Neue Info - Ab wann Beikost?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von egoistin 09.09.06 - 16:25 Uhr

Hi ihr Mamis!

Gestern war ich mit meiner Kleinen beim KiArzt und hab ihn gefragt, ab wann ich Beikost geben kann. Ich hab ihn gefragt, ob es stimmt, dass Beikost nach dem 4. und vor dem 6. Monat Allergien hervorrufen kann.

Daraufhin meinte er, er sei vor kurzem auf einem Kongress gewesen, wo man genau dieses Thema behandelt hat. Er meinte, dass man ruhig nach dem 4. Monat anfangen kann mit Beikost (vor allem, wenn das Kind NICHT gestillt wird). Nüsse, Erdbeeren und Zitrusfrüchte sollte man als einzige vermeiden. Alles andere ist okay. Er meinte auch noch, dass diese "allergietheorie" wissenschaftlich absolut nicht bestätigt sei und man sich deshalb keine Sorgen machen braucht.

Beitrag von jindabyne 09.09.06 - 17:06 Uhr

Hihi, genau das selbe hat mein KiA mir diese Woche auch gesagt!

Zur Allergieprävention ist sechs Monate Stillen das beste (Allergierisiko ist um 50% reduziert), aber wenn man nicht stillt, macht es keinen Unterschied, ob man nach dem vierten oder erst nach dem sechsten Monat mit Beikost anfängt - auch nicht, wenn man HA-Nahrung gibt...

LG Steffi

Beitrag von sanne1975 09.09.06 - 18:08 Uhr

Hallo,

bei der Frage nach dem Beikostbeginn geht es nicht nur um das erhöhte Allergierisiko - sondern auch darum dass ein Baby vor der Beikostreife die dargebotenen Lebensmittel noch gar nicht wirklich verdauen kann. Da flutschen Möhrchen und co nämlich einmal wie ein Tourist durch das Verdauungssystem - ohne dass Nährstoffe resorbiert werden. Gerne lagern sich dann auch deren Bestandteile in die unreifen (unreif weil sich dort noch nicht die zur Verdauung benötigte Bakterienflora entwickelt hat) Schleimhäute ein und können dort ein Leben lang zu Problemen führen (mein Mann hat z.B. schwere Magenprobleme - auch ein Kind der 70er...)

Meine KiÄ - im Übrigen ist sie auch Allergologin - empfiehlt ganz klar erst nach dem 6. Monat anzufangen - denn ein späterer Beikostbeginn kann auf gar keinen Fall schaden. Ein zu früher Start muss nicht, aber kann durchaus einen Schaden zufügen. Dieser kann von Magenproblemen bis hin zu schweren Allergien (die durchaus erst im Erwachsenenalter auftreten können) führen.

Es gilt also das Prinzip "Nichts muss - aber alles kann!".

Ich bin ein "Opfer" eines zu frühen Beikoststartes. Meine Allergien kamen mit 26. Ich hasse es. Mein Leben ist eingeschränkt und muss Medikamente nehmen (übrigens hatten meine Eltern auch keine Allergien - erst jetzt mit Mitte 50! bildet meine Ma' eine Allergie gegen Konservierungsmittel aus).
Mit einem späten Beikostbeginn und ausgewählten Lebensmitteln habe ich (in meinem Möglichkeiten) alles getan um das Risiko für mein Kind nicht noch zu erhöhen. Sollte mein Kind irgendwann eine Allergie bekommen oder Magenprobleme - dann kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass es nicht an falscher Ernährung lag - ich also nicht direkt dafür verantwortlich bin. Denn die Gewissheit, dass ich evtl. meinem Kind einen Schaden zugefügt haben könnte - NUR weil ICH gerne früh Beikost füttern wollte und es ja ach so niedlich ist wenn ich den Brei hinter den Ohren wegkratzen muss - könnte ich nicht ertragen.

