Vasektomie o. Zustimmung meiner Verlobten (II)

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Forum: Kinderwunsch

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Beitrag von derimato 12.09.06 - 19:14 Uhr

Hallo!
Danke für die reichlichen Antworten auf meinen ersten Beitrag. Ich möchte einiges loswerden.
1. Meine Tochter war geplant.
2. Unsere Beziehung war natürlich zufällig wie jede andere auch.
Und wer kann von sich behaupten nicht in eine Partnerschaft
reingerutscht zu sein???
3. Es steht Ihr frei, sich noch ein zweites Kind zuzulegen, aber
eben nicht mit mir als Vater. Insofern beschneide ich nicht Ihre
Entscheidungsmöglichkeiten.
4. Machen sich die Frauen denn überhaupt wirkliche Gedanken,
welche Verantwortung ein kleiner Mensch mit sich bringt? Viel-
fach habe ich den Eindruck nicht. Da machte es klick im Kopf
und Frau will mal eben einen Zwerg. Es geht nicht um ein
Paar Schuhe! Ich trage den Rest meines Lebens die Ver-
antwortung für diese Seele.
5. Auch die Liebe eines jeden von uns ist endlich! Davon kann
sich niemand freisprechen. Ich kann nicht mehreren Kindern
so gerecht werden wie sie es verdienen.
6. Es ist ein Irrtum das man innerhalb der Ehe für eine Vasek-
tomie die Zustimmung des Ehepartners braucht. Es wird
ein gemeinsames Beratungsgespräch empfohlen aber es
ist keine Pflicht.
7. Das Einzelkinder kleine egoistische Monster werden stimmt
nicht. Ich habe auch mehr als einmal Geschwister unter-
einander derart Ichbezogen erlebt das es jeder Be-
schreibung spottet.
8. Es handelt sich sicher nicht um eine spontane Racheaktion
meinerseits. Ich beschäftige mich bereits sehr lange mit dem
Gedanken. Zugegeben hat der heftige Kinderwunsch meiner
Verlobten den letzten Ausschlag gegeben.
9. Ich habe selbst 3 Brüder und ganz ehrlich, meine Kindheit
war dadurch so richtig Scheiße. Das will ich auch meiner
Tochter ersparen. Meine Verlobte hat 5 Schwestern. Toll oder?
10.
Der Vergleich mit der einfach weggelassenen Pille hinkt doch
wohl. Frau stelle sich doch mal den Umkehrschluß vor. Ich
zwinge meine Verlobte ja schließlich zu nichts. Eine nicht
genommene Pille ist hingegen ein Vertrauensbruch der
schlimmer kaum sein kann.

Carsten

Beitrag von wantababy 12.09.06 - 19:31 Uhr

Hallo Carsten

Also mir scheint es als sei die ganze Sache für dich klar. Ich persönlich würde meinen Mann verlassen wenn er dies ohne mein Wissen tun würde.
Oder stell dir mal vor du trennst dich von deiner Frau und verliebst dich neu. Stell dir vor du würdest dann noch ein Kind mit deiner neuen Frau wollen ..... Du bist doch noch jung! Hmmmm, überleg es dir gut und ob eure Beziehung dies verkraften würde.
Wünsche dir nur das Beste und dass du die richtige Entscheidung für euch als Familie triffst!

Bridget

Beitrag von derimato 12.09.06 - 19:40 Uhr

Hallo!

Ich tue es nicht ohne das Wissen meiner Verlobten. Ich habe Sie
gleich nach der Terminvereinbarung in Kenntnis gesetzt. Auch weil
ich lange mit meiner Verlobten zusammen bleiben möchte gehe
ich diesen Schritt. Es wäre mir unmöglich ein Kind großzuziehen
das ich gar nicht wollte. Das wäre falsch oder?? Wie kann eine
Frau das von einem Mann verlangen?? Ist mir ein Rätsel.


