Wer hat gute Erfahrung mit einem Waldorfkiga gemacht?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von schnisi79 09.09.06 - 19:51 Uhr

Meine Frage steht ja schon oben. Außerdem würde mich interessieren warum ihr euch für den Waldorfkiga entschieden habt. Und wieviel Monatsbeitrag ihr bezahlen müßt.

Wir überlegen nämlich ob wir unsere Tochter dort anmelden sollen. ( Lea ist erst 9 Monate aber der Kiga ist schon bis Anfang 2008 belegt also müßten wir uns schnell entscheiden)

Ich hatte im Kleinkindforum schon mal eine Frage zum Thema Waldorf, da kamen nur so Negativbeispiele wie z.B. Kind darf pro Tag nur ein Bild malen oder es wird vorgeschrieben, was die Kinder ( und Elter ) anziehen sollen und Mädchen sollen immer geflochtene Zöpfe haben. Mich würde jetz von jemand dessen Kind dort hin geht interessieren, ob das stimmt?

Über viele Antworten würde ich mich freuen.
Gruß Denise

Beitrag von ninja17 09.09.06 - 20:30 Uhr

Hallo du.
Meune beiden großen Söhne waren im Waldorfkindergarten. Nun sind sie fast 11 und 9 Jahre alt. Die beiden waren sehr gerne im Kindergarten. Die Steinerphilosopie ist nicht bis zu meinen Beiden durchgedrungen, damit habe ich auch teilweise meine Probleme. Wir haben natürlich mehr Holzspielzeug als anderes, aber auch Playmobil und Lego gab es in ihren Kinderzimmern. Es gibt natürlich immer Hardcoreeltern, aber wir haben uns das herausgesucht mit dem wir uns identifizieren konnten. Vielleicht war aber unser Kindergarten, sprich die dortigen Kindergärtnerinnen einfach aufgeschlosener als woanders. Würde sie sofort wieder dorthin schicken. Monatsbeitrag war damals 150€ pro Kind.
Hoffe dir geholfen zu haben. Mein Jüngster jetzt zweidreiviertel kommt im Januar hin.
LG aus Wien
Nina mit Marius95 Aiko97 und Natan03

Beitrag von schnisi79 09.09.06 - 20:31 Uhr

Danke für deine Antwort.
Ich werde nach den Ferien mal genauer im Kiga nachfragen,
wie das dort so ist.

Beitrag von zaubertroll1972 09.09.06 - 21:24 Uhr

Hallo Denise,
ich kann Dir leider nichts über den waldorfkindergarten sagen. Mein Sohn geht in einen kath. Kiga.Mich würde aber sehr interessieren was Du von einem Waldorfkindergarten erwartest. Was glaubst Du, ist dort anders bzw. was sollte anders sein?

LG Z.

Beitrag von schnisi79 10.09.06 - 09:32 Uhr

Hallo Zaubertroll,
als ich bin Erzieherin in einem städischen Kiga und unsere Tochter wäre mein Einzugsgebiet das heißt eigendlich müßte sie in den Kiga in dem ich arbeite. Das möchte ich aber nicht und meine Kindergartenleiterin ist auch dagegen. ( z.B. könnte ich nie das Sommerfest mit meiner Tochter genießen, da ich ja im Dienst wäre und warscheinlich wäre ich zu meiner Tochter strenger als zu den anderen nur daß mir niemand vorwerfen kann ich würde sie bevorzugen) Die restlichen Kigas bei uns im Ort haben alles offene Gruppen und hinter diesem Konzept stehe ich überhaupt nicht.
Deshalb überlegen wir sie im WaldorfKiga anzumelden. Dort wird z.B. auch großen Wert auf das Freispiel gelegt, die Kinder werden dazu angeleitet. Sie gehen bei jedem Wetter raus, die anderen Kinder dort dürfen Zuhause auch nicht den ganzen Tag fernsehen, es wird mit den Kindern zusammen gekocht, sie erleben die Natur zum Beispiel Hasenfüttern, Schaafe misten und scheren und deren Wolle verarbeiten, haben viele Natursachen, Holzsachen zum Spielen....

