Wie soll ich das schaffen, er ist so ein Dickschädel???

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Forum: Baby

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Beitrag von sneggi82 08.09.06 - 09:22 Uhr

Hallo ihr, unser Kleiner (Kevin) ist jetzt 11 Monate alt. Ich habe ihn sehr sehr lieb, wenn er lieb ist und auch wenn nicht. Kann micht nicht sattsehen wenn er gut drauf ist und lacht. Doch er ist ein richtiger kleiner Dickkopf. Er hat einen dermaßen starken Willen, mit dem ich einfach nicht umgehen kann. Ich bin selber sehr schüchtern und zurückhaltend und nicht besonders selbstbewusst und nun hab ich es hier mit so einem starken Charakter zu tun. Dass er auf Familienfeiern ständig plägt während die anderen Babys friedlich vor sich hin spielen oder die Welt erkunden das stört mich eigentlich nicht. Aber grad jetzt zu Hause, wo auch die Gefühle rausdürfen da ist der Umgang mit ihm so schwer. Sobald ihm etwas nicht passt wird geschrien, beruhigen hilft nicht nur wenn man tut was er will aber nachgeben tu ich nicht nur weil er es will. Es kann doch nicht ständig nach seinem Kopf gehen. Ich glaube ja dass er bei seinen Großeltern viel zu sehr verwöhnt wird, sie finden es "trollig" wenn er zeigt wo es langgehen soll, na super, und das merkt man dann. Dass der Kleine auch so gerne zu Oma geht weil er da einen Keks kriegt wenn er dahinsteuert, das mag ich überhaupt nicht, jetzt schon so süßes Zeug wo er doch auch total auf Apfel steht, der Kleine wird ja geködert.
Wer von euch hat auch so willensstarke Kinder und weiß Rat?Ich weiß nicht ob ich damit zurechtkomme auf die Dauer. Wenn er dass irgendwann mal mitbekommt wie schwach ich bin, ich hab Angst dass er das irgendwie ausnutzt oder selber so wird. Dieser starke Charakter soll halt in die richtige Richtung gelenkt werden denn er ist ja eigentlich eine sehr gute Eigenschaft.
Bitte helft mir.
Eure Claudia + Kevin#schmoll

Beitrag von marion2 08.09.06 - 09:26 Uhr

Hallo,

er darf dir nicht auf der Nase rumtanzen. Du machst das schon richtig - nicht immer nachgeben. Ein "Nein" ist ein "Nein" und kein "vielleicht". Das ist ne Weile verdammt hart, zahlt sich aber später aus.

Ich wünsch dir starke Nerven!

LG Marion

Beitrag von grissemann74 08.09.06 - 10:10 Uhr

Hi Claudia!

Jede Mutter wächst mit ihren Aufgaben!
Diesen Satz solltest du dir gedanklich immer vor Augen halten. Du lernst also automatisch mit deinem Kind wie es weitergeht.
Daß bei den Großeltern andere Regeln herrschen als zu Hause ist fast überall so und die Kleinen lernen das auch relativ schnell. Trotzdem wird dein Sohn natürlich bei dir auch ausprobieren wie das mit den Keksen zu Hause ist.
Versuche über den Tag verteilt so wenig wie möglich "Nein" sagen zu müssen d. h. versuche diesen Situationen schon vorher aus dem Weg zu gehen. Zu viele "Neins" sind sehr frustrierend für kleine Kinder. In dem Alter hilft aber auch viel Ablenkung. Wenn du beim Keks zb "Nein" sagen mußtest, dann lenk ihn gleich mit was anderem für ihn Interessanten ab. Und schon ist die Situation umschifft!

Alles Gute und LG Sabine

Beitrag von ayshe 08.09.06 - 10:12 Uhr

hallo,

ich lese gerade "smart love" von martha pieper heinemann,
paßt gerade ganz gut dazu ;-)


es gibt eben eltern, die sehr hart sind und auch welche, die sehr weich sind.

ist ja alles okay.

grundsätzlich solltest du aber wirklich keine angst haben.
auch du kannst mit verständnis und klaren ansagen dein kind freundlich lenken.
denn lenken muß man schon.
mach doch vorher eine ankündigung,
dann handeln,
immer überlegen, was wirklich verboten werden muß,
wo man evtl. auch mal kompromisse machen kann oder nachgeben, denn DAS soll ein kind ja auch lernen!
alternativen anbieten, manchnes im vorfeld entfernen,
erklären, denn das verstehen kommt manchmal doch plötzlich.

und immer zeigen, daß man das kind auch versteht,
finde ich wichtig, denn aus seiner sicht, sieht alles anders aus.

ruhig bleiben und freundlich, aber auch eine klare linie fahren.


lg
ayshe


noch ist er ja echt klein, nichtmal ein jahr.
da hatte meine tochter auch noch nicht so viel verstanden, aber das kam dann immer mehr und war auch hilfreich ;-)

zum einen sollten gefühle ja immer auch raus,
unterdrückte gefühle sind schlimm.


Beitrag von jindabyne 08.09.06 - 10:27 Uhr

Hallo Claudia!

Nun mach Dich doch nicht kleiner als Du bist! Ich glaube Dir nicht, dass Du schwach bist!!! Die stärksten Menschen, die ich kenne, sind gerade zurückhaltende Menschen. Nur weil jemand exotrovertiert ist, heißt das noch lange nicht, dass diese Person auch wirklich selbstbewusst und selbstsicher ist - oft ist das nur "Show", um eine dahinter verborgene Unsicherheit zu vertuschen.

Du hast Recht, es DARF nicht ständig nach seinem Kopf gehen. Wenn Du ein Verbot aussprichst, dann muss das gelten. Konsequentes Verhalten von euch Eltern ist ganz entscheidend dabei, damit Dein Sohn lernen kann, dass es bestimmte Regeln gibt. Das ist keineswegs "nur" einschränkend für ihn, sondern gibt ihm einen Halt und Sicherheit.

Wenn Du mit ihm redest, ist aber nicht nur wichtig, WAS Du sagst, sondern vor allem WIE Du es sagst. Ein Verbot muss auch klingen wie ein Verbot: mit einer festen, sicheren Stimme. Auch die Wortwahl darf keinen Zweifel offen lassen. Denn Kinder hören diese feinen Zwischentöne viel, viel besser als Erwachsene.

Wenn er das nächste Mal seinen Willen durchsetzen will, dann setz Dich hin, überlege Dir einen genauen Wortlaut, wie Du ihm etwas sagen willst (ganz entschieden, ohne "vielleicht" oder "würdest Du/möchtest Du"), eher in der Art wie z.B. "Jetzt gibt es keinen Keks!"

Sage ihm diesen Satz mehrmals und immer wieder und höre dabei zum Einen darauf, wie sich Deine Stimme anhört (zaghaft? unsicher? ängstlich? Würde Dich selber der Klang Deiner Stimme überzeugen?) und beobachte zum Anderen, wie Dein Sohn darauf reagiert, wenn Du den selben Satz anders aussprichst (feste Stimme; entschieden). Probiere aus, wie es sich anfühlt, denselben Satz ANDERS auszusprechen - so, wie Du das Gefühl hast, es würde Dir nicht entsprechen (selbstbewusst, stark, eventuell hart). Tatsächlich ist das nämlich auch eine Gewohnheit, WIE wir Dinge aussprechen - und Gewohnheiten kann man verändern. Du willst nicht, dass er etwas tut, also steh dazu und artikuliere es ihm - auch wenn es Dir zunächst komisch oder falsch oder zu hart vorkommt.

LG Steffi