Wochenbettdepressionen

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von heimbine 15.09.06 - 07:56 Uhr

Hallo,

eigentlich bin ich nur stille Leserin.
Meine kleine Maus wird im Oktober 2 Jahre und ich habe mich nun diese ganze Zeit mit immer wiederkehrenden starken Stimmungsschwankungen tiefe grundloser Traurigkeit usw. gequällt.
Nachdem es nun die letzten Wochen immer schlimmer wurde und ich selbst meinen Haushalt nur noch unter größter Anstrengung so einigermaßen hinbekomme,habe ich mir gestern den Mut genommen und es meinem Frauenarzt erzählt.
Er schreibt nun meinen Hausarzt an und dann soll ich dahin. Und dann? Wer kennt sich von euch aus wie es dann weiter geht? Muß ich da von meinem Gefühlsleben erzählen, oder Wie?


Danke Sabine

Beitrag von vonnimama 15.09.06 - 09:12 Uhr

Hallo Sabine,

nach der Geburt meiner Kleinen litt ich ebenfalls 3 Wochen lang unter mittelstarken Depressionen ... am besten umschreiben konnte meine GEfühlslage folgende Floskel: himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt.

Bei leichten Depressionen kann man es mit Globuli versuchen, bei schweren Depressionen bleibt nur noch der Besuch zum Schulmediziner, der das geeignete Medikament verschreibt.

Es ist gut, dass du professionelle Hilfe in Anspruch nimmst. Mit einer objektiven Person über deine Gefühlslage zu sprechen, wird dir wahrscheinlich sehr guttun und vielleicht kommen ja noch andere - bisher unentdeckte - Dinge zum Vorschein. Der erste Schritt bei dir ist erstmal getan, alles weiter wird folgen.

Dir alles Gute und viel Kraft,
Yvonne

Beitrag von shads 15.09.06 - 09:27 Uhr

Hallo Sabine!

Ich litt selber ein Jahr lang an den Wochenbett Depressionen.
Konnte mein Kind nicht annehmen.
Hatte einfach keine Gefühle für sie.
Leider kam sie per Kaiserschnitt und ihr ging es danach überhaupt nicht gut.
Sie hatt einen Blockierten Halswirbel und ich habs nicht gemerkt. Laura hat immer nur geschrien und ich war total verzweifelt.
Selbst nach der Geburt habe ich immer nur geweint.
Ich habe nach einer Zeit gar nicht mehr gemerkt wann ich geweint habe. Die Tränen sind einfach so runter gekullert.
Konnte aber nicht genau sagen warum. Ich war einfach immer traurig. Mit dem Kind total ungglücklikch, weil ich ihr nichts geben kann.
Keine liebe, keine Muttermilch, konnte ihr die schmerzen nicht nehmen.
Es dauerte einige Wochen bis ich Gefühle entwicklen konnte.
Am Anfang habe ich halt wie eine Maschine funktioniert. So als wäre es ein fremdes Kind.
Das war echt schrecklich.

Leider bin ich deswgen nie zum Arzt gegangen sondern hab das immer wieder in mich rein gefressen.
Und ich muss sagen dass es besser wurde als meine Tochter mir gegenüber zeigte dass sie mich liebt.
Mich in den Arm nimmt, mir einen Kuss gibt oder einfach auf mich zu läuftund Mama ruft.
Ich liebe sie jeztt abgöttisch und sie ist mein ein und alles.
Umso mehr tut es mir weh, sie am anfang nicht lieben zu können.
Es war eine schlimme Zeit aber sie ist vorbei. Und sie kommt nicht wieder. Ich lass die Zeit hinter mir und seh nach vorne ich werde noch so viele schön Stunden mit meinem Kind haben.
(auch wenn sie im moment etwas anstengend ist ;-))

Ich wünsche Dir für die Zukunft alles liebe und gute!
Hoffentlich hast du auch die Depressionen bald besiegt und kannst zufrieden in die Zukunft schauen!

Die lieben, die einem ein Kind gibt, gibt es kein zweitesmal!

