Mein Papa wurde mir einfach genommen

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von jagoda 11.09.06 - 09:34 Uhr

hmmm... ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
Ich bin mehr wütend wie traurig! Vor wenigen Monaten is mein Papa gestorben!Man weiß nicht woran er gestorben ist...

Es war sehr plötzlich und keiner hatte vorher damit gerechnet...Er war auch erst 51 Jahre alt und eigentlich hat ihm so nichts gefehlt haben wir gedacht.
Seitdem Tod von meinem Papa gerät mein ganzes Leben ausser Kontrolle. Ich bin ne sehr junge alleinerziehende Mami und is natürlich dann sehr schwer den alltag zu meistern.
Zu dem Rest meiner Familie hab ich sehr schlechten Kontakt und daher bin ich mit meiner Tochter sehr allein.
Ich bin noch so wütend darauf das mein Vater gestorben is, auch wenn sich das für manche schlimm anhört!
Mein Vater war meine ganze Familie und ich will ihn so gern zurück haben.
Ich habe so viele Gedanken in mir und Fragen die nie eine Antwort bekommen werden.
In mir is alles so dunkel geworden und meine Tochter gibt mir schon so viel aber manchmal hab ich das Gefühl das mir das irgndwann nicht genug Kraft gibt weils jeden Tag schlimmer zu werden scheint.Ich liebe meine Tochter das ist keine Frage aber das was mir genommen wurde kann auch sie mir nicht wieder geben lieder...
Ich habe das Gefühl diese endlose Trauer und diese Wut würden nie aufhören...
Geht es jemandem wie mir???

Liebe grüße

Beitrag von pegasus080675 11.09.06 - 10:39 Uhr

Hallo,

ich kann dich sehr gut verstehen, auch wenn der Tod meines Papis mittlerweile über 6 Jahre her ist. Mein Vater ist mit 52 Jahren an Lungenkrebs erkrankt und am 11.01.00 im Krankenhaus gestorben. Seine neue Frau, ihr Sohn und ich waren dabei. Anfangs war ich auch sehr wütend, danach unendlich traurig und verzweifelt. Ich habe sehr lange gebraucht, das Erlebte halbwegs zu verarbeiten und dachte nicht, daß ich jemals wieder glücklich sein kann. Mittlerweile habe ich geheiratet und eine süße Tochter bekommen. Dennoch schmerzt der Verlust meines Papis immer noch sehr und ich denke, daß wird sich auch nie ändern. An manchen Tagen ist es besser und an anderen ist es einfach nur fruchtbar.

Ich kann dir leider nicht wirklich weiterhelfen und wollte dir nur zeigen, daß du mit deinen Gefühlen nicht alleine bist.

Ich wünsche dir alles Gute.

Liebe Grüße
Manu

Beitrag von brianna123 11.09.06 - 12:30 Uhr

Hallo!

Mein Vater ist auch vor fast 2 Jahren gestorben. Das war 1 Monat nach seinem 50. Geburtstag. Er hatte Lungenkrebs. Es war furchtbar. Er fehlt uns sehr!

Sabrina

Beitrag von rose12 11.09.06 - 20:10 Uhr

Hallo,


es tut mir sehr leid und spreche dir mein Beileid aus#kerze

Mir gehts auch so,habe plötzlich meine MAMA verloren,man hat sie mir einfach genommen.Nämlich ein Lkw-Fahrer hat sie einfach mal so überfahren:-[#heul Sie war immer gut drauf und sehr stolz auf ihr Sonnenschein(Enkelchen).Ich komme damit auch nicht klar und versinke in Selbstmitleid und Trauer wenn ich nur ganz fest an sie glaube oder wenn zuhause mal wieder alles verrückt spielt...