Ganz ehrlich? Bricht eine Welt zusammen wenn man einfach noch ein paar Wochen wartet? Ich glaube nicht. Die vielen tollen bunten Gläschen und süßen Breie kann man noch lange genug für teures Geld kaufen. Welchen tieferen Sinn hat es also Onkel Hipp schon früher als nötig sein "Bestes" zu geben - nämlich sein Geld?

Eine Frage noch: Warum ist ein früher Beikoststart den besonders für Flaschenkinder sinnvoll? Der Sinn will sich mir nicht erschließen.


Just my two cents.

#blume Sanne

Beitrag von sissy1981 09.09.06 - 18:46 Uhr

Toll geschrieben, schön dass du diesen Aspekt auch mal aufgezeigt hast - wenn auch leider aus bitterer eigener Erfahrung raus.

Beitrag von erdbeerkussmund 09.09.06 - 20:27 Uhr

Hallo,

ohne Dich angreifen zu wollen, aber woher willst Du wissen, ob Deine Allergien (oder die Deiner Eltern) darauf zurückzuführen sind, dass Du bevor Du 6 Monate alt warst Beikost bekommen hast?

Gruss
erdbeerkussmund

Beitrag von sanne1975 09.09.06 - 21:47 Uhr

Hallo,

definitiv klären lässt sich das laut meinem Arzt nicht mehr. Er hat dies aber als Möglichkeit genannt. Sonst gab/gibt es keine plausible Erklärung für das plötzliche Auftreten meiner Allergien. #schmoll
Interessanterweise hat meine jüngere Schwester auch seit etwa 2 Jahren Allergien. Unter anderem gegen Pollen. Auch Lebensmittelunverträglichkeiten (z.B. Möhre) sind dabei.
Wir haben ab der 3. oder 4. Lebenswoche Möhrensaft/-brei bekommen. Damit wir schön "braun" werden.

Wie gesagt - "beweisen" kann ich es nicht. Eine andere Erklärung wurde mir nicht genannt.
Was soll ich nun denken/machen? Ich weiß nur eines: ich bin kreuzunglücklich darüber dass ich mich von April bis Oktober mit Heuschnupfen quäle. Ich hasse meine empfindliche Haut und das Jucken. Ich finde meine Allergien schei.. #heul und ich würde alles darum geben, dass meinem Kind dies erspart bleibt. Und das was ich tun kann, das tue ich - mit bestem Gewissen und besten Absichten. Und deshalb antworte ich auf deratige postings - obwohl ich das Gefühl habe, dass ich auf taube Ohren stoßen werde. Egal - ich glaube dass mein Ratschlag nicht der schlechteste ist und vor allem weiß ich, dass er nicht schaden kann. Leider wird hier im Forum in diesem Zusammenhang die gute Absicht häufig mit "Besserwisserei" oder "Supermuttitum" gleichgesetzt - als würde man etwas "Böses" wollen. #augen

Ach mensch, "the never ending story" ...

Just my two cents...

#blume Sanne also known as "don quichotte" ;-)

Beitrag von toffifee007 09.09.06 - 22:25 Uhr

Halli hallo!

Tjaaa. Leider haben Allergien nicht immer eine Ursache.

Ich bin kein Opfer von zu frühem Beikostbeginn, habe trotzdem ein Hausstaub-Allergie. Kein Familienmitglied hat eine Allergie, ausser ich.

Also Vorsicht mit solchen Kommentaren.. ;-)

Grüße
Ina+ Maya, die erst mit 6Mon. Beikost bekommt, damit ich nicht schon eher so ne Sauerei in der Küche habe :-)

Beitrag von bw1975 09.09.06 - 19:15 Uhr

Hallo,

ich denke 6Monate nur Milch(ob nun gestillt oder Flasche) ist das günstigste für den Magen-,Darmtrakt des Babys (Säugling!!!!!!!!!!!!!!).

Nicht nur der Allergieprophylaxe wegen!

