Trennung ... es geht nicht mehr!!!

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von engel2405 10.09.06 - 10:38 Uhr

Hallo!

Ich bin jetzt knappe 5Jahre mit meinem Freund zusammen und wir haben 2 gemeinsame Kinder. Unsere Beziehung läuft schon lange nicht mehr so besonders, mein Freund trinkt regelmäßig, sitzt nur am PC und kümmert sich weder um unsere Kinder noch um mich (es sei denn er möchte Sex). Anfang des Jahres wollte ich mich bereits trennen. Nachdem er dann die ersten 1-2Tage Terror machte, uns nachts nicht schlafen ließ und den Kindern erzählte sie würden ihren Papa nie mehr sehen und all so ein Quark (er benahm sich wie ein Assi - rauchte im Wo-Zi, betrank sich, demolierte 2-3Haushaltsgegenstände, beschimpfte mich), versprach er mir sich zu ändern und nicht mehr so viel zu trinken, auch mehr mit uns als Familie zu unternehmen usw. Das klappte dann auch 2-3Wochen, seitdem ist wieder Sense. Naja, es geht mal mehr und mal weniger. Seit einigen Wochen geht es wieder nicht und gestern bzw. heute früh gab es den Rest.
Ich ging gestern Abend mit meiner Schwester weg und als ich nachhause kam, bekam mein Freund Besuch von einem Kollegen. Der hatte einen mit Bier gefüllten Rucksack dabei und beide gaben sich die Kante. Mein Freund hatte wohl abends auch schon Bier getrunken, während ich ausgegangen war. Nunja, jedenfalls kam der Bekannte und sie "feierten" eine kleine "Party" und irgendwann stritten sie sich. Ich hatte die nacht total schlecht geschlafen, weil sie so laut waren und hörte wie sie die Diskussion begannen. Ich weiß nicht, worum es ging, aber es polterte plötzlich und wurde total laut nebenan. Ich ging rüber und beide hockten auf dem Boden, mein Freund total voll. Ich schimpfte, was der Krach soll und ob sie noch alle Latten am Zaun haben und der Kollege meinte zu meinem Freund "Ja genau, was soll das denn?" Wie gesagt, ich weiß nicht worum es ging, aber mein Freund suchte den Streit anscheinend irgendwie und provozierte. Da rastete mein freund total aus, schnappte sich seinen Kollegen und wollte ihn verprügeln. Ich ging 2-3x dazwischen, war total durcheinander, schrie sie sollen das lassen und die Kinder wurden wach und kamen heulend angerannt. Irgendwann beruhigte sich die Situation, der Kollege ging und mein Freund fiel ins Bett. DA wurde mir bewußt und klar, daß ich die Beziehung nicht mehr möchte. Für mich selbst wäre es wurscht, ich lebe seit WOCHEN mein eigenes Leben mit den Kindern. Aber die Kinder sollen und dürfen so einfach nicht aufwachsen. Sie haben nichts von ihrem Papa, der sitzt nur am PC und weil er genervt von den Kids ist macht er die Tür zu und wir sitzen im Wo-Zi. Sie sehen, wie er (nach der Nachtschicht) morgends seine Bierchen trinkt und sie erleben, daß mir Vorwürfe gemacht werden ich sei an unserer Situation selbst Schuld, weil ich immer nur meckern würde. Da hätte er garkeine Lust sich zu kümmern, nicht um die Kindern und nicht um mich.

Ich weiß, ich werde mich trennen. Aber wie geht es dann weiter? Wie läuft es mit dem Geld? Wir bekommen Hartz4, weil sein Gehalt nicht zum überleben reicht. Ich bin noch 1Jahr in Elternzeit.

Ich weiß echt nicht, wo mir der Kopf steht und vorallem hoffe ich, daß ich den richtigen Moment erwische um mit ihm zu reden. Ich weiß er wird ausrasten, sich betrinken und uns nicht schlafen lassen. Er wird den kindern wieder solche Geschichten erzählen und sich benehmen wie ein Trottel. Und er wird mir irgendwie leid tun, davor habe ich am meisten Angst! Angst, daß ich wieder schwach werden könnte und ihm verzeihe ....

Was soll ich tun???

Beitrag von pati_78 10.09.06 - 21:24 Uhr

Hallo Ina!
Du musst daraus - umgehend!

