Fruchtwasseruntersuchung

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von nickie 09.09.06 - 15:21 Uhr

Hallo.
Ich bin neu bei euch und werde eine April Mami. Habe von meinem Frauenarzt viel Lesematerial mitbekommen und auch den Untersuchungkatalog. Nun bin ich mir nicht wirklich sicher was man so an Untersuchungen macht und nach was man diese auswählt. Eine Bekannte sagte Fruchtwasseruntersuchung wär empfehlenswert, wiederrum gibt es ja noch die Nacken-Transparenz- Messung. Was hab ihr so an Untersuchungen gemacht?


LG Nickie

Beitrag von raleigh 09.09.06 - 15:26 Uhr

Die Nackentransparenzmessung ist nur der Vorläufer der Fruchtwasseruntersuchung. Kommt da ein besorgniserregendes Ergebnis (eine statistische Wahrscheinlichkeit) raus, muss eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht werden.

Du solltest dich wirklich gut beraten lassen. Du wärst nicht die erste, der sowas empfohlen wird und die hinterher hilflos mit einem Ergebnis dasteht, mit dem sie nichts anzufangen weiß und dass sie wochenlang in den Wahnsinn treibt.

Diese Untersuchungen sind dazu da, dein Kind auf eventuelle genetische Schäden zu testen: einmal rein statistisch (ohne echte Aussagekraft), einmal mit richtigem Befund. Liegen Schäden vor ist die Konsequenz meistens eine Spätabtreibung um die 20. Woche rum (sprich - eingeleitete Frühgeburt).

Beitrag von anyca 09.09.06 - 15:27 Uhr

Eine Fruchtwasseruntersuchung bringt ein Fehlgeburtsrisiko von 1% mit sich, die sollte man nur machen, wenns einen Grund dafür gibt.

Nackenfaltenmessung und Tripletest sind wiederum nur Wahrscheinlichkeitsrechnungen, keine genauen Diagnosen.

Bevor Du eine dieser Untersuchungen machst, überleg Dir, was Du bei einer schlechten Nachricht tun würdest. Abtreiben?

Ich habe bewußt keine dieser Untersuchungen machen lassen!

Beitrag von missacarlet06 09.09.06 - 18:23 Uhr

Soweit ich informiert bin, liegt bei der FU die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt nur bei 0,5 %. Hab ich in mehreren Berichten dazu gelesen und wurde mir in der Klinik, wo ich sie gemacht haben, auch so gesagt.

Scarlett, 22 SSW

Beitrag von s_a_m 10.09.06 - 09:22 Uhr

In der Wikipedia ist zu lesen:

In einer Studie unter der Leitung von Nikolaos Papantoniou bei der 1.006 Amniozentesen retrospektiv ausgewertet wurden (vgl. Br J Obstet Gynaecol 2001;108: 1053-1056) lag die Fehlgeburtsrate bei einer Untersuchung in der 16. oder 17. Schwangerschaftswoche bei Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren bei 2,5%, stieg in der Altersgruppe der Frauen von 35 bis 39 Jahren auf 3,4% bis hin zu 5,1% bei Frauen ab 40 Jahre. Neben dem Alter waren vaginale Blutungen während der Schwangerschaft ein wichtiger Risikofaktor, der eine Erhöhung der Fehlgeburtsinzidenz auf 6,5% bedingte (= 2,4fach erhöhtes Risiko); Frauen mit einer spontanen Fehlgeburt in früheren Schwangerschaftsstadien oder einem Schwangerschaftsabbruch hatten eine Inzidenz von 8% (= 3fach erhöhtes Risiko). Die Komplikationsrate (Abortus, IUFT) innerhalb von 14 Tagen nach einer Amniozentese beträgt nach einer anderen Untersuchung 1,5% bei Ausbildungsassistenten und 0,6% bei Fachärzten.


Letztlich nützen einem für die persönliche Situation die Zahlen nix. Wenn das Kind stirbt, ist es leider ganz egal, ob man zur Gruppe der 3,4%, der 6,5%, der 8%, der 1,5% oder der 0,6% gehört. Man trägt ja keine statistische Zahl im Bauch, sondern sein Baby ;-)

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von adira 09.09.06 - 15:48 Uhr

Ich kann mich den anderen nur anschließen.