Gruß bw

Beitrag von ximaer 09.09.06 - 19:53 Uhr

Na, das ist doch super.
Dann rein mit dem Zeugs, sobald das Kind die magische 4-Monats-Grenze überschritten hat.
Nur rein - egal, ob es sinnvoll ist oder nicht.

Und wenns dann schief geht - dann ist ja der Arzt Schuld (der sowieso keine Ahnung hat von dem Thema).

Suse

Beitrag von egoistin 10.09.06 - 08:55 Uhr

der Arzt hat keine Ahnung von dem Thema? Jetzt sag ich dir mal was. Umsonst wird man sicher nicht Kinderarzt. mein freund ist auch arzt und der meint dasselbe. man informiert sich und tauscht sich auf solchen tagungen mit anderen ärzten aus. wenn er mir so etwas sagt, dann frag ich nach ob es wissenschaftlich bestätigt ist. er hat gemeint "nein ist es nicht", deshalb muss man diese entscheidung ohnehin für jedes kind selber treffen. ich machs wie ich will. ich wurde auch früh gefüttert und meine schwester auch und wir haben beide keine allergien.

Beitrag von raleigh 10.09.06 - 10:50 Uhr

Du meinst, Ärzte wissen alles?

Wie kommt es, dass Ärzte vor 20 Jahren noch wussten, dass man Kindern mit 2 Monaten zwingend Falschenmöhren in die Milch tun muss und mit 3 Montane schon dick Brei füttern?

Übrigens jene Generation, die sich heutemit Allergien rumplagt und zum großen Teil übergewichtig ist. Alles nicht nachweisbar, schon klar, aber durchaus logisch.

Übrigens, Ärzten darf man durchaus auch misstrauen, insbesondere, wenn sie ihr "Wissen" ohne wenn und aber verkünden, obwohl die Erkenntnisse umstritten sind. ;)

Beitrag von ximaer 11.09.06 - 07:10 Uhr

Hallo,
>>> Umsonst wird man sicher nicht Kinderarzt. mein freund ist auch arzt und der meint dasselbe. <<<
Jo. Und hat Dein Freund Dir denn schon mal erklärt, dass es viele, viele verschiedene Fachrichtungen gibt, wenn jemand Arzt ist?
Wenn sich ein Arzt für die Pädiatrie entscheidet, dann weiss er bestens (hoffentlich) Bescheid über die Lehre von den Erkrankungen des kindlichen Organismus, seinen Entwicklungsstörungen, den Fehlbildungen und ihrer Behandlung. Und das ist ein ungemein umfangreiches Gebiet.

Er ist damit allerdings NICHT Baby- und Kinder-Trophologe. Das ist nochmal ein ganz eigener Studienbereich (auch sehr umfangreich).

Nur weil jemand Arzt ist, heisst das noch lange nicht, dass er ALLES weiss. So wenig wie ich mit einem kaputten Fuß zum Augenarzt gehen würde, so wenig würde ich von einem Kinderarzt trophologisches Wissen erwarten.

Ansonsten: Ja, mach es, wie Du es willst, wenn Deine Schwester und Du trotz früher Zufütterung keine Folgen habt, dann wird es schon richtig sein - lass doch die Fachleute labern. Frei nach dem Motto: Meine Mutter machte es auch - und wir leben ja schließlich noch. Juhu.

Tschüß
Suse

Beitrag von ximaer 09.09.06 - 19:58 Uhr

Noch ein Nachtrag - obwohl der natürlich auf taube Ohren stößt.

