Tagesmutter hat ne riesen Bombe platzen lassen!! Eure Meinung bitte

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von krisi79 12.09.06 - 21:30 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

muss euch mal von meinem Abend erzählen.... Gegen sieben klingelt mein Telefon und die Tagesmama von Finn (sie hat ihn zwei NAchmittage die Woche) ist am Telefon. "Ob ich in einer halben Stunde Zeit hätte? und das es sehr wichtig wäre"...


Oje, habe ich gedacht, nicht das sie mir jetzt sagen wollte, dass sie Finn aus irgendeinem Grund nicht mehr nehmen konnten.... Finn geht sehr gerne zu ihr und ihrem Mann und ich hatte immer ein gutes Gefühl, ihr mein Kind anzuvertrauen.

Nun kamen die beiden und ich war schon sehr angespannt, was sie mir zu sagen hatten.

Se gab mir einen Packen Infomaterial über Alkoholsucht bzw. über einen Verein, der Suchtkranken hilft und sich der Prävention verschrieben hat, indem sich die Beiden stark einbringen. Da war mir natürlich klar, was Sache ist.

Meine erste Reaktion war, dass ich es geahnt hatte, allerdings überrascht war, das beide trocken sind.
Sie hatte so eine Angst mir das zu sagen, da sie nicht wußte wie ich dazu stehe, denn auch wenn man normalerweise ein sehr rationaldenkener Mensch ist, so kann sich das schnell ändern, wenn es um das eigene Kind geht.

Meine Einstellung ist klar, ich habe größten Respekt, denn sich einzugestehen krank zu sein und dann einen Entzug durchzustehen und dann auch noch in der Gesellschaft durchzuhalten, beweißt Größe. und Stärke.

Wir haben noch lange über alles gesprochen, danach habe ich meinen Mann angerufen und ihm die Neuigkeit erzählt und der hat gezögert.

Und nun meine Frage, was haltet ihr davon? Bin ich zu gutgläubig? Ich meine, sie haben mir zu keinem Zeitpunkt einen Anhaltspunkt gegeben, dass sie mein Kind nicht richtig versorgen, geschweige denn das sie getrunken haben. Sie haben mir angeboten, mit ihren Kindern zu sprechen und jederzeit für Fragen offen zu sein.

Also los, sagt mal eure Meinung dazu....

Beitrag von jenny16061986 12.09.06 - 21:36 Uhr

Erstmal respekt das sie es dir gesagt hat! also ich würde nichts an der situation wie sie davor war ändern... ich meine, sie hätte es auch für sich behalten können und dann wärt ihr nie auf die idee gekommen zu überlegen, ob er gut bei ihr aufgehoben sei oder nicht... ich finde das von der tagesmutter einen großen vertrauensbeweiß und ich würde es als vertrauensbruch sehen, wenn ihr finn jetzt nicht mehr zu ihr gehen lassen würdet. und bisher war nie was oder? also lasst es einfach weiter so laufen

Beitrag von krisi79 12.09.06 - 21:40 Uhr

Hallo Jenny,

ich sehe es genauso, ich mochte die Beiden auf anhieb und es hat sich daran nichts geäendert, im Gegenteil.

Nur mein Mann hat eben etwas reserviert reagiert. Ich möchte ein paar Meinungen haben um alle Seiten zu beleuchten, er kommt gleich nach Hause und mal sehen wie er die Sache sieht.

Aber ich bin von ihrem Vetrauen auch sehr überwältigt, schließlich wußten die nicht wie ich reagiere und sie ein Risiko eingegangen. Sie lieben unseren Finn und das haben sie mir heute bewiesen.

Danke für deine Antwort

Beitrag von eisbaer.baby 12.09.06 - 21:38 Uhr

hm! das ist schwierig zu sagen, denn wie du schon sagst, kann sich die sonst so einfache denkweise eines menschen ändern, wenn man plötzlich selber in der situation ist!

allerdings mit abstand betrachtet, denke ich schon, dass du den beiden weiterhin vertrauen kannst! sie haben dein kind bisher gut versorgt und wollten sich deiner meinung über sie als "nicht-alkoholiker" sicher sein, bevor sie dir von ihrer vergangenheit berichten!

ich denke auch, dass es für sie ein riesen-schritt war, einem doch sonst eher fremden menschen über eine solche sache zu berichten! und wenn sie damit schon so "an die öffentlichkeit" gehen, denke ich nicht, dass du etwas zu befürchten hast!

ich würde dir nun raten, dein kind weiterhin hin zu geben , wie du selbst schreibst, fühlt er sich dort sehr wohl! diese menschen haben die hölle gesehen und wollen deinem kind nun ein stückchen himmel schenken - gib ihnen die chance dazu!

lg bianca

Beitrag von krisi79 12.09.06 - 21:41 Uhr

Das hast du wunderschön gesagt. Danke #herzlich

Genau das werde ich meinem Mann gleich sagen.

