Nackenfaltenmessung pro & contra

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von kerstinhb 08.09.06 - 13:28 Uhr

Hallo!

Bin ja nun in der 12. Woche und eigentlich bin ich mir recht sicher, daß ich keine Nackenfaltenmessung machen lasse.
Aber lese hier oft, daß es viele von euch gemacht haben.
Nun noch mal zur endgültigen Entscheidung:
Wenn ich mir kar darüber bin (bin ich), daß ich die Fehlgeburtsgefahr einer Fruchwasseruntersuchung nicht will, welchen Sinn macht dann das "A" sagen bei der Nackenfaltenmessung. Also klar, wenn alles gut ist, OK! Das mag ein gutes Gefühl geben. Aber wenn etwas auffälliges herauskommt, muß dies ja nicht zwangsläufig bedeuten, daß es Probleme gibt.
Ich akzeptiere, wenn jemand auf keinen Fall ein behindertes Kind gebären will aber für mich ist dies nicht so zwangsläufig. Ich arbeite selber mit geistig behinderten Kinderen an einer Schule und daher weiß ich wie lebendsfroh diese Kinder meistens sind.
Vielleicht könnt ihr noch Argumente dafür oder dagegen geben, die ich bisher nicht gesehen habe.

Danke und lieber Gruß
Kerstin + #baby

Beitrag von awapuhi 08.09.06 - 13:32 Uhr

Hi Kerstin,

benutze doch mal die Suchfunktion. Zu diesem Thema gibt es fast täglich Beiträge inkl. aller Pro & Contra.

LG
awapuhi

Beitrag von nikanda 08.09.06 - 13:35 Uhr

Huhuuu :)

ich habe auch lang hin und her überlegt ob ich es machen soll, hab mich letztendlich dafür entschieden und die Untersuchung vorgestern machen lassen.

Das einzige was ich ständig im Kopf hatte war, ob ich mir vielleicht irgendwann mal vorwerfen könnte, hättest Du es besser damals mal machen lassen. Für mich steht es ausser Frage das Kind so oder so zu bekommen, aber falls das Kind wirklich behindert sein würde, wäre ich froh wenn ich mich drauf vorbereiten könnte. Ich glaube das vereinfacht die Situation.

Liebe Grüße

Likanda und Pünktchen (12+3 SW)

Beitrag von kristina1979 08.09.06 - 13:37 Uhr

Hallo Kerstin!

Das ist eine Entscheidung, die nur ihr treffen könnt!
Für uns war definitiv klar: wir wollen die Untersuchung nicht machen lassen, denn:
wir würden dass Kind so oder so bekommen wollen!
Keiner kann Dir eine 100%tige Sicherheit geben!
Die wichtigste Frage aber ist: was würdet ihr tun, wenn die "Diagnose" Down Syndrom o. ä. feststeht?
Bekommen ja oder nein?
Wenn ja, dann braucht man die Untersuchung nicht!
Wenn nein, dann ist sie euch sicherlich hilfreich!

Versteh mich bitte nicht falsch, es ist wie gesagt eine absolut persönliche Entscheidung, aber ich arbeite auch seit über 9 Jahren mit zum Teil schwerst- mehrfach behinderten Kindern und ein Downie wäre für mich wie soll ich sagen, "das geringste Problem"...

Viele Behinderungen können z. B. erst während der Geburt entstehen, Autismus z. B. entwickelt sich oft erst in den ersten Jahren, bzw. die Kinder sich vorher nicht auffällig (weißt Du selber ja sicherlich auch...)
Dann kann man ja auch nicht mehr sagen: hätte ich mal die Nackenfalte messen lassen...
Ich verstehe den Hype um die Downies immer nicht...
Wenn zudem ein schwerer, lebendsbedrohlicher Herzfehler o.ä. vorliegt ist das etwas anderes.
Aber die Nackenfaltenmessung sagt meiner Meinung nach viel zu wenig aus!
Der Rest der Behinderungen, die einen Menschen viel deutlicher beeinträchtigen können, werden kaum erwähnt...