Gerade für Flaschenkinder ist der frühe Beikoststart so fatal:
Aus unerfindlichen Gründen geistert ja immernoch der Glaube durch die Gegend, Flaschenkinder würden früher Beikost benötigen als Stillkinder. Das ist allerdings ein fataler Irrtum - hier sehr interessant eine Zusammenfassung einer Vorlesung von Prof. Dr. Otwin Linderkamp, langjähriger Chef der
Frühgeborenenstation der Kinderklinik Heidelberg:
"Unter dem klar Stellung beziehenden Titel „Gefahren künstlicher Nahrung für die kindliche
Darmreifung“ informierte er uns über die noch immer im Anfangsstadium steckenden neuen
Erkenntnisse über die phantastischen Wirkungen der Muttermilch. Bereits entdeckt sind mehrere 100
biochemisch und physiologisch wirksame Faktoren in Kolostrum und reifer Muttermilch.
Das Neugeborene, und ganz besonders das zu früh Geborene, hat einerseits einen sehr unreifen
Verdauungstrakt, dessen gesunde Entwicklung nachweislich zum großen Teil erst durch die
Muttermilch ermöglicht wird. Andererseits muss es im Vergleich zum Erwachsenen eine relativ viel
größere Nahrungsmenge aufnehmen und verarbeiten. Der unreife, enge Übergang zwischen Ileum
und Colon ist eine heikle Stelle, an der sich bei Frühchen Mekonium sammeln kann und zum Ileus
führen kann.
Wenn wir die Anatomie des Neugeborenen betrachten, sehen wir die sinnvollen physiologischen
Anpassungen an die Nahrungsaufnahme als „Säuger“: ein sehr großer Mund mit großer
Schleimhautoberfläche und eine ganz anders als beim älteren Kind gestaltete Zunge. Bewiesen ist
inzwischen, dass die in Muttermilch reichlich enthaltenen Wachstumsfaktoren direkt die Entwicklung
und Reifung des oralen Systems steuern. Fehlen diese Faktoren und wird zudem das Kind mit der von
ihrer Zusammensetzung nur als unphysiologisch einzustufenden künstlichen Milch ernährt, kommt es
nicht nur zu Spät- und evtl. Fehlentwicklungen, sondern es bleiben entscheidende Entwicklungen
ganz aus. Prof. Linderkamp betonte, welche „gigantische Bürokratie“ im menschlichen Körper herrscht
und wie wichtig deshalb die Einhaltung der physiologisch richtigen einzelnen Entwicklungsschritte im
vorgesehenen zeitlichen Ablauf für die Gesamtentwicklung des Organismus ist.
Neben vielfältigen Wachstumsfaktoren enthält die Muttermilch infektionsprophylaktisch wirksame
Bestandteile.
Leicht nachvollziehbar: wenn die Flasche mit der ohnehin nicht günstigsten Nahrung für das Kind
gegeben wird, läuft die Nahrungsaufnahme durch den künstlichen Sauger völlig anders ab. Es wird
nicht der gesamte Mundraum mit den wichtigen Faktoren der Muttermilch benetzt, sondern die
künstliche Nahrung, die die entsprechenden Stoffe gar nicht enthält, wird zudem tief hinten im
Mundraum abgegeben, was reflektorisch sofort zum Schlucken führt.
Bei Sondennahrung fehlt der gesamte physiologisch wichtige Prozess des Saugens, Umspülens der
Mundschleimhaut und die Passage durch die Speiseröhre. Die durch den Mundkontakt bereits
angeregte Darmmotilität fehlt, diese Vorbereitung zur Ausschüttung von Verdauungsenzymen bleibt
aus, was sich in Verdauungsproblemen zeigt.
Wie durch Studien erforscht, sind die Darmzotten beim sehr unreifen Fetus in der 20.-24.
Schwangerschaftswoche noch kaum entwickelt; erst in den nächsten Schwangerschaftswochen
erreichen die Darmzotten eine physiologische Weiterentwicklung und Oberflächenvergrößerung.
Selbst beim reifen Neugeboren sind die Zotten noch nicht komplett ausdifferenziert, erst durch die
Einwirkung des Kolostrums und der reifen Muttermilch mit ihren u.a. Wachstumsfaktoren entwickelt
sich in der einzelnen Darmzotte das Eiweißgerüst mit enzymatisch tätiger Oberfläche.
Als wichtigste Faktoren in der Muttermilch können folgende benannt werden:
- der „Epidermal Growth Factor“ (EGT) , der hauptsächlich die (Schleim-)Hautoberfläche
entwickelt
- der erst vor etwa einem Jahr entdeckte „Nerval Growth Factor“ (NGF), der die Nervenzellen
differenziert. Dieser Faktor liegt in der Muttermilch von Mensch und Maus vor – in der der Kuh
jedoch nicht – und damit logischerweise auch nicht in den daraus hergestellten Formula-
Milchnahrungen. U.a. handelt es sich hierbei um Erythropoetin.
- die Verdauungsenzyme
- und wichtige Hormone, z.B. Adrenalin und Thyroxin; bisher gefunden wurden ca. 20
verschiedene Hormone
Diese Wachstumsfaktoren sind allesamt Proteine, d.h. sie werden bei Pasteurisation fast ganz und
