ärger im kindergarten

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jonagabi 08.09.06 - 21:41 Uhr

mein gerade 3-jähriger sohn geht seit einem monat in einen städtischen kindergarten und es läuft überhaupt nicht. die erzieherinnen werden nicht mit ihm fertig, bzw finden nicht den richtigen weg mit ihm umzugehen. er flippt gelegentlich aus und sie schaffen es nicht, ihn wieder zu beruhigen. zu hause haben wir eigentlich keine probleme, zumindest keine, die nicht auch meine freundinnen mit ihren jungs haben. wenn er hier zu wild wird, kommt er für eine kurze auszeit in sein zimmer und alles ist wieder gut. (im kiga haben sie für sowas keinen platz) ich weiß, dass er ein bißchen wild sein kann und nicht unbedingt ins übliche raster passt, aber eigentlich ist er einfach ein quirliger lustiger kleiner junge.
die kindergärtnerinnen meinten mir am dienstag in einem gespräch zu erklären, dass mein kind entwicklungsverzögert sei und auch sonst mit ihm was nicht stimmt. er integriert sich nicht, setzt sich nicht in den stuhlkreis und , oh mein gott, er hat sich keinen handabdruck machen lassen!!!! alles wurde zu einem symptom umgebastelt (er will ja auch nicht malen...) bis ich das gefühl hatte, ein behindertes kind zu haben ohne es bis dahin gemerkt zu haben. es gab nichts positives zu berichten, keine vorschläge wurden gemacht außer das ich ihn im sozial-pädagogischen-zentrum untersuchen lassen soll, was ich auch machen werde. gibt aber erst in 6 monaten einen termin. ich hatte gedacht, man würde gemeinsam über strategien reden, wie man den problemen herr werden könnte, aber ständig muss ich die vorschläge machen.
das beste war ja, dass ich nach diesem gespräch beim kinderarzt war und er meinte, da hätten die sich ja ganz schön was zusammenkonstruiert. und: warum geben die ihm nicht erstmal zeit, sich einzugewöhnen?
er darf jetzt gerade mal zwei stunden morgens in den kiga.länger wollen sie ihn nicht da haben. meiner meinung nach ist er ihnen zu anstrengend. er passt nicht ins raster und sie haben nicht die zeit oder die lust sich intensiver nach anderen lösungswegen umzusehen. mittlerweile mag ich ihn schon gar nicht mehr hinbringen, weil ich dass gefühl habe, dass sie ihn eh schon abgestempelt haben. als ich sie übrigens mit der meinung des arztes konfrontiert habe, haben sie direkt einen rückzieher gemacht. das hätten sie ja alles nicht so gemeint...
ich suche jetzt einen anderen kiga für ihn, denn ich glaube nicht, dass wir da noch eine große zukunft haben. außerdem habe ich angst, dass er merkt, das sie ihn eigentlich nicht haben wollen.
ist es eigentlich schwer, den platz zu wechseln?

irgendwie nervt mich das alles tierrisch.

Beitrag von biberjonas 08.09.06 - 23:14 Uhr

Laß Dich erstmal maldrücken!!

DAs ist natürlcih eine schwierige Situation und ic wundere mich
das die Erzieher innerhalb von vier Wochen a´2 Stunden so eine SChlußfolgerung ziehen können...???

Ein sachliches Gespräch in alles Ehren, aber nicht auf Kosten des Kindes.

ICh finde es gut das Du dich angemeldest hast für die Untersuchung, aber in 6 Monaten finde ich ist es dann zu spät.
Früher oder später wird es im Kiga eskalieren!!

Sprech nochmal mit der Kigaleitung und mit dem Arzt!!
Und dann vorallem um den Kiga wechsel.

Viel Glück

Beitrag von minimal2006 09.09.06 - 10:56 Uhr

Hallo

Deine Zeilen machen sogar mich etwas traurig beim lesen!
Ich bin der Meinung, daß vier Wochen auch kein langer Zeitraum sind, um einem dreijährigen Knirps schon so "auszuschließen"!

Eine Möglichkeit wäre noch, die Gruppe im Kindergarten zu wechseln. Sprich doch mal mit der Kiga-Leitung.

