Rat brauche in Erziehungsfragen (Kind = 24 Monate) ACHTUNG, lang

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 13:02 Uhr

Hallo,
ich benoetige mal einen Rat von Euch.
Ich hoffe ausserdem, dass ich hier niemanden vor den Kopf stosse oder so.
Leider muss ich etwas ausholen, um die Situation so gut es geht schildern zu koennen.
Wir wohnten in einem 3-Familienhaus vor 3 Jahren und eine Frau, die dort mit ihrer Schwester allein wohnte, war 5 Jahre juenger als ich (damals
25) und eigentlich ganz nett, wenn auch zu unzuverlaessig um eine engere Verbindung zu ihr aufbauen zu koennen. Z.B. wenn wir sie zum grillen
einluden, kam sie einfach nicht etc. Machte ja nix, man konnte sich ja einfach nicht mehr verabreden ;-)

Dann eroeffnete sie uns eines Abends, dass sie im 5. Monat schwanger sei, ihr Freund, den wir nur sporadisch sahen, wollte dann auch bei ihr einziehen.
Vorher haette sie die Schwangerschaft allerdings nicht bemerkt.
Wir halfen ihr ab und zu, Borde anbringen im neuen Kinderzimmer und so denn ihr Freund machte rein gar nix.
Das wars aber auch schon, mehr Kontakt hatten wir dann nicht. Als das BAby da war, sollte ich sie gleich besuchen, was ich auch tat.
Sie hatte mit ihrem schmerzhaften Dammriss zu kaempfen und das Aufsetzen etc fiel ihr natuerlich schwer. Der Kleine schrie oft und als ich fragte
ob ich ihn ihr rueberreichen sollte meinte sie nur "nee, das hat mir so viele Schmerzen gemacht, nimm du es mal".
Naja, gut, die Hormone sind wahrscheinlich nicht die harmonischten in so einer Situation, kann man ja verstehen!
Wir halfen ihr von da an mehr, als der Kleine 3 Wochen alt war sass sie erschoepft bei uns im Wohnzimmer, sie hatte lange nicht mehr durchgeschlafen (stillte aber nicht mehr) und musste auch viel in der Wohnung tun. Der Kleine schlief in der Tragetasche des Kinderwagens friedlich. Mein Mann und ich boten ihr an, ihn kurz bei uns zu lassen, wenn sie einiges zu tun hatte (wir wohnten nur eine paar Treppenstufen unter ihr). Sie verschwand also dankbar. Mir persoenlich waere es nicht recht gewesen, wenn "Fremde" auf mein klitzekleines Baby aufpassten, aber es war von uns ja nur ein Angebot
und ihre Entscheidung. 4 Stunden spaeter war sie noch immer nicht zurueck, ich ging Flaeschen und Milchpulver, Windeln etc kaufen und fuetterte ihn. Gegen 10 uhr abends kam sie dann wieder um zu fragen, ob er nicht die Nacht bei uns bleiben koenne, sie wollte mal ausschlafen.
Wir sagten ja. So schlummerte der Kleine in der Tragetasche zwischen uns und ich stand in der Nacht 2x auf. Es war ja Wochenende.

Damit nahm das Verhaengnis seinen Lauf sozusagen ;-). Wir kuemmerten uns oft um den Kleinen, er wuchs uns natuerlich auch ans Herz. Zur Taufe wurden wir die Pateneltern.
Wir schenkten ihm eine Ausbildungsversicherung und er war fast jedes Wochenende von Freitag nachmittag bis Sonntagabend bei uns und manchmal auch abends in der Woche.
Dann zogen wir ca. 30 Minuten voneinander entfert in 2 verschiedene Orte aber Kleine war noch oft bei uns. Sonst bei der Oma oder Tante etc.
Wenn ich darueber nachdenke, war noch noch nie 7 Tage am Stueck nur bei seinen Eltern. (!!)
Zur 1. wichtigen U-Untersuchung mit 12 Monaten mussten wir mit ihm gehen, weil keiner der Eltern Zeit oder Lust hatten, einen Termin hatten sie sogar schon verpasst. Er feierte bei uns Silverster etc. ein Wunder dass er seinen Geburtstag zu Hause war, der Vater allerdings hielt das nicht fuer noetig, er hatte besseres zu tun.
Leider gibt es bei ihm zu Hause keine Grenzen was zur Folge hat, dass er z.B. seine Mutter oft ins Gesicht schlaegt (er ist jetzt 2 Jahre alt) und macht, was er will.
2x waere er auf einer Hauptstrasse schon ueberfahren worden, er hat schon sooo oft grosses Glueck gehabt denn er laueft immer einfach weg und hat keine rechte Bindung zu den Elten (wen wundert's).
Gut, es ist IHR Kind und IHRE Erziehung, nur bin ich der Meinung dass er nicht so oft weggeben werden sollte damit sich andere dann mit der Situation auseinander setzen.

