Meine Mutter....

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von lumi1980 11.09.06 - 05:13 Uhr

Hallo,

ich wollte Euch mal um einen Rat fragen. Ich habe seit fast einem Jahr keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter (nur ab und zu, wegen Unterlagen für irgendwelche Ämter, aber nix persönliches). Der Grund ist mein Stiefvater, ich habe jahrelang stillgehalten, damit meine Mutter ihre Fassade von heiler Familienwelt aufrechterhalten kann, aber irgendwann ging es nicht mehr, und es ist alles aus mir rausgebrochen. Naje trotzallem, sie sollte sich schämen, sich Mutter nennen zu dürfen, vermisse ich sie ganz schrecklich, besonders jetzt, da ich schwanger bin, und gerade da sehnt man sich doch nach der Unterstützung der Mutter. Ich habe auch keine Geschwister an die ich mich wenden könnte. Fühle mich also gerade sehr alleine. Einerseits möchte ich es ihr gerne sagen, aber ich bin mir nicht sicher, denn ich habe wahnsinnige Angst, dass sie mich wieder so enttäuscht, dass ich mich frage, ob sie wirklich meine Mutter ist.

Danke fürs zuhören!

Beitrag von mely73 11.09.06 - 10:06 Uhr

Hallo du,

ich kann gut nachempfinden, wie du dich fühlst.
Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zu meiner Mutter. Als ich schwanger war (vor 9 Jahren...) hatte ich den Kontakt zum ersten Mal abgebrochen. Einen Tag vor dem Geburtstermin stand sie auf einmal mit Geschenken auf der Matte. Na gut, große Versöhnung. Ging dann auch lange gut. Bis sie mir irgendwann vorgeworfen hat, ich wäre wegen meines Freundes ausgezogen, weil der unbedingt von zu Hause weg wollte. Dabei bin ich wegen ihres damaligen Freundes ausgezogen, der sich parasitär bei uns eingenistet und sie nach Strich und Faden betrogen hatte.
Also gab es wieder einen kurzen Beziehungsabbruch. Danach hatten wir sporadisch Kontakt, auch wegen meiner Tochter. Sie ist ja immerhin die Oma und hat sich immer ganz klasse um die Kleine gekümmert. Dann hatte sie vor ein paar Jahren einen Schlaganfall. Danach klappte es wieder eine Zeitlang besser mit uns. Sie tat mir halt leid...

Na ja, nun rede ich schon wieder seit ein paar Wochen nicht mehr mit ihr. Das fing alles damit an, dass wir im Februar in das gleiche Haus gezogen sind, wo auch mein Vater wohnt (meine Eltern sind seit 15 Jahren geschieden). Einmal war sie da - im Februar zu meinem Geburtstag. ein paar Tage danach sagte sie am Telefon "so lange der Alte lebt, komm ich nicht mehr zu euch". Das fand ich schon sehr nett. Aber dann musste sie im Juli umziehen, da die Häuser wo sie wohnt saniert werden (was wir schon seit längerem wussten, aber noch nicht den genauen Termin) und wir hätten ihr angeblich unsere Hilfe nicht angeboten. Sorry, aber dann muss sie uns leider auch mitteilen, wann genau sie ihre Kisten packen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Kusine (die ihr dann geholfen hat) jeden Tag bei ihr angeschellt hat: "darf ich jetzt endlich helfen kommen".
Jedenfalls ist seitdem mal wieder komplett Funkstille und ich werde mich auch nicht mehr bemühen.
Es hat keinen Zweck und fertig. Ich seh auch nicht ein, dass ich immer die "Buhfrau" bin und immer angekrochen kommen muss.
Puh, irgendwie gehts mir jetzt ein bisschen besser, nachdem ich mir das mal von der Seele geschrieben habe. Ich bin froh, dass ich meine kleine Familie habe und meinen Papa mit Familie.