Ich will Dir oder wem anders auf keinen Fall ins Gewissen reden!
Aber ich finde, dass mußte auch mal erwähnt werden...
Ich hatte damals, als die Untersuchung bei uns anstand soo viele Diskussionen deswegen und lese es hier auch immer wieder!
Eine Bekannt sagte: "wenn es behindert wäre, lasse ich es halt weg machen"
Das fand ich soo krass weil einfach so nicht schwanger dahin gesagt, dass ich bei dem Thema sehr sensibel geworden bin - sorry...

Jamand sagte neulich mal: "wer entscheidet wann ein Leben lebenswert ist?"
Das fand ich sehr passend!

Lieben Gruß -
Kristina mit Gerrit-Marian (35. SSW)

Beitrag von chrissim 08.09.06 - 13:42 Uhr

Hallo,

also ich habe es machen lassen weil ich mir mein baby genau anschaun wollte :-D
war auch wirklich ganz toll. aber im nachhinein würd ich mir das geld sparen.

lg

chrissi

Beitrag von arienne41 08.09.06 - 13:57 Uhr

Hallo!

Ich habe mich gegen die Nackenfaltenmessung entschieden da es nur eine wahrscheinlichkeitsrechnung ist.
Auf Grund meines Alters hab ich eine FU untersuchung machen lassen und mit einer Entscheidung habe ich gewartet bis das Ergebnis da war.
Wenn was gewesen wäre weiß ich nicht ob ich abgetriben hätte. Die Entscheidung mußte ich nicht fällen da mein Sohn gesund war und ist.

Was hilft es mir zu wissen das die Wahrscheinlichkeit 1:2000 oder so ist wenn ich dann das 2000 Kind habe.

Bei der FU hatte ich Gewissheit und hätte mich gegebenenfalls auf ein behindetes Kind vorbereiten können.

Gruß Ellen

Beitrag von anja_1986 08.09.06 - 15:03 Uhr

Hmm bei mir hat der FA die Nackenfalte ganz normal beim US auf dem Bauch gemessen und gekostet hats mich gar nix?
Ich weiß ja nicht wie man die sonst misst? Aber wenn das immer über US geht, würd ichs machen lassen. Ich nutz eh jede Gelegenheit meinen kleinen Wurm zu sehen :)

LG Anja mit Würmchen 16+6

Beitrag von esthi86 08.09.06 - 15:11 Uhr

Hallo Kerstin

Bei mir wäre das auch gerade angestanden und ich hab mich auch dagegen entschieden.
1. weil wir das Kind so oder so wollen und
2. weil es ja doch keine sicherheit ist dass das kind dann wirklich gesund zur welt kommt. es kann ja auch alles mögliche andere sein.

ich habe selber eine geistig behinderte schwester und bei der hat man das erst so ab dem 2. lebensjahr gemerkt. da kann man das kind ja auch nicht einfach wieder abgeben.

liebe grüsse esthi (12+6)

Beitrag von dimi 08.09.06 - 16:38 Uhr

Hallo Kerstin,

ich hab bei meinem 2. Kind die NT-Messung machen lassen und war begeistert - war ja auch alles in bester Ordnung.

Klar ging ich auch dieses Mal zur NT-Messung, diesmal mit Blutuntersuchung.
Nun, die Nackenfalte war bestens, aber die Blutwerte auffällig. Ich hatte ein Risiko von 1:26 für Down-Syndrom #schock.

Ich war fix und fertig, gleich am nächsten Tag war ich wieder in dieser Praxis, diesmal zur Chorionzottenbiopsie - was ich eigentlich vorher komplett ausgeschlossen hatte.
Aber ich hätte diese Ungewissheit nicht noch weitere 26 Wochen ertragen, auch wenn ich unseren Krümel auf jeden Fall bekommen hätte #herzlich.

Am Tag drauf kam dann der ersehnte Anruf - wir bekommen einen vollkommen gesunden Jungen #freu.
Also drei Tage absolute Hölle wegen nichts und wieder nichts.

Ich habe für mich beschlossen, wenn ich denn noch ein viertes Kind bekommen sollte, lass ich entweder gleich ne Chorionzottenbiopsie machen oder gar nichts - aber auf keinen Fall geh ich zur Nackenfaltenmessung!

