Vermisst ihr euren Beruf auch so sehr?

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von jaqueline70 16.09.06 - 14:28 Uhr

Als ich vor 14 Jahren meine Große bekommen habe, war das eigentlich nicht so geplant, aber dank der Hilfe von Freunden und Bekannten, konnte ich trotzdem mein Medizinstudium machen und habe rein beruflich nichts ausgelassen. Meine letzte Stelle war eine Stelle als Oberärztin und ich habe es geliebt.
Ich habe auch während meiner Schwangerschaft lange gearbeitet und es immer noch genossen. Nun habe ich mir eigentlich vorgenommen bei meinem zweiten Baby mind. 1 Jahr Auszeit zu nehmen, um das ganze mal intensiver mitzuerleben. Aber es ist so schwer... Ich liebe meine Kinder, und auch die Zeit mit meinem kleinen Micah, aber ein Jahr, das erscheint mir sooo lange.

Wann seit ihr wieder zurück ins Berufsleben gekehrt? Habt ihr es sooo vermisst?

Gosh, es ist wirklich schwer Karriere und Familie unter einen Hut zu kriegen. =(

Danke schon mal!

Jackie mit Kim (in 4 Tagen schon 15!), Micah (1 Mon + 6 Tage) und #stern Adina

Beitrag von lilacharly77 16.09.06 - 14:45 Uhr

Hi Jackie,

kann Dich so gut verstehen. Bin selber auch immer berufstätig gewesen. Immer auf Achse. Mit vielen Geschäftsreisen. War zwar immer stressig. Aber heute (nach 1,5 Jahren Babypause), mein Kleiner ist 8 Monate, vermisse ich den Job schon. Bin Industriefachwirtin, und habe zuletzt Projektarbeit im Kosmetikbereich gemacht.
Nun arbeite ich stundenweise (damit ich überhaupt mal "rauskomme") in einem kleinen Dekoladen, hier im Ort auf 400 € Basis.#kratz Ist zwar nicht dasselbe, aber "unter Leute" kommen hilft mir schon ein wenig.

Aber, wie Du schon sagtest, beides unter einen Hut bekommen ist wirklich schwer.

Hut ab vor den Frauen die es "scheinbar" alles mit Links machen!
:-)
Hoffe konnte Dir ein wenig helfen!

LG, (es kommen auch wieder andere Zeiten, glaub mir);-)
Jule.

Beitrag von melesser 16.09.06 - 15:28 Uhr

Hallo,

Ich denke, jeder vermisst das, was er gerade nicht hat. Für uns war klar, dass ich nach dem MuSchu sofort wieder voll arbeiten gehe und mein Freund zu Hause den Kleinen hütet. Ich liebe meine Arbeit und konnte mir auch nicht vorstellen so lange zu Hause zu bleiben und wollte wieder arbeiten. Wenn ich jetzt aber bei der Arbeit bin, habe ich oft das Gefühl, dass mein Platz eigentlich woanders ist - nämich bei dem Kleinen. Mein Freund ist ein hervorrgander Vater und schmeißt auch den Großteil des Haushalts. Daran liegt es also nicht. Dennoch überkommt mich dieses Gefühl von Zeit zu Zeit und ich beneide meinen Freund.
Und ich weiß ganz genau, dass wenn ich Elternzeit genommen hätte, würde ich jetzt immer wehmütig ans Arbeiten denken. So wie Du jetzt. Ich denke was das angeht heißt es wirklich: Wie man's macht, man macht's verkehrt.

LG
Melanie

Beitrag von helene1 16.09.06 - 17:11 Uhr

Ohhh jaaaa, sehr! Eigentlich hatte ich vor nach einem Jahr Mutterschutz wieder Teilzeit arbeiten zu gehen, dann kam jedoch alles anders. Jetzt leben wir in einem anderen Bundesland und ich darf (!) hier nicht arbeiten, da ich Lehrerin bin :-( und die Vorstellung die nächsten Jahre (so lange dauert nämlich die Versetzung), nicht in meinem Beruf arbeiten zu dürfen macht mich traurig...hinzu kommt das völlig neue Umfeld und die fehlenden sozialen Kontakte (das war nämlich in meinem Beruf klasse, die vielen (zum größten Teil ;-))lieben Kinder, die Kollegen (+Freunde) und Eltern. Ich hatte ne Menge Action, Spaß, Verantwortung und Anerkennung....letzteres habe ich jetzt natürlich auch, wenn "nur" im kleinen Rahmen. Sicher finde ich Muttersein sehr schön und ich bin mit meiner kleinen Familie sehr glücklich, aber noch glücklicher wäre ich woanders....nun ja, gut Ding will Weile haben!

Grüße,
Helene

Beitrag von jasahe 18.09.06 - 12:08 Uhr

Hallo Jackie!

Ehrlich gesagt: ich vermisse es überhaupt nicht. ich habe gleich nach der Geburt meines Sohnes vor sieben Jahren wieder gearbeitet und habe mich 6 Jahre lang durchgequält. Ich war in der Geschäftsleitung eines Unternehmens.Ich wollte viel lieber bei meinem Kind sein und ihn selbst erziehen, baden, mit ihm essen etc. Letztes Jahr bin ich ausgestiegen, als mein Sohn in die Schule kam und es ist so herrlich. Zu Beginn habe ich noch ein wenig als Beraterin auf selbständiger Basis gearbeitet, aber das hat mir dann letztendlich auch nicht mehr gefallen. Somit tue ich jetzt nichts, als mit meinem Sohn den Tag zu verbringen, mich um meinen Haushalt zu kümmern. Mütter treffen, gestalterisch tätig zu sein etc. Es war schrecklich, ständig Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, und wenn ich nicht arbeiten muß, bleibe ich in Zukunft vollberufliche Mutter und halte meinem Mann den Rücken frei.

alles Liebe

J.