bin verzweifelt

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von silke05 08.09.06 - 21:41 Uhr

Hallo,

kurz zu meiner Geschichte: ich habe eine 13 Monate alte Tochter und sie wird immer noch VOLL gestillt, d.h. sie ißt so gut wie nichts anderes und nun bin ich wieder schwanger.....
Ich muß und möchte abstillen, weiß aber nicht wie. Ihr könnt mir glauben, dass ich schon alles versucht habe und das schon seit längerer Zeit, also ca. einem halben Jahr, bisher vergeblich. Ich habe ihr alles mögliche zum essen angeboten, bis auf einige Bissen wird alles abgelehnt, dass Fläschchen geht überhaupt nicht, ich habe riesen Glück wenn sie mal einen Schluck Wasser oder Saft aus einem Trinklernbecher trinkt. Sie will nur die Brust! Ihr würdet mir wahnsinnig helfen, wenn ihr mir irgendeinen Rat geben könntet, vielleicht hat ja jemand ähnliches durchgemacht. Alle sagen zu mir, ich soll ihr einfach die Brust verweigern und dann wird sie schon das Fläschchen nehmen. Ich bin im Moment schon fast verzweifelt, dass ich das auch in Erwägung ziehe, aber wie soll ich das durchhalten, sie so lange schreien zu lassen, bis sie darauf kommt aus dem Fläschchen zu trinken. Bitte helft mir, ich möchte unbedingt abstillen, da das jetzt, wo ich schwanger bin, für mich eine riesen Belastung ist, da ich auch Angst davor habe, dem Baby zu "schaden". Viele Ärzte sind der Meinung, dass stillen in der SS nicht gut ist.

Vielen Dank fürs zuhören und ich hoffe, ihr habt Rat für mich

Silke

Beitrag von sternenmond1975 08.09.06 - 21:46 Uhr

....bei einem so ausgeprägtem "Problem" würde ich nochmals Kontakt zu Deiner Nachsorgehebamme suchen. Du hast sowieso noch Anspruch auf mind. 2 Stillberatungen, die von der Krankenkasse übernommen werden. Evtl. bei Deiner Situation noch mehr.

Weiterhin gibt es die la leche Liga, die man auch kontaktieren kann.

Viele Infos findest Du im Stillbuch von Hannah Lothrop. Ein echt gutes Buch für viele Situationen.

Brust verweigern......hm...........bei einem solch Brustliebendem Kind von heute auf morgen für das Kind und für Dich ZU KRASS. Du bist von der Milchproduktion ohnehin auf Hochtouren und Medikamente zur Unterdrückung der Milchproduktion sind aufgrund der Schwangerschaft ausgeschlossen.

Aber ein Rat evtl. doch. Wenn die Kleine Maus von jemand anderem als Dir - der Milchbar - etwas zu essen/zu trinken kriegt und Du nicht in der Nähe wärst, würde es evtl. besser klappen (Ausnahmen gibt es natürlich immer). Das soll hier und da schon funktioniert haben. ABer ich denke, Du solltest hier professionelle Beratung an die Hand kriegen.

Viel Glück!
sternenmond1975

Beitrag von visilo 08.09.06 - 22:25 Uhr

Einen richtige Rat kann ich dir nicht geben Lukas hat sich mit 13 Monaten von einem auf den anderen Tag selber abgestillt. Soviel ich weiß ist es kein Problem in der Schwangerschaft weiter zu stillen mein Arzt meinte es ist auch nichts ungewöhnliches 2 Kinder gleichzeitig zu stillen ( damit meine ich natürlich nicht Zwillinge) Im Freundeskreis haben sich die Kinder alle am Anfang der neuen Schwangerschaft abgestillt ( so bis zur 20. Woche) keine Ahnung ob das Zufall war oder ob sich wirklich der Geschmack der Milch verändert hat. Versuch doch deinen Mann ( oder auch andere Freunde und Verwande) in die Fütterungszeiten mit einzubeziehen oder nimmt sie bei dennen auch keine Flasche? Lukas hat in seinem Leben niemals aus einer Nuckelflasche getrunken. Wir haben ab dem 6. Monat einen Trinklernbecher benutzt und das klappte von Anfang an super. Es gibt doch Tees die die Milchbildung hemmen, trink die doch mal und vielleicht läßt sich deine Kleine doch noch auf anderes Essen ein wenn sie von der Milch nicht mehr satt wird. Ich wünsche Dir viel ERfolg, sprich unbedingt nochmal mit dem Arzt oder einer Hebamme über Dein Problem, die können dir sicher einige gute Tips geben.

LG
visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von biberjonas 08.09.06 - 23:07 Uhr

Wenn es DIh cso belastet dann stille weiter!!!
Wer hat Dir geraten auf zu hören??

Wende Dich an La leche Liga!!!! und oder an deine Hebamme!!

