Chef zahlt nicht - was tun?

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Beitrag von shalina2 09.09.06 - 15:55 Uhr

Hallo an alle!

Ich möchte mal eure Meinung hören, was ihr in meiner Situation machen würdet.
Mein Chef zahlt immer sehr spät Lohn, also am 26. des Folgemonates (also am 26.06. für den Mai).
Nun war es beim Juni-Lohn schon so, dass er erst am 04.08. kam und für Juli hab ich bis jetzt noch nix bekommen. Es ist übrigens ein Büro, wo ich arbeite (nicht auf dem Bau ;-) ).
Nun habe ich und zwei weitere Kolleginnen schon mit ihm gesprochen, zum Teil richtige Streitgespräche. Aber er sagt, er hätte im Moment kein Geld auf dem Konto um zu bezahlen. Aber er würde sich bemühen, Geld reinzubekommen. Viell. nächste Woche...
Nur ich habe ja auch Fixkosten und mittlerweile keinen Pfennig mehr auf dem Konto.

Was würdet ihr da machen? Ne Bewerbung hab ich schon geschrieben, aber das geht ja alles nicht so schnell.

LG Shalina

Beitrag von manavgat 09.09.06 - 16:46 Uhr

Ich würde mit einem Anwalt sprechen.

Gruß und alles Gute

Manavgat

Beitrag von shalina2 09.09.06 - 16:57 Uhr

Hallo Manavgat!

Ja, aber wenn ich gerichtlich was mache, dann ist der Job auf jeden Fall futsch. Und aus ungekündigter Stellung heraus kann man sich besser bewerben.
Ich könnte auch Insolvenz anmelden beim AA, aber dann bräuchte ich da auch nicht mehr hin gehen.
Mein Chef hält uns jeden Tag nen Vortrag, dass das nur vorübergehend is, dass wir den Lohn schon bekommen, dass er nicht insolvent ist. Er möchte auch niemandem kündigen und will auch nicht, dass wir kündigen.
Schwierig, schwierig...

LG Shalina

Beitrag von manavgat 09.09.06 - 19:38 Uhr

Ich habe nicht gesagt, dass Du vor Gericht ziehen sollst. Ich sagte: sprich mit einem Anwalt.

Ich hatte früher auch Auseinandersetzunen mit einem AG. Bin dann zum Anwalt, habe mich beraten lassen und selbst die Schritte unternommen, die wichtig waren. Der AG hat nicht mitbekommen, dass ich mich bei einem Anwalt informiert hatte.

Gruß

Manavgat

Beitrag von junimond.1969 09.09.06 - 20:34 Uhr

Du kannst zur Überbrückung von der ARGE ALG II erhalten und die fordern das mittels Erstattungsanspruch vom AG zurück, hatte ich auch schon bie Kunden von mir. Bedenke: Er wird sicher auch keine Krankenkassenbeiträge zahlen und damit ist Dein Krankenversicherungsschutz gefährdet. Wäre bei einem Einspringen der ARGE auch erst mal geregelt.

Manchmal brauchen solche Arbeitgeber auch von einem Amt mal "eins auf die Finger", einen Schuss vor den Bug, damit sie aufwachen und entsprechende Schritte unternehmen, die finanzielle Schieflage wieder hinzubiegen oder aber einen klaren Schnitt zu machen und die Firma mittels Insovenz eben ganz an die Wand zu fahren.

Und: Eine Bewebung hast Du geschrieben? Ich hätte schon ein bisschen mehr geschrieben....

Beitrag von shalina2 10.09.06 - 12:54 Uhr

Hallo Junimond!

Da ich mit meinem Partner zusammenlebe, würde ich wohl kein ALG II bekommen. Der verdient nämlich nicht schlecht (reicht aber trotzdem nicht für mich mit).
Ich denke eigentlich schon, dass mein Chef zumindest die SV bezahlt. Hat hat nämlich immer Angst um seine Außenwirkung.

So akut ist das ganze ja erst seit 2 Wochen, da er immer spät gezahlt hat. Und ich hab im Prinzip 2 Bewerbungen geschrieben, aber die eine zähl ich nicht, weil ich da keine Chance habe.
Leider gibt es hier nicht besonders viele gute Stellen.
Aber ich guck jeden Tag beim AA und in die Zeitung rein.

LG Shalina

Beitrag von mafa 09.09.06 - 18:57 Uhr

Hallo,

habe leider genau das gleiche Problem, Juli-Gehalt habe ich am 05.09. auf dem Konto gehabt. Und das geht nun schon das ganze Jahr so. Gespräche mit dem Chef verlaufen genauso wie bei Dir. Ich weiß auch nicht, wie es weitergehen soll.

LG

Beitrag von shalina2 09.09.06 - 19:01 Uhr

Hallo!

Schlimm, dass die mit einem machen können, was sie wollen, wa? Aber man kann ja froh sein, überhaupt nen Job zu haben.
Wenn ich wenigstens wüßte, wann mal wieder Geld kommt...

LG Shalina

Beitrag von 240904 10.09.06 - 11:20 Uhr

Hole dir bei einem Rechtsanwalt eine Rechtsbelehrung und mache dass was der Anwalt dir sagt. Drohe dem Chef mit dem Anwalt. Wir hatten auch das Problem. Haben denen mit dem Anwalt gedroht und schon war das geld und die restlichen Unterlagen da.
LG 240904

Beitrag von lady_chainsaw 11.09.06 - 08:14 Uhr

Hallo Shalina,

dann misch ich mich hier auch mal ein - und spreche aus Erfahrung. Unser "Rekord" lag bei fast 4 Monaten Rückstand!!! #schock

Also: ab zwei Monaten Rückstand geniesst Du außerordentliches Kündigungsrecht, in Absprache mit dem AA bekommst Du unter Umständen nicht einmal die 3 Monate Sperre wg. eigener Kündigung.

Insolvenz anmelden - klingt immer sooo einfach, ist es aber nicht :-p dauert zu lange, ist zu aufwendig für uns ANs. Außerdem gibt es Situationen - die hatten wir - in denen man keine Insolvenz anmelden kann.

Du kannst zum Anwalt gehen - der kann alles Nötige in die Wege leiten und Klage vorm Arbeitsgericht erheben (das könntest Du übrigens auch selbst machen!). So kannst Du vlt. noch Zinsen einfordern.

Zur Zeit sind wir fast im Plan - unsere Firma ist "nur noch" 4 Wochen im Rückstand.

Gruß

Karen