Carsten

Beitrag von rieke79 12.09.06 - 19:44 Uhr

Hallo Carsten...

ohoh...da liegt aber einiges im argen!!! #gruebel

In Sachen Vertrauensbruch nehmt ihr euch wohl beide nicht viel. Sie will unbedingt ein zweites Kind und würde wohl auch ziemlich weit dafür gehen, und du willst eine Vesektomie machen lassen und verheimlichst ihr das.

Ihr solltet euch zusammen setzen und ausgiebig drüber sprechen. Ein zweites Kind müssen beide wollen ansonsten ist es tabu (*doppeltunterstrichen!!). Das selbe gilt allerdings auch für deinen Vasektomie-Plan!!

Ich hoffe ihr findet eine Lösung.
Alles Gute,
LG Rieke#blume

Beitrag von rieke79 12.09.06 - 19:48 Uhr

"...und du willst eine Vesektomie machen lassen und verheimlichst ihr das."

Bzw. stellst sie vor (fast)vollendete Tatsachen!! (passt wohl eher) ;-)

Beitrag von datschi 12.09.06 - 19:55 Uhr

Lieber Carsten....

... ich kann Dich gut verstehen und Deine Beweggründe auch nachvollziehen... Du steckst in einer schweren Situation!

Zu meiner Geschichte... als ich meinen Mann kennen gelernt habe wollte er keine Kinder und hat auch über eine Vasektomie nachgedacht... ich wollte schon Kinder, bin aber der festen Überzeugung, dass zu dieser wichtigen Entscheidung zwei Menschen gehören. Wir haben recht intensiv darüber gesprochen und er hat sich dagegen entschieden... ich sage bewusst er, weil ich ihm die letztendliche Entscheidung selber überlassen habe... Ich konnte nur so viel dazu tun, dass ich ihm versichert habe, mein Bestes für unsere gemeinsame Verhütung zu tun und das habe ich auch immer getan... Ich hätte mit der Lebenslüge, meinem Mann ein Kind unterzujubeln, nicht leben und ihm schon gar nicht mehr in die Augen sehen können... in dieser, für mich oftmals sehr schweren Zeit, haben mir viele geraten doch einfach mal die Pille ganz einfach zu vergessen... und das man sie vergessen hat, gleich mitvergessen! Das habe ich nie getan... sicherlich hat man so ein Ding mal vergessen, dann haben wir aber zusätzlich verhütet.... Naja... nach sieben Jahren hat er es sich anders überlegt... ganz ohne meine Belagerung! Er war nun selber froh, dass er die OP damals nicht hat machen lassen, allerdings konnte (und kann) er sich immer 100% auf mich verlassen!

Sicherlich kann man eine Vasektomie auch wieder rückgängig machen... aber ob das nötig ist? Müsste nicht in einer Beziehung so viel Vertrauen sein um das gemeinsam zu klären? In Rücksicht auf ein Kind... Hat eine Frau das Recht ein Kind unterzujubeln....? Hat ein Kind nicht das Recht darauf von beiden Willkommen geheißen zu werden, wenn es denn irgendwo geplant wird?

Du hast in Deiner Situation nicht viele Möglichkeiten... Entweder Ihr klärt das und Deine Partnerin respektiert Deinen "jetzigen" Wunsch, Du änderst Deine Meinung oder aber Du lässt die Vasektomie durchführen... Wünsche, Ansichten.... das kann sich alles ändern... mein Mann wollte vor einigen Jahren noch nicht mal einen Ring tragen... jetzt sind wir verheiratet, wohnen im eigenen Haus und planen ein gemeinsames Baby... das Leben ändert sich und eine OP ist eine OP und bringt auch Risiken mit sich... das sollte man sich sehr gut überlegen...

Es ist sicherlich jetzt hart das zu sagen... aber eine Beziehung sollte das aushalten... nur meine Meinung ist, dass sich diese Frage in einer Beziehung erst gar nicht stellen sollte!


Ich wünsche Dir viel Glück und dass Du das ganze in Eurem Sinne klären kannst....