ICh mußte nach 8 Monaten stillen aufhören wegen Medikamenten die ich einnehmen mußte!!
Meine Tochter wollte auch nichts vorher nehmen außer Brust!
ICh habe die Miclh dann abgepumpt und in der Flasche gegeben. Versuch so anzufangen wenn Du es willst!

Ich denke Du solltest DIhc bei La leche melden!! Geht auch online

Beitrag von ninjanin 09.09.06 - 00:08 Uhr

hallo

ich hab meine tochter mit 10 monaten abgestillt, da war es sicher einfacher als bei euch heute. trotzdem fällt mir auf, dass du selbst überzeugt bist, dass es unmöglich ist - das erinnert mich an mich selbst damals. ich war mir sicher, dass mein kind mich nicht loslässt, dass sie die brust braucht, dass sie vater und flasche niemals akzeptieren wird.

aber so war es nicht. sie hat eine nacht allein mit dem papa verbracht, hat eine stunde lang geweint, als statt brust nur die flasche angeboten wurde, dann hat sie die flasche getrunken und war abgestillt.

sie hat danach nie mehr zeichen gesendet, dass sie das stillen vermisst. ich habe meine tochter sozusagen unterschätzt. und vielleicht gibt dir das mut, deinem kind mehr zuzutrauen. natürlich wehrt sie sich, wenn ihr etwas schönes genommen werden soll. aber sie ist in der lage, das zu verarbeiten und wird keinen schaden nehmen.

also viel glück.

ninjanin

Beitrag von kaeseschnitte 10.09.06 - 11:12 Uhr

huhu!
hab dich lange nicht mehr gelesen! wie geht es euch denn?
liebe grüsse
vreni

Beitrag von madita_80 09.09.06 - 22:19 Uhr

Hallo Silke,

habe gerade Deine Frage/Problem gelesen. Heutzutage ist es eher selten, dass Frauen so lange stillen, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Mein Sohn war 24 Monate als ich ihn abgestillt habe. Er wollte auch immer nur Brust Brust Brust. Ich habe mir auch sehr lange Gedanken gemacht, wie ich ihn abstille, denn er wollte weder richtig essen, noch Flaschen. Er hat auch keine Schnuller genommen. Ich habe einige Ärzte gefragt bezüglich des Abstillens, aber die Methoden, welche mir gesagt wurden, waren alle nichts für mich, so wie Du das auch beschrieben hast. Ich habe dann angefangen ihm zu sagen, daß er nur noch Abends, wenn er ins Bett sollte, die Brust bekommt. Das hat er komischerweise akzeptiert. Plötzlich kam er dann auch nachts nicht mehr. Und dann kam der Tag, an dem er garnicht nach der Brust gefragt hat. Seit dem ißt er auch mehr und es wird von Tag zu Tag mehr. Falls Du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne an mich wenden.

Beitrag von tiffy77 10.09.06 - 21:23 Uhr

Hallo,
ich weiß von einer Stillberaterin aus einem anderen Forum,daß manchmal eine Mangelerscheinung beim Kind dazu führen kann,daß es keine Beikost essen mag und nur gestillt werden will.Hatte das Problem nämlich auch,nur nicht ganz so lange.
Setze dir den Artikel mal hier rein:


Es gibt vereinzelte Berichte über Kinder, die sogar noch weit ins zweite Lebensjahr hinein ausschließlich gestillt wurden und dabei gut gediehen sind und sich altersentsprechend entwickelt haben, doch in aller Regel wird ein Kind irgendwann ab etwa ein halbes Jahr bis spätestens zum ersten Geburtstag zumindest beginnen, Interesse für feste Nahrung zu zeigen und diese sollte dann auch gegeben werden.

Es gibt keine verbindliche Monatsangabe, wie lange ein Kind ausschließlich gestillt werden kann, denn das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Für ein Frühgeborenes gelten beispielsweise andere Regeln als für ein reif geborenes Kind und nicht jedes Kind ist zum gleichen Zeitpunkt reif für die Beikost. So gibt es Kinder, die bereits vor dem vollendeten sechsten Lebensmonat vehement nach der Beikost verlangen und andere, die tatsächlich ein ganzes Jahr ausschließlich von Muttermilch leben und dabei sehr gut und ohne Mangelerscheinungen gedeihen.