beim Abkochen komplett zerstört!
Die EGF regen direkt das Wachstum von Mund, Magen, Dünn- und Dickdarm an.
Gerade das Kolostrum enthält enorme Mengen davon: zwischen 150 und 200 μg/l im Vergleich zu
reifer Frauenmilch, die ca. 50 μg/l enthält. – Kuhmilch (Basis aller nicht-therapeutischen Ersatz-
Nahrungen!) enthält höchstens 10 μg/l.
Somit kann gesagt werden, dass das Kolostrum der entscheidend wichtige Faktor für die Entwicklung
des Verdauungssystems ist – Prof. Linderkamp ist der Überzeugung, dass das „Kolostrum-Tabu“
vieler Gesellschaften mit ein Hauptgrund der erschreckend hohen Säuglingssterblichkeit war. (Leider
gilt dies teilweise bis zum heutigen Tag.)
Inzwischen wird diskutiert, dass z.B. Pylorus-Fehlentwicklungen durch die Kunst-Milch gefördert
werden.
Ebenso entscheidend wie die Wachstumsfaktoren sind die in der Muttermilch vorkommenden und
noch lange nicht erschöpfend erforschten Hormone. So haben die enthaltenen Prostaglandine
protektive Wirkung bei Verletzungen des Magen-Darm-Traktes (u.a. bekannt aus der Prostaglandin-
Hemmer-Forschung in der Pharmaindustrie, siehe ASS und sog. „Super-Aspirine“ zur Entzündungs- und
Rheumatherapie, wo als Folge oft tödlich verlaufende Magenblutungen auftreten, Anmerkg. d.
Autorin).
Erythropoetin wirkt unmittelbar wachstumsfördernd auf das Darm-Epithel, während Insulin als direkter
„Ernährer“ der Darm-Epithel-Zellen vermutet wird. Das Thyroxin wirkt günstig auf die Darm-Motilität
und das Hormon Somatostatin ist wichtig für einen physiologischen Glucose-Stoffwechsel.
Verdauung ist ein so komplexer Prozess, dass wir zumindest im Bereich der Neugeborenen noch am
Anfang der Erforschung der vielfältigen Wechselwirkungen stehen.
Die Nukleinsäuren in der Muttermilch werden in die Zellkerne und Ribosomen des Darmepithels
eingebaut; fehlen sie, so können keine neuen Epithelzellen gebildet werden.
Auch für die sich langsam aufbauende physiologische Entwicklung der Bakterienbesiedelung des
Darms sind die spezifisch in der Frauenmilch vorkommenden mütterlichen Bakterien wichtig, u.a. um
die Bakterien anzusiedeln, die im Darm Vitamin K synthetisieren.
Die Darmflora des voll gestillten Kindes ist überwiegend mit Bifidus und Lactobazillen besiedelt,
während sie bei nicht-gestillten Kindern nachgewiesenermaßen total anders zusammengesetzt ist. Bei
Nichtgestillten überwiegen Fäulnisbakterien, während Säurebakterien fehlen.
Der bisher oft bei Verdauungsproblemen empfohlene Milchzucker unterstützt die Laktobazillen und
Bifidus nicht! Zugabe von Milchzucker fördert eher die Fäulnis!
Entscheidend für eine physiologische Verdauung ist das Vorhandensein unverdaulicher Oligo-
Saccharide (sog. „Probiotika“), da diese die Bifidus+Laktobazillenflora fördern und gleichzeitig E.coli
u.ä. Keime hemmen. Diese „Säure“-Bakterien verhindern die Fäulnis von Proteinen.
Das Kuhmilcheiweiß aus der Formel-Milch kann nur ca. zur Hälfte abgebaut werden, so entsteht
Fäulnis. Also gibt die Milchindustrie Oligosaccharide zu, dies hilft jedoch kaum, da die Proteine
trotzdem noch unverdaut im Darm „herumfaulen“.
Linderkamp erwähnte, wie hochkomplex das in der Muttermilch mitgelieferte Abwehrsystem ist: in der
Brust wird sekretorisches IgA gebildet, das nur in der Muttermilch vorhanden ist, sonst nirgends im
Körper. Dieses sekretorische IgA wirkt im Epithel und kann sich direkt an Viren und Bakterien binden.
Darüber hinaus enthält die Muttermilch diverse IgG, IgM, Komplemente und ca. 100 verschiedene
Zytokine, sowie Eisen-bindendes und damit antibakteriell wirksames und wachstumsförderndes
Lactoferrin. Neben der noch wenig erforschten „Zaubersubstanz“ Prolaktin (u.a. wichtig für die Abwehr
und das Wachstum von Lymphgewebe) finden sich Makrophagen, Granulozyten und Lymphozyten
(letztere werden durch Einfrieren zerstört!).
Der „ganz besondere Saft“ Muttermilch enthält noch heute, wo es in weiten Teilen der Welt nicht mehr
dringend erforderlich wäre, spezifische IgA gegen Cholera und Pneumococcen, gegen
Camphylobacter und Coli sowie gegen Hämophilus influenza...
Linderkamp betonte, dass es gerade für sehr kleine Frühgeborene lebenswichtig sein kann, das
Kolostrum zu trinken: der bei diesen Kindern zu recht gefürchtete Mekonium-Ileus wird verhindert, da
die Darmpassage bei künstlich ernährten Kindern doppelt solange dauert und das Risiko erhöht."