Gruß Denise

Beitrag von zaubertroll1972 10.09.06 - 09:49 Uhr

Hallo,

vielen Dank für die Antwort.
Natürlich bist es ungünstig wenn das eigene KInd im selben Kiga ist. Das kann ich verstehen. Da muß man dann nach einer Lösung suchen.
Hmm....ich finde es eigentlich wichtig daß mein Kind dort in den Kiga geht, wo es aufwächst. Dort wird es auch später zur Schule gehen und mit den Kindern aus der Umgebung wächst es auf. Mit denen muß es mehr oder weniger zurecht kommen.
Naja...andere Faktoren müssen natürlich auch stimmen. Das tun sie bei uns zum Glück.
Vielen Dank für die Antwort...LG Z.

Beitrag von .calimera. 09.09.06 - 22:43 Uhr

Hallo Denise,

also das sind ja echt lustige Vorurteile, die Du da so gehört hast! Es ist auf jeden Fall bei uns im KiGa nicht so und ich habe auch noch nichts davon gehört!

Unser Großer geht seit Anfang des Jahres in einen Waldorfkinderarten und wir sind sehr glücklich damit. Es ist schon ein enormer Unterschied zu den "normalen" Kindergärten. Ich kann mich zwar auch nicht mit allem 100% identifizieren (Weltanschauung Rudolf Steiners) aber es ist für die Kinder echt ideal.
Das Frühstück wird immer gemeinsam vorbereitet, es wird nichts von den Kindern mitgebracht, sondern vor Ort eine gesunde Mahlzeit gemeinsam zubereitet. Die Spielsachen sind aus Naturmaterialien und es gibt keine Plastiksachen (was ich sehr begrüße, da ich viele Dinge, die sonst so angeboten werden echt furchtbar finde, natürlich spielen meine Kinder auch mal mit Lego und Playmobil zuhause, aber nicht überwiegend). Es gibte einen geregelten Tagesablauf, die Kinder werden in ihrem kreativen Spiel unterstützt während die Erzieherinnen einen bestimmten Tätigkeit nachgehen (zum Beispiel Puppen aus Wolle herstellen, einen Teppich weben, Essen zubereiten, Dekoration für Feste vorbereiten...), wobei die Kinder sich anschließen dürfen oder etwas anderes machen. Es gibt für alles bestimmte Rituale, jeden Tag wird draußen gespielt (egal bei welchem Wetter)... Es gibt einen Morgenkreis mit Fingerspielen, Liedern, kleinen Spielen und einen Schlusskreis mit Märchenvorlesen.
Es werden viele Feste gefeiert (ob religiöse wie Michaeli, Johanni, Nikolaus... oder andere wie Sommerfest, Apfelernte, Karneval), die gemeinsam vorbereitet werden und deren Bedeutung den Kindern beigebracht wird.

Das sind für mich eigentlich alles Gründe, die mich zu der Entscheidung Waldorf-KiGa gebracht haben. Und natürlich, dass unser Sohn sich dort direkt super wohlgefühlt hat.

Der Platz kostet für uns 90€, es gibt eine Einkommensabhängige Staffelung, ich glaube der Höchstbeitrag liegt bei 180€ (bin mir nicht ganz sicher). Da ist das Geld fürs Essen und Balstelmaterial incl.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

Liebe Grüße,
Silvia

Beitrag von lea2001 10.09.06 - 19:55 Uhr

Hallo Silvia,
was Du beschreibst, mit Ausnahme von der Frühstückszubereitung und dem Spielzeug aus Naturmaterielien, ist bei uns im "normalen" Kindergarten
der normale Ablauf.
LG Lea
P.S. Ich will ja nicht wissen, wie bei Euch dann die normalen
Kindergärten sind, wenn Du schreibst, dass bei Euch da so
ein enormer Unterschied ist.

Beitrag von 3blade3 10.09.06 - 22:42 Uhr

Hallo. Mit solch einem Kiga oder einer Schule kann ich mich nicht identifizieren und es ist mir pers. auch zu sektig! Also ich würde mein Kind allerhöchstens noch auf eine Montessorie-Schule gehen lassen. Aber jeder wie er mag. Mein Schwager hat seine zwei Mädels auch in einem W-Kiga und nun auf einer W-Schule. Grusel, was ich da so höre. Ich nichts für mich. Die leben 100 % nach Steiner. Also wenn ich schon was von Arier im dortigen Text lese, stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Sorry, never!!!!!!!!!:-( LG