Baby 6 Monate schielt und braucht Brille

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Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von mauskewitzki 14.09.06 - 14:14 Uhr

Hallo!

Mein Sohn, 6 Monate, schielt starkt. Wir waren beim Agenarzt und es wurde Weitsichtigkeit festgestellt. Ich war im ersten Moment schon geschockt, da wir auch in der Familie keine Vorbelastung haben.

Jetzt finde ich es aber nicht mehr schlimm, mein Schatz sieht ganz süß aus mit seiner Brille. Wir kleben nun das Auge 1 Stunde am Tag ab und haben in 3 Monaten wieder einen Termin beim Augenarzt.
Ich wollte mal fragen, ob im Forum andere Mamis sind, die vielleicht schon Erfahrung habe und zum austauschen?!

LG Julia

Beitrag von bluemchenswelt2003 14.09.06 - 17:22 Uhr

du hast post#sonne

Beitrag von anro 14.09.06 - 18:26 Uhr

Hi,

so jemanden wie dich suche ich genau.

Hat dein Kleiner schon von Anfang an geschielt?

Mein Kleiner hat ganz plötzlich am Sonntag das Schielen angefangen.

Heut waren wir in der SEhschule und auch er soll weitsichtig sein,
wir müssen sein eines Auge den halben Tag abkleben und er bekommt auch ne Brille.

Was habt ihr denn für eine? Wir hält die?

Was habt ihr für Pflaster? Halten die gescheit?

Auch in 3 Monaten müssen wir zum Augenarzt.

Für mich ist es noch ein Schock, was mich genervt hat heute schon: auf dem Heimweg von der Klinik wurde mein Kleiner v.a. von anderen Kinder angestarrt und Bemerkungen wie "Oh ein Baby mit Augenpflaster" kamen.

Seit wann klebt ihr? Merkst du schon eine Besserung?

Wäre schön, wenn wir in Kontakt bleiben könnten.

Lg anne mit Tobias *7.08.05

Beitrag von mauskewitzki 15.09.06 - 18:07 Uhr

Hallo!

Schreib mich doch mal über die Visitenkarte an, dann können wir uns austauschen! Du hast ja noch keine angelegt sonst würde ich dir gleich antworten ;-)

LG Julia

Beitrag von mauskewitzki 15.09.06 - 18:17 Uhr

Sorry, hab jetzt doch gesehen, dass du eine VK hast. Hat vorhin irgendwie nicht geklappt #hicks

Beitrag von schocokruemmel 14.09.06 - 22:47 Uhr

Hallo!
Jana schielt auch. Und zwar mit dem linken Auge nach Außen. Wir haben eine Vorbelastung in der Familie. Jana bekommt einmal täglich das rechte Auge abgeklebt für eine halbe Stunde.
Gruß SAndra

Beitrag von tipse66 17.09.06 - 21:30 Uhr

hallo julia
mein jüngster sohn hat auch angefangen zu schielen als er so 6mon. alt war. mit 10 monaten begannen wir mit dem abkleben .30min. täglich. alle 3 monate in die sehschule zur kontrolle. dieses jahr im februar wurde er dann operiert. da war er 3j3mon. er hatte einen schielwinkel von 24°. nach der op war ein restschielwinkel von 5°. 14tage später war der winkel wieder auf 14° verrutscht. und 6monate nach der op war der winkel wieder 24°. ergebnis ist ,dass er nochmal unters messer muss:-(
sie sehkraft ist allerdings gut, so dass keine brille erforderlich ist.
operieren muss man aber, da, so habe ich es erklärt bekommen. das gehirn will keine doppelbilder sehen und schaltet so ein auge ab. das nicht genutzte auge "verkümmert" und das kind verliert das räumliche sehen.

schielt dein sohn immer oder nur in bestimmten situationen? mein sohn schielt immer wenn er müde wird oder sich af etwas konzentriert.
lg petra

Beitrag von a79 19.09.06 - 12:15 Uhr

Hallo Julia,
mein Sohn ist auch fast 6 Monate alt und schielt zum Glück nicht. Ich arbeite als Orthoptistin in einer Sehschule,führe selber die von dir genannte Abklebetherapie durch und habe viele kleine Patienten wie deinen Sohn.