Wenn eben alle Stricke reißen, dann such einen neuen Platz für ihn. Es wäre wirklich schlimm, wenn er merken würde, daß die Erzieherinnen ihn nicht haben möchten.

In der Gruppe meines Kleinen sind 25 Kinder. Das ein oder andere Kind ist auch wild und manchmal schwer zu bändigen.
Die Kinder bekommen eine Auszeit und müssen sich, wenn es wirklich mal zu turbolent zugeht, an einen Tisch setzen.
Ich persönlich finde das sehr gut.

Die Erzieherinnen sollten sich mal ein bissel mehr bemühen.
Sie haben schließlich eine pädagogische Ausbildung und können nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute, daß du die richtige und beste Lösung für deinen Zwerg finden wirst.

LG

Mini

Beitrag von jonagabi 09.09.06 - 11:18 Uhr

das problem ist, dass dieses gespräch zusammen mit der leitung vom kindergarten stattfand. also ist von da keine wirkliche hilfe zu erwarten.
naja, mal schauen wo ich für ihn einen platz finde. das wird wahrscheinlich auch nicht so einfach sein.

Beitrag von tweety74 09.09.06 - 13:17 Uhr

Naja ich weiß nicht...

Der Kinderarzt kennt Deinen Sohn doch noch weniger als die Erzieherinnen.
Ich habe auch ein Kind in meiner Gruppe wo mir schon nach den ersten 2 Tagen auffiel daß da etwas "nicht stimmt". Selbst bei der U8 befand der Kia alles für normal. Mittlerweile wurde eine ausgeprägte Wahrnehmungsstörung und Entwicklungsverzögerung diagnostiziert. Seitens der Mutter gab das viele viele Tränen weil sie sich auch nicht eingestehen wollte daß ihr Kind nicht "in das übliche Raster paßt".
An deinem Beitrag fällt mir auf daß Du bei den positiven Sachen die Du über deinen Sohn erzählst oft das Wort EIGENTLICH benutzt. Für mich hört sich das nach Zweifel an.
Es liegt auch an Dir Deinen Sohn genauer zu beobachten.
Auszeiten sind im Kiga schlecht möglich, sonst wäre Dein Kind ja unbeaufsichtigt, sowas geht also nur innerhalb der Gruppe.
Und was macht er wenn er nicht im Stuhlkreis sitzen mag? Sitzt er ruhig außerhalb und schaut sich das Ganze mal aus der Ferne an? Oder stört er die anderen?
Sorry, aber hier im Forum wird immer so viel über die Erzieherinnen geschimpft, so viele schlechte scheint es doch nicht zu geben. Bei meiner Arbeit ist es oft so daß das was ich bis mittags mit dem Kind geschafft habe zuhause wieder mit Desinteresse oder inadäquaten Erziehungsmethoden gleich wieder zunichte gemacht wird (gilt jetzt für die Allgemeinheit, nicht für Dich!)
Es ist DEIN Kind und es liegt an DIR die Initiative zu ergreifen. Sag zb. daß Du beim nächsten Stuhkreis gerne dabei sein möchtest.
Falls das stimmen sollte mit den 2 Std. morgens weil die ihn nicht da haben wollen... Könnte es auch sein daß Dein Sohn mit mehr als 2 Std. Kiga vielleicht auch überfordert ist? Er ist ja gerade mal 3 Jahre alt.

LG Tweety

Beitrag von flocke123 09.09.06 - 14:08 Uhr

Hallo,

das ist natürlich schwierig aus der Ferne zu beurteilen.

Einerseits ist es nicht schön, wenn ein Kind nach so kurzer Zeit schon "abgestempelt" wird, andererseits gibt es aber oft auch wirklich schwierige Kinder, mit denen die Erzieherinnen in einer Regelgruppe mit 25 Kindern überfordert sind und die Eltern wollen es nicht wahrhaben.

Worin liegen denn genau die Schwierigkeiten? Daß ein Kind bei irgendwas nicht mitmachen will, ist ja nicht so ungewöhnlich. Meine Tochter gehört auch zu den Kindern, die sich am Anfang immer erst mal zurückhalten und sich alles aus der Entfernung anschauen. Allerdings stört sie nicht, sondern beobachtet erst mal aus der Entfernung. Was macht Dein Sohn? Will er einfach nicht mitmachen oder mischt er die Gruppe auf?