Alles Gute für dich,

LG
Mely

Beitrag von bambolina 11.09.06 - 23:47 Uhr

Ganz verstehe ich das stillhalten bez. deines Stiefvaters nicht... Ihre Fassade? lass sich doch ihr leben leben. Es ist deine Mutter, egal ob dir ihr Leben gefällt oder nicht, du solltest dich nicht einmischen (falls du das getan hast... Zitat: irgendwann ging es nicht mehr, und es ist alles aus mir rausgebrochen) Du möchtest auch nicht, das man dein Leben bestimmt.
Falls ich das falsch vestanden habe, vielleicht solltest du mehr darüber schreiben, um es besser zu verstehen.
lg bambolina

Beitrag von lumi1980 12.09.06 - 06:14 Uhr

Hallo,

es geht darum, was mein Stiefvater mir angetan hat, und sie davon wusste, und es totgeschwiegen hat, nach dem Motto "Wir haben Dir doch dafür alles ermöglicht". Sie hat ihr vermeintliches Glück mit einem Schwein von Mann über mich gestellt, und stellt es dann noch so hin als wäre sie das arme Opfer. Sie hat nicht jede zweite Nacht Alpträume deswegen.

Beitrag von bambolina 13.09.06 - 22:48 Uhr

Hat deine Mutter "Einsicht" gezeigt, als alles aus dir herausgebrochen ist???

Es ist schwer, dir einen Tipp zu geben, wenn man nicht in der gleichen Situation war.

Ich war nie ein Freund von irgendwelchen Therapien, aber jede 2. Nacht von Alpträumen ist auch net normal. In meiner Umwelt wurden schon viele "therapiert", von Kindern die Ergo benötigten (wie mein Sohn) bis hin zu meiner Freundin, die sich wegen Depressionen mehrfach versuchte umzubringen. Und keinem der Patienten ging es schlechter als vorher, ihm konnte nur geholfen werden.
Vielleicht ist es doch sinnvoll, sich den Rat eines Therapeuten einzuholen?

Es ist auch eine Frage deines "Herzens" - bist du bereit, deiner Mutter alles zu verzeihen, lohnt sich ein neuer Anfang?

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe sehr, dass du deinen Weg findest.

#liebdrueck bambolina

Beitrag von lumi1980 14.09.06 - 08:57 Uhr

Hallo,

danke für die Antwort. Meine Mutter hat es nicht eingeehen, sie stellt es so hin, als würde ich jetzt ihr Leben zerstören. Ich glaube verzeihen kann ich ihr das nicht. Aber trotzdem ist sie ja meine Mutter. Ich glaube, ich werde ihr sagen, dass sie Oma wird, und dann muss sie einen Schritt auf mich zumachen. Ich glaube, sie ist diesem Mann total hörig. Es ist halt schade, weil ich keine Geschwister habe. Im Prinzip ist sie meine "ganze" Familie. Jetzt mal von der Familie meines Mannes abgesehen, aber die wohnen alle im Auland. Mal gucken, ich werde mich jetzt erstmal auf mich und unser Baby konzentrieren. Danke fürs zuhören.

Liebe Grüße

Beitrag von bambolina 14.09.06 - 23:01 Uhr

Das ist natürlich arg, dass es deine Mutter nicht eingesehen hat... Ich würde es ihr vielleicht auch sagen, wenn sie es nicht interessiert, versuche es zu vergessen. Du hast bald deine eigene kleine Familie, auch wenn du sonst niemand hast, du bist nicht alleine :-)
Hörig sein ist auch eine "Krankheit", ich habe es bei meiner Pflegetochter erlebt, wie sie ihren (ex)Freund hörig war, ich war oftmals am verzweifeln. Das soll sicher keine Entschuldigung für das Verhalten deiner Mutter sein.
Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute in deiner Schwangerschaft und viel Glück mit deiner kleinen Familie
liebe Grüße bambolina

Beitrag von lumi1980 15.09.06 - 09:10 Uhr

Hallo,

vielen lieben Dank!#liebdrueck

Beitrag von bambolina 15.09.06 - 22:12 Uhr

#liebdrueck