Wenn du irgendwas bestimmtes wissen willst, kannst du mir ja einfach über meine Visitenkarte mailen - ich beantworte gerne deine Fragen.

LG

Andrea + Jonathan, der gerade Mittagsschlaf hält, damit er Papa nicht zu quengelig wird, während Mama heute Nachmittag ihrem Beruf nachgeht;-)i

Beitrag von misses_b 19.09.06 - 12:39 Uhr

Hallo!

Ich will Dir jetzt keine Panik machen, wir mußtern bei unserem Sohnemann 6 1/2 Jahre abkleben.

JEDES Pflaster, JEDE Stunde abkleben, JEDE genervte Heulattacke vom Kind, JEDES Zipfelchen Haut, das beim
abreißen vom Pflaster mal mit abgeht WAR ES WERT!!!!!

Junior ist heute 8 1/2, Brillenträger und hat mit Brille auf beiden Augen 100% Sehkraft.

Das schlimmere Schiel-Auge mußte allerdings operiert werden.

Wichtig ist, das Du das Abkleben sofort wie selbstverständlich mit in euren Tagesablauf aufnehmen solltet.

Es ist manchmal sehr nervenaufreibend, aber es lohnt auf jeden Fall.

Auch Teddys hatten bei uns öfter mal ein Pflaster auf dem Auge!;-)

Erkläre Kindern die Fragen - auf Augenhöhe - was Dein Sohnemann hat. Ich hab immer gesagt (später er selbst) das er um die Ecke guckt und das Auge das geradeausgucken üben muss.

Kinder nehmen das ganz entspannt.

Ach ja, und so nette Kommentare von Familie/Freunden/Nachbarn so nach dem Motto "das arme Kind" und "das lohnt doch alles nicht" mit dem Spruch: Wenn das nicht gemacht wird, wird das schlechtere Auge blind! abschmettern.

Hat bei uns immer wahre Wunder gewirkt!#freu

Wünsch Euch allen starke Nerven! Und haltet auf jeden Fall durch.

Ach ja, heute schielt Sohnemann nur noch wenn er müde ist, oder die Brille abnimmt!#freu

Ganz lieben Gruß

misses_b#liebdrueck

Beitrag von magdalena70 21.09.06 - 10:21 Uhr

Hallo Julia,
ich DACHTE auch immer, wir hätten keine erbliche Vorbelastung. .. Unsere Große (9) hat eine erworbene Schwachsichtigkeit auf einem Auge. Sie hat nicht SICHTBAR geschielt und daher wurde es nicht erkannt. Unsere Mittlere (6) schielt seit kurz vor ihrem zweiten Geburtstag mit dem rechten Auge nach innen. Sie ist auch mittelgradig weitsichtig. Wir haben über vier Jahre abgeklebt und damit ihre Sehkraft zu 100% erhalten können. Allerdings verhindert das Abkleben die Fähigkeit zum räumlichen Sehen. Dieses wird in den ersten beiden Lebensjahren erlernt, danach nicht mehr. Link-Tip:
www.winkelfehlsichtigkeit.de/
(Da steht auch was Kritisches zur Abklebetherapie, nicht nur zur Winkelfehlsichtigkeit)
Unsere Jüngste (knapp 9 Monate) schielt, wenn sie "schräg kuckt" und ist weitsichtig.
Nun habe ich vor kurzem erfahren, daß mein Schwiegervater kein räumliches Sehen hat, er schielt leicht. Mein Mann schielt nicht, das Schielen hat einfach eine Generation übersprungen und alle drei Kinder sind davon betroffen.
Inzwischen haben wir einen Termin bei einem Spezialisten in Berlin, der den Schielwinkel exakt ausmessen und operieren kann. Wir werden das bei unseren jüngeren Töchtern auch machen lassen, obwohl es ein Privatarzt ist (bei der Ältesten ist es leider zu spät #heul). Er ist nicht nur Augenheilkundler sondern auch Optometrist und arbeitet zusätzlich mit Prismenbrillen. So kann bei unserer Mittleren das räumliche Sehen wahrscheinlich wiederhergestellt werden. Bei unserer Jüngsten kann sich mit der OP die Fähigkeit dazu wohl erst entwickeln, weshalb die OP bald sein muß.
Falls Du weitere Fragen hast, kannst Du Dich gerne über meine VK melden. Würd mich freuen, wieder von Dir zu hören.
Viele Grüße
Claudia