An Deiner Stelle würde ich fragen, ob ich mal für 1 oder 2 Vormittage in der Gruppe hospitieren kann, um mir selbst mal einen Eindruck zu verschaffen, was er da so treibt und dann kannst Du es vielleicht auch besser einschätzen.

VG
Susi

Beitrag von jonagabi 09.09.06 - 14:57 Uhr

ich bin ja selbst hin und her gerissen. dieses kindergartenproblem frisst mich auf. es ist so, dass er nach ca zwei stunden anfängt zu stören und die erzieherinnen es nicht schaffen ihn wieder zu beruhigen. ich kann nur sagen, dass ich zuhause diese probleme nicht habe. das einfachste in meinem augen wäre, einfach mal 10 minuten mit ihm raus auf den spielplatz zu gehen, damit er sich mal austoben kann, aber mir ist auchklar, dass das in einem normalen kindergarten nicht so einfach geht. das wirft einfach für mich die frage auf, ob er in einer flexibleren einrichtung nicht besser aufgehoben wäre. deshalb habe ich mir gestern mal eine elterninitiative angesehen und habe nächste woche einen termin in einem integrativen kindergarten, wo er auch mal quasi zur probe mit in eine gruppe kann. (er kennt einen jungen in der gruppe). wahrscheinlich wäre für ihn eine gruppe mit weniger kindern, bzw. mehr erzieherinnen besser. ich will auch nicht schön reden, was er da anstellt. das verhalten, was er da zeigt geht einfach nicht, aber die methoden der erzieherinnen funktionieren halt auch nicht. die zuständige einrichtung, die kinder auf auffälligkeiten testet hat halt diese elende warteschleife von 6 monaten, was mal wieder typisch ist für unser gesundheitssystem. ich weiß einfach nicht, was richtig ist. abwarten, aktiv werden, wechseln,...der witz an der sache ist, das sich mein sohn in diesem einen monat super entwickelt hat. er spielt mehr mit anderen kindern und hat wahnsinns fortschritte in seiner sprache gemacht. er hat noch nicht einen morgen gesagt, dass er nicht in den kiga will...ich weiß es nicht. ich habe einefach kein gutes "bauchgefühl" mehr...:-(

Beitrag von tweety74 09.09.06 - 15:39 Uhr

Dieser Beitrag hört sich schon ganz anders an als Dein erster. Also, ich würde nicht so schnell aufgeben. Du sagst selbst daß er mehr mit anderen Kindern spielt und besser spricht. Für den einen Monat ist das doch super!
Dein Sohn wird die Methoden der Erzieherinnen noch akzeptieren, das geht nicht von heute auf morgen. Nur solltest Du mit dem Kiga zusammenarbeiten und nicht gleich sagen daß sie dein Kind nicht wollen. Sehr gut daß Du die Frühförderung in die Wege leitest. Aber besser heute als morgen und mit 3,5 ist Dein Sohn auch noch nicht zu alt dafür. Ich denke in einer anderen Einrichtung hätte er die gleichen Probleme.
Ja, und einfach mit einem Kind rausgehen das geht einfach nicht. Wir Erzieherinnen sind schon froh wenn wir mal aufs Klo können.
Daß Du zuhause diese Probleme nicht hast ist logisch. Kindergarten ist eine ganz andere Situation. Da muß er Rücksicht nehmen und sich an Regeln und einen bestimmten Tagesablauf halten. Das wird auch später in der Schule so sein.
Du sagst nach 2 Stunden fängt er an zu stören. Daran sieht man daß Dein Sohn mit dem Kindergarten noch etwas überfordert ist. Laß ihn doch erstmal diese 2 Stunden, ihr könnt ja mit den kommenden Wochen steigern.

LG Tweety

Beitrag von flocke123 10.09.06 - 10:04 Uhr

Hallo,

so lange er sich dort wohlfühlt und gerne hingeht, würde ich jetzt nichts überstürzen.