Also gilt auch für Flaschenkinder: Lieber später als zu früh!

Grüße
Suse

Beitrag von sternsche75 09.09.06 - 20:33 Uhr

Da fällt mir nur ein: Wow, was für ein Vortrag #freu

Beitrag von sandra7.12.75 10.09.06 - 08:01 Uhr

Hallo

Warum die Mühe Suse???Die Muttis können es doch garnicht abwarten den Löffel zu benutzen.Sogar mein Kinderarzt hat trotz niedrigen Gewicht gesagt ich soll weiterstillen.Er ist halt sehr Groß.

lg

Beitrag von ximaer 10.09.06 - 08:13 Uhr

Guten Morgen,
na, ich glaube zwar nicht an das Gute im Menschen ;-) - aber eben, dass eine unsichere Mama mal durch Zufall die richtigen Infos zur richtigen Zeit bekommt und die richtigen Entscheidungen trifft.

Insgesamt gesehen ist es natürlich wirklich bei den meisten Babys, deren Mütter hier und anderswo beim Weckerklingeln am Tag desvollendeten 4. Monats den Löffel zücken und zum Stracciatella-Brei u.ä. greifen, vollkommen egal, ob sie nun schon so früh Beikost bekommen oder nicht. Denn das ist ja nur der Startschuß für jede Menge Ernährungsattentate auf die Kinder - und ob die nun früher oder später starten... egal.

Also: Sei es drum.

Grüße
Suse

Beitrag von egoistin 10.09.06 - 08:53 Uhr

ich habe mich lediglich auf das thema "allergien" bezogen

Beitrag von ratpanat75 10.09.06 - 00:17 Uhr

Hallo,

meiner Meinung nach braucht ein Säugling in den ersten 6 Monaten nichts ausser Milch.

Es geht ja nicht nur um das Allergierisiko !