In diesen Tagen des Wartens hab ich mich im Internet ein bisschen schlau gemacht. Da fand ich einen Bericht einer Ärztin für Humangenetik.
Die schrieb folgendes:

Von 10000 29-Jährigen haben 404 Frauen ein auffälliges Ergebnis.
Von diesen 404 Frauen haben 396 ein vollkommen gesundes Kind.
Von den 9596 Frauen mit unauffälligem Ergebnis haben dennoch 1-2 ein Kind mit Down-Syndrom...

Das zur Zuverlässigkeit der Untersuchung.

LG Ulrike

Beitrag von s_a_m 08.09.06 - 17:23 Uhr

Ich persönlich habe den Eindruck, es kommt hier sehr darauf an, was sich die einzelne von dieser Untersuchung verspricht. Es ist KEINE diagnostische Untersuchung, sondern nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Man muss also mit dem Ergebnis gucken, ob einem das genügt oder ob man größtmögliche Sicherheit will. Dann müsste man weiterführende Untersuchungen (z.B. Amniozentese) in Anspruch nehmen, die teils nicht risikolos sind.

Ich persönlich bin nicht so ein großer Freund der Nackentransparenzmessung bzw. des First-Trimester-Screenings (Bluttest + Nackentransparenzmessung).

Diese Untersuchung(en) werden sehr häufig deshalb gemacht, weil man sich davon eine gewisse Sicherheit verspricht. Im Grund möchte man danach hören: "Alles ok mit Ihrem Kind." Das ist so aber nicht möglich. Man bekommt nur zu hören, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Dinge vermutlich ok sind beim Kind. Keine Diagnose, kein Ausschluss einer Diagnose, keine Garantie für irgendetwas.

Viel zu oft für meinen Geschmack gehen Schwangere die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening mit dem Gedanken an, dass ja "nur mal schnell geguckt wird, dass es dem Baby auch gut geht" und man ja außerdem so schönes Baby-TV geboten bekommt.

Und viele stehen dann plötzlich tief verunsichert da durch vermeintlich schlechte Ergebnisse, lassen nach bangen Tagen oder sogar Wochen des Wartens weitere Untersuchungen machen (auch oft mit viel Angst) und nach weiteren stressreichen Wochen, in denen sich manche werdende Mami die Freude an der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Baby ziemlich verleidet durch die Angst, stellt sich die ganze Aufregung in vielen Fällen als falscher Alarm heraus. Viele schwören sich dann, diese Untersuchung in einer Folgeschwangerschaft nicht nochmal machen zu lassen, denn sie haben letztlich nur viel Geld für Sorge, Verunsicherung und Stress bezahlt ;-)

Es gibt auch die Fälle, in denen die Werte auffällig sind, aus diesem Grund weitere Untersuchungen in Anspruch genommen werden und sich dadurch nach einigen Tagen oder auch erst Wochen herausstellt, dass das Kind eine körperliche Fehlbildung (z.B. einen Herzfehler) oder eine chromosomal bedingte Behinderung hat (z.B. eine Form der Trisomie). Diese Diagnosen sind jedoch erst durch Folgeuntersuchungen und nicht (!) durch die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening möglich. Deren Werte können lediglich Anlass für die Entscheidung der werdenden Mutter zu weiteren Untersuchungen mit hoher diagnostischer Sicherheit sein, diese Verfahren jedoch nicht ersetzen.

Dann gibt es diejenigen werdenden Mütter, die gute, unauffällige Werte bei Nackentransparenzmessung und First-Trimester-Screening bescheinigt bekommen, durch die Ergebnisse beruhigt sind, keine diagnostischen Untersuchungen machen lassen und ein Regelkind bekommen.

