Ab wann erzählen? (4+4) VORSICHT LANG!!!

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von hannah_74 14.09.06 - 09:27 Uhr

Hallo zusammen,

gestern war ich beim FA, der mir bestätigt hat, dass sich in mir eine kleine Fruchthöhle eingenistet hat. Am Montag hatte ich selbst schon einen pos. Test in der Hand und wir haben uns gefreut wie verrückt.

Der FA hat uns allerdings bestimmt 10 Min. erklärt, dass wir es erstmal niemandem erzählen sollen und es ja noch nicht sicher sei, ob alles gut ginge, dass zwar alles gut aussieht, aber man nie wüsste. Er hat mich quasi dazu aufgefordert, meine Freude auszubremsen und hat Angst und Unsicherheit verbreitet.

Ich bin ein sehr offener Mensch und kann und will mich nicht 1/4 der SSW emotional ausbremsen. So ist das doch im Leben. Hat man dann ein gesundes Kind, soll man sich dann auch nicht freuen, weil es ja z.B. vom Auto überfahren werden könnte, oder soll man sich nie auf jemanden einlassen, er könnte einen ja auch wieder verlassen?

Warum muss man bei dem Tabu-Thema Fehlgeburt (wenn das doch so "natürlich" und "normal" ist, das so was auch passiert) mit-schweigen?

Ich bin total verunsichert und muss jetzt den ganzen Tag darüber nachdenken, statt mich zu freuen wie verrückt. Eigentlich würde ich es gern anders handhaben und es - zumindest meinen Freunden - erzählen. Wenn es eine Fehlgeburt werden sollte, will ich ja auch mit jemandem darüber sprechen und kein Geheimnis mit mir herumtragen.

Was meint Ihr zu dem (Tabu-)Thema?
Wie habt Ihr das gehandhabt?

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!

Hannah

Beitrag von land_in_sicht 14.09.06 - 09:32 Uhr

Hallo Hannah,

ich finde Deine Einstellung super und ich habe es genauso gehandhabt wie Du.

Freu Dich, erzähl es wem Du willst, sollte dann wirklich das Schlimmste eintreten, dann musst Du aber auch damit rechnen, dass Du es eben dann auch jedem erzählen muss der über die SS Bescheid weiß.

Ich bin aber auch nicht der Typ, der sein Leid in sich reinfrisst. Ich muss immer Freud UND Leid teilen, damit ich nicht daran zugrunde gehe.

Ich habe es jetzt (ist meine 2. SS) auch sofort erzählt. Es gibt nur noch wenige in unserem Freundes- und Bekanntenkreis (oder auch Verwandte), die es noch nicht wissen, und inzwischen bin ich schon in der 17. SSW.

Mach es so wie Du es möchtest und lass Dich nicht verunsichern.

Einen lieben Gruss
Julia

Beitrag von violein 14.09.06 - 09:36 Uhr

Hallo!

Also ich bin jetzt 5+6#huepf und ich habe es meiner Familie und Freunden
erzählt weil wenn es eine Fehlgeburt wäre würde ich drüber reden wollen, eine Fehlgeburt ist nicht worüber man sich schämen müßte oder es gar verschweigen müßte.
Ich finde die Ärzte überteiben total.

Mach das was dir dein Herz sagt!

Lg Violein

Beitrag von s70v74 14.09.06 - 09:39 Uhr

Hallo Hannah,
ich schick Dir schon mal ein kleines #blume.
Dein Arzt wollte Dich bestimmt noch ein bißchen zurückhalten weil es ja noch recht frisch ist und halt noch viel passieren kann. Was man natürlich nicht hofft.
Ich persönlich finde eine Fehlgeburt nicht als Tabuthema, musste es aber leider schon zweimal miterleben. Bei der ersten Schwangerschaft haben wir es in der 8. SSW erzählt, in der 9. SSW hatte ich leider eine Ausscharbung. In der 2. SS bin ich mit starken Blutungen zum Gyn gefahren und hab dort dann erfahren das es ein Abgang war.:-( Beim zweiten Mal war ich total geschockt, und das verarbeiten hat auch lange gedauert. Aber auch diesmal hab ich mit anderen darüber geredet und im nachinein kam heraus das fast die hälfte von unserem Bekanntenkreis eine Fehlgeburt miterlebt haben. Mir hat es geholfen das ich mit meinem Freundinnen, Familie usw. darüber reden konnte.