Beitrag von joelina87 11.10.06 - 15:04 Uhr


Hallo!
Also ich bin selber keine Mami und kann deshalb auch kein Kind mit Sehproblemen haben. Ich selber aber, schiele und bin weitsichtig von Geburt ab an. Der Augenarzt verpasste mir im Alter von 6 Mon. eine Brille und meine Augen wurden regelmäßig abgeklebt. Im Alter von 6 Jahren wurde ich dann operiert. Bei dieser OP wurde mein Augenmuskel gekürzt somit wird das Schielen verringert. Diese OP könnte man ein zweites mal durchführen lassen, ich selber werd das wohl nicht tuen da es bei mir nicht viel sinn macht. Ich bin nun 19 Jahre alt trage Tag für Tag meine Brille schiele wenn ich sie abnehme oder wenn ich mich auf irgendetwas konzentriere. Heute machen mir dumme Bemerkungen meiner Umwelt nichts mehr aus, aber im Kindergarten oder in der Schulzeit war das schon nicht so angenehm.
So warum ich mich nun eigentlich hier registriert habe, ich bin im zweiten Lehrjahr in der Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege also Kinderkrankenschwester und im Rahmen dieser Ausbildung muss ich ein Referat vorbereiten, wie man Kinder leicht den Umgang mit der Brille erklärt, wie die Brille gereinigt und wo sie aufbewahrt wird wenn sie nicht gerade getragen werden muss.
Und da ihr ja alle Kinder habt und diese sachen macht oder schon hinter euch habt, würd ich mich sehr freuen, wenn ihr mir erzählen würdet wie ihr das euren Kindern beigebracht habt.
Ich hab zwar schon meine Mutter gefragt aber ein paar mehr anregungen fänd ich schon super!
Was haltet ihr denn davon, wenn man ein Belohnungssystem für das Tragen der Brille entwickeln würde? Für ein Tag gibt es z.B 5 Sterne oder in dem mFall wohl besser Brille, zu vergeben. Und wenn das Kind 3 Sterne pro tag hat und das in einer Woche das man dann mit dem Kind irgendetwas macht, das muss nichts großes sein. Wenn das Kind weniger Brillen bekommt dann wird eben dann nix besonderes gemacht aber keine weitere Bestrafung.
So nun is auch gut würd mich echt freuen wenn ihr mir da bischen was zu erzählen könnt und wie ihr die Idee findet.
Schönen Tag noch

Anregungen bitte an schnuckyyy@web.de

Beitrag von magdalena70 12.10.06 - 11:19 Uhr

Hallo,
ganz ehrlich? Von dem Belohnungssystem fürs Brilletragen halte ich gar nichts.
Wenn die Brille korrekt ausgemessen ist und auch richtig sitzt (nix drückt, weder auf der Nase, an den Schläfen, noch hinter den Ohren) und sie auch insgesamt nicht zu schwer ist, dann trägt ein Kind normalerweise auch freiwillig seine Brille, weil es merkt, daß es damit einfach besser und anstrengungsfreier durch den Tag kommt.
Wenn Kinder ihre Brille nicht tragen wollen und schon in einem Alter sind, in dem Belohnungssysteme Sinn machen (sprich: sie können schon reden), dann finde ich es sinnvoller herauszufinden, weshalb sie die Brille nicht leiden können. Manchmal liegt z.B. auch eine Winkelfehlsichtigkeit vor, die Prismengläser erfordern. Da helfen dann einfache Korrekturgläser nicht.
Viele Grüße und alles Gute für die weitere Ausbildung
Claudia