Denn er macht alles kaputt, hoert auf nichts, spricht nicht mal 3 Worte, und wird nicht gefoerdert. Er putzt keine Zaehne, ihm liest niemand vor und den ganzen Tag laeuft nur der Fernseher. Er hat nicht mal richtige Mahlzeiten und macht meist erst gegen 17 Uhr Mittagsschlaf, was zur Folge hat dass er bis 23 Uhr locker durchhaelt.
Mittlerweile gehen deren Erziehungsmethoden und unsere Vorstellung vonr derselben dermassen auseinander, dass wir ihn schon lange nicht genommen haben.
Denn ich denke, die Umstellung von "alles duerfen, keine festen Mahlzeiten, etc" zu einem regelgeltem Ablauf und Grenzen ist fuer ihn auch nicht gerade gut. Vor einem Jahr noch
hat er das gut mitgemacht und war total aufgeweckt und lieb wenn er Sonntags von uns kam, er wollte dann auch nie nach Hause und hat bitterlich geweint aber mit 24 Monaten ist das nicht mehr so schnell "umzupolen" und ja auch gar nicht unsere Aufgabe.
Was sollen wir jetzt machen? Die fragen schon immer, wann er wieder zu uns kommen kann. Ich arbeite auch Vollzeit und hab am Wochenende nicht immer ungedingt Lust auf ein dermassen ungezogenes Kind.
Ich will ihn aber auch nicht im Stich lassen....
HILFE!

Beitrag von celia79 11.09.06 - 13:30 Uhr

Hallo,

meine Güte, dass es solche Eltern gibt!??? Das gibts ja gar nicht.#schock
Da steigen einem beim Lesen ja wirklich die Tränen in die Augen. Ich könnte mir nie vorstellen, meine Maus nicht lieb zu haben. Und es ist doch schön, zu sehen, wie die Augen leuchten, wenn sie ein Buch vorgelesen bekommen etc.

Na ja, aber wirklich einen Rat geben kann man da ja nicht. Am besten wäre echt, wenn man das Jugendamt mal anonym dahinschickt.
Denn besser wird es für den Kleinen wahrscheinlich nur in einer anderen Familie gehen. Wie bei Euch, aber ihr geht ja Vollzeit arbeiten. Und um ein Kind kümmern und es dann nachher vielleicht nicht mehr sehen zu dürfen, weil den Eltern mal wieder was nicht passt, stelle ich mir auch schwer vor. Wenn man die Kleinen grosswerden sieht, steckt auch viel Herzblut mit drin.

Was anderes als das Jugendamt fällt mir nicht ein. Aber solche Leute müssten wirklich "Auflagen" bekommen, die zu erfüllen sind.

Liebe Grüsse, Celia mit Hannah (23.12.2004)

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 13:41 Uhr

Ganz genau, dass wir ihn dann nicht mehr sehen duerfen befuerchte ich ja auch. Aber die tun es ja auch so ab und wenn ich z.B. sage, ich singe ihm immer "WEisst Du wieviel Sternlein stehen" vor und er akzeptiert seitdem kein anderes Lied (HAAH!) dann sagt sie nur "Oh Gott, ich wuesste den Text gar nicht". Meist guckt er horrorfilme zum einschlafen ;-)

Beitrag von celia79 11.09.06 - 13:55 Uhr

Horrorfilme-da kriege ich ja noch Alpträume von. Mein Gott, was hat der Kleine sich da bloss für ein Leben bzw. eine Familie ausgesucht?????????????
Da bleibt mir einfach die Spucke weg...