Also, mach Dir nicht so viele Gedanken und freu Dich schon ein bisschen und viel#klee


Viele Grüße
Verena mit Mäusezahn Katharina *05.02.06

Beitrag von s70v74 14.09.06 - 09:42 Uhr

Ach so, bei der letzten SS haben wir es wieder in der 8. SSW erzählt. Und zum Glück ist diesmal alles gutgegangen.#freu

Beitrag von ydnam69 14.09.06 - 09:46 Uhr

Hallo,

ein schwieriges Thema, was Du da ansprichst.

Meiner Meinung nach muss ich deinem FA Recht geben. In den ersten 12 Wochen kann wirklich noch so viel passieren. An deiner Stelle würde ich zumindest solange warten, bis man den Herzschlag sieht. So ca. 8SSW.
Denn ich finde es einfach viel schwieriger mit einer FG umzugehen, wenn man sich gefühlsmässig schon total auf ein gesundes Baby eingstellt hat.
Ich habe in der Hinsicht auch schon meine Erfahrungen gemacht. Eine Freundin hat nach langem Üben erfahren, dass sie schwanger ist. Gleich hat sie es allen mitgeteilt, es war zu Weihnachten. Zu Silvester hatte sie dann eine FG. Die FG ansich ist schon traurig genug und benötigt viel Kraft. Wenn du dann von allen angesprochen und nach dem Baby gefragt wirst, ist es, finde ich, noch schlimmer.
Ich war bei diesem Ereigniss auch schwanger, was ich aber noch nicht wusste. Bei mir ging alles gut. Als wir ihr es sagten damals (da war ich bewusst schon 12SSW), ist für sie natürlich auch eine Welt zusammen gebrochen.
Letztes Jahr im September bin ich wieder gewünscht schwanger geworden. Auch dieses Mal, wollten wir es erst ab der 12SSW verkünden. Mit Recht, denn ich verlor dieses Baby in der 10SSW. Ich musste sogar zur AS in die Klinik. Bis jetzt weiß dies nur einige enge Freunde. Meine Eltern und Schwimu wissen es bis heute nicht. Ich habe auch überhaupt kein Bedürfniss, es ihnen zu sagen. Vielleicht schäm ich mich ein wenig? vielleicht will ich einfach kein Mitleid? vielleicht will ich nicht, dass alle wie verrückt auf ein neuen positiven SS-Test nach der FG warten?
Nun bin ich wieder schwanger in der 30SSW. Diese Schwangerschaft wurde von uns auch wieder bewusst bis zur 12SSW verheimlicht, vorallem, weil ich Komplikationen hatte.

Klar, nach einen positiven Schwangerschaftstest möchte man es der ganzen Welt mitteilen. Man platz fast vor Glück.

Wenn Du und deine Umgebung gut mit einer eventuellen FG umgehen könnt, dann spricht nichts dagegen, es allen zu sagen. Auf alle Fälle würde ich aber davon ausgehen, dass alles gut geht und positiv denken.

D.J.

Beitrag von hannah_74 14.09.06 - 09:57 Uhr

Danke erstmal für Eure Meinungen,

ich sehe, es scheint 2 Lager zu geben: Welche, die es erzählen und welche, die der Meinung sind, man sollte es in den ersten 12 Wochen für sich behalten.

Selbst wenn ich mich dafür entscheiden würde, es für mich zu behalten, müsste ich in machen Situationen schlichtweg lügen. Wenn ich z.B. plötzlich nicht mehr rauche, kann ich nur darauf warten, dass mich Bekannte oder Freunde fragen werden: Ja wie, Du rauchst nicht mehr? Bist Du schwanger? Dann hat man die Wahl entweder zu lügen oder es doch zu sagen, was in jedem Fall etwas verkrampft ist.