Bei anderen kommen ähnlich tolle Ergebnisse dabei heraus, die Beruhigung verschaffen und die Entscheidung gegen diagnostische Untersuchungen bestärken, aber ihr Kind ist kein Regelkind. Zwei Beispiele sind Eric und Louis:

Die Nackentransparenz von Eric, dem Sohn einer Freundin, war vorbildlich im Normbereich, ebenso wie die Blutwerte seiner Mama. Im August 2004 kam der kleine Fratz #liebe mit Freier Trisomie 21, einer der vier Formen von Down-Syndrom, zur Welt ( http://www.ericmagnus.de / bis zum 17.08.06 schon mehr als 13.600 Mal besucht #blume). Ähnlich lief es bei Louis #sonne , der im März 2006 geboren wurde und im First-Trimester-Screening ebenfalls unauffällige Werte hatte (http://www.louisgrossewelt.de). Soviel zur Zuverlässigkeit dieser Untersuchung(en)... Sicherheit und Aussagekraft ist einfach was anderes, denn Eric und Louis sind nicht die großen Ausnahmen.
Wer größtmögliche Sicherheit über bestimmte körperliche Besonderheiten möchte, sollte sich meiner Meinung nach besser für den Feinultraschall entscheiden, wer größtmögliche Sicherheit bezüglich bestimmter Chromosomenbesonderheiten will, muss sich wohl oder übel in den Bauch pieksen lassen und die damit verbundenen Risiken (u.a. eventuell das einer Fehlgeburt) in Kauf nehmen. Auch weil es ohne eine anständige Diagnose, deren individuelle Tragweite es dann abzuwägen gilt, nicht erlaubt ist, eine Schwangerschaft abzubrechen (http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html). Diese Entscheidung könnte dann auf einen zukommen, wenn man diagnostische Untersuchungen in Anspruch nimmt. Ob man sich zutraut, es psychisch unbeschadet zu überstehen, sich gegebenenfalls für den Tod des eigenen Kindes zu entscheiden, sollte man bei seinen Überlegungen zur Untersuchungswahl nicht außeracht lassen. Wenn ich mal den kleinen Louis (s.o.) zitieren darf ;-) : „Mami meint, dass ich in der Schwangerschaft alles gut versteckt habe, um sicher zu gehen, dass ich ja bleiben darf und zu den beiden gehören wollte (man weiß ja nie, was sonst geschehen wäre). Entscheidungen kann man erst dann aufrichtig treffen, wenn man in der Situation ist. Mami sagt, sie ist unendlich dankbar, dass sie in der Schwangerschaft nicht vor die Entscheidung gestellt wurde, ob sie mich haben will, oder nicht. Die Chancen hätten wohl schlecht gestanden, denn 9 von 10 Kindern werden wohl getötet, wenn das Down-Syndrom in der SS erkannt wird.“

Ein Schwangerschaftsabbruch ist erst nach einer richtigen Diagnose erlaubt und eine solche bekommt man weder bei der Blutuntersuchung noch bei der Nackentransparenzmessung und auch nicht bei der Kombination aus beidem (= First-Trimester-Screening), sondern insbesondere was Chromosomenbesonderheiten angeht eben nur eine statistische Wahrscheinlichkeitsangabe. Sonst nichts, denn Chromosomen sind nunmal schlicht und einfach nicht im Ultraschall zu sehen und im Blut der Mutter sind sie (noch) nicht nachweisbar bzw. untersuchbar.

Alles, was bei der Nackentransparenzmessung bzw. beim First-Trimester-Screening herausgefunden wird, müsste im Grunde durch weitere Untersuchungen auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Und – wie die Beispiele von Eric und Louis zeigen – eben eigentlich auch, wenn die Werte unauffällig sind. Denn es sind halt nur Wahrscheinlichkeiten und keine Diagnosen oder Ausschlüsse von möglichen Diagnosen ;-)

Mehr dazu kann man z.B. hier nachlesen: http://www.regenbogenzeiten.de/nt.html

Meinungen / Erfahrungen von werdenden Müttern:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=538703

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=354982

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=310137

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=361028

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=355941

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=312786

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=331476

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=393019


Auf meiner Website (erreichbar über meine Visitenkarte / Klick auf den Nicknamen s_a_m) habe ich u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige der gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderung und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

Liebe Grüße
Sabine (Mail- & Homepage-Kontakt über die Visitenkarte)