@Junimond und alle, die sich mit ALG2 und Selbstständigkeit auskennen

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von miki24 14.09.06 - 13:38 Uhr

Hallo,

leider beziehen wir im Moment noch ALG2, obwohl mein Mann selbstständig ist. Es läuft schon viel besser als im letzten Jahr und es ist auch mit der ARGE abgesprochen, dass mein Mann, wenn es dieses Jahr nicht so gut wird, dass wir davon ohne ALG2 leben können, er seine Selbstständigkeit aufgeben wird und sich einen festen Job sucht.
Nun haben wir gerade die Folgebewilligung bekommen, wo nun aber drauf steht, dass er monatlich nachweisen soll, wieviel Umsatz/Gewinn er gemacht hat.
Grundsätzlich ja auch ok aber was passiert, wenn mein Mann z.B. mal in einen Monat 7000,- Euro Gewinn gemacht hat. Im nächsten Monat buchen dann die Händler zu diesem Auftrag ab und wir haben ein Verlust von 6500Euro, also ein Reingewinn von 500,- Euro.
Kriegen wir dann den einen Monat gar ncihts von der Arge, weil wir so viel Gewinn gemacht haben?
Und wenn das so ist, was passiert denn im Folgemonat, wenn die Händler abbuchen und wir einen Verlust machen? Kriegen wir dann den Betrag vom Vormonat zusätzlich zum laufenden Monat?
Bis jetzt mußten wir nur alle 1/2 Jahr nachweisen und das schien uns auch sinnvoll. Aber warum jetzt monatlich?
Ein pauschaler Gewinn von 3500,- Euro pro Jahr wird eh schon vom Regelbeitrag abgezogen (abhängig vom Vorjahresgewinn, die setzen also vorraus, dass mein Mann mind. genauso viel Gewinn macht wie im Vorjahr)

Liebe Grüße
Miki

Beitrag von scullyagent 14.09.06 - 13:57 Uhr

Wenn dein Mann im Monat 7000 € Gewinn macht, dann brauchst doch kein ALG II.#augen

Du verwechselst Umsatz mit Gewinn. Darum will die Arge schließlich nicht Eure Kontoauszüge sehen, sondern die Bilanz.

Das ist die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben, steurbereinigt.

Da ich irgendwie das Gefühl habe, das Ihr das nicht alleine hinkriegen werdet, empfehle ich die Bilanz von einem Steuerberater machen zu lassen und dann mon. der ARGE vorzulegen.

Scully

Beitrag von miki24 14.09.06 - 14:11 Uhr

Hallo Scully!

Vielen Dank für Deine Antwort. Die Bilanz lassen wir vom Steuerberater machen und reichen diese(Betriebswirtschaftl. Kurzbericht) dann auch bei der Arge ein.
Ich habe mich gerade vielleicht sehr ungünstig ausgedrückt und habe mal die Unterlagen rausgesucht:
Wenn z.B im Juli ein Kunde seine Rechnung bezahlt, der Händler uns aber eine Zahlungszeitraum von 4Wochen einräumt, kann es doch mal schnell passieren, dass das vorläufige Ergebnis ziemlich hoch ausfällt, da die Umsatzerlöse höher sind als die Ausgaben für Material, Personal etc.
Im nächsten Monat sieht es nach Bezahlung der noch offenen Rechnung für das Material an den Händler doch schnell mal ganz anders aus.
Oder mache ich da jetzt einen Riesendenkfehler? *verwirrtguck*

Liebe Grüße
Miki


PS. Normalerweise kümmert sich mein Mann um diese Dinge, ich habe, wie Du ja schon erkannt hast, nicht wirklich viel Ahnung. *peinlichpeinlich*

Beitrag von scullyagent 14.09.06 - 14:16 Uhr

Umsatz ist nicht Gewinn!!!!

Es ist Scheißegal wieviel Umsatz dein Mann macht!!!

Ausschalgebend für die ARGE ist der Gewinn.

Das , was Du immer wieder beschreibst ist der Umsatz!!

Scully

Beitrag von miki24 14.09.06 - 14:21 Uhr

Ok Scully, ich laß mir das nachher noch mal von meinem Mann anhand dieser Unterlagen hier erklären.