Celia

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 14:06 Uhr

Naja, mittlerweile guckt er gern CSI Miami ;-)
Als er 6 monate alt war hat sie einen Zombiefilm angeguckt und der Kleine lag im Wipper daneben, kein Licht ausser der Fernseher und dann die Gerauesche von den Zombies..der war ganz verstoert der arme Kerl.
Es haben sich staendig solche fiesen Dinge ereignet, das kann man alles gar nicht schildern.
Seufz.

Beitrag von celia79 11.09.06 - 14:18 Uhr

Es ist echt schade, dass solche Leute direkt ohne Umschweife schwanger werden, wohingegen so liebe Leute wie ihr so lange proben müssen. Habe mal auf Deine VK geschaut.
Tröste Dich, bei einer Freundin von mir war es auch so, sie haben jahrelang probiert und probiert. Vor kurzem hat sie die Hoffnung aufgegeben und siehe da, jetzt ist sie schon in der 20. Woche.

Wünsche Euch auf jeden Fall weiterhin viel Glück und dass Euer Kind es vieeeeel besser haben wird.

Celia.

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 14:23 Uhr

Oh *rotwerd*, danke ;-)
Haste die knuffige kleine Wurst auf meiner VK gesehen? Der hat sich n Loch in den Bauch gefreut als er bei uns im Juni planschen konnte, mit wohl temperiertem WAsser, und sogar Sonnenschutz, das kennt er ja sonst nicht ;-)
Ich dank Dir, das ist wirklich lieb.
Bis bald

Beitrag von celia79 11.09.06 - 14:28 Uhr

Ja, habe ich gesehen und der ist wirklich süss. Einfach schade für so einen Jungen, aus ihm würde in einer normalen Umgebung auf jeden Fall etwas!

Oh, jetzt lockt der Ruf aus dem Babyphon mich ins normale Leben zurück. Hannah hat scheinbar ausgeschlafen und schliesslich muss die Mama ja auch mal wieder beschäftigt werden ;-))

Vielleicht läuft man sich ja wieder mal über den Weg hier im Forum, bis bald Celia.

Beitrag von dimi 11.09.06 - 13:31 Uhr

Hallo Ragna,

ich würde da mal das Jugendamt informieren.
Selbst wenn sie da vielleicht erstmal nicht viel machen können, aber sie werden dann vielleicht mal ein Auge drauf behalten.

Dass das nicht mehr lange gutgehen kann, ist ja abzusehen.

Mit den Eltern reden wird in so einem Fall auch nicht viel nützen, ich glaub nicht, dass sie sich die Mühe einer Erziehungsberatung machen würden.

Ich würde an deiner Stelle den Eltern ganz genau erklären, warum du den Jungen nicht mehr nehmen kannst - nämlich weil er nicht hört und du die Verantwortung, dass deshalb etwas passiert, nicht übernehmen kannst. Ganz abgesehen davon, dass es dir zu anstrengend ist.

Vielleicht kannst du ihn ja von Zeit zu Zeit mal auf ein Eis abholen, aber ihn danach wieder bei den Eltern abliefern.
So könntest du den Kleinen weiter sehen, er käme sich nicht abgeschoben vor und die Eltern müssten sich dann eben mal was anderes überlegen.

Wie geht´s dir sonst so?

LG Ulrike

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 13:39 Uhr

Hi Ulrike,
naja, vielleicht sind die dann so beleidigt, weil denen ja ne Abschiebemoeglichkeit fehlt, dass wir ihn gar nicht mehr sehen duerfen.
Wir waren auch schon sooo oft mit denen verabredet und dann waren die einfach nicht zu Hause etc also ab und zu auf ein Eis abholen wird dann auch nix. Oder die sind soo stumpf-doof, dass sie sich das zwar anhoeren, aber in 2 Wochen wieder anfragen und einfach sagen "der hoert jetzt viel besser". Mann, ich bin auch echt nicht gut darin, denen mal die Meinung zu sagen. Seufz.
Sonst gehts ganz gut, messe mal wieder TEmpi und ne Eileiterdurchgaengigkeitspruefung ist bis Ende des Jahre geplant.
Und bei Dir?