Vielleicht hat er wirklich einfach nur Anpassungsprobleme und ist im Moment überfordert. Dafür spricht ja auch, daß er zwei Stunden lang durchhält, ohne Ärger zu machen.

Hast Du die Möglichkeit, ihn etwas früher wieder abzuholen und ihm so noch eine längere Eingewöhnungsphase zu bieten?

Andererseits würde mich auch stören, daß er nach so kurzer Zeit schon als Problemfall abgestempelt wird - ich meine, die Erzieherinnen sind Profis und sollten ja eigentlich wissen, daß manche Kinder etwas länger brauchen, ohne gleich verhaltensgestört zu sein.

Vielleicht wäre eine kleine Gruppe für ihn besser, wo doch noch etwas mehr Zeit für den einzelnen bleibt. Meine Tochter geht ebenalls in einen integrativen Kindergarten, sie sind in der Gruppe max. 20 Kinder (derzeit 14) bei drei Erzieherinnen.

Klar ist natürlich auch, daß er lernen muß, sich anzupassen, sich an Regeln zu halten und die Gruppe nicht zu stören, wenn er bei irgendwas nicht mitmachen will (das siehst Du ja auch so).
Vielleicht fällt es ihm in einer kleineren Gruppe aber leichter - und die Erzieherinnen sind dort auch eher an schwierige Kinder gewöhnt (in der Gruppe meiner Tochter gibt es zwei entwicklungsverzögerte Kinder und bis vor kurzem war noch ein autistisches Kind da, die sind also schon mit Problemfällen vertraut). Ich würde ihn auf jeden Fall mal zur Probe hinschicken.

VG
Susi

Beitrag von caro300 09.09.06 - 17:03 Uhr

Hallo.

jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazu geben. Lass dich nicht von den genervten Erzieherinnen einschüttern. Dein Sohn ist 3 Jahre alt, er musss weder zwangsweise Lieder singen, Basteln noch sonst was.

Dein Sohn hatte bisher überhaupt noch keine Zeit sich dort einzuleben und es ist wirklich schade, dass sie ihm nicht gegeben wird. Kinder, die wild sind, nicht nur am Tisch sitzen und basteln, sind nicht unnormal oder entwicklungsverzögert, sie sind höchstens anstrengend. Vielleicht ist dein Sohn wilder als die anderen Kinder und fällt deshalb negativ auf. Ich glaube aber schon, dass ein Kinderarzt feststellen kann, ob ein Kind entwicklungsverzögert ist oder nicht.

Wenn du und dein Sohn dort im Kindergarten nicht willkommen seid, dann probier auf jeden Fall einen anderen Kindergarten zu finden. Denn auf Dauer werdet ihr dort nicht glücklich, wenn es schon so anfängt .

Liebe Grüße

Carola

Beitrag von jonagabi 09.09.06 - 17:08 Uhr

vielen dank für eure anteilnahme. ich warte jetzt erstmal unseren spieltermin im integrativen kiga ab. die leiterin mit der ich telefoniert habe war unheimlich nett. vielleicht hat sie ja auch noch ein paar tips für mich.

gabi#herzlich

Beitrag von 463 09.09.06 - 17:56 Uhr

Gibt es eigentlich keine vernünfigen Erzieherinnen mehr auf dieser Welt?

Habe vor einigen Tagen noch hier von einem anderen Problem mit dem Kiga berichtet und um Stellungsnahmen gebeten, da auch wir Probleme mit dem Kiga haben. Aber eben auf anderer Ebene.

Ich würde eins machen:

1. Geh zum Kinderarzt und erzähl ihm davon. Der soll ggf. Dein Kind untersuchen und Dir sagen, was Fakt ist. Dann kannst Du dementsprechend handeln. (Egal, ob Dein Kind Hilfe braucht oder auch nicht, aber dann weißt Du wenigstens, was los ist!)
2. Kindergarten wechseln! Auf jeden Fall! Machen wir auch gerade.
3. Schick ihn am Montag garnicht mehr hin! Tu´ich auch nicht mehr. Florian ist jetzt seit Donnerstag hier und seitdem geht es besser.

Ich wünsch Dir ganz viel Glück!

Dein Kind ist nicht zufällig im Bereich der PLZ 423... im Kiga?