Beitrag von mizzy 12.09.06 - 21:45 Uhr

süß und sehr einfühlsam gesagt :-)

Beitrag von mizzy 12.09.06 - 21:43 Uhr

Also ich finde, das beweist ein unwahrscheinlich großes Verantwortungsbewusstsein von den beiden. Und da sie scheinbar schon sehr lange an sich arbeiten, würde ich an der Situation erstmal auch gar nichts ändern und das Gesprächsangebot mit den Kindern annehmen. Sie scheinen sehr viel zu abzuarbeiten und strengen sich aufgrund dessen wahrscheinlich umso mehr an, um euch als Eltern nicht zu enttäuschen und euer Vertrauen nicht zu missbrauchen. Außerdem unterliegen auch Tagesmütter/-väter bestimmten Auflagen und werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Von daher würde ich schon recht zuversichtlich an die Sache rangehen und trotzdem weiterhin mit den beiden im Gespräch bleiben.

LG Antje

Beitrag von krisi79 12.09.06 - 21:48 Uhr

Hallo Antje,

das Gespräch mit den Kindern werde ich auf jeden Fall annehmen und mir auch den Verein mal genau ansehen.

Da ich sie Privat gefunden habe, und sie mehr unser Babysitter ist, wird sie nicht kontrolliert. Ber trotzallem werde wir es wohl so lassen wie es ist.

Lg Krisi

Beitrag von michelin_maennchen 12.09.06 - 22:03 Uhr

Ist doch toll, das sie dir soviel Vertrauen entgegenbringen und es sagen.

Was weiss ich, ob nicht eine der Kindergärtnerinnenh meiner Tochter ein ähnliches Problem hat und es noch nicht einmal sich selbst, geschweige denn anderen eingestanden hat.
Wie lange dauert es manchmal, bis die Leute mitbekommen, das ein Kollege trinkt und dann manchmal sogar regelmäßig während der Arbeit.

Beitrag von krisi79 12.09.06 - 22:14 Uhr

Ich sehe, wir haben alle die gleiche Einstellung #freu

ist eben ein sehr sensibles Thema und ich weiß wir werden den richtigen Weg gehen.

Danke ihr Lieben #liebdrueck

Beitrag von sunflower.1976 12.09.06 - 22:27 Uhr

Hallo!

Ich habe eine Zeit lang in einem Wohnheim mit (gehörlosen) Suchtkranken - hauptsächlich trockenen Alkoholikern - gearbeitet. Die waren allerdings noch ganz am "Anfang"...
Viele von meinen ehemaligen Patienten sind tolle Menschen, die viel in ihrem Leben geschafft haben. Durch ein unglückliches Ereignis oder "einfach nur so" sind sie in die Sucht geraten. Einige schaffen es auch, ein normales Leben wieder aufzubauen. Ich schreibe bewusst "einige" da in dem Wohnheim nur Menschen mit einer ganz extremen Sucht-"Karriere" waren. Längst nicht jeder Suchtkranke ist so tief gesunken, dass GAR NICHTS mehr geht und er/sie wieder lernen muss, wie man einkaufen geht, einen Arzttermin macht usw.
Mit einer guten Therapie und ganz ganz viel eigenem Willen schaffen es viele, wirklich trocken zu bleiben und ein völlig normales Leben zu führen.

Wenn Eure Tagesmutter offen mit Euch darüber spricht, ist sie meiner Meinung nach sehr verantwortungsbewusst und ist sich ihrer Erkrankung sehr bewusst. Ich denke nicht, dass sie so einfach wieder trinkt. V.a. nicht in der Zeit, wo sie die Verantwortung für Euer Kind hat. Der Rückfall passiert eher in Krisenzeiten, Einsamkeit o.ä. Klar, einen Rückfall kann man nicht ausschließen, aber wenn sie die Verantwortung trägt ist es in dem Moment gering.
Zu gutgläubig bist Du sicher nicht. Viele Menschen rutschen ohne es richtig zu merken in eine Sucht hinein. Es gibt mehr Alkoholiker, als man so denkt - auch welche, die keinen Entzug gemacht haben bzw. sich auch niemals als süchtig einschätzen würden.