Vielleicht magst du dich hier einlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Triple-Test
http://de.wikipedia.org/wiki/Nackentransparenz-Messung
http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtwasseruntersuchung

Beitrag von milchen 09.09.06 - 15:50 Uhr

Hallo Nickie,

bin gerade im Früchenforum darauf gestoßen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=43&tid=559979

LG milchen

Beitrag von ili_luis 09.09.06 - 16:12 Uhr

Hallo Nickie, also wenns in deiner Familie keine Erbkrankheiten gibt, würde ich die Fruchtwasseruntersuchung wirklich nur machen, wenn die Nackenfaltenmessung (falls du die machst) was negatives ergibt. Ich habe beim 1. Kind keine dieser Untersuchungen gemacht, doch mein Neffe hat Trisomie 21 und da ich sicher gehen wollte, dass meine weiteren Kinder nicht denselben Gendefekt haben, habe ich mich vorletzte Woche zum 2. mal (3. Kind) zur Fruchtwasseruntersuchung entschieden (ohne andere Voruntersuchungen), denn ich würde in diesem Fall die Schwangerschaft nicht weiterführen. Die Untersuchung war gar nicht schlimm, der Bauch wird mit Eisspray betäubt und die Nadel war nicht zu merken. Und die 10 % Fruchtwasser, die der Arzt klaut, sind nach 2 h wieder aufgefüllt wurde mir gesagt. Danach wurde ich noch ne halbe Stunde an den Wehenschreiber gelegt, nur zur Sicherheit. Also ich hab keine schlechten Erfahrungen mit dieser Untersuchung gemacht. Montag früh erfahre ich das Ergebnis, guter Nebeneffekt: man weiß dann genau obs Junge oder Mädel wird. Also weiterhin alles Gute für euch!

Ilona (17 ssw)

Beitrag von s_a_m 09.09.06 - 16:28 Uhr

Nackentransparenzmessung Pro & Contra:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=561035

Fruchtwasseruntersuchung - macht ihr euch würklich Gedanken?
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=551254


Auf meiner Website (erreichbar über meine Visitenkarte / Klick auf den Nicknamen s_a_m) habe ich u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige de gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderung und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

Liebe Grüße
Sabine (Mail- & Homepage-Kontakt über die Visitenkarte)

Hier die Hauptthemen der Website in der Rubrik "Pränataldiagnostik":

- Pränataldiagnostik allgemein
- Messung der Nackentransparenz (NT-Screening, Nackenfaltenmessung / mit Hinweisen zur Unterscheidung vom Dorsonuchalen Ödem [ist im Mutterpass aufgeführt], dem Hydrops fetalis und dem Hygroma colli)
- Biochemie-Test (beim First-Trimester-Screening)
- First-Trimester-Screening (Erst-Trimester-Screening / Combined Test)
- Triple-Test (MoM-Test)
- (Farb-) Doppler-Ultraschall ((Farb-) Doppler-Sonographie)
- sonografische Feindiagnostik (Feinultraschall / Organscreening / „Fehlbildungsultraschall“)
- 3D-Ultraschall und 4D-Ultraschall (Live-3D-Ultraschall)
- Chorionzottenbiopsie
- Amniozentese (Amniocentese / AC / Fruchtwasserpunktion / Fruchtwasseruntersuchung)
- Cordozentese (Nabelschnurpunktion)
- pränataler Schnelltest (FisH-Test)
- Schwangerschaftsabbruch nach der ca. 16. SSW, Umgang mit Geschwisterkindern

Beitrag von poulaki 09.09.06 - 20:30 Uhr

Mein Frauenarzt sagte mir, dass bei frauen unter 35 die Wahrscheinlichkeit, durch die Fruchtwasserpunktion ne Fehlgeburt auszulösen, größer ist, als ein behindertes Kind zu haben. Bei über 35-jährigen ist es umgekehrt.
Ich bin 34, deshalb hat er es mir nicht empfohlen, ich würds sowieso nicht machen, auch wenn ich älter wär, weil für mich ne Abtreibung eh nicht in frage käm, warum sollt ich mich da dem Risiko aussetzen.

Beitrag von nickie 10.09.06 - 18:55 Uhr

Vielen lieben Dank für eure vielen Antworten.

LG Nickie