Ich schreibe Dir aus der Sicht eines Kindes dessen Vater ein Alkoholiker war und die Mutter nicht die Kraft hatte sich von ihm zu trennen.
Es ist KEIN gutes Leben!
Es fing ganz harmlos an. Mal ein Bierchen, dann haeufiger ein Bierchen, dann wieder ein kleines Flaeschchen-irgendwann mehrere hintereinander.
Irgendwann fing ihm an die Hand auszurutschen. Ich kann gar nicht zaehlen, wie oft es passiert ist und wie oft er sich entschuldigt hatte. Meine Mutter verzieh ihm jedes Mal.
Er behandelte sie von oben herab, zunaechst sehr subtil, spaeter war es Psychoterror.
Er machte meine Mutter vor uns schlecht. Wir waren damals noch recht klein, sich ein objektives Bild zu machen war es damals nicht einfach.
Auch nachdem meine Mutter im Krankenhaus war entschuldigte er sich und sie verzieh. Sie erstatte keine Anzeige, denn er tat ihr Leid, obwohl es aus seiner Sucht keinen Rueckweg gab.
Ein Alkoholiker, ein Mann dem seine Kinder egal sind, ist ein Maenner/Vater- Bild, das den Kindern erspart werden sollte. Da ist es besser das Leben, auch wenn es schwierig ist selbst in die Hand zu nehmen, denn die Kinder merken, dass etwas nicht stimmt. Sie ziehen sich zurueck und es geht ganz schoen auf die Psyche. Als es bei uns ganz schlimm wurde - da war ich etwa 22 Jahre alt, konnte ich einfach das Auto nehmen und abhauen. Meine 9 Jahre juengere Schwester ist zu falschen Leuten gefluechtet, in Drogen und ebenfalls Alkohol. Dass sie jetzt die Oberstufe Besucht und ihr Abitur anstrebt ist meiner Mutter zu verdanken, die endlich einen Absprung geschafft hat. Einen "Schaden" haben wir bis heute. Die eine einen groesseren, die andere einen kleineren. Die Daemonen der damaligen Zeit besuchen uns meistens in den Traeumen.
Erspar es Deinen Kindern. Pack Deine Siebensachen, bring sie zur Oma, oder einer Freundin und rede mit Deinem Mann. Stelle kein Ultimatum, denn es wir nicht besser. ER WIRD SICH NICHT AENDERN!!!

Ich habe gesehen, dass Du aus Hannover kommst. Ich auch. Du kannst mich anschreiben, wenn Du Hilfe brauchst.

Pati - mit einem kleinen Schaden

Beitrag von engel2405 11.09.06 - 07:21 Uhr

Hallo und vielen Dank für Deine Antwort.

Ich habe gestern mit ihm geredet und er versprach mir, nie wieder etwas zu trinken denn er habe sich selbst über sich erschrocken. Ich weiß nicht ob ich ihm glauben kann und bin erstmal bei der Trennung geblieben. Er gibt sich nun viel Mühe mit dem haushalt und den Kindern und ich schwanke wieder zwischen Trennung und Chance.

Vielleicht könnten wir uns per Mail austauschen? Würde mich freuen.

LG

Beitrag von alffine 11.09.06 - 12:53 Uhr

Hallo,du mußt an erster Stelle an deine Kinder denken! Es gibt viele Beratungsstellen die du aufsuchen kannst und die werden dir auch helfen.Er verspricht dir das nur damit du mit den Kindern nicht gehst aber das hält nicht lange an eigene Erfahrung. Ich habe mich getrennt und bin glücklich dabei und sein Kind kann er jede Zeit sehen.Ich hoffe, du findest den richtigen Weg für dich und deine Kinder.Gruß alffine

Beitrag von cocteau.twin 19.09.06 - 00:10 Uhr

Hi engel,

zerr ihn möglichst schnell zu einer Suchtberatungsstelle. Die Chance solltest Du Euch geben!

Beitrag von engel2405 19.09.06 - 06:16 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich habe meinen Freund einmal damit "konfrontiert", daß er ein Alkoholproblem hat. Ich habe es ihm nicht als Vorwurf gemacht, sondern versucht in Ruhe mit ihm darüber zu reden. Erst lachte er mich aus, dann war er tagelang totbeleidigt und redete kein Wort mit mir. Als ich mich dann schonmal von ihm trennen wollte erzählte er seinen Eltern, ich hätte ihn als Alkoholiker "beschimpft" und die waren natürlich total geschockt. Sie wissen aber auch nichts von dem enormen Bierkonsum ihres Sohnes. Klar ist, daß er gern mal einen trinkt.

Ich werde mich hüten, ihn nochmal darauf anzusprechen!

Liebe Grüße, Ina

Beitrag von cocteau.twin 19.09.06 - 09:28 Uhr

Hallo Ina,

würdest Du Deinen Freund noch lieben, wenn er vom Sprit loskommt? Vielleicht guckst Du mal hier

www.caritas.de/2054.html

und redest mal mit denen?

Liebe Grüße

CT