Beitrag von dimi 11.09.06 - 13:59 Uhr

Wenn die Eltern dann auf stur stellen, kannst du leider nichts machen.
Aber wenn ihr die Fronten nicht endgültig klärt, wird es immer schlimmer.
Manchmal hilft nur die Hammermethode, damit die Eltern was merken.
Es geht halt leider meistens an den Kindern raus.

Ich hatte mal nen Schüler, der von seinem Vater mit dem Gürtel geprügelt wurde. Ich hab denen das Jugendamt auf den Hals gehetzt. Einsicht gleich Null... die Mutter meinte beim nächsten Sprechtag, dass ich ihnen ja nun jegliche Erziehungsmöglichkeit genommen hätte - sie dürften den Jungen ja nun nicht mehr hauen und ohne höre er nicht.

Was will man da noch sagen?

Gibt es bei euch einen ASD? Das ist eine Sozialstelle. Ich würd das auf jeden Fall bei einer entsprechenden Stelle melden, denn da gehört eingeschritten. Je früher, desto besser. Auch auf die Gefahr, dass ihr den Kleinen ne Zeit lang nicht seht - aber das Kind braucht dringend Hilfe.


Bei uns ist soweit alles ok. Ich hab jetzt vormittags frei, seit einer Woche geht auch der Kleine in den Kiga.
Und ich wälze mich halt durch die Gegend.

Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass bei dir alles wird.

#herzlich Ulrike

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 14:12 Uhr

danke dir! Mit meinem Diabetes hab ich erstmal zu kaempfen aber es wird. Ich bin schon richtiger Profi beim spritzen ;-)

Beitrag von dimi 11.09.06 - 14:16 Uhr

Das wird schon.

Hab letztens mal einen Bericht im FS gesehen über eine vierfache Mutter. Nach ihrer ersten FG hat man bei ihr Diabetes festgestellt. Sie wurde richtig eingestellt und hat dann noch vier gesunde Kinder bekommen.

Muss sich halt erst mal alles einpendeln.

Ich werd jetzt meine Kinder packen und auf den Spielplatz gehen.

#herzlich Ulrike

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 14:19 Uhr

Au fein. Ich liebe ja wippen aber der Kleine findet das leider langweilig ;-)
Viel Spass!!!
bis bald

Beitrag von ayshe 11.09.06 - 13:49 Uhr

oh weh :-(


das hört sich ja echt schlimm an.


das arme kind.
im grunde kümmert ihr euch ja beser als "eltern" um ihn
als die tatsächlichen.

mit ihnen reden kann man wohl nicht, was?


im grunde es ja um die erziehung der eltern, weniger fast als um die des kindes sozusagen #heul

also ich kann auch nur sagen, daß du dir wohl hilfe von außen holen mußt. :-(


alles gute
ayshe

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 14:15 Uhr

Danke Ayshe, das werden wir wohl auch tun. Und reden bringt wirklich nichts... Danke Dir

Beitrag von snoopyeva 11.09.06 - 14:07 Uhr

Melde den Fall bitte dem Jugendamt. Egal ob anonym oder nicht, die müssen damit eh vertraulich umgehen- und tu das lieber heute wie morgen.
Das sind alles ultra- klassische Anzeichen für echte Verwahrlosung. Schildert ihnen sämtliche Vorfälle, nicht nur einen.
Tut bitte was dem Kind zuliebe. Egal wer oder wie die Mutter ist. Das Kind kann nichts dafür. Es wäre in einer Pflegefamilie vermutlich weitaus besser aufgehoben.
Viele grüße, eva

Beitrag von ragnawill 11.09.06 - 14:14 Uhr

Darauf wird es wohl hinauslaufen. Im Augenblick findet der Kleine das natuerlich toll, er darf alles etc.
Aber spaetestens in der Schule wirds denk ich RICHTIG problematisch.
Vielleicht sag ich einfach der Supernanny Bescheid ;-)
Dank Dir