Wenn ich in der Situation wäre, würde ich mein Kind weiter zu der Tagesmutter bringen, solange ich ein gutes Gefühl habe und das Kind ebenfalls.

LG Silvia

Beitrag von tonni 13.09.06 - 00:02 Uhr

hallo krisi,

ich ziehe ebenfalls den hut vor den beiden, soviel courage zu haben ehrlich zu euch zu sein. und verstehe es, dass sie nicht von vornherein "mit der tür ins haus gefallen" sind - hab doc richtig verstanden, dass finn schon ein weilchen hingeht, oder?

wiso hast du es geahnt? und wiso warst du überrascht, das beide trocken sind? - das nur am rande.... interessiert mich...

meine tochter hat 3 opas - neben meinem vater und schwiegervater auch noch meinen "daddy", der freund meiner mutter.
2 davon sind alkoholiker, beide trocken. meinen vater habe ich 12 jahre lang trinkend erlebt. und nicht nur er ist damals durch die hölle gegangen.
beide haben den absprung geschafft, einer auch mit vielen jahren als suchthelfer in einer gruppe.
und zu beiden habe ich vertrauen, wenn auch zu dem der mir heute näher steht etwas tieferes vertrauen - logo. auch wenn ich die kurze nicht ewig mit ihnen allein liesse, liegt das vielmehr an den schwierigkeiten beim wickeln und co ;-), ist eben nicht so deren ding. mit dem trinken habe ich keine bedenken.
nun sind das eben mir sehr nahe stehende personen. ist bei dir dann schon anders.
prinzipiell haben aber die, die so eine leistung vollbracht haben, sich vermutlich sehr mit sich selber auseinander gesetzt. ein entzug ist das eine - zu schaffen, heftig sowohl körperlich als auch psychisch. trocken zu bleiben aber ist für die meisten ungeheuer schwer, wenn sie nicht an sich arbeiten.
eigentlich denk ich einfach, dass das eine gute voraussetzung ist, verantwortung zu übernehmen. und es ist eine gute voraussetzung, dass sie dir gegenüber nun einfach ganz ehrlich waren. finde ich auch verantwortungsvoll.
ich wüde ihn weiter dahin bringen. solange du ein gutes bauch gefühl hast. wenn du es schaffst, ihnen weiter zu vertrauen. wenn du sorgen hast, wenn finn da ist, wenn du stets nach anzeichen suchst, ob sie trinken, würde ich mit ihnen reden. sie haben den ersten schritt gemacht und den weg dazu geebnet. bliebe ein schlechtes bauchgefühl, würde ichs lassen.
aber ansich würde ich ncihts an der siuation ändern. und schauen wie ihr euch dabei fühlt.... und weitersehn.

oh weh, ein roman #bla

lieben gruss tonni

Beitrag von urmel1984 13.09.06 - 01:45 Uhr

Mein Vater ist Alkoholiker. Leider wieder nasser. Aber:

Er war 13 Jahre lang trocken. Wir hatten es immer gut, er hat uns immer gut versorgt und nie fehlte was. Er hat wieder angefangen. Das hoffe und unterstelle ich deiner Tagesfamilie nicht.

Du kannst Ihnen sicher vertrauen.
Klar, die Sichtweise ändert sich ein bissel. Aber sie sind trocken und ich würde nichts ändern.

Nur weil mein Vater wieder nass wurde, habe ich das Vertrauen in die trockenen Alkoholiker nie verloren.

Alles Liebe und Gute


Jasmin

Beitrag von quaktasche 13.09.06 - 05:50 Uhr

Ich denke, dass es ein toller Schritt von ihr war. ihr wird der Umgang mit euch wichtig sein, deswegen hat sie es gesagt. Allerdings würde ich beim kleinsten Verdacht auf Rückfälligkeit doch genauer hinsehen. Wenn sich dann bestätigt, dass sie wieder "nass" ist, auch umgehend Konsequenzen ziehen und Finn von ihr fern halten. Aber erst dann!

Beitrag von katja_und_bernd 13.09.06 - 13:31 Uhr

Hallo,
dass sie dich angerufen hat und dir das erzählt hat, zeigt, dass sie ihre Suchterkrankung sehr ernst nimmt und nicht leichtsinnig mit ihrer Abstinenz umgeht.
Trockenen Alkoholiker sind übrigens meistens besonders zuverlässige, gewissenhafte Menschen - insofern habt ihr mit der Tagesmami wahrscheinlich wohl einen echten Glücksgriff gemacht. ;-)
LG Katja #sonne