Gruß, Marina

Beitrag von relda 09.09.06 - 21:53 Uhr



Doch, es gibt noch vernünftige Erzieherinnen auf dieser Welt!!!!!

Nur, weil in diesem Forum meist nur Mamas schreiben, die Probleme mit der Erziehung ihrer Kinder im Kindergarten haben oder persönliche Probleme mit den Erzieherinnen haben,
heisst es nicht, dass es überall so ist!!!

Kommt einem hier nur so vor!!!:-[

Gruß

Beitrag von eli1966 10.09.06 - 10:28 Uhr

Hallo,
ich bin Erzieherin in einem Kindergarten mit Sonderaufgaben, in dem pro Gruppe 8 Kinder mit Wahrnehmungsstörungen, Entwicklungsverzögerungen und anderen Auffälligkeiten von 2 Betreuerinnen gefördert werden.
"Ideale Bedingungen", sagen die meisten. Als wir in diesem Sommer 3 neue Kinder in die Gruppe bekamen, erzählte mir die Mutter des einen 4jährigen, dass der Regelkindergarten nach 4 Wochen der Meinung war, dass das Kind bei ihnen überfordert und damit nicht tragbar sei. Nun, was soll ich sagen: Meine Kollegin und ich wussten eine Stunde später nach dem Frühstück, dass diese Aussage der Wahrheit entspricht!
Es gibt nun einmal Kinder, denen eine Regelkindergartengruppe zu groß ist. Sie können die vielfältigen Eindrücke dort nicht richtig verarbeiten, sind reizoffen und können sich schlecht auf Neues einlassen. Das sieht eine erfahrene Erzieherin oft schon nach wenigen Tagen, und in den allermeisten Fällen soll den Kindern geholfen werden. Diese Kinder sind übrigens in Einzelsituationen unauffällig, z.B. beim Kinderarzt, weil sie die volle Aufmerksamkeit der Erwachsenen haben und nur wenige Reize verarbeiten müssen. Ihn in einem sozial-pädiatrischen-Zentrum überprüfen zu lassen halte ich für richtig, häufig benötigen die Kinder Ergotherapie um zu lernen, Reize angemessen zu verarbeiten.
Ob du deinem Sohn mit einem anderen Kindergarten hilfst, wage ich zu bezweifeln. Aus meiner Sicht sollte deinem Kind in seinem jetzigen Kiga nur geholfen werden.

LG, Gabriele

Beitrag von jonagabi 10.09.06 - 11:25 Uhr

danke für den hinweis. das fand ich wirklich interessant. immer wieder stolpere ich über das wort "wahrnehmungsstörung", kann aber nicht wirklich viel damit anfangen. ist so etwas therapierbar oder haben kinder damit auf dauer probleme?

die kindergärtnerinnen haben immer nur von entwicklungsverzögerung gesprochen. die sehe ich auch im sprachlichen bereich, da er sehr spät angefangen hat zu sprechen. der ka meinte aber, für den zeitraum den er jetzt spricht, wäre die entwicklung normal trotzdem werde ich jetzt als erstes mal den logopäden angehen.

wenn ein kind im kiga stress oder probleme hat, müsste ich es dann nicht im alltag merken? er kommt immer gutgelaunt nach hause und hat noch nicht einmal so ein typischen stimmungstief, wie ich es oft von anderen höre. eigentlilch ist er sogar regelrecht entspannt. das sind immer solche sachen, die fürmich nicht zusammenpassen.
genau wie die kindergärtnerinnen mir sagen, er würde sich nur absondern, die kinder ihn aber morgens lautstark und mit küßchen und umarmung begrüßen. sie meinten, die kinder würden merken, dass er etwas "besonderes" wäre und wollten ihm helfen. sind kinder wirklich schon so sozial? ich hätte gedacht, das ein kind das oft stört bei seinen spielkameraden nicht so gern gesehen ist, oder????

