Maximilians Geburt - erst schleppend, dann doch so schnell!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von pims 13.09.06 - 12:21 Uhr

Nun endlich, nach 23 Tagen nehm ich mir mal die Zeit, über Maximilians Geburt zu erzählen.

Die letzten Wochen meiner Schwangerschaft waren furchtbar anstrengend - ich hatte sicher 5 Wochen lang Übungswehen, mehrfach am Tag, die letzten 1-2 Wochen mehrfach die Stunde... Egal, ob in Ruhe, oder unter Belastung.
Mich hat das so mitgenommen, dass meine Mutter 5 Tage bevor es los ging aus 500 km Entfernung angereist kam, um mich seelisch etwas aufzubauen, ich mochte echt nicht mehr und dann den ganzen Tag alleine, weil mein Freund viel arbeitet.
Wir sind also jeden Tag stundenlang spazieren gegangen, haben Shopping-Touren gemacht, Treppen gelaufen, wo auch immer welche waren... Und das alles mit meinen Kontraktionen, alle 8-10 Minuten, ich hatte trotzdem Power ohne Ende! Ich wollte endlich mein Baby im Arm haben!!!

Dann am Samstag abend, nach 3 Tagen "Programm" mit meiner Mutter bekam ich eine leichte Blutung - erst nur ein Hauch, dann später etwas mehr. Bis Mitternacht hab ich gedacht, fahr erstmal nicht ins Krankenhaus, da bin ich so oft schon wieder weggeschickt worden nach falschem Alarm...
Aber etwas mulmig war mir schon, also doch im Krankenhaus angerufen, bin mit meiner Mutter hingefahren, da mein Freund mit Magen-Darm Grippe danieder lag.
Es war also der Schleimpfropf - die Hebamme meinte, das kann noch dauern, kein Grund um da zu bleiben.

Am Sonntag musste meine Mutter leider wieder heim fahren, schade, sie hätte so gern ihr erstes Enkelkind erlebt, wo sie schon einmal hier war. Aber gut, es waren ja noch 6 TAge bis zum ET... Abends gegen 21 Uhr bekam ich plötzlich zu den Wehen starke mensartige Schmerzen, hab das mehr oder weniger ignoriert und mit meinem Freund noch bis 22 Uhr im Büro gearbeitet. Sind dann nach Hause und ich hab vor Schmerzen keine Ruhe gefunden. Um 1:30 Uhr sind wir dann ins Krankenhaus gefahren, ich war jedoch fest davon überzeugt, dass sie mich wieder heim schicken...
Bekam erst CTG, hat auch Wehen aufgezeichnet, aber viel zu unregelmäßig. Um 2:30 Uhr wurde ich untersucht, lt.Ärztin MuMu erst 1-2 finger geöffnet, aber ich solltre mich schon mal anmelden und dann wieder im Kreißsaal melden.
Also doch, unser Maximilian wollte sich tatsächlich auf den Weg machen, ich war überrascht,aufgeregt, ängstlich und glücklich zugleich... Hab dann meine Mama angerufen, die sich total geärgert hat, dass sie schon fahren musste...

Habe dann bis 5 Uhr ein Entspannungsbad genossen, mein halbkranker Freund lag daneben auf ner Holzbank und hat geschlafen, danach wurden wir in den Kreißsaal gebracht.
Wir sollten ein bißchen schlafen, es würde noch dauern... Aber ich hatte solche Schmerzen, dachte mein Rücken zerreißt... Konnte keine Sekunde schlafen. Um 7:30 Uhr wurde ich nochmal untersucht - Mumu war 4 cm offen, die Hebamme meinte, das kann noch bis Mittags dauern... Ich hatte zu unregelmäßige Wehen, die aber so gräßlich weh taten, dass sie mir die Fruchtblase sprengen wollten, damit es voran geht.
Das ist dann um 8:15 Uhr von selbst passiert, es gab einen Knacks und es wurde warm und nass zwischen den Beinen und schlagartig wurden die Wehen noch heftiger und schmerzhafter - und ich mutterseelenallein in dem Raum, hatte Panik und fühlte mich so überrollt von den Schmerzen. Mein Freund wollte nur kurz eine Zigarette rauchen und dann wieder kommen.
Dann ging alles ganz schnell, alle Schmerzmittel, die ich bekam, halfen nicht mehr, um 8:45 setzten die Presswehen ein, ich hatte bei jeder einen schrecklichen Brechreiz und dachte, die Schmerzen zerreißen mich. Die Ärztin drückte von oben auf meinen Bauch, die Hebamme schob mir noch nen Katheter um Platz zu schaffen, den Dammschnitt hab ich gar nicht mitbekommen, ich stand total neben mir vor Schmerzen.

Um 9:17 Uhr war es dann endlich geschafft, unser Sonnenschen war da und ich die Glückseeligkeit in Person!!!

Ärztin und Hebamme meinten dann nur, das war eine Turbo-Geburt, sie hätten nicht damit gerechnet, dass es dann doch so schnell gehen würde...

Maximilian war 54 cm groß, 3720g schwer und hatte einen KU von 35 cm

So schlimm es auch war, diese Nacht hatte was Zauberhaftes, ein Baby ist wirklich ein Wunder! Heute würde ich die Zeit sogar nochmal zurückdrehen und die Geburt noch mal erleben, weil das Gefühl, ihn endlich zu haben so ergreifend war!