Religion im Kiga - wie mit 3jähriger darüber reden

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 09:18 Uhr

Hallo ihr Lieben,

Vorweg: ich hatte es hier schonmal kund getan: wir sind konfessionslos aus Überzeugung aber keine Religionsfeinde. Meine Tochter kann entweder in einen ev. Kiga gehen oder in gar keinen. Natürlich möchte ich, dass sie in den Kiga geht und zwar mit den kids, mit denen sie später in die Schule geht. Also haben wir dieses "Übel" in Kauf genommen.

zum eigentlichen: es gab nun schon einen gottesdienst während der kiga-zeit, wo ich mit ihr hin musste. sie hätte nicht verstanden warum alle kids von ihren eltern abgeholt werden und in die kirche fahren und sie nicht. also habe ich in den sauren apfel gebissen. (es war doof da, man hat kein wort verstanden und es war kalt). jetzt kommt erntedank, dann hier ein gottesdienst mit anschließendem grillen, dann weihnachten. wie spreche ich mit meiner kleinen darüber? wie führe ich mit ihr ein gespräch über gott? v.a. wenn man ihr im kiga beibringt, dass das die absolute wahrheit ist und alle menschen an gott glauben etc. ich kenne die mechanismen, die angewendet werden aus eigener erfahrung zur genüge und mir krampft sich bei dem gedanken alles zusammen. ich will das nicht. egal. vielleicht wisst ihr ja rat.

#:-( Muriel

Beitrag von flocke123 12.09.06 - 09:36 Uhr

Hallo,

wenn Du eine solche Abneigung gegen Kirche und Gottesdienste hast, verstehe ich nicht, weshalb Du diesen Kiga ausgewählt hast. Wenn Du nun in den "sauren Apfel" gebissen hast, wirst Du damit leben müssen.

Ein konfessionsgebundener Kiga ist nunmal nicht das gleiche wie ein öffentlicher; es ist doch klar, daß da auch Gespräche über Gott geführt und Gottesdienste angesetzt werden.

Offenbar hast Du aber Pech mit der Art und Weise, wie den Kindern im Kiga Religion näher gebracht wird. Meine Tochter (nicht getauft, wir sind auch nicht in der Kirche) geht in einen ev. Kiga. Klar singen sie kirchliche Lieder, bereiten sich auch auf Weihnachten, Ostern und dergleichen vor und gestalten auch einen eigenen Adventsgottesdienst, aber niemand versucht krampfhaft die Kinder zu bekehren (ist das eigentlich wirklich so, oder nur eine Befürchtung in Deiner Vorstellung?). Es gehen übrigens etliche Kinder hin, die nicht getauft oder katholisch sind, oder Muslime. Wie ist das bei Euch? Bist Du die einzige, die ein Problem damit hat?

Meine Tochter jedenfalls sieht das ganz entspannt, die Bibelgeschichten sind für sie Geschichten wie andere auch und Gottesdienst findet sie schön, weil dort gesungen wird und die Kinder meistens irgendwas aufführen. Sie ist knapp 4 und macht sich ehrlich gesagt keine tiefschürfenden Gedanken über Gott und den Glauben an ihn.

Wenn das im Kiga wirklich als absolute Wahrheit eingeimpft wird, kannst Du es ja vielleicht relativieren, und ihr z.B. erklären, daß niemand weiß, ob Gott existiert, daß niemand ihn bisher gesehen hat, aber manche Menschen fest daran glauben, daß es ihn gibt - und Du eben der Meinung bist, daß er eher eine Art "Märchengestalt" ist.

VG
Susi

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 10:27 Uhr

du wohnst offensichtlich nicht auf dem land. es gibt hier einen kiga. das ist der öffentliche kiga. und der ist ev. es GIBT KEINEN anderen, es sei denn ich führe so ca. 1 stunde jeden morgen und jeden mittag und würde sehr viel geld dafür bezahlen, das ich nicht habe.

das wollte ich hier auch nicht diskutieren. meine frage war eine andere.

meine frage lautete: wie spricht man mit einer 3jährigen über gott?

#schein Muriel

Beitrag von flocke123 12.09.06 - 12:27 Uhr

Hallo,

doch, ich habe schon verstanden, daß Du keine andere Wahl hast und ja, auch ich wohne auf dem Land (aber wir haben noch einen öffentlichen Kiga zur Auswahl, den fand ich aber nicht so gut).

