Was sollen wir der kleinen Linda erzählen??

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von angela1977 08.09.06 - 22:27 Uhr

Hallo,

meine Cousine ist nach einer Operation und 3 Wochen Koma mit 27 Jahren verstorben... Zurück bleibt ihre kleine Linda und die ist grade mal 3...

Was würdet ihr der kleinen Maus erzählen, natürlich will sie wissen, wo die Mama ist und wir wollen sie nicht anlügen und sagen sie kommt eh wieder, sie soll die Mama aucht nicht vergessen und wenn wir sagen sie kommt nicht mehr - das können wir auch nicht tun.

Wäre echt dankbar für Anregungen!

Angelika

Beitrag von never80 08.09.06 - 22:41 Uhr

Ich war auch gerade drei Jahre alt als meine Mum von einem Auto erfasst wurde und noch an der Unfallstelle verstarb. Der Fahrer war schuld. Meine Familie hat mir erzählt das Mama jetzt im Himmel ist und auf mich aufpasst. Auf mein Verlangen hin durfte ich immer Bilder sehen und bekam auch von ihr erzählt. Sachen die an sie erinnerten sind auch nicht aus der Wohnung entfernt worden wie das ja oft der Fall ist. Ich bin mit dem Bewußtsein aufgewachsen einen Schutzengel zu haben, was mich bis heute begleitet. Versucht ihr nicht den Tod zu erklären, dafür ist sie noch zu jung. Die Frage danach kommt irgendwann von ihr selbst. Und dann braucht sie eine ehrliche und realistische Antwort. Ich habe meine Mum oft vermisst, aber die Stütze und Kraft meiner Familie, vor allem mein Dad und meine Grandma haben mich gelehrt damit umzugehen. Die Kleine braucht jetzt ganz viel Liebe und Halt. Das ist das Wichtigste.
Wünsche euch viel Kraft
never80

Beitrag von angela1977 08.09.06 - 22:51 Uhr

Danke für deine Antwort.

Beitrag von nane29 09.09.06 - 00:02 Uhr

Ist ja ein Ding.
Auch ich war gerade 3, als meine Mama und ihr Baby im Bauch starben. Sie war in der 24. Woche, es war ein Ärztefehler.

Auch ich wurde vor allem von meinem Papa und meiner Oma großgezogen, aber mit Hilfe von ganz vielen anderen noch.

Auch mir wurde erzählt, sie sei nun im Himmel und würde auf mich aufpassen. Das war ein ganz wichtiges Bild für mich.

Eine Mutter hat mir oft gefehlt (komischerweise am meisten nach der Geburt meiner Tochter), mir war wichtig, dass viel über sie gesprochen wurde und ich wollte irgendwann unbedingt verstehen, was mit ihr passiert ist.

Also, ich kann mich dir nur anschließen. Witzig, dass wir so viele Parallelen haben....

LG jana

Beitrag von marri 08.09.06 - 23:13 Uhr

Heisst die verstorbene Karin ?#kerze

Beitrag von regina1604 09.09.06 - 01:10 Uhr

Hallo Angelika,

eine Bekannte hatte ihrem Sohn folgende Geschichte erzählt, ich weiß zwar nicht mehr genau wie sie geht, aber im Prinzip so: Das Leben ist so wie das einer Raupe. Die Raupe muss sterben damit daraus ein toller Schmetterling wird. So muss auch der Mensch seine Hülle ablegen damit die Seele wie ein schöner Schmetterling fliegen kann.

Vielleicht hilft´s dir ein bißchen weiter.

Wünsche euch viel Kraft.

LG Regina

Beitrag von babe1802 09.09.06 - 20:31 Uhr

Hallo.

Das mit dem Engel und dem Aufpassen wird sehr häufig erzählt und das finde ich auch gut so. Ein Kind kann sich das auch vorstellen.
Ganz wirchtig ist es dem Kind nicht zu viel zu erzählen.
Es wird Fragen stellen und ist meist mit den einfachsten Antworten zufrieden. Wenn es soweit ist wird es mehr Fragen stellen und dann auch weiter nachfragen- hoffe ich drücke mich verständlich aus.

LG Babe