psychisch kranke Freundin kümmert sich wieder nicht um ihr Kind...

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sali123 14.09.06 - 06:12 Uhr

Morgen,
ich muß mich heute mal bei euch ausheulen, da ich momentan ratlos bin.
Zur Vorgeschichte:
Meine Freundin und ihr Freund haben sich vor 2 Jahren getrennt. Aus dieser Beziehung stammt eine jetzt 4 jährige Tochter. Beide haben geteiltes Sorgerecht, wobei die Kleine bei der Mutter lebt.

Irgendwie hatte meine Freundin damals die Trennung schon nicht überstanden, sie trank, kümmerte sich nicht um ihr Kind, ging nicht mehr außer Haus, brachte die Kleine nicht in die KITA, ect....
Daraufhin habe ich die Kleine zumindest in die KITA gebracht.
Das Ende war ich mußte sie zwangseinweisen lassen und nahm ihre Tochter für 8 Wochen zu mir.

Alles in allem klappte es dann wieder einigermaßen, bis seit ca. einem halben Jahr. Da hat der Vater die Kleine in den Kindergarten gebracht. Meine Freundin kann wieder nicht außer Haus, die Kleine sitzt den ganzen Tag zu Hause bei ihr und kümmern tut sie sich nicht. Da passieren Dinge: wie das sie ihr Fenster in der DG-Wohnung aufstehen lässt. Ich komme in das Zimmer klettert die Kleine drausen auf dem Fensterbrett rum#heul#heul#heul
Sie boykottiert alle Versuche des Vaters sein Kind zu sehen, geht dann einfach wochenlang nicht ans Telefon und öffnet die Tür nicht. Belügt den Kindsvater und stiftet ihre Kleine noch zum lügen an. Da bekommt der KV dann um 0.30 Uhr Anrufe von seiner 4 jährigen Tochter und sie fragt ihn: Papa warum hast du die Mama nicht mehr lieb?:-[ das kommt doch nie im Leben von der Kleinen.

Für nächste Woche ist nun wieder ein Termin beim JA, wo eventuell nochmal friedlich das Besuchsrecht geklärt werden soll. Ansonsten wird der Vater den Weg über das Familiengericht gehen. Bis jetzt hat nichts geholfen, keine Hausbesuche vom JA noch sonstwas.
Normalerweise müßte ich meine Freundin wieder einweisen lassen, da sie absolut krankheitsuneinsichtig ist und ihre Eltern informieren (die sie auch nur belügt und die damals schon nichts von ihrer Erkrankung wußten).
Es ist halt so das ich nun auch ein Baby habe und mich hat das vor 2 Jahren schon so fertig gemacht, dass ich mir geschworen habe mich da nicht wieder reinzuhängen. Nur mir tut ihre Kleine so leid, sie würde so gerne raus und in die KITA.

Was denkt ihr, was soll ich nur mit ihr noch machen??


mfg Franzy+Marvin#baby01.02.06

Beitrag von donravello 14.09.06 - 08:56 Uhr

moin
franzy,

du kannst ihr nicht helfen, solange sie nicht erkennt daß sie krank (alkoholikerin?) ist. du kannst eher druck auf das JA ausüben, daß diese sich endlich mal bewegen.
kann der KV die tochter nicht zu sich nehmen?

grüßle
wolf

Beitrag von jennyspike 14.09.06 - 10:35 Uhr

Hallo Franzy,

ich hatte zu Deinem früheren Beitrag schon geschrieben dass die Mutter den Umgang immer weiter boykottieren wird solange sie Hilfe aus dem Umfeld bekommt. Warum war die Kleine in den acht Wochen bei Dir und nicht beim Papa?
Bist Du mit diesem mal in Kontakt getreten wegen einer evt. EV wenn er Antrag bei Gericht stellt?
Hier sollte anhand des Ergebnisses des JA- Gespräches überlegt werden ob eine ABR- Klage sinnig wäre.
Keinesfalls auf ASR klagen, das bringt in Deutschland eh nichts.
Bei der Trennung vor zwei Jahren hat der Papa das Kind bei der Mutter gelassen und ihr damit die Sorgefährigkeit zugesprochen.