fragen über fragen und dankbar für jede antwort....
gabi

Beitrag von eli1966 10.09.06 - 19:58 Uhr

Hallo Gabi,
du hast schon Recht, über "Wahrnehmungsstörungen" wird mittlerweile viel gesprochen. Viele der betroffenen Kinder haben Schwierigkeiten, ihre Sinneseindrücke zu filtern. Während ich das hier schreibe, streiten sich meine beiden Söhne in der Badewanne, beißt mir die Katze ins Bein, aber dennoch bin ich in der Lage, mich auf diesen Text zu konzentrieren. Kinder mit einer Wahrnehmungsstörung können das u.U. nicht. Für sie sind alle Sinneseindrücke(der Lärm aus dem Bad, die Katze am Bein, der Computer) gleich wichtig, sie können die wichtigeren Eindrücke nicht herausfiltern und sich nur darauf konzentrieren.
Die meisten dieser Kinder sind fröhlich und lebhaft, denn sie selbst merken in jungem Alter wenig von ihrer Problematik. Oft suchen sie in unruhigen Situationen das Alleinsein(Stuhlkreis?), weil sie spüren, dass es ihnen zu viel wird. In anderen Momenten sind sie wiederum sehr umtriebig, wechseln häufig Spielmaterial und Spielort, weil sie sich in der großen Kindergruppe nicht auf eine Sache einlassen können.
Es freut mich zu hören, dass dein Sohn im Kindergarten von den Kindern gemocht wird. Kinder sind unbefangen und haben mit "anderen" Verhaltensmustern oftmals weniger Schwierigkeiten als Erwachsene.
Logopädie ist gewiss eine gute Sache, doch falls ich nur in Ansätzen richtig liegen sollte, wäre Ergotherapie die bessere Wahl. Kinder mit Wahrnehmungsproblemen haben oftmals Schwierigkeiten mit der Motorik, besonders auch mit der Feinmotorik (Malen!). Da aber die Entwicklung der Motorik vor der Entwicklung der Sprache "dran"ist, sollte er, falls er hier Schwierigkeiten hat, darin zuerst gefördert werden, denn dann kommt die Sprache hinterher.
Sprich doch mal mit den Erzieherinnen mal über Ergotherapie, und wenn du dir sicher bist, dass es etwas für deinen Sohn wäre, mach dem KiA Beine. Denn dann ein halbes Jahr verstreichen zu lassen, bis du den Termin im SPZ hast, wäre verlorene Zeit!

LG, Gabriele

Beitrag von jonagabi 10.09.06 - 20:05 Uhr

vielen dank für deine antwort.
wie bei so vielem passt manches auf ihn und manches nicht. Seine Feinmotorik ist überdurchschnittlich entwickelt. Das ist quasi das einzig positive was die erzieherinnen mir bis jetzt über meinen sohn sagen konnten. er konnte mit zwei jahren schon sein spielzeug auseinanderschrauben. er ist ein einzig großer techniker und sortierer und der kinderarzt meinte, was er an motorik zeigen würde, würde noch so mancher vierjährige nicht hinbekommen. ab morgen versuche ich mit ihm ein belohnungssystem, weil ich auch endlich vom ermahnen und schimpfen wegkommen möchte. wenn er es schafft, dreimal im kindergarten keinen unsinn zu machen (sachen runterschmeißen, pflanze massakrieren,...) machen wir ein ausflug. ich hab dafür jetzt ein paar grinsegesichter gebastelt und möchte eigentlich jeden mittag mit ihm und einer erzieherin besprechen, ob er an diesem tag lieb oder frech war. dann darf ein gesicht aufkleben. ich wollte es einfach mal probieren, damit man die guten tage auch mehr in den vordergrund heben kann. mal sehen ob es klappt.

gabi

Beitrag von eli1966 11.09.06 - 20:03 Uhr

Hallo,
na, da lag ich bei der Feinmotorik ja total daneben. Es kann ja auch sein, dass Wahrnehmungsstörungen gar nicht sein Problem sind, nur sollte man eben vielschichtig denken, wenn ein Kind Schwierigkeiten im Kindergarten hat.
Das mit dem Belohnungssystem klingt gut! Es ist schrecklich, wenn man das Gefühl hat, mit seinem Kind nur noch schimpfen zu müssen, da machen meine eigenen leider keine Ausnahme.
Ich habe das Gefühl, das du wieder etwas "Land" siehst, dein allererstes Posting klang viel negativer und resignierter.

LG, Gabriele