Möchte stillen

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von stopf79 16.09.06 - 23:07 Uhr

Hallöchen!

Bin in der 16. SSw und mache mir schon vorab Gedanken zum Stillen: Ich lese immer wieder, dass man Fencheltee usw. trinken soll, den kriege ich aber nicht runter... Brrrr! Gibt´s da Alternativen? Ich trinke wahnsinnig gerne Pfefferminztee, aber den kann ich wohl knicken, oder!? ( Der soll doch die Milchbildung hemmen? )

Zudem sind meine Brustwarzen sehr empfindlich, kann ich sie jetzt schon auf das Stillen vorbereiten? Und wie pflege ich sie vor und während der Stillzeit am Besten?

Fragen über Fragen:-D, ich hoffe Ihr erfahrenenen Stillmamas könnt mir weiterhelfen...

Liebe Grüße von Steffi

Beitrag von martinazu 16.09.06 - 23:18 Uhr

Hallo Steffi!
Da gibt es viele, viele Möglichkeiten - mein Tipp, besorg Dir zwei Bücher: 1) die Hebammensprechstunde von Ingeborg Stadelmann und 2) das Stillbuch von Hannah Lothrop. Beide sind sehr schön und umfassend geschrieben und darin gibts eine Menge Tipps! Frag mal Deine Hebamme, die verleihen oft auch die Bücher, oder geh in die Stadtbibliothek...
Grüße! Martina

Beitrag von raleigh 16.09.06 - 23:18 Uhr

Tee musst du nicht unbedingt trinken. Normalerweise klappt die Milchbildung auch so. Ansonsten sind die Tees zwar nicht lecker, aber die 1-2 Tassen wirst du wohl überleben.

Vorbereiten musst du nicht und sollst du nicht. Die besten Pflege in der Stillzeit ist: viel Luft, Muttermilch, evtl. Brustwarzensalbe mit Lanolin, wenn's emfpindlich wird und richtiges Anlegen.

Beitrag von bine3002 16.09.06 - 23:45 Uhr

Mir liegt am Herzen, dir zu sagen: Stillen ist am Anfang nicht so wie in den Hochglanzprospekten. Der Milcheinschuss tut weh, die Brustwarzen auch, das Baby will ständig trinken und ist trotzdem quengelig. Es scheint dauernd hungrig zu sein. Dann pumpst Du ab und stellst fest, dass nicht viel kommt. Du wirst unsicher und glaubst, nicht genug Milch zu haben...

So ungefähr läuft es häufig. Häufiges Stillen ist ganz normal, nennt sich Clusterfeeding. Es ist aber auch megaanstregend.
Ich will dir damit keine Angst machen. Stillen ist schön! Aber nicht für jede Mama von Anfang an. Für mich war es eine mittlere Katastrophe. Meine Tochter wollte dauernd trinken. Und sie hat trotzdem immer genölt. Ich konnte nicht mit ihr weg und auch nicht ohne sie. Ich habe mich eingesperrt gefühlt. Meine Brustwarzen haben durch das Dauernuckeln ungefähr 5 Wochen lang dauernd weh getan, obwohl ich richtig angelegt habe. Mittlerweile gebe ich abends ein Fläschchen. Das hat mich am Anfang Überwindung gekostet, denn ich wollte ja voll stillen und ich habe mich als Versager gefühlt. Aber im Nachhinein ist es gut so. Es läuft jetzt gut und ich genieße das Stillen immer mehr. Ich fühle mich freier und flexibler, denn nicht immer ist Stillen möglich und für manche Situationen ist die Flasche ein Segen.

Ich muss dazu sagen, dass ich Plazentareste in der Gebärmutter hatte und die evtl. die Milchbildung beeinflusst haben, aber auch das könnte dir passieren. Auch deswegen war es gut, dass meine Kleine die Flasche gewöhnt war, denn ich musste noch eine OP über mich ergehen lassen.

Also wie gesagt, ich will dir keine Angst machen. Ich denke nur, wenn man weiß, was passieren kann, kann man viel besser damit umgehen.

Hier noch ein paar Tipps:
Milchbildend: Stilltee (Mischung aus Fenchel, Kümmel, Anis, Bockshorklee), Malzbier, alkfreies Weizenbier
Milchhemmend: Pfefferminztee
Je nachdem, ob Du viel oder wenig Milch hast, trinkst Du das Entsprechende.

Gegen wunde Brustwarzen: Lanolin (Wollachs), Luft an die Brust lassen, Spucke und Milchreste trocknen lassen

Gegen schmerzende Brüste nach dem Milcheinschuss: Blattrippen von gekühlten Weißkohlblättern aufklopfen und in den BH legen (Brustwarzen aussparen), Milch unter Wärme (Dusche, feuchtwarmer Waschlappen) ausstreichen

Beitrag von martinazu 17.09.06 - 00:18 Uhr

Stimmt, der Beginn des Stillens ist kein Zuckerschlecken - aber wie Du schon gesagt hast: es lohnt sich, durchzuhalten!

Milcheinschuss zum zuschauen, innerhalb von fünf Minuten (gefühlte) zwei Körbchengrößen mehr - wunde, blutige Brustwarzen (Danke Lanolin, Stillzart und co - das hilft wirklich topp!), prallste Brüste - ATOMBUSEN,...

Aber, wenn es sich dann eingespielt hat, ist es echt wunderschön!

Beitrag von stopf79 17.09.06 - 14:24 Uhr

Danke für Eure Tipps! Ich habe mich auch schon darauf eingestellt, dass das Stillen am Anfang kein Zuckerschlecken wird... Ich probiere es aber trotzdem erstmal aus, kann dann nach ein paar Wochen immer noch umstellen, falls ich glaube das es nötig ist.

Nochmal gaaanz #herzlich DANKE!