Umfrage: ab wann habt ihr zugefüttert?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von cosica 13.09.06 - 20:20 Uhr

Hallo,

da ich etwas verwirrt bin, wollte ich mal eure Erfahrungen wissen. Vorgestern war ich mit Clarisse (heute 4 Monate alt) beim KiA für eine Impfung.
Er sagte mir: "unbedingt bis 6 Monate voll stillen, nichts anderes!" Amélie habe ich auch voll gestillt, habe allerdings nach ihrem 5ten Monat mit Beikost angefangen weil sie es so wollte (sie war extrem am Essen interessiert und hat auch von Anfang an gut Gemüsebrei gegessen).
Da Clarisse jetzt schon anfängt, ihre Finger zu essen jedes Mal wenn wir am Tisch sitzen, dachte ich, ich würde auch wahrscheinlich bei ihr nach dem 5ten Monat langsam aber sicher mit Beikost beginnen. Der KiA meinte aber daraufhin: "Nein, auch wenn die Kleine sich mit 5 Monaten fürs Essen interessiert, soll ich trotzdem MINDESTENS bis 6 Monate warten, man würde heutzutage immer länger warten und voll stillen".

Naja, eigentlich habe ich ja noch mindestens einen Monat, wenn nicht sogar 2 Zeit darüber nachzudenken, trotzdem wollte ich wissen, wann eure Kleinen bereit waren für die erste Beikost. Gibt es Mütter die bis 6 Monate gewartet haben, obwohl die Kinder schon vorher Intresse am Essen gezeigt haben?

Vielen Dank,

Liebe Grüsse,

Corinne & Amélie (*16.09.04) & Clarisse (*13.05.06)

Beitrag von buzzelmaus 13.09.06 - 20:39 Uhr

Hallo Corinne,

man soll erst mit 6 Monaten anfangen Beikost zu füttern, weil der Magen-Darm-Trakt vorher noch nicht reif für feste Nahrung ist. Zum einen müssen zum verdauen und zersetzten der Nahrung bestimmte Enzyme gebildet werden, was frühestens mit 5 Monaten der Fall ist. Und auch die Magenwand ist frühestens mit 5 Monaten verschlossen. Da man aber nicht sicher sein kann, ob das eigene Kind schon mit 5 Monaten alle diese körperlichen Anforderungen erfüllt, sollte man vorsichtshalber bis zum 6. Monat warten - sicher ist sicher.

Denn wenn man zu früh anfängt, dann wird zum einen die Nahrung noch gar nicht richtig genutzt, weil sie nicht richtig aufgespalten werden kann (die Enzyme dafür fehlen). Und zum anderen können sich Teile der Nahrung in die noch nicht verschlossene Magenwand einlagern und zwar für das restliche Leben. Man vermutet heute, dass die rassant ansteigende Zahl der Erwachsenen mit Magenproblemen von einem zu frühen Beikoststart herrührt.

Das ein Kind seine Finger viel in den Mund steckt, ist der Beginn der oralen Phase, in der Kinder immer mehr in den Mund stecken. Und das sich die kleinen für das Essen interessieren, heißt noch nicht, daß sie Beikostbereit sind. Es ist am Anfang einfach pure Neugier für das, was Mama oder Papa da gerade machen.

Wir haben deshalb bei Emily bis zum 6. Monat gewartet und alles hat super geklappt.

Hoffe, ich konnte Dir helfen.

Alles Gute

Susanne + Emily Fiona *05.08.05

Beitrag von sunflower.1976 13.09.06 - 20:59 Uhr

Hallo!

André hat das erste Mal mit 6 Monaten Beikost bekommen. Davon musste er würgen. Zwei Wochen später habe ich einen neuen Versuch gestartet. Da mochte er den Brei gerne, aber immer nur zwei bis vier Löffelchen voll. So blieb das, bis er 9,5 Monate alt war. Erst da war er richtig bereit für Beikost und er hat "richtig" gegessen.
André hat mit 6,5 Monaten Interesse gezeigt. Blöderweise habe ich mich von anderen Leuten bequatschen lassen, doch schon mit 6 Monaten anzufangen. Im Nachhinein ärgere ich mich darüber. Er fand Essen toll, aber immer nur die paar Löffelchen voll.
Wenn ich ein zweites Kind haben sollte, fange ich frühestens mit 5 Monaten, lieber erst mit 6 Minaten mit Beikost an. Auf jeden Fall erst, wenn es sich deutlich dafür interessiert.

LG Silvia

Beitrag von cldsndr 13.09.06 - 21:14 Uhr

Ich habe ab dem Zeitpunkt wo ich den Kleinen einfach nicht mehr satt gekriegt habe mit Beikost angefangen. Das war zwar deutlich früher (19W) als mir lieb war, aber was willst Du machen, wenn das Baby über Wochen(buchstäblich) bis zum Erbrechen trinkt und höchsten eine Stunde später schon wieder Hunger hat?

Er hat nie am Essen gewürgt oder irgendetwas freiwillig wieder ausgespuckt (Zungenstreckreflex weg). Er hatte auch keinerlei Verdauungsschwierigkeiten. Nach unserem Essen gegiert hatte er auch schon seit Wochen (wütendes Geschrei und Kaubewegungen) Seitdem er Mittags Brei bekommt, hält Liam wie von Zauberhand 3 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit durch und trinkt dann eine vernünftige Menge (immer noch 250ml pre-Milch).

In diesem Fall habe ich eher auf mein Bauchgefühl gehört als das Baby zu quälen bis irgendjemand die Beikost sanktioniert. Mit inzwischen 9,3 Kg auf 74 cm ist er auch normalgewichtig (nur ein bisschen jung für seine Größe).

Gruß
Claudia (mit Liam, 24 Wochen)

Beitrag von kirsten007 14.09.06 - 09:08 Uhr

Hallo Corinne,

bei uns war es so, dass ich 6,5 Monate voll gestillt habe. Wir hatten dann einen T bei der KiÄ und sie fragte auch nach der Ernährung. Ich habe ihr gesagt, dass ich ca. 12-16 Mal am Tag stille und sie war der Meinung, dass es Zeit sei, mit Beikost anzufangen und so haben wir es dann auch gemacht. Es hat aber ein paar Tage gedauert, bis unser kleiner Mann eine ganze Portion gegessen hat und ansonsten habe ich weiter gestillt.

Bei ihm war es allerdings so, dass er NULL Interesse an unserem Essen gezeigt hat. Ich bin mir nie sicher, ob ich nun 100%ig auf die Ärzte hören soll. Grundsätzlich sollen die Kinder ja 6 Monate voll gestillt werden aber wenn Dein Kind schon Interesse an Essen hat, kann sie vielleicht auch schon etwas "Festes" bekommmen??!! Höre einfach auf Deine "Mutterstimme", dann machst Du es schon richtig.

Lieben Gruß
Kirsten

P.S. Ich habe übrigens 3 Jahre gestillt und das hätte ich nicht getan, wenn ich au den Rat der KiÄ gehört hätte..... ;-)