Balanceakt...wer kann mir Rat geben...?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von baerenmutter 13.09.06 - 13:33 Uhr

Hallo,

ich bin zur Zeit etwas durcheinander und brauch mal den einen oder anderen Anstoß...mein Partner geht seit einigen Wochen etwas auf Distanz...sein Vater ist schwer krank und es wird wohl nicht mehr so lange dauern...er sagt, er will mich nicht damit hineinziehen, mich nicht damit belasten etc....bloß, wir sehen uns immer weniger...ein paar Stunden nach Feierabend 1-2 Mal in der Woche...an die er es ziemlich eilig hat, nach Hause zu kommen...und ich habe das Gefühl, er setzt ein Lächeln auf, wenn wir uns sehen - und umgeht das Thema rigoros...

Nun gut, eigentlich kein Thema - und ich habe auch absolut Verständnis und Mitgefühl mit ihm - nun gut, ich habe keine Erfahrungen mit solchen Situationen - das Verhältnis zu meinen eigenen Eltern ist sehr schlecht und sehr gespannt - ich kann nur mit dem Abstand nicht umgehen - vor allem, weil ich nicht bei ihm zu Hause anrufen soll, teilweise einen ganzen Tag auf Antwort auf eine SMS warten kann etc.

Kann mir jemand einen Tip geben, wie ich damit besser umgehen soll? Schließlich möchte ich nicht daran kaputtgehen - ich habe natürlich Angst, daß wir uns zu sehr voneinander entfernen...und ich möchte mich auch nicht aufdrängeln, wenn er vielleicht mit seiner Familie ein bißchen Ruhe braucht...

Danke.

LG
bärenmutter

Beitrag von sabsetom 13.09.06 - 13:51 Uhr

Hallo,
wir waren in der selben Situation als der Vater meines Mannes im Sterben lag. Leider fällt es den Männern unheimlich schwer mit solchen Gefühlen umzugehen. Sie meinen wohl es wäre schwach mit uns darüber zu reden.
Ich glaube nicht dass es Dich weiter bringt wenn du jetzt auf Nähe drängst. Lass ihm einfach die Ruhe und die Zeit die er braucht. Er wird auf Dich zukommen wenn er Deinen Rat oder Deine Nähe braucht.
Sonst kann ich Dir leider nicht viel raten.
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft!
LG Sabrina

Beitrag von smash79 13.09.06 - 15:00 Uhr

Sei einfach für ihn da, aber dräng ihn nicht. Er kommt schon von selber zu Dir, wenn er reden möchte oder Deine Nähe braucht.

Vielleicht könntest Du ihm einen Brief schreiben, in dem Du ihm sagst was in Dir vorgeht, und dass er immer auf Dich zählen kann #gruebel

Beitrag von dhyan 13.09.06 - 15:02 Uhr

Hallo Mette,

ich weiss nicht ob ich Dir einen Tip geben kann aber ich versuche es einmal. Was passiert ist dass es Dir sehr schwer fällt ihn mal ganz loszulassen.

Du möchtest ihn unterstützen und das sein für ihn. Das ist schön und selbst wenn er Dich eine Woche nicht sieht wird er genau das spüren. Sowas kommt immer beim anderen an.
Ihr kommunziert auch nonverbal und ohne körperliche Anwesenehit.

Er wird sich freuen, darüber dass Du ihm soviel Platz gelassen hast und daran wird eure Liebe nur wachsen können.
Ich fühle Deine Angst, aber sehe nicht dass etwas passieren wird.

Im Grunde stellt sich für Dich die Frage, wie Du Deinen Gedankenstrom mal zur Ruhe bringst. Damit in Dir wieder Frieden einkehrt. Ich weiss nicht für was Du empfänglich bist...
in der Natur sein, etwas handwerkliches machen, wenn Du aufräumst, dann sage Dir ich räume jetzt auf, vielleicht schaffst Du es ja Dich auf den Moment zu konzentrieren und ganz hier und jetzt zu sein, egal was Du tust.

Der plappernde Verstand ist meist der Teil in einem der einem sehr viel schlechte Gedanken macht. Das zu erkennen ist schon ein Geschenk, dann brauchst Du nicht auf jeden Gedanken gleich eine Antwort geben, sonder lässt ihn einfach sein wie er ist und wendest Dich positiven Dingen zu.

Alles Liebe
Marcus

Beitrag von nele0511 13.09.06 - 16:35 Uhr

Liebe Mette,

wie meine Vorschreiberinnen glaube auch ich, dass du ihm jetzt Freiraum lassen musst, damit er diese für ihn schwierige Situation mit sich ausmachen kann. Es ist wirklich so, dass sehr viele Männer (meiner auch) solche gefühlsmäßig problematische Sachen mit sich rumtragen und in diesen Zeiten auch niemanden in sich reingucken lassen und sich auch von niemandem helfen lassen.

Nachdem wir schon eine lange Zeit zusammenwaren, erzählte V. mir, wie furchtbar es für ihn war, damals bei seiner Trennung auszuziehen und seine Kinder bei ihrer Mutter zu lassen. Es war für ihn wie ein Stückchen sterben. Das hatte er auch nur mit sich ausgemacht, hat nicht zugelassen, dass ihm jemand hilft (auch seine eigenen Eltern nicht). Erst viele Jahre später konnte er mit mir darüber reden.

Zeig ihm, dass du für ihn da bist, wenn er dich braucht. Aber lass ihm die Zeit, die er braucht.

Liebe Grüße von der Dresdner Elbe an die Hamburger Elbe!!!

Nele