Beitrag von joelina87 12.10.06 - 19:07 Uhr

Hallo!
Danke für deine Nachricht!
Natürlich muss man darauf achten das die Brille richtig sitzt und das die Gläser optimal sind, ganz klar. Trotzdem tragen nicht alle Kinder die Brille gerne. Man sollte schon versuchen den Grund dafür heraus zu finden, aber meist liegt es einfach daran das die Brille nervt oder das feedback von der Außenwelt kommt, das einen verletzt und man deshalb die Brille nicht tragen will. Ich finde auch das es immer drauf ankommt wie alt das Kind ist, wenn es eine Brille bekommt. Ein Säugling wird die Brille nicht unbedingt gerne tragen und versuchen die los zu werden genauso wie ein Kleindkind. Aber man muss die Kinder doch irgendwie dazu bringen , das sie die Brille gerne tragen. Am Anfang hilft vieleicht noch das man dem Kind sagt wie toll es mit der Brille aussieht und das es die Brille so weit es geht selber aussucht, aber irgendwann nützt auch das nix mehr. Wie vermittelt man dem Kind dann, das die Brille einfach notwendig ist?

Beitrag von magdalena70 13.10.06 - 18:47 Uhr

Hallo nochmal,
also so einen Fall kenne ich persönlich einfach nicht, daß soweit alles in Ordnung ist und trotzdem setzt ein Kind seine Brille nicht gerne auf. Vielleicht kann man das dann mit dem Belohnungssystem mal versuchen... von Bestrafungsaktionen halte ich ja auch nichts. Bin sehr nachdenklich darüber, weil ich denke, daß es dennoch Gründe für die Aversion geben muß. Klar, wenn ich das Gefühl habe, die anderen glotzen mich blöde an, weil ich eine Brille trage oder machen dumme Kommentare... das kann ein Kind schon sehr verletzen. Unsere Tochter hatte allerdings nie Probleme in der Richtung. Sie war mit zwei Jahren die einzige mit Brille und die anderen Kinder hätten am liebsten auch eine gehabt ;-)
Ansonsten hatte Barbara anfänglich ein paar Mal die Brille tagsüber abgesetzt, weil sie gedrückt hatte und sie irgendwohin gelegt; dann wußte sie entweder nicht mehr, wohin oder ist sogar mal aus Versehen selber draufgetreten. Mit geduldigem Erklären und 'festem Brillen-Parkplatz-Suchen' war das dann aber auch gut.
Ich hoffe, Du kriegst noch andere gute Ideen.
Viele Grüße
Claudia

Beitrag von joelina87 15.10.06 - 09:53 Uhr

Hallo!
Danke das du nochmal geantwortest hast. Das mit dem Brillen Parkplatz ist auch ne super idee. Wie hast du das denn deiner Kleinen beigebracht, die Brille an einem Ort hinzulegen?
Wie macht ihr das denn mit dem Reinigen? Machst du das oder darf die Kleine das auch?
LG
Steffi

Beitrag von magdalena70 15.10.06 - 17:20 Uhr

Wir haben für den Brillen-Parkplatz den Ort gewählt, an dem sie sich eh auszieht. Dort legt sie sie auf eine kleine Kommode daneben.
Die Brille haben meist wir für sie geputzt, da sie sehr empfindliche Kunststoffgläser hat. Inzwischen ist sie sechs Jahre alt und fängt nun selbst an, ihre Brille mit einem Mikrofasertuch zu reinigen. Stärkere Verschmutzungen übernehmen immer noch wir mit Spülmittel und Tuch, da hätte sie noch etwas Schwierigkeiten damit.
LG
Claudia