Ich bin der Meinung, daß Du Dir zu viele Gedanken machst; meine Tochter wird 4 und möchte keine tiefschürfenden Gespräche über Gott führen. Du bist auch nicht darauf eingegangen, ob die Kinder dort nachweislich einer Gehirnwäsche unterzogen werden oder dies nur Deine Befürchtung ist.

Wenn Dein Problem darin liegt, daß Du nicht weißt, wie Du einen Einstieg in ein Gespräch über Gott führen sollst, wäre doch vielleicht ein Buch nicht schlecht. Wir haben "Was uns die Bibel erzählt - Bibelbilderbuch in 5 Bänden" von Kees de Kort. Es sind die gängigen Geschichten aus dem AT und NT, kurz und leicht verständlich und schön bebildert.

Du kannst Deiner Tochter anhand der Geschichten aus dem AT ja erklären, daß es Leute gibt, die glauben, daß es wirklich so war und Gott existiert und andere - zu denen Du gehörst - eben der Meinung sind, daß das nur eine Art Märchen ist.

VG
Susi

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 13:00 Uhr

vlt. mache ich mir wirklich zu viele gedanken. danke für den buchtipp. vlt. fangen wir mit einer weihnachtsgeschichte an. steht ja bald ins haus.

#snowy Muriel

Beitrag von lennymama 12.09.06 - 09:45 Uhr

Hallo Muriel,

wie kann denn das sein - entweder ev. Kindergarten oder gar keiner? Verstehe Dein Problem auch nicht so ganz: Ist doch ganz klar, dass Kindern in einem ev. Kindergarten kirchliche Werte naehergebracht werden. Wenn Du das nicht moechtest, kommt halt so ein Kindergarten fuer Euch nicht in Frage. Nichts fuer ungut, aber das ist das Gleiche als wuerdest Du Dich in einem Raucherabteil darueber beschweren, dass geraucht wird... Ich hoffe, Ihr findet eine Loesung und noch einen schoenen Tag,
lennymama

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 10:08 Uhr

der vgl. mit dem raucherabteil ist gut. was ist wenn alle züge in deinem bahnhof von vorne bis hinten raucherzüge sind? du musst aber mit dem zug fahren oder du musst ganz alleine zuhause bleiben.

aber das wollte ich hier nicht diskutieren. meine frage war eine andere.

meine frage lautete: wie spricht man mit einer 3jährigen über gott?

schade, dass du mir dazu keine antwort gibst.

#schein Muriel

Beitrag von babyalarm2006 12.09.06 - 09:51 Uhr

Hallo,

ich verstehe dich super gut. Wir glauben nicht an Gott, Kirche.... Selbst wenn deine Tochter in keinen kirchlichen Kiga gehen würde, es fängt ja schon mit der Einschulung an. Bei uns wird das so gehandhabt, dass zum Schulanfang eine Messe statt findet. Da wird uns wohl auch nix anderes übrig bleiben als dahin zu gehen, ich tu das nur, damit mein Florian dann nicht als Aussenseiter oder so dasteht.

Ist schwer, dir etwas zu raten, wenn dein Kind in einen kirchlichen Kiga geht. Sie kann sich ja beide Seiten anhören. Du kannst ihr ja erklären, wie du darüber denkst bzw. ihr und sie sollte dann später selber entscheiden, ob sie "glaubt" oder nicht.

Ich werde es meine Söhne auch selbst entscheiden lassen. Da ich getauft bin, kann ich die Religion nicht komplett ablegen, aus der Kirche ausgetreten bin ich schon.

Liebe Grüße Susanne

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 10:28 Uhr

ich frage mich nur, wie spricht man mit einer 3jährigen über gott? wie gehst du das thema an? ich suche nach der passenden sprache.

#herzlich Muriel

Beitrag von babyalarm2006 12.09.06 - 09:52 Uhr

ich nochmal,

ich habe gerade wieder mal den Fehlerteufel bei mir entdeckt. Ich wollte natürlich schreiben....selbst wenn deine Tochter NICHT in einen kirchlichen......

Sorry.