Meine MAMA war 57 Jahre und auch noch meine Beste Freundin.Wir waren auch faßt jeden Tag zusammen#schmoll
Ich vermisse sie sehr#herzlich#kerze

Liebe Grüße und für deinen PAPA eine#kerze

sandra mit MAMA#stern

Beitrag von risa 12.09.06 - 09:24 Uhr

hi ich kann dich sehr gut verstehen mein dad ist vor einem jahr an krebs gestorben da war ich 19.In dem zeitraum wo er gestorben ist hab ich erfahren das ich schwanger bin...ich bin so traurig und auch wütend gewesen das ist ganz normal.Ich hatte keine chance ihm zu erzählen das ich ein kind erwarte und er wird seine enkeltochter nie sehen können.Ich war
ein sogenanntes papa kind, für mich ist es heute noch schwer darüber zu reden dann kommen mir sofort dir tränen so wie jetzt auch und immer wenn ich das lied von glashaus (haltet die welt an) höre denke ich an ihn und muss weinen...aber manchmal tut es gut mit jemanden über ihn und frühere erlebnisse zu sprechen.
Und wenn ich ehrlich bin ich rede sogar noch mit ihm, hört sich bestimmt blöd an aber ich tus...#stern
ich wünsch dir viel glück das es dir bald wieder besser geht!#kleeUnd wenn du in das gesicht deiner tochter guckst dann guck mal wieviel liebe in ihren augen steckt und was du wunderbares geboren hast!!!

Beitrag von pharaonenfrau 13.09.06 - 21:01 Uhr

Hallo. Ich kann Dich wirklich gut verstehen. Mein Papa ist am 07.12.2005 mit 63 jahren an Lungenkrebs gestorben. Im April wurde die Krankheit festgestellt und nach einer ärztlichen Fehldiagnose (man sagte, es handele sich um Osteoporose) hatten Metastasen schon die ganze Wirbelsäule zerfressen. Er wurde 15 Std. operiert, wo wir schon Todesängste ausgestanden hatten. Aber seitdem war er bettlägerig, musste sogar gewickelt werden. Für ein Elternteil gibt es glaube ich nichts schlimmeres, irgendwann von den Eltern gewickelt werden zu müssen. Auch die Chemo + Bestrahlung hat ihm fürchterlich zugesetzt. Durch die Krankheit ist er ein anderer Mensch geworden. Die Zeit, diese 9 Monate war die schlimmste Zeit in meinem Leben. Im September letzten Jahres habe ich geheiratet und mein Papa lag alleine zu Hause und hat nur geweint. Ich kann damit einfach nicht umgehen. Am 06.12.05 haben wir ein Anruf aus der Rehaklinik bekommen (dort sollte er das Laufen lernen), dass mein Papa im Sterben liegt und wir alle nochmal kommen sollen, wenn wir uns verabschieden möchten, d.h. verabschieden war nicht möglich, da er unter Morphium gesetzt war, aber wir konnten ihn nocheinmal sehen. Er lag bereits im Sterbezimmer, neben ihn hatten die Krankenschwestern Süßigkeiten gelegt, es war ja schliesslich Nikolaus. Ich muss gerade weinen, denn immer, wenn ich an diesen Moment denke...es war so schlimm, den Nikolaus da liegen sehen, im anderen Moment meinen Papa mit dem Sauerstoffschlauch in der Nase. Das letzte was er zu uns sagte, ich bin Weihnachten wieder zu Hause, sonst wärs ja auch ziemlich traurig geworden, dann hat er mir nocheinmal zugewunken. Das war das letzte Mal, wo ich ihn lebend gesehen habe...dieser Tag jährt sich jetzt bald zum 1x und ich habe totale Angst davor. Ich war schon immer ein totales Papakind und für mich ist es einfach unfassbar. Ich bin manchmal auch richtig wütend und werfe ihm vor, dass er mich im Stich gelassen hat, dass er nur an sich gedacht hat. Aber ich denke, dass ist ganz normal. Ich spreche oft mit ihm und ich denke, dass er immer bei uns ist (die Seele stirbt schliesslich nicht...) Wenn ich auf´m Friedhof bin, erzähle ich ihm alle Neuigkeiten, als wenn er noch da wäre...Wenn wir quatschen wollen, könnt ihr mich gerne anmailen, ich muss jetzt aufhören, denn wenn ich daran denke...muss ich erstmal aufhören. Liebe Grüsse an alle da draußen...Melanie