Muss denn alles immer so kompliziert sein?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von no_name 13.09.06 - 20:42 Uhr

Ich bin seit 9 Monaten mit meinem Freund zusammen, ist wahrscheinlich der erste, für den ich halbwegs "normale" Gefühle entwickelt habe, wenn man das so nennen kann.

Ich bin eine ziemlich komplizierte Person, hatte echt einen Haufen Stress in meinem Leben und möchte eigentlich nichts mehr, als einfach nur mal glücklich sein, ohne mir über irgendwas Gedanken machen zu müssen.

Mein Schatz ist ein furchtbarer Sturkopf. Und zickig, wenn ihm irgendwas nicht passt. Manchmal habe ich das Gefühl, ich kann ihm einfach nichts recht machen. Bsp.: Er schickt mich einkaufen, ich bringe irgendwas nicht oder falsch mit und dann kommt es mir so vor, als sähe er das als persönlichen Angriff und motzt.
Ich mache das doch eigentlich, um ihm einen Gefallen zu tun und nicht um ihn zu ärgern. #schmoll

Momentan geht er total auf Abstand, ich kriege langsam auch die Krise. Habe ziemliche Angst davor, dass er einfach geht. Und ich glaube, das weiß er auch und nutzt das aus. Die Frage ist nur warum? Weil ich das mit mir machen lasse oder weil er selber total unsicher ist? Muss hier anmerken, dass ich absichtlich nie etwas tun würde, was ihn verletzt. Dann wäre ich nicht besser als seine Ex, ich glaube, die ist an seinem Verhalten maßgeblich beteiligt. #gruebel

Ich habe mich eigentlich damit abgefunden, dass er meistens nicht aus sich heraus kommt und viel Zeit für sich beansprucht. Aber ich kann nicht sagen, dass die Zeit, die wir miteinander haben, im Moment wirklich gut genutzt wird.

Vielleicht bin ich auch zu Hollywood-geschädigt, aber mir fehlt einfach die Vertrautheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich bekomme eigentlich keine Bestätigung von ihm, dass ich irgendwas mal gut mache oder ein Kompliment. Ich frage mich dann in letzter Zeit immer häufiger, warum ich das alles mitmache.

Ich glaube, er ist kein Arschloch, er kann nur nicht anders. Aber es ist nicht schön für mich, auf der Strecke zu bleiben.
Im Bett ist es auch nicht gerade toll. #hicks Anfangs war er sowas von gut im Bett (hat mich ewig lange verwöhnt und geküsst) und jetzt nur rein mit dem Ding und dann Abschuss. Ich meine, er sagt, es liegt an seinem vielen Stress. Aber hat man nicht irgendwann nach Monaten mal wieder das Verlangen, seiner Freundin zu zeigen, dass man sie geil findet? #schein

Ich bin mit der jetzigen Situation völlig überfordert. Es tut mir wirklich extrem weh, weswegen sich bei mir der Drang äußert, alles hinzuschmeissen; reiner Selbstschutz. Ich wurde in meinen bisherigen Beziehungen belogen, betrogen und ausgenutzt und bin da wirklich geschädigt. Und jetzt habe ich jemanden gefunden, der eigentlich genauso denkt wie ich und mit dem ich eigentlich nie ein Problem hatte. Wieso kippt das alles so um?

Ich versuche ihm immer zu zeigen, dass mir etwas an ihm liegt. Trotzdem ignoriert er das irgendwie. Ich mache grundsätzlich alles falsch aus seiner Sicht und dann gibts Ärger. Und das macht mich zusätzlich fertig. Am liebsten würde ich gar nichts mehr tun, damit es keinen Stress gibt. Ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres, als ständige Kritik von dem Menschen zu hören, den man liebt. #schmoll

Ich will auch nicht Schluss machen, auch wenn alles in mir derzeitig blockiert und ich merke, dass ich versuche, die Gefühle zu ihm abzuspalten. (Dabei hilft mir meine emotional-instabile Persönlichkeit sehr gut.) Vorher war er eine Person für mich, inzwischen sind es 2 (gut und böse); was für mich soviel wie "kurz vorm Rückfall" bedeutet. Und dahin wollte ich nie wieder kommen.