Grüße Susanne

Beitrag von speedy0017 12.09.06 - 10:00 Uhr

hallo,
vielleicht solltest du da mal ein bisschen lockerer rangehen. es gibt bestimmt auch andere kinder die nicht überzeugt evangelisch sind oder deren eltern.
und wenn ihr eure tochter in einen evangelischen kiga bringt, isses ja wohl auch selbstverständlich, dass da christliche werte nah gebracht werden. allerdings glaube ich nicht, dass es in der von dir beschriebenen art passiert - sowas hat man vielleicht früher mal gemacht, aber heute doch nicht mehr. und vielleicht lässt du deine tochter mal entscheiden, ob sie in die kirche gehen mächte oder nicht - und zwar ohne sie vorher zu beeinflussen. und wenn sie dann hinmöchte, versuch es, positiv zu sehen. wenn es halt kalt ist, dann zeiht man ne jacke an - das is ja wohl das geringste problem. und wenn man dann ein bisschen zuhört, dann versteht man beim nächsten kirchenbesuch auch schon ein bisschen mehr, was da passiert.
man muss ja nicht direkt christlich werden, kann sich aber mit der situation durchaus anfreunden. und vor allem würde ich nicht von deiner tochter so abgeneigt darüber sprechen. und du kannst ihr ja auch sagen, dass viele leute an gott glauben, ihr aber nicht. und deine tochter dann selbst entscheiden lassen, was sie glauben möchte (ist natürlich am anfang vielleicht etwas viel, aber man muss sie sich auch da reinwachsen lassen).
und wenn es dir gar nicht passt, mal in die kirche zu gehen, würde ich wirklich mal überlegen, ob es die richtige kiga-wahl war.
gruß, sarah

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 10:37 Uhr

ich möchte auf jeden fall, dass meine tochter frei entscheiden kann. deshalb möchte ich ihr ja eine andere seite zeigen und frage mich, wie ich mit einer 3jährigen das thema angehe? hast du da eine idee? ist ein gott in dem alter nicht zu abstrakt? mache ich mir zu viele gedanken?

#sonne Muriel

ps christliche werte finde ich gut. ich möchte auch, dass sie weiß, warum wir weihanchten feiern. und ich würde meiner tochter gegenüber nie meine abneigung gegen die kriche zeigen.

Beitrag von speedy0017 12.09.06 - 10:44 Uhr

hallo,
also ich muss auch sagen, dass ich es schwirig finde. mein sohn wird jetzt auch bald 3, er ist in einem katholischen kiga. ihm gefällt es auch in die kirche zu gehen. wir selbst sind aber auch nicht streng katholisch.
was ich sehr shcön finde, sind bibelgeschichten für kinde, von kees de kort vor allem. die sind kurz und schön bebildert. allerdings muss ich auch sagen, dass die gottfrage shcon sehr schwer ist. weil - wie will man einem kind gott erklären? aber vielelicht ist es grad der kiga, der das ganz gut kann - vielleicht lässt du deine tochter erst mal selbst im kiga die erfahrung machen, und hörst dir an, was sie erzählt. vielleicht hat sie da gar nicht so das problem mit wie du selbst.
lg, sarah

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 11:02 Uhr

danke für deine antwort. ich würde gerne herausfinden was sie darüber denkt zund was sie schon kennt. vlt. hilft da wirklich so ein kinderbuch über die arche noah oder so. einfach um einen einstieg zu haben.

#schein Muriel

Beitrag von .claudi. 12.09.06 - 10:07 Uhr

Hallo Muriel!

Ich bin auch nicht sehr religiös, aber ich finde es sehr krass, wie du dich über Gott, Gottesdienst etc. äußerst. Ich weiß es, einen guten Kiga Platz, am Besten noch in der Nähe etc. zu finden ist schwer, aber ich finde, man sollte sich schon ein bißchen mit den Ablauf und den Gewohnheiten vom Kiga identifizieren können sonst besteht evtl. die Gefahr, daß das Kind hin und her gerissen wird. Ich glaube nicht, daß es gut fürs Kind ist, wenn ihr im Kindergarten beigebracht wird, daß Menschen an Gott glauben und daß das die absolute Wahrheit ist und daheim dem Kind dann genau das Gegenteil erzählt wird oder die Mutter dann mit einer Abneigung mit zum Gottesdienst geht...

Ich finde, wenn ein Kind in einen kirchlichen Kiga geht und dadurch an Gott glaubt, evtl. Abends beten will etc. sollte man es unterstützen. Wenn es für die Eltern aus Überzeugung nicht machbar ist, denke ich, ist es am Besten das Kind in einen anderen Kiga zu geben.