Den Babies fehlen noch Enzyme, die die Verdauung bestimmter Proteine, Kohlehydrate und Fette ermöglichen.
Die Laber ist noch nicht ausgereift, und die Nieren sind noch nicht in der Lage, das Säure- Base- Verhältnis im Körper zu regulieren.

Leider wird mit dem Argument " das hat nicht geschadet" viel zu leichtfertig umgegangen. Der menschliche Stoffwechsel ist ein sehr, sehr komplexes Thema. Viele Auswirkungen der zu frühen Einführung von Beikost, können sich erst im Erwachsenenalter bemerkbar machen.

Das muss sicherlich nicht so sein, aber es kann.
Als Mütter sind wir für die Ernährung unserer Kinder verantwortlich und wenn ich irgendwie die Gefahr späterer ( möglichen) Folgen verringern kann, dann tue ich das auf jeden Fall!

lg,

Maya, deren Kindern ganz deutlich gezeigt haben, wann sie etwas anderes ausser Milch brauchten;-)

Beitrag von th.mm. 10.09.06 - 09:47 Uhr

Hallo,

also ich habe bei unserer kleinen erst mit 5 1/2 Monaten angefangen Beikost zu geben. Und es tut mir leid nicht früher angefangen zu haben. (Ist eher ein Spätzünder und konnte noch nicht sitzen und im halben liegen wollte ich sie nicht füttern. Wir essen ja auch nicht im liegen)

Die kleine hatte die ganze Zeit Darmprobleme. Alle drei Tage nur Stuhlgang und das ganze extrem grün und stinkend. Dauernd Bauchweh. Wir hatten also nicht nur die 3 Monatskoliken sondern die 5 Monatskoliken. (Laut Kia war alles OK)

Jetzt habe ich mich durchgerungen und zugefüttert. Seit dem ist der Stuhlgang mindestens einmal am Tag und meistens rot. (Möhren) und auch diese krämpfe haben ganz aufgehört. Sie pupst noch mehr wie vorher, aber es scheint Ihr nichts weh zu tuen. Ich bin nun happy, denn wenn die Kleine sich gequält hatte , tat es auch mir sehr weh.

Ich denke man kann nichts über einen Kamm scheren, jedes Kind ist verschieden und man muß sich einfach auf sein Gefühl verlassen.

Liebe Grüße:-)

Martina+Pascal(20.09.04)+Nadine(09.03.06)

Beitrag von utsn 11.09.06 - 11:07 Uhr

tach auch...

hier mein senf dazu;-).

ich denke auch, daß es nicht schadet, ab dem 4. monat mit breichen anzufangen.
bin ja nun ein ossikind und wir bekamen standardmäßig alle zeitig brei.allergien gab es bei uns kaum. auch in der generation meiner eltern war das ok.das sind die dinge, die ich sehe und da interessieren mich studien die ich selber nicht nachprüfen kann, nicht die bohne.
allerdings eine einschränkung!
ich würde sagen, daß man ebend darauf achten sollte, welchen !! brei man füttert.könnte mir vorstellen, daß diverse ungesunde zusatzstoffe für allergien verantwortlich sind.also all den mist in der nahrung, den es damals noch nicht gab...;-)

warum alles glauben, was in irgendwelchen heftchen steht?muß man nicht seine eigene logik walten lassen und alles ungefiltert umsetzen?

was'n, wenn morgen genau das gegenteil "richtig" ist???

"oh mein gott", wird dann alles, was man gestern glaubte über den haufen geworfen'??

was ist denn, wenn sich rausstellt, daß das zeitige futtern überhaupt keinen zusammenhang zu allergien aufweist?

ups?

vielleicht ist es die umwelt??also ab morgen bitte etwas eingeschränkter atmen?

ich möchte auch so lange wie möglich stillen. aber wenn baby bereit ist für brei, dann werde ich ihn nicht zurückhalten!!#freu
und dann interessiert mich von außen nix!!!

liebe grüße
le utsi