Mahnverfahren-Abfindungsvertrag

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Beitrag von chbesch 12.09.06 - 22:25 Uhr

Hallo!
Meine Freundin hat von ihrem Ex noch Geld zu bekommen.
Sie machten bei der Trennung einen Abfindungsvertrag,indem er festhielt,dass er ihr 7500 Euro zahlt und einen Kleinwagen überlässt-ohne weitere Verpflichtungen.
Nun muss er noch 2600 Euro zahlen,hat aber bereits angekündigt,dies nicht tun zu wollen,da sie sich nicht an die mündliche Abmachung hielt,in einen anderen Ort zu ziehen.
Von dieser Bedingung ist aber nichts im Vertrag erwähnt.
Nun möchte sie ein Mahnverfahren einleiten.
Hat das Sinn?
Nachdem sie ihm eine Zahlungserinnerung schickte,bekam sie von seinem Anwalt Post,dass er klagen würde.
Sie ist ziemlich unsicher und möchte mich als Prozessbevollmächtigten angeben-geht das?
Ich meine,wenn ich im Falle einer Klage vor Gericht für sie spreche.Sie hat mit ihm viel durchgemacht und möchte ihm nicht mehr begegnen.
Danke schonmal...ch

Beitrag von kwer_ 13.09.06 - 00:20 Uhr

Hallo ch
Bist du Anwältin? Sonnst kannst du die "Prozeßbevollmächtigte" knicken.

Auch mündliche Vereinbarungen sind bindend. Dieser Post ist ja fast schon ein Geständnis, dass deine Freundin ihrerseits die Existenz der Vereinbarung bestätigt.

vg
der kwer_

Beitrag von malawia 13.09.06 - 11:33 Uhr

<<Sie ist ziemlich unsicher und möchte mich als Prozessbevollmächtigten angeben-geht das?<<
Prozessbevollmächtigter ist ein Anwalt und keine Privatperson.

Sie scheint nicht so die große Ahnung von einem Mahnbescheid zu haben und sollte dies besser einem Anwalt überlassen.
Erst mal wird der Mahnbescheid ausgefüllt und ans zuständige Mahngericht geschickt. Die überprüfen den Bescheid ob alles richtig eingetragen ist. Wenn du z. B. den Namen an die falsche Stelle schreibst oder was falsch ankreuzt bekommst du eine Monierung. Auch die Kosten und so weiter müssen richtig angegeben sein. Ebenso die Kennziffer woraus sich der Anspruch begründet, also ob es um einen Kaufvertrag geht usw. Sie muss dann die Sache berichtigen. Es muss das Mahngericht angegeben werden und auch das zuständige Gericht, falls es zum streitigen Klageverfahren kommt. Das musst du selber raussuchen.
Wenn sie es dann geschafft hat, bekommt isie den Erlass auf einen Mahnbescheid und dazu eine Kostenrechnung. Der Betrag richtet sich nach der Forderung. Diese Gebühr muss ihm Voraus gezahlt werden. Der Mahnantrag muss handschriftlich unterschrieben werden und dann geht es weiter.
Dann bekommt der Antragsgegner den Mahnbescheid zugestellt. Der hat dann zwei Wochen Zeit zu widersprechen. Widerspricht er nicht in dieser Zeit ergeht kann man einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Gegen den Vollstreckungsbescheid kann dann innerhalb von zwei Wochen Einspruch erhoben werden usw.
Ist also eine recht komplizierte Sache.

Die Gebühr für den Mahnbescheid beträgt bei einer Forderung von 2600 € 44,50 €. Den Betrag hätte sie also im Voraus zu entrichten.

Nimmt man sich einen Anwalt kommen die Kosten für den Anwalt noch dazu. Diese werden aber in den Mahnbescheid mit eingetragen und der Schuldner hat die Kosten noch zusätzlich zu tragen.