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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von keinwegzurueck 08.09.06 - 13:27 Uhr

Hallo,

ich arbeite seit Mai auf 400 Euro Basis. Nun wird die Arbeit immer mehr, aber mein Chef kann mich nicht als Teilzeit einstellen, da sein Vorgesetzter da nicht mit zieht.

Nun hat er mich heute gefragt ob ich den auf freiberuflicher Basis für ihn arbeiten könnte. Wir reden hier von 15-20 Std. in der Woche, zur Zeit bekomme ich netto 11 Euro/Std.

Wer kann mir sagen wie das ablaufen würde. Was müsste ich an Steuern zahlen, was wäre mit meiner Krankenversicherung (z.Z: beim Mann in der Familienversicherung), was mit den üblichen Sozialabgaben?

Oder gäbe es sonst noch eine andere Möglichkeit? Einen Zeitvertrag lehnt der "oberste" leider auch ab!

Ich bin über jeden Tipp/Rat dankbar.

vg

Jule#danke

Beitrag von malawia 08.09.06 - 13:33 Uhr

Zu einer Sache kann ich dir definitiv was sagen. Du darfst im Monat nicht mehr als 350 € brutto verdienen, ansonsten fliegst du aus der Familienversicherung raus.

Für dich bliebe also die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung.

Beitrag von keinwegzurueck 08.09.06 - 13:40 Uhr

aber ich verdiene doch mehr als 350 Euro brutto? Ich habe jetzt 400 Euro netto/Monat, was drüber ist sparen wir an, für schlechte Zeiten, die wohl nie kommen werden#kratz

danke und lg

Jule

Beitrag von malawia 08.09.06 - 14:02 Uhr

Wenn du mehr als 350 brutto bzw. 400 € brutto bei einer geringfügigen Beschäftigung verdienst fällst du aus der Familienversicherung.

Als Angestellte bist du ab 400,01 € brutto selber krankenversichert. Hälfte zahlt Arbeitgeber, andere Hälfte zahlst du.

Wenn du aber freiberuflich bist, dann bleibt dir nur die freiwillige Krankenversicherung. Die kostet über 100 € monatlich. Ist je nach Kasse unterschiedlich.

Beitrag von keinwegzurueck 08.09.06 - 14:06 Uhr

Hallo noch mal,

das verstehe ich jetzt nicht, ich dachte die Minijobs bis 400 Euro netto sind sozialabgabenfrei für den AN?

Ich falle aus der Familienversicherung? Also auch in einem Minijob bei 400 Euro netto die freiwillige KV?

Das ist mir jetzt völlig neu?

Beitrag von keinwegzurueck 08.09.06 - 14:20 Uhr

also ich habe jetzt noch mal nach gelesen, es sind 400 Euro netto im Minijob und 350 netto als selbständige.

Aber vielleicht weiß jemand zu dem Rest noch was?

vg

Jule

Beitrag von dasissjakompliziert 08.09.06 - 19:20 Uhr

die Krankenkasse sagte mir mal, wenn ich mehr geld aus der Freiberuflichkeit verdiene als aus dem Angestelltenverhältnis, müßte ich mehr Krankenversicherung zahlen..und da muß sich die freiberufliche Tätigkeit schon echt lohnen, damit sich das rechnet..wie wäre es, wenn die Dich auf Stundenbasis bezahlen würden, sprich: fest angestellt für 400€ und bei Mehrarbeit auf Stundenbasis zu einem abgesprochenen Betrag (..nennt man das Honorarkraft?) halt auch mehr..und wenn sie Dich weniger brauchen, dann halt nur das für 400€

Beitrag von keinwegzurueck 08.09.06 - 20:38 Uhr

und das geht? Ich muß dann aber trotzdem ein Gewerbe anmelden oder(das möchte ich eigentlich nicht)?

Wie wird das ganze denn dann versteuert und was ist mit den Sozialabgaben?
Weißt du wo ich mich darüber informieren kann?

Vielen Dank auch und lg

Jule

Beitrag von dasissjakompliziert 09.09.06 - 08:59 Uhr

wenn Du mit Deinem Chaf ausmachst auf Honorarbasis (nicht freiberuflich, denn dann müßtest Du ihm Rechnungen stellen und alles selbst versteuern etc.) zu arbeiten, denn hast Du Dein festes gehalt von 400€ und für Mehrarbeit erhältst Du einen abgesprochenen Stundensatz..da mußt Du nicht mehr zahlen (naja..halt Steuern, aber das geht ja schon ab, bevor das Geld auf Dein Konto kommt)..der Steuerberater Deines Chefs müßte dann Dein jeweiliges Gehalt errechnen und die Beiträge etc. müßtest Du nicht abführen, sondern das geht gleich vorher ab..

so kenne ich es von ehemaligen KollegInnen

vielleicht kann Dein Chef das mal bei seinem Steuerberater durchrechnen lassen..

Beitrag von luise.kenning 08.09.06 - 15:41 Uhr

hallo jule,

"freiberuflich" bist du sicher nicht...denn das gibts nur für ganz bestimmte berufe. guck mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Freiberuflich

wenn du "selbständig" meinst, gibts da einen großen haken: der heisst: scheinselbständigkeit. die soll unterbunden werden, damit arbeitnehmer nicht auf ihre rechte (kündigungsschutz, mutterschutz etc. ) verzichten, um es den arbeitgebern einfach zu machen, damit die weniger personalkosten haben.

siehe auch hier: http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeitsrecht/scheinselbstaendigkeit/index.html

besonders, wenn du eben zuerst auf 400 € basis arbeitest für deinen arbeitgeber und dann ein gewerbe anmeledest, dir ne steuernummer holst beim finanzamt und ihm plötzlich rechnungen stellst, dann liegt der verdacht der scheinselbständigkeit schon sehr nahe.

was dabei herauskommt: ne menge ärger. denn wenn das auffliegt, ist dein job sozialversicherungspflichtig. das bedeutet, dass dein ag die sozialbeiträge nachzahlen muss. und da er das ja offensichtlich nicht will, wird er nicht mehr mit dir zusammenarbeiten wolllen.

wenn du das alles trotzdem auf dich nehmen willst:

geh zum finanzamt und hol dir ne steuernummer. sieh zu, dass du auch andere auftraggeber an land ziehst.
LG

Luise

Beitrag von manavgat 08.09.06 - 18:36 Uhr

Sag nein und mach auch keine Überstunden.

Dann sind die am Zug.

Freiberuflich brauchst Du mindestens 25,-- Euro/Std. um annähernd gedeckt zu sein.

Im übrigen kann man nicht in jedem Beruf freiberuflich arbeiten, bei den meisten muss man ein Gewerbe anmelden. Stichwort "Scheinselbstständigkeit"!

Gruß

Manavgat