Ich denke, ich werde es erzählen und mit einer evtl. Fehlgeburt versuchen so offen wie möglich umzugehen. Sooo viele Frauen haben das schon erleben müssen und es ist ein solches Tabu-Thema, dass kaum darüber gesprochen wird und irgendwie finde ich das nicht gut...

Ich wünsche Euch und Euren Babies das Allerbeste!! #klee

Hannah
#schwanger – und #huepf

Beitrag von kati_n22 14.09.06 - 10:43 Uhr

Hallo,

war mal in der gleichen Situation wie Du - und habe mich auch dafür entschieden mich zu freuen und es vielen erzählt.

Ich denke das schwierige ist nicht, das es ein Tabuthema ist, sondern das dich im Falle des Falles viele Leute auf das Baby ansprechen werden im Falle einer Fehlgeburt. Oft wird das in Situationen passieren, die irgendwie nicht wirklich privat und gerade tierisch ungünstig sind - bei der Arbeit, mitten im Supermarkt und und und. Da steht man dann auf einmal und kann - von 0 auf 100 - einfach nur noch heulen.
Sicher braucht man jemanden zum reden, aber das was ich Dir beschrieben habe kann manchmal schwer zu ertragen sein - und das ist es meist, wovor der Arzt dich bewahren will.

LG
Kati

Beitrag von drineli 14.09.06 - 10:08 Uhr

Hallo Hannah!

Ich finde Deine Einstellung völlig gesund und normal!

Ich habe es in dieser SS auch so gehandhabt, nachdem ich bei der letzten FG genau das Problem hatte, dass niemand Bescheid wusste und ich natürlich so keine Unterstützung erwarten konnte.

Diesmal habe ich für mich beschlossen, dass ich mich nur noch mit dem Hier ung Jetzt beschäftige und JETZT bin ich Schwanger, was auch immer kommen mag und darüber freue ich mich eifach tierisch#huepf!

Wenn etwas schief geht sind doch meine Gefühle nicht stärker oder schwächer, ob es nun jemand weiss oder nicht! Und wenn man die Freude unterdrückt, unterdrückt man dann auch die Trauer??? Ich lebe meine Gefühle voll aus, was auch immer aktuell ist.

Es wäre für mich ein absolutes Drama, wenn ich dieses Kind wieder verlieren würde, aber wie Du richtig schreibst, es kann immer etwas passieren! Sobald man ein Kind hat, wird die Angst nie mehr ganz aufhören, doch darin möchte ich mich nicht allzusehr verfangen. Es ist auch eine mögliche Realität, aber JETZT ist ja alles in Ordnung und es wäre schade das zu verpassen!

So, das war ein ganz schön langer Roman... Eigentlich wollte ich Dich nur dazu ermutigen, Dich nach Deinen Gefühlen und Bedürfnissen zu richten und Dich nicht von solchen zwar gutgemeinten aber ungefragten Tipps bevormunden zu lassen!

lg
und alles Gute
#herzlich
Martina

Beitrag von trinerle83 14.09.06 - 12:07 Uhr

Hallo,

also ich bin jetzt in der 17 SSW und es wissen seit der 13 SSW nur meine Eltern und die Schwiegereltern und meine Schwester.

Wir fliegen am Montag für 2 Wochen in Urlaub, wenn wir zurück kommen bin ich Ende 19 SSW da werden wir es bei einer gr0ßen Familienfeier dem Rest sagen.

Aber den flüchtigen Bekannten gar nicht. Die werden es schon mitbekommen oder mich dann drauf ansprechen.

Hab einfach keine Lust auf dummes Gerede, außerdem hatte ich zuvor eine FG in der 9 SSW und es hat niemand gewusst und ich war sehr froh drum. Aber das sieht jeder anders.

LG Kathrin