LG Claudia

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 10:40 Uhr

danke für deine antwort.

ich zeige meiner tochter die abneigung nicht und ich "spiele" mit ihr auch ihre tischgebete, die sie im kiga gelernt hat. ich möchte ihr nichts vorenthalten. ich frage mich, wie ich mit ihr, als dreijähriger, über das thema religion sprechen könnte. um herauszufinden, was sie inzwischen weiß und wie sie darüber evtl. denkt. ich will nichts verteufeln.

übrigens haben wir wirklich keine andere wahl. entweder diese ev. kiga oder keiner. es gibt keinen anderen. wir wohnen auf dem land.

#sonne Muriel

Beitrag von .claudi. 12.09.06 - 10:58 Uhr

Vielleicht gibt es ja ein Buch (evtl. kann dir sogar der Kiga eins empfehlen) das Du mit deiner Tochter mal anschauen kannst und sie dann von selber Fragen stellt und du so rausfinden kannst, was sie weiß und was sie drüber denkt. Ich denke ein Buch, in dem verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man mit dem Thema Religion und Glauben umgehen kann, wäre nicht schlecht, in dem auch gezeigt wird, daß man z.B. es offen ausleben kann (beten, in die Kirchen gehen... ) aber auch, das man z.B. einfach still Abends im Bett liegen kann und an Gott denkt.

LG Claudia

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 11:06 Uhr

ein buch ist eine super idee. meine große ist nämlich eine leseratte.

#blume Muriel

Beitrag von ximaer 12.09.06 - 12:35 Uhr

Hallo,
alsoooo, Deine Tochter ist garantiert genauso ein feinfühliges Wesen wie alle Kinder - und merkt Deine Abneigung durchaus. Da kannst Du spielen, soviel Du willst ;-).

Wie wäre es mit einer Elterninitiative? Es gibt doch bestimmt in Eurer Umgebung auch noch andere Eltern, die keine konfessionelle Erziehung wollen.

Grüße
Suse

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 12:57 Uhr

ja, ganz verbergen werde ich es wohl nicht können.da hast du wohl recht.

ich bin hier relativ neu unter lauter alteingesessenen familien. und mir ist es wichtig, dass anna mit den kindern zum kindergarten geht, mit denen sie nachher auch in die schule kommt. es gibt 10 km weiter einen kiga durch elterninitiative. ich war dort. ich kenne ihn. wir hatten deren räume für unsere krabbelgruppe gemietet. und hatten demnach auch viel mit den anderen dort zu tun. daher weiß ich, dass ich anna dort nicht hintun möchte.

wir werden das thema religion jetzt mal vorsichtig mit einem bilderbuch angehen. anna liest sehr gerne. mal schaun, was sie dazu von sich aus erzählt.

#sonne Muriel

Beitrag von ximaer 12.09.06 - 13:22 Uhr

Na, ich dachte auch eher, dass DU ne Elterninitative starten könntest ;-)

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 13:44 Uhr

pffff. das überleg ich mir mal. ist gar nicht so verkehrt.

Beitrag von nuckelspucker 12.09.06 - 10:44 Uhr

hallo,

ich hätte auch bauchschmerzen damit, mein kind dort abzugeben. ich hab nichts dagegen, den kindern die verschiedenen religionen nahezubringen, aber hier erfährt sie ja nur was über eine religion und wird so auf diese geprägt. ein wirkliches "wahlrecht" hat sie da ja nicht.

ich hab gelesen, dass es der einzige KIGA ist bei euch. ich weiß nicht, ob du arbeitest und deshalb den KIGA-platz brauchst. gibts denn bei euch in nachbargemeinden auf dem eventuellen arbeitsweg andere KIGAs? oder wirklich gar keinen in der umgebung?

neuerdings ist man nicht mehr an seine heimatgemeinde gebunden und kann unter gewissen voraussetzungen auch zu anderen KIGAs ausweichen.

claudia

Beitrag von muriel347 12.09.06 - 10:47 Uhr

ich arbeite zuhause. und alle kindergärten im umkreis sind evangelisch. :-( ich habe wirklich lange recherchiert und nach auswegen/alternativen gesucht. es gibt keine #schein

Beitrag von nuckelspucker 12.09.06 - 11:32 Uhr

ja das ist bitter.

für euer kind ist es sicher nicht "schädlich", wenn es "kontakt" mit der evangelischen religion hat. aber ich verstehe dich schon, mich würde es sehr wurmen, weil ich irgendwie das gefühl hätte, dass mir bzw. meinem kind die entscheidung abgenommen wird, welche religion es kennenlernen möchte.

claudia

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