Liebe Grüße
Datschi

Beitrag von cona 12.09.06 - 20:00 Uhr

oh, gott ich kann das gar nicht glauben was ich hier lese.
wie schlecht ist das bitte. deine arme freundin!
denn von liebe, vertrauen scheint es in eurer partnerschaft nicht mehr viel zu geben

wenn ich mir überlege dass das mein mann sein könnte, wird mir ganz schlecht... was für ein armutszeugnis.

warum redet ihr nicht über das thema ganz offen. eine baby zu bekommen ist doch einen gemeinsame entscheidung.
und man kann das doch ganz normal besprechen, vielleicht eine pro und contra aufstellung machen um dann irgendwann zu einem kompromiss zu kommen.

was den kiwu angeht, haben wir uns über die anzahl der kinder schon vor dem ersten kind ausgetauscht, mir war klar dass mein leben erst mit min. 2 kindern komplett ist und wir waren schon immer sehr einig darüber...

für mich wäre es eine scheidungsgrund/ trennungsgrund wenn mein mann solche gravierenden eingriffe ohne vorheriges gespräch vornehmen lassen würde. ein echter vertrauensbruch in meinen augen
eine frechheit wenn er mir zutrauen würde ihm ein kind unterjubeln.
schlimm finde ich das.

echt ihr sollte eure beziehung mal grundlegend überdenken und vielleicht mal professionell hilfe in anspruch nehmen.

lg cona

Beitrag von speedy0017 12.09.06 - 20:04 Uhr

Hallo,
ich glaube, in 5. irrst du, denn was kinder anbelangt ist die liebe wohl unendlich. ich konnte mir das bisher auch nicht vortsellen, was bei einem 2. kind ist, ob ich das so lieben kann, wie unser 1. aber jetzt, wo ich bereit für ein 2. bin, da ist es klar, dass ich es genauso lieben werde - und auch noch weitere.
und zu 3. - deine frau oder verlobte - wollt ihr denn auch heiraten (klingt irgendwie so, als ob du deine zeit mit ihr als begrenzst siehst).
zu 9. - "Das will ich auch meiner Tochter ersparen." - ist die frage, ob du ihr was ersparst, oder vorenthälts. nur weil du nich so dolle erfahrungen mit brüdern gemacht hast, können andere das schon machen. und weißt du, wie es für dich als einzelkind gewesen wäre? vielleicht ja noch schlimmer.
lg, sarah

Beitrag von lexa8102 12.09.06 - 20:14 Uhr

Hallo Carsten,

ich möchte auch gern meinen "Senf" dazu geben.

Wie die anderen auch bin ich der Meinung, dass in eurer Beziehung etwas nicht stimmt und ihr darüber sprechen solltet. Ich hoffe, dass du auch so mit deiner Freundin reden kannst, wie du hier schreiben kannst (mein Mann kann das nicht :-( ).

Natürlich hast du ein Recht darauf, dich sterilisieren zu lassen - genau wie deine Freundin dasselbe Recht hätte. Andererseits hat sie natürlich auch ein Recht darauf, sich ein Kind zu wünschen. Über die Realisierung eurer beiden Wünsche solltet ihr unbedingt sprechen und einen Kompromiss finden. Ansonsten liegt dieses Spannungsfeld ewig zwischen euch und beeinflusst euch unbewußt.

Meiner Meinung nach sollten grundlegende Entscheidungen - die Sterilisation und der Kinderwunsch gehören natürlich dazu - von beiden Partnern gemeinsam getroffen werden. Deshalb heißt es ja "Partnerschaft". Ansonsten bräuchte man ja nicht zusammen sein und das Leben teilen.

Sollte deine Freundin tatsächlich die Pille "vergessen", ist sie hinterlistig und unfair dir gegenüber (und auch dem Ungeborenen gegenüber). Wenn du tatsächlich diesen Verdacht hegst, empfehle ich dir über die Pille hinausgehende Verhütungsmittel zu verwenden.

So, dass soll's gewesen sein.

Wünsche euch alles Gute und dass ihr das bald klären könnt.

Liebe Grüße von

Lexa.