LG Jenny

Beitrag von sali123 15.09.06 - 04:28 Uhr

Damals war der KV bei seiner Neuen. Deshalb und auch aus dem Grund weil ihre Eltern weiter weg wohnen hatte ich die Kleine für die Zeit des Klinikaufenthaltes bei mir. Diese neue Beziehung hielt aber nur ein halbes Jahr und nun wohnt der KV 5 Minuten von meiner Freundin entfernt. Er hat die Kleine ja nun auch ein Jahr lang in die Kita gebracht, da meine Freundin es nicht fertig gebracht hat.

Bist Du mit diesem mal in Kontakt getreten wegen einer evt. EV wenn er Antrag bei Gericht stellt?
Ja wir telefonieren oft mehrmals die Woche, da es permanent Probleme gibt und er sein Kind nicht bekommt.
Was meinst du mit EV ?
Er würde sich ja um sein Kind kümmern, sie auch zwei Nächte in der Woche bei sich schlafen lassen und sie mehrmals wöchentlich sehen wollen. (Da die Mutter ihm ja ständig vorhält er würde sich nicht kümmern)
Nur glaube ich hat er Angst davor die Kleine ihrer Mutter per Gericht wegzunehmen.
Alles ein Teufelskreis.

mfg Franzy

Beitrag von jennyspike 15.09.06 - 08:58 Uhr

Hallo Franzy,

als erstes sollte sich der KV im Klaren darüber sein was er will, und zwar er ganz alleine. Denn was bringt es wenn sich alle die Köpfe heiß reden, Du hier stundenlang Text schreibst und Rat suchst und er eigentlich gar nicht will?
Du glaubst dass er Angst hat der Mutter das Kind wegzunehmen? Worauf wartet er? Auf eine göttliche Eingebung ihrerseits, dass das Kind es bei ihm besser hat? Da kann er lange warten.
Wenn der KV sich aus irgendwelchen Gründen dem Kind nicht annehmen kann dann solltest Du versuchen, weitere Schritte gegen die Mutter einzuleiten, ohne ihn. Vielleicht ist das Kind dann in einer Pflegefamilie besser aufgehoben.
EV = eidesstattliche Versicherung.

LG Jenny

Beitrag von sali123 15.09.06 - 09:39 Uhr

Ich habe ihn ja schon mehrmals angesprochen. So richtig traut er sich es warscheinlich nicht zu die Kleine ganz zu sich zu nehmen.
Er studiert noch und arbeitet abends. Momentan sind Semesterferien und er hat einen Ganztagsjob. Dann hat er auch nur eine 1 Raum Wohnung, es wäre also kein Kinderzimmer vorhanden.

Was ich 100 % rausgehört habe ist, dass er auf alle Fälle Kontakt zu seinem Kind will, mehrmals wöchentlich. Am WE kann die Kleine auch bei ihm schlafen und er würde sie auch wieder in die Kita bringen. Daher hatt er auch erneut einen Termin beim JA gemacht und ich denke das Ziel würde er dann auch gerichtlich weiterverfolgen.
Er hat nur mal mir gegenüber eine Andeutung gemacht, ob es denn richtig ist der Mutter das Kind wegzunehmen. Klar die Mutter würde dann ohne Hilfe total untergehen, aber was ist mit dem Kind?
Erst trennen sich die beiden, dann gibt es ständig Streitereien zwischen ihnen, ect....
Die Mutter hat es auch geschafft die Kleine extrem an sich zu binden, klar wenn ich den ganzen Tag mit dem Kind in der Wohnung sitze.

mfg Franzy

Beitrag von junimond.1969 15.09.06 - 11:18 Uhr

Klare Ansage: Setz' alles daran, dass die Kleine da raus kommt!

Ich habe eine psychisch kranke Mutter, dass sie eingewiesen wurde, habe ich angeleiert, als ich schon 18 und es auch für alle anderen (endlich!) offensichtlich war, dass mit ihr massiv was nicht stimmt.

Was ich meinen Verwandten (und auch meinem von meiner Mutter seit ich sechs war geschiedenen Vater) nie verziehen habe und auch nie verzeihen werde, ist die Tatsache, dass ALLE schon sehr früh wussten, dass etwas mit ihr nicht stimmt, aber niemand etwas tat, man überließ mich bei dieser Kranken einfach meinem Schicksal!

