ADHS seit der Kindheit: Wie geht es heute den Erwachsenen?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von apfelschnitz 15.09.06 - 12:12 Uhr

Hallo, Ihr Lieben!

Ich bin Mutter eines 13-jährigen ADHS-Sohnes. Seit der Grundschulzeit bekommt er zunächst Ritalin und seit 2 Jahren Medikinet. Wir kommen sehr gut damit zurecht und die typischen Probleme bei dieser Erkrankung sind zum größten Teil kein Thema mehr.

Was mich aber beschäftigt und sorgt, ist dass ich bislang keine konkreten Erfahrungswerte von Ärzten/Betroffenen bekommen habe, die nun erwachsen sind und seit der Kindheit Methyphenidat genommen haben, bzw. ohne dieses Medikament durchs Leben gehen.

Wir geht es denen nach so vielen Jahren Medikamentation? Gibt es Erkrankungen die auf das Medikament zurückzuführen sind? Geht es evtl. auch irgendwann ganz ohne? Und was ist mit den Stimulanzien wie Alkohol, Zigaretten evtl. sogar härteres? Wie verläuft das Erwachsensein ganz ohne diese Medikamente?

Mein Sohn ist nun ganz schön pubertierend und ich muß mich langsam mit dem Thema auseinandersetzen.

Eine Bitte noch:

Bitte KEINE Grundsatzdiskussion über Ritalin & Co. Ich brauche wirklich nur Erfahrungsberichte von Leuten, die betroffen sind und keine Belehrungen!

#danke

Ich würde mich wirklich über zahlreiche Antworten freuen!!

LG
apfelschnitz

Beitrag von eugenie 22.09.06 - 21:18 Uhr

Lieber Apfelschnitz,

ich will mit dir keine Grundsatzdiskussionen füren, ist nicht meine Absicht, will nur versuchen dir deine Fragen zu beantworten.

Es gibt keine Langzeitstudien und Erfahrungsberichte die Ritalinpatienten mehrer Jahrzehnte begleiten (dafür ist die Diagnose und das Medikament noch zu "jung") Es gibt Fachleute die Ritalin nur sehr ungern verschreiben, da es zu Abhängigkeit führen kann (wird in Expertenrunden oft disskudiert).

Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz, daher ist jede Verschreibung meldepflichtig. Es ist anregend und produziert pharmakologische Effekte, die denen von Kokain und anderen Amphetaminen ähnlich sind. (=daher die Vermutung das es abhängig macht)

Nach längerer Anwendung können beim plötzlichen Absetzen ausgeprägte Depressionen und Müdigkeit als Entzugssyndrom auftreten.

Zigaretten stellen kein Problem da - weißen keine Wechselwirkungen vor.
Mit Alkohol sind Wechselwirkungen nicht kalkulierbar, eine Alkoholvergiftung ist möglich.
Cannabis kann die Wirkung von Ritalin verstärken, es können Halluzinationen auftreten!
Mit Ecstasy eingenommen wird der Kreislauf stark belastet, ein stärkerer Flüssigkeitsverlust ist möglich.

Es gibt Vermutungen das Ritalin auch für Krebs veranwortlich sein soll - Studien sollen in Auftrag gegeben werden.

Meist kommen Ritalinpatienten in Wohngruppen und leben dort unter Betreuung da das Regelmäßige einnehmen von diesem genauso im Erwachsenenaltern wichtig ist.
Regelmäßige Blutabnahmen und Kontolle aller Werte (wegen Überdosierung) sind auch in diesem Alter mehr als wichtig (weißt du aber sicher selbst auch)

Sollte dein Kind zu den GLÜCKLICHEN gehören, die irgendwann das Medikament zur Vergangeheit zählen darf, wünsche ich dir und deinem Sohn alles alles liebe und gute und hoffe das er den langsamen "Entzug" unter Fachanleitung super übersteht.
Denn es wird kein einfacher Weg sein - aber mit WILLENSKRAFT werdet ihr es schaffen (vorausgesetzt ihr wollte es auch)

Ich hoffe ich habe dich jetzt in keiner weise Angegriffen (wäre nicht meine Absicht) und habe dir deine Antworten geben können.

Lg Eugenie

Beitrag von apfelschnitz 20.10.06 - 12:02 Uhr

Hallo Eugenie!

#danke für Deine ausführliche Antwort und Deine guten Wünsche!

Werde mir dazu mal meine Gedanken machen!

LG

apfelschnitz

Beitrag von eugenie 20.10.06 - 16:16 Uhr

Hallo Apfelschnitz,

bitte gern geschehen.

lg Eugenie