Danke für Deine Geduld oder auch nicht! ;-)

Beitrag von eineve 14.09.06 - 14:21 Uhr

da hilft dir nur die lieferscheine zu berücksichtigen und die vereinbarte und bestätigte bestellung vom lieferant.


deswegen sollst du eine sogenannte buchführung machen - dazu gibt es entsprechende programme die nicht die welt kosten.

auserdem - gezielte fragen beantwortet jeder gute steuerberater. und das betrachtungsproblem das du hast ist eine der fragen.


das was deinem mann ein kunde bezahlt soll folgendes decken (im groben aufgelistet):


- materialeinkauf (vom händler sprich lieferant)
- arbeitsstunden variabel kosten (telefon, autokosten etcpp)
- fixkosten - raum energie maschinen
- gewinnerwartung (das was du zum leben erwartest)
- umsatzsteuer (falls option zur umsatzsteuer ist dieser betrag nicht zum leben oder umsatz zu kalkulieren
- steuer für die gewinnerwartung (nennt sich einkommensteuer)

der rest ist das was zum leben übrig bleibt und als gewinn bezeichnet wird.

umsatz ist NIE gewinn.


das beste ist wenn du dir etwas fachwissen aneignest - besuch einen kurs "buchführungsgrundlagen" um die fachezeichnungen zu lernen dann kannst du deinen mann auch besser unterstützen. und deine nicht wirklich viel ahnung-wandelt sich in wissen.

Beitrag von miki24 14.09.06 - 14:30 Uhr

Hallo Eineve!

Auch Dir vielen Dank für Deine Antwort.
Werde mich nachher noch mal in Ruhe mit meinem Mann hinsetzen und die Unterlagen durchgucken.
Man, ich hatte das alles mal in der Schule und dann lege ich hier vor Euch so eine peinliche Bauchlandung hin.

Liebe Grüße
Miki

PS: das mit dem Auffrischungskurs ist vielleicht wirklich keine schlechte Idee. DANKE

Beitrag von eineve 14.09.06 - 14:33 Uhr

wie - das lernt man in der schule?????


wow - dann haben sich aber die zeiten geändert - für derlei fachkenntnisse sind mal so nebenbei bis zu 10.000€ investition nötig... mit zeitintensieven lernens, gesetztestexte etcpp lesen und verstehen...

Beitrag von miki24 14.09.06 - 14:59 Uhr

Ähem, ich meine keine Buchhaltungsausbildung sondern nur kaufmännische Grundbegriffe wie eben der Unterschied zw. Gewinn und Umsatz.

Beitrag von eineve 14.09.06 - 15:03 Uhr

vielleicht fürs erste:

http://www.steuernetz.de/homepages/buchfuehrung_bilanz/index.html

Beitrag von miki24 14.09.06 - 15:06 Uhr

DANKESCHÖN!

Beitrag von miki24 14.09.06 - 16:53 Uhr

Also, nochmal von vorne:

Die ARGE hat uns gesagt, dass jeder Monat einzeln betrachtet wird (mntl. Vorlage der BWA durch uns an die ARGE) um die Höhe des ALG2 zu bestimmen.

Wenn wir nun in einem Monat Gewinn gemacht haben, wird uns das ALG2 entsprechend gekürzt bzw. es gibt nichts, je nachdem wie hoch der Gewinn ausgefallen ist.

Bei einem Verlust oder Gewinn im Rahmen dessen was wir als Schätzung angegeben haben, erfolgt keine Kürzung.

Nun folgendes Beispiel an dem unsere Frage klar wird:

Im Juli erhalten wir EUR 5.000,00 von einem Kunden dem wir Sachen verkauft haben. Nur als Annahme: Keine weiteren Kontobewegungen im Juli. D.h., der ARGE reichen wir eine BWA ein, auf dem ein Monatsgewinn von EUR 5.000,00 steht - wir würden kein ALG2 bekommen.

Im August folgt dann aber die Abbuchung vom Händler für diese gelieferten Sachen in Höhe von EUR 4.900,00. Annahme: Wieder keine weiteren Kontobewegungen. Wir reichen die BWA ein mit einem Monatsverlust von EUR 4.900,00 und einem kumulierten Ergebnis von EUR 100,00 Gewinn.

D.h., für diesen Monat würden wir wieder ALG2 bekommen.

ABER -> Nun hat es sich ja herausgestellt, dass kumuliert nur ein Gewinn von EUR 100,00 besteht - im Juli haben wir aber kein ALG2 bekommen!

Wird denn nun das ganze so "hingerechnet", dass wir für BEIDE Monate das ALG2 voll bekommen, da letztendlich die EUR 100,00 bereits in dieser Schätzung vom Antrag drin sind und wir sogesehen für beiden Monate den vollen ALG2-Anspruch haben, aber laut der ARGE nur für den Monat August das ALG2 kommen würde.

LG, Miki