Wie erkläre ich einer 2,5-Jährigen, daß Ur-Opa gestorben ist?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von mr02551 12.09.06 - 14:02 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

meine Frage steht ja eigentlich schon oben.

Habt Ihr da Erfahrungen wie oder ob überhaupt man so ein Thema erklärt?

LG
Emi

Beitrag von golm1512 12.09.06 - 14:16 Uhr

Hallo!
Die Oma meines Mannes ist auch neulich gestorben. Wir haben Max, ebenfalls 2,5 Jahre alt, einfach mitgenommen. Seine Cousine und sein Cousin (6 und 9) wollten nochmal zur toten Oma. Max dann auch. Das war auch völlig o.k. So richtig hat er es nicht verstanden, aber auch nicht den Schock fürs Leben behalten.Wenn wir jetzt auf einen Friedhof gehen, egal wo, fragt er immer:"Oma?"
Er hatte aber kein enges Verhältnis zu ihr, weil sie weit weg wohnte. Ich denke, man sollte etwas behutsamer damit umgehen, wenn jemand sehr vertrautes gestorben ist. Im Leben vor den Kindern war ich Krankenschwester und habe viel mit Schwerstkranken und Sterbenden gearbeitet. Und eben auch mit deren Familien. Eigentlich gehen Kinder ziemlich locker und logisch mit Tod und Sterben um. Es sind in der Regel die Erwachsenen, die alles ganz schlimm machen und den Kinder somit vermitteln, dass alles nur schrecklich ist. Den Kindern ist irgendwie klar, dass Sterben zum Leben gehört.
Es gibt ein Bilderbuch von Pernille Stafelt (?). Das heißt: "Und was kommt dann?" Das ist zum Teil ganz witzig gemacht, erklärt aber schon sehr kindgerecht, was es mit dem Sterben auf sich hat, wie man bestattet werden kann, wie andere Kulturen es handhaben und welche Vorstellungen es von dem "Danach" gibt.
Viele Grüße
Susanne

Beitrag von vonni1974 12.09.06 - 14:23 Uhr

Es ist vielleicht gemein, aber sagen würde ich gar nichts. Kinder können mit so etwas überhaupt nicht umgehen.

Wenn sie fragt, sage ihr nicht das er gestorben ist, sondern er ist gerade irgendwo beschäftigt.

Ob Du es glaubst oder nicht, sie vergisst ihn von ganz alleine.

Sie ist noch in einem Alter, wo sie in 2 Monaten seine Existenz völlig vergessen hat.

Als damals meine Oma gestorben ist, war mein Sohn gerade mal 2,3 Jahre alt. Er hat sie sehr gemocht. Immer wenn er gefragt hat wo Oma ist, habe ich ihm erklärt das sie gerade im Urlaub ist. Er hat vielleicht 4 mal gefragt, dann war es für ihn vergessen.

Heute ist Nico 5 und wenn wir uns Bilder ansehen, fragt er mich wer diese Frau ist. Die kennt er nicht, sagt er dann.

Letztendlich mach das was Du für richtig hälts. Ich habe es jedenfalls auf diese Art gemacht und es hat sehr gut funktioniert.

Liebe Grüße

Ivonne

Beitrag von sinaundbenedikt 12.09.06 - 14:35 Uhr

Mein Opa vertarb auch dieses Jahr und ich hab meinen ( knapp 4 und 16 Monate ) nichts gesagt bis mein großer nach Ur-Opa gefragt hat dann ahb ich ihm erzählt das er beim Jesukindlein im Himmel ist und damit hat er sich zufreiden gegeben,verstehen tut er es nicht.
Auf Beerdigung habe ich sie nicht mit genommen,hätte glaube auch nicht die Krfat gehebt mich um die beiden zu kümmern und meiner Meihnunh sind sie da auch noch zu klein für.Im Oktober möchte ich aber das Grab mit beiden besuchen gehen...

Beitrag von 463 12.09.06 - 15:04 Uhr

Hallo!

Die Antwort von sinaundbenedikt finde ich total klasse.

Ich würds auch nicht anders machen. Versuch Deinem Kind auf jeden Fall, wenn auch auf kindliche Art und Weise, beizubringen, daß ein Mensch in den Himmel zum lieben Gott geht und es hier auf Erden einfach nur so aussieht, als wenn derjenige ganz feste schläft und auch nicht mehr wach wird, weil er zu müde ist. Kinder verstehen mehr als man glaubt, auch die Kleinen. Und der liebe Gott ist halt oben im Himmel und der verstorbene guckt halt immer hier runter und kann einen sehen. So habe ich es gelernt und ich fand diese Erklärung immer sehr beruhigend. Denn ich habe dann zum Himmel zu den Sternen geguckt und einfach mit demjenigen gesprochen, wenn mir danach war oder auch gewunken.
Ist vielleicht sehr Kindisch, aber mit meinem Sohn habe ich es nicht anders gemacht und er hat es sofort so angenommen (er ist jetzt 5) und findet es toll, wenn er erzählt, daß sein Opa ja im Himmel beim lieben Gott wohnt und er zwischen den Sternen hinduch zu uns herunter guckt.

Hoffe, Du findest die Idee nicht zu kitschig.

gruß, Marina

Beitrag von mamijami79 12.09.06 - 15:37 Uhr

hallo!

aLSO scheinbar hat hierzu jeder eine andere meinung,aber ich bin grad #schock über vonni1974 ( meine es net bös,kann mich gerne anschreiben): ich finds nicht richtig einen geliebten menschen zu vergessen!!!!

ich würds auch immer wieder erklären.....mit himmel+viell schönen garten od so........und sagen (denk jetzt an meine oma) wie sehr sie uns alle geliebt hat! werde meinem jakob sagen,daß sie ihn zu uns geschickt hat, denn davon bin ich überzeugt! (zeugungstag=sterbetag).

der tod gehört-leider- dazu.......ob wir davon sprechen oder auch nicht!

lg,mamijami.:-)

Beitrag von stringersmum 12.09.06 - 19:49 Uhr

Ich würde auf jeden Fall vermeiden zu sagen, dass der Opa "schläft". Es kann schlimme Ängste auslösen: Vorm Schlafengehen oder wenn du schläfst. Außerdem ist's gelogen, Schlaf und Tod sind grundverschiedene Dinge und das ist auch gut so! :-D
Ich halte es für falsch, Kinder - auch kleine - anzulügen. Sie haben feine Antennen dafür, wenn etwas nicht stimmt. Dass sie vielleicht nicht mehr nachfragen heißt nicht, dass sie es nicht bemerkt haben sondern vielleicht auch, dass sie nur zu gut bemerkt haben, das da was ist.
Nimm den Kurzen doch einfach mit, wenn ihr euch von dem Toten verabschiedet. Er wird aufnehmen, was er verstehen kann.

Alles Gute
Helga

Beitrag von optimista 29.10.06 - 19:48 Uhr

vielleicht mit einem buch
zum beispiel dem kinderbuch
"Grossmutter" , da wird der tod der grossmutter erklärt
liebe grüsse
optimista