostheopathen zur Cranio Sacral Therapie, das hat dann Wunder gewirkt. Sie war danach ein ganz anderes Kind.

Tja, und ich hatte in dieser Zeit auch sehr schwere Depressionen. Zwar nicht so, dass ich an Selbstmord gedacht hätte, aber ich wäre am liebsten weggelaufen und hätte alle allein damit gelassen. Aber das tut man ja eh nicht. Diese Zeit war die allerschrecklichste in meinem ganzen Leben und ich kann Dich voll und ganz verstehen. Ich hab nur geheult.

Auch ich bekomme heute noch regelrecht einen kleinen Schock, wenn sich im Babyphon etwas tut, oder wenn meine Kleine nachts mal wegen Zähnen oder so aufweint. Das ist echt schlimm, obwohl ja gar nichts ist.
Die Depressionen waren zwar so nach 6-7 Monaten weg, aber die kleinen Ängste sind schon geblieben, wie z.B. "Hoffentlich wird sie nicht krank etc.". Letzten Winter war sie das nämlich ständig, auch mit Mittelohrentzündung und die ist ja echt schmerzhaft.
Aber ich kann Dich beruhigen, dass ist gar nicht so schlimm, wie man sich das vorstellt. Hab immer gedacht, dass es dann wieder so wird, wie am Anfang, schlaflose Nächte, Brüllen ohne Ende......
Dem war aber gar nicht so. Sie hat sogar viel geschlafen. Klar war sie sehr weinerlich. Aber dann haben wir vom KIA den Nurofen Saft bekommen gegen die Schmerzen und sie hat sich gesund schlafen können.

Ich denke auch, dass es am besten ist, mal zu einem Therapeuten zu gehen, um die ganze Angst am Schopf packen zu können, denn ich habe sogar richtige Panik, noch ein Kind zu bekommen, obwohl ich mir immer zwei gewünscht habe.

Aber Kopf hoch, es wird bald immer mehr verblassen.

Celia mit Hannah, die eine ganz liebe und süsse Maus ist und die ich wahnsinnig lieb habe.#herzlich

Beitrag von michof 08.09.06 - 17:52 Uhr

Hallo Tanja,

hm, ich war bei der Geburt 40 Jahre und ja ich dachte auch, dass es am Alter liegen könnte, dass ich mit einer Wochenbettdepression zu kämpfen hatte.
Es war sehr, sehr heftig und ich konnte auch nicht allein sein, mein Mann konnte nicht mal einkaufen, dann massive Schlafstörungen und einfach große Angst..und und
Ja, ich kann dich verstehen, ich denk auch mit Schrecken an diese Zeit zurück und ich wünsch dies nicht mal meinen ärgsten Todfeind. Dann so Angst durchzudrehen, sich umzubringen. na ja die ganze Palette halt!
Ach ja, es dauerte bei mir , hm nun muss ich schon überlegen, so an die 3 Monate (nur) , dann wurde es besser. Mittlerweile ist die Kleine schon 20 Monate und es ist fast gut! Aber im Hinterkopf spukt noch immer was herum. Ich bin sehr viel allein, mein Mann arbeitet in einer anderen Stadt, ist tageweise weg und an manchen Tagen überfällt mich die Angst, ....auch manchmal abends, da aber eher die Angst nicht schlafen zu können. Wobei eigentlich die Kleine eher schuld ist, sie schläft schlecht.

Mir hilft, wenn ich raus geh, in die Kindergruppe und mein Sohn lenkt mich auch viel ab. Ich bin froh, dass es mir wieder so gut geht und bin zufrieden damit. Manchmal hab ich Angst, dass es wieder kommt, aber das verdräng ich dann.
Ich war auch bei einem Therapeuten, tat mir sehr gut, Tabletten nahm ich keine.

Ich wünsch dir alles Gute und wir lassen uns nicht unterkriegen.

Liebe Grüße
Elisabeth

Beitrag von enfanti 13.09.06 - 13:57 Uhr

Ich kann sooo mit Dir mitfühlen. Meine Tochter war die ersten 7 Monate ein Schreibaby, ich war am Rande des Wahnsinns und total verzweifelt, depressiv. Ich bin auch immer noch so wie damals (meine Tochter ist jetzt auch 10 Monate alt) total am zusammenzucken, wenn ähnliche Situationen da sind. Wenn sie z.B. beim Einkaufen wieder alles zusammenbrüllt (hat sie früher immer gemacht), läuten bei mir die Alarmglocken.
Was wir durchgemacht haben, muss erst einmal verarbeitet werden. Ich merke, dass es besser wird, nur langsam, aber es wird, ich versuch mir in den Situationen immer zu sagen "He, es ist vorbei. Sie ist ein ganz normales Kind". Mach was für Dich oder mach eine Therapie. Ich bin bei ner Therapeutin (ursprünglich wegen Geburtstrauma) und es tut echt gut!Such Dir ein Hobby, in dem Du Dich profilieren kannst und damit Dein Selbstbewusstsein aufpeppelst.Ich weiß, mit Kind schwierig, aber vielleicht Fotoalbum super basteln oder Fremdsprache lernen. Tut mir jedenfalls immer gut!

Ist zwar n blöder Spruch, aber: Die Zeit heilt alle Wunden.


Alles Liebe für Dich