Die Eisenreserven, die ein Baby bei der Geburt hat und das leicht zu verwertende Eisen aus der Muttermilch reichen zusammen gewöhnlich aus, um den Hämoglobinwert auch noch ins zweite Lebenshalbjahr des Babys hinein innerhalb des normalen Bereiches (10,2 bis 15 gm/dl) zu halten (McMillan 1976; Siimes 1984; Duncan 1985). Eine Untersuchung an gestillten Babys, die weder Eisenpräparate noch mit Eisen angereicherte Getreideprodukte erhalten hatten, ergab, dass die Babys, die sieben Monate und länger ausschließlich gestillt wurden, im Alter von einem Jahr deutlich höhere Hämoglobinwerte aufwiesen, als diejenigen Babys, die mit weniger als sieben Monaten bereits feste Nahrung bekommen hatten (Pisacane 1995). Die Forscher fanden bei den Babys, die sieben Monate lang voll gestillt worden waren, keinen Fall von Anämie während des ersten Lebensjahres und folgerten daraus, dass ausschließliches Stillen während der ersten sieben Lebensmonate das Risiko einer Anämie senkt. Eine finnische Studie ergab, dass bei neun Monate alten Kindern, die immer noch ausschließlich gestillt werden, ein Eisenmangel in weniger als 25 % der Fälle auftritt. Ohnehin ist der Zeitpunkt, wann ein Baby Beikost erhalten muss recht willkürlich gewählt und hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert, ohne dass es einen echten Beweis für die absolute Richtigkeit des jeweiligen Zeitpunktes gibt. Hier auch noch ein Auszug aus einem Artikel von Dr. Alfredo Pisacane anlässlich der 15.internationalen LLL-Konferenz in Washington: `Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein gesunder vollgestillter Säugling seinen Zeitpunkt des ersten Zufütterns selbst bestimmen kann, ohne Bedenken dadurch einem Eisenmangel ausgesetzt zu werden. Selbst bei Kindern, die sich dem ersten Geburtstag nähern, hat der Autor keine Bedenken, wenn sie einen fitten Eindruck machen. Niedriger Eisengehalt im Blut des Kindes ist nur behandlungswürdig bei gleichzeitigen anderen Krankheitsanzeichen. Seiner Meinung nach sind die festgelegten Grenzwerte (auch in der Schwangerschaft) überholungsbedürftig und wenig gesichert. Tatsächlich erhöht sich die Gefahr einer Anämie bei zu früher Beikost, wenn sie nicht sehr eisenhaltig ist, da die optimale Eisenaufnahme der Muttermilch durch Beikost behindert wird. Es wird 50% des Muttermilcheisens resorbiert, aber nur 5% bei Flaschennahrung! Zuviel Eisen erhöht evtl. eine mögliche Erkrankung wie z.B. Malaria und ist gefährlicher als ein Eisenmangel. Bei sechs Monaten ausschließlich muttermilchernährten Kindern liegt die Gefahr einer Anämie bei 4%. Bei den jetzt noch gültigen Grenzwerten ändern wir das, was sich seit einer halben Millionenjahre bewährt hat."

Doch alle diese Studien ersetzen nicht, dass IMMER das einzelne Kind angeschaut werden muss und für jedes Kind eine individuelle Entscheidung getroffen werden muss. Verweigert ein Kind deutlich länger als sieben oder acht Monate jegliche Beikost, ist es sicher nicht verkehrt, das Kind genauer anzuschauen und eventuell auch die Eisen- und Zinkwerte zu kontrollieren. Es kommt zwar eher selten vor, doch manchmal liegt die Essensverweigerung der Kinder gerade an einem Mangel dieser Spurenelemente und dieser Mangel verschärft sich dann noch weiter, wenn das Kind nicht isst.

Stillen länger als 6 Monate ist durchaus möglich, aber der Mutter sollte dann zu einer guten Beobachtung des Kindes auch durch die Kinderärztin/arzt geraten werden, um die (seltenen) Fälle herauszufiltern, in denen es doch mal Probleme gibt. Meist wird sich bei einem von sich aus die Beikost verweigernden und voll gestillten Kind herausstellen, dass alles in Ordnung ist und mehr oder minder plötzlich wird das Kind der Mutter "die Haare vom Kopf essen", doch wir sollten immer im Hinterkopf behalten, dass es auch mal anders sein kann.

LLLiebe Grüße
Biggi Welter


Hoffe das hilft dir.
Lg Nadine

Beitrag von mara30 23.10.06 - 13:18 Uhr

Hallo Silke,
weiterhelfe nkann ich Dir leider auch nicht. Bei uns ist es aber ähnlich. Meine Tochter wird nun schon 15 Monate und ernährt sich fast ausschließlich von Milch aus der Flasche. Sie ist zwar total neugierig und probiert alles, aber zum Sattwerden will sie nur ihre Milch. Wir haben schon alles versucht, sind aber immer noch bei 5 -6 Flaschen pro Tag. Der Kinderarzt riet uns schon vor Monaten keine Flaschen mehr, Kind schreien lassen und irgendwann wird es essen. Das war mir eigentlich zu krass. Ab morgen wollen wir es aber mal versuchen. Morgens und abends gibt´s eine Milchflasche und sonst nur Wasser. Ich denke, es wird echt hart. Vor allem wird sie dann nachts Hunger haben. Bin mal gespannt, ob wir konsequent bleiben und ob sie dann mal richtig essen wird.
Seid Ihr schon weitergekommen? Dein Beitrag ist ja schon ein paar Wochen alt.
Viele Grüße
Mara