Viele liebe Grüße,

Daniela

Beitrag von mariquita 15.09.06 - 09:37 Uhr

Hallo Sabine

Oh je, Du Arme! Dass Du dies nach zwei Jahren noch hast, ist schon heftig! Also ich hatte das auch, ging zum Frauenarzt und der hat mir Vitamine und Antidepressiva verschrieben. Die Vitamine habe ich genommen, die Antidepressiva nicht! Nach 6 Monaten Gefühlsschwankungen entschied ich mich für Akupunktur und dies hat mir sehr geholfen! Die chinesische Medizin ist für mich eh das Beste und sie bringt einen wieder ins seelische Gleichgewicht! Versuchs doch mal damit. Antidepressiva würde ich nicht nehmen, wenn, dann höchstens Johanniskraut, das ist wenigstens auf natürlicher Basis.

Ganz liebe Grüsse und alles Gute!

Claudia mit Vivien (3) #blume

Beitrag von stringersmum 15.09.06 - 10:04 Uhr

Die "natürliche Basis" von Johanniskraut bedeutet nicht, dass es harmlos und ohne Nebenwirkungen ist. Insbesondere Wechselwirkungen mit anderen Substanzen sind nicht zu unterschätzen!
Niemand sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt Merdikamente eigenmächtig absetzen oder austauschen!!!

Gruß Helga

Beitrag von rain72 15.09.06 - 10:53 Uhr

Hallo,
bin zwar selber nicht betroffen, kann Dir aber einen link empfehlen:
http://www.schatten-und-licht.de
Da gibt`s unter anderem auch Erfahrungsberichte von Betroffenen, vielleicht hilft Dir das weiter!
Alles Gute!
rain72

Beitrag von rikimaus 15.09.06 - 21:00 Uhr

Liebe Sabine!

Erstmal finde ich es toll, dass du dir Hilfe geholt hast! Das ist der erste wichtige Schritt zum Gesund werden!!! #pro

Ich selber bin auch eine Betroffene - ich erkrankte 5 Wochen nach der Geburt von meinem Sohn an einer starken postpartalen Depression mit Angst- und Panikattacken sowie Zwangsgedanken. Von daher weiß ich gut, wie du dich fühlst.

Wahrscheinlich wird deiner Hausarzt dir eine Überweisung zu einem Psychologen oder Psychiater ausstellen. Das sind die Speziallisten und könne dir effektiv helfen. Vielleicht ist auch ein Antidepressiva nötig - hab keine Angst davor (auch wenn eine Dame vor mir dir davon abgeraten hat). Ein AD bringt die Botenstoffe (Serotonin) im Gehirn wieder ins Gleichgewicht - denn diese Botenstoffe sind es, die oft durch die SS, Geburt und den Hormonsturz nach der Geburt aus dem Lot geraten und dann die Depression auslösen. Ich selber nehme ein AD und mir geht es wieder sehr, sehr gut. Begleitend wäre ist vielleicht auch eine Gesprächs-/bzw. Verhaltenstherapie gut - kommt ganz auf die schwere deiner Depri an und das wird dein Arzt dann gemeinsam mit dir entscheiden. :-)

Mit dem Johanniskraut sollte man echt auch zuerst mit dem Doc sprechen, denn auch da gibt es Neben- bzw. Wechselwirkungen.

Ich kann dir sagen - du wirst wieder gesund, es braucht vielleicht Zeit, aber wenn du dich behandeln läßt (wie auch immer), dann kommst du da raus! :-)

P.S. Schau doch mal bei www.schatten-und-licht.de
rein - da sind betroffene Frauen und man kann sich toll ausstauschen!

Liebe Grüße
Marika

Beitrag von heimbine 16.09.06 - 06:44 Uhr

Hallo Marika,

vielen Dank für deine Antwort.
Ich hätte wohl immer noch nicht mit einem Arzt gesprochen,wenn die Familie nicht darunter leiden würde.

Ich brauche die Kontrolle über jeden und alles, und das geht natürlich weder beim Mann noch bei meinen zwei Jungs.
Nach dem sich die familiere Struktur durch die Ausbildung der Kids sehr stark verändert hat, ist meine nach außen hin aufgebaute " Stärke" zusammengefallen.

Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll.


Sabine