Eine Beziehung bedeutet für mich gegenseitigen Respekt, Vertrauen und eine gesunde Basis. Hier ist es ständig Angst für mich. Angst vorm Verlassenwerden, Angst dass er sauer ist/wird, usw. Und Angst ist doch keine Basis? #schmoll

Ich kann auch nicht mit ihm reden. Dazu fehlt eben (siehe oben) die Vertrautheit. Ich habe die Erfahrung gemacht (leider auch bei ihm), dass man die Schwachstellen, die man zeigt auch gnadenlos torpediert werden.

Ich habe ihm vorhin eine SMS geschrieben, habe ihm noch nie gesagt, dass ich ihn liebe, stand aber eben drin, dass er mich bitte nicht immer so fertig machen soll und ihn liebe.

Daraufhin kam nichts zurück und er kommt auch nicht vorbei.

Kann ich die Sache jetzt abhaken? #heul

Ich will ihn einfach nicht verlieren. Vielleicht bin ich einfach nur blöd oder so, aber ich weiß, dass er (der Typ hinter der Mauer) genauso ein kleines Sensibelchen ist wie ich; das aber niemals zugeben würde, am wenigsten sich selbst.

Ich stand schon oft vor der Resignation, weil ich so an ihm hänge und andersrum vermutlich irgendwie nicht. Ich weiß nicht, was ich von ihm zu halten habe. Er meint, ich würde ihn selbst in 2 Jahren noch nicht verstehen. Ist ja prima -> bis dahin wäre ich sowieso schon mit den Nerven am Ende.

Verzweifelte Grüße und #danke fürs Lesen!



Beitrag von doppelherz 14.09.06 - 07:04 Uhr

Guten Morgen :-),

sag mal, hast du schon einmal so offen mit ihm gesprochen, wie in diesem Thread? Nein??? Dann wird es aber höchste Eisenbahn. Es bringt nichts, zu schweigen und alles nur über sich ergehen zu lassen. Vielleicht wartet er ja nur auf ein Gespräch? Oder dass du mal deutlich wirst?

Mein Rat: Drucke einfach dein eigenes Post aus und lege es ihm mal aufs Kopfkissen mit der ernsten Bitte, sich Zeit dafür zu nehmen und es zu lesen. Ich meine WENN ihm etwas an eurer Beziehung liegt. Und dann solltet ihr mal ausführlich darüber sprechen.

Ohne die notwendige Offenheit und Darlegung deiner Gefühle, seiner Verletzungen dir Gegenüber, deiner Wünsche und Gedanken wird das einfach nichts.

LG von Simone

Beitrag von judith81 14.09.06 - 07:49 Uhr

Hi,
wenn du ihn das, was du geschrieben hast, schon gesagt hast und er sich weiterhin so verletzend verhält -> mach schluss. Mir ging es mit meinem Ex so ähnlich, hielt es 4 J. 8 Mon. durch .... dann bemerkte ich, dass er fremdging -> ich machte schluss und ärgerte mich, dass ich mir so lang das alles hab gefallen lassen!
Heute bin ich wieder 6 Monate vergeben, führe mehr oder weniger eine Wochenendbeziehung (158 km Entfernung), aber Vertrauen, Respekt .... alles passt. Und reden kann ich auch mit ihm über ALLES. Wenn das alles nicht so wäre, wäre es nichts für mich!
Lg
Judith

Beitrag von no_name 14.09.06 - 10:42 Uhr

#danke erstmal für die Antworten.

Erst haben wir gar nicht miteinander geredet, aber er wollte dann noch ne DVD mit mir gucken. Sind irgendwie nicht mehr dazu gekommen. ;-) Das hat mir so gefehlt. Sind dann so halb kuschelnd eingeschlafen und er hat seit langer Zeit mal wieder gesagt (und das in einem ganz anderen Ton), dass er mich lieb hat.

Heute Morgen kam dann Runde 2. Und 3 auch. #freu

Vielleicht hat er in letzter Zeit das Gefühl gehabt, er kann es mir nicht recht machen. Hab auch viel gezickt, gebe ich zu.
Heute ist er wie ausgewechselt. Die SMS hat vielleicht auch was gebracht. Er weiß, dass mich das Überwindung gekostet hat. Und nimmt es wohl ernst.

Hoffentlich bleibt das jetzt so.

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