Sie prügelte mich, seit ich denken kann, oft aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen konnte, weil es Dinge waren, die sie sich eingeredet hatte. Einerseits vollzog sie auch ein krankhaftes mich-an-sie-binden, andererseits flippte sie völlig aus, wenn von meiner Seite sowas wie Abgrenzung kam oder auch mal ein Zeichen, dass ich meinen Vater gern sehe oder dergleichen. Wenn ich aber von mir aus ihre Nähe suchte und sie brauchte, dann stieß sie mich weg und war von einer Kälte, die man gar nicht beschreiben kann. Erster Liebeskummer und erste Regelblutung, das waren zwei Dinge, bei denen sie sowas von brutal mit mir war... Ich bekam erst mal Prügel, weil ich sagte, dass ich Bauchweh habe und außerdem meine Tage zum ersten Mal bekommen hätte und deswegen mich am Nachmittag ins Bett gelegt hatte, statt Umzugskisten zu packen (wir wollten - mal wieder - umziehen). Auch so was. Ständig zogen wir um. Als ob sie auf der Flucht war. Vor sich selbst? Und/oder auch vor den Nachbarn, die natürlich mitbekamen, dass ich oft weinte und vor Panik schrie?

Meine Verwandten bekamen alles mit, einmal waren wir zu Besuch, sie hatte mich kurz vor der Abfahrt mal wieder geschlagen, mich dabei an meinen (langen) Haaren festgehalten. Die Verwandten fragten nur, ich sei wohl sehr erkältet, weil meine Nase vom Weinen zu war. Eine Tante strich mir übers Haar und hatte plötzlich einen Büschel Haare in der Hand. "Oh, da hat aber jemand Vitaminmangel." wurde gesagt.

Jahre später sagte man mir "Wir haben schon gemerkt, dass mit Deiner Mutter etwas nicht stimmt, die war schon immer komisch." Aha. Aber wenn ich erzählte, dass sie mich schlug, dann glaubte man immer nur ihr, glaubte, Kinder, die geprügelt werden, hätten die Dresche wohl schon verdient.

Fazit: Ich habe keinen Kontakt mehr zu irgendwem aus meiner Familie, rigoros. Ich ertrage sie nicht mehr. Sie ließen mich ALLE alleine, als ich sie am dringensten gebraucht hätte, jetzt brauche ich sie nicht mehr. Aber Jahre meines Lebens brachte (und bringe ich teils bis heute) damit zu, mich von diesem Alptraum, der meine Kindheit und Jugend war, zu erholen. Mit Alkoholmissbrauch, Depressionen, Panikattacken, psychosomatischen Asthma- und Migräneanfällen und oft einer großen Todessehnsucht bin ich durch meine Jugend und die jungen Erwachsenenjahre gestolpert, habe bis heute noch manchmal das Gefühl, es nicht besser verdient zu haben, wenn Schlechtes in meinem Leben passiert. Traue mich bis heute oft nicht, mich über Gutes tief zu freuen, weil ich denke, es steht mir nicht zu.

Deswegen: Ohne Rücksicht auf Verluste bei der Mutter - hol die Kleine da raus, sie geht sonst kaputt!

Gruß
Ch.

Beitrag von risala 14.09.06 - 11:07 Uhr

hallo!

ganz klar, ich würde das ja informieren über die zustände - denn die mutter ist nicht mehr sorgefähig durch ihre erkrankung. dann würde ich mit dem vater reden, dass er versucht, das abr zu bekommen - mit brgründung der erkrankung. da dürfte er gute chancen haben, da hier das kindeswohl auf jeden fall gefährdet ist.

ein bekannter von mir ist auch alleinerziehnder vater einer tochter - weil die mutter ebenfalls psychisch krank ist und mit der einhergehenden persönlichkeitsveränderung bekam er 3 jahre nach der trennung das abr u. asr zugesprochen!

gruß
kim

Beitrag von susasummer 15.09.06 - 17:26 Uhr

Dringend sollte das Kind da raus.Die Mutter scheint psychisch sehr krank zu sein und es wird sich so wahrscheinlich nicht bessern,wenn überhaupt.
Ich habe selber als Tochter einer psychisch kranken Mutter Erfahrung damit und einiges,was du beschreibst,ist auch bei uns vorgefallen.
Wir konnten nicht mehr bei unserer Mutter leben und mussten dort weg.Das war aber wesentlich besser,als wenn man nicht richtig umsorgt wird.
lg Julia