Was ist Durchfall?

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Beitrag von estell008 17.09.06 - 09:26 Uhr

Meine süsse hat jeden Tag einmal Stuhlgang aber ziemlich dünn, ist das schon Durchfall ? Sie bekommt Flaschennahrung.Sonst war er immer breiig, sie bekommt Allergienahrung Pre von Aptamil er ist auch gelb-grün ,stinkt aber nicht.Ab wann spricht man von Durchfall?#kratz#kratz

Beitrag von lady35 17.09.06 - 09:35 Uhr

Wenn der Stuhl wässrig ist , und 3-4 mal am Tag vorkommt.

Gruß Petra+ Angelina

Beitrag von deakanfrost 17.09.06 - 10:11 Uhr

Durchfall (medizinisch auch die Diarrhoe oder Diarrhö von griechisch διάρροια, diárria - Durchfall aus δια-, dia- = durch- und ρέω, rhéo - ich fließe) ist der öfter als 3malige Stuhlgang am Tag, wobei der Stuhl ungeformt ist und bei Erwachsenen ein Gewicht von 200 g/Tag überschritten wird.

ICD-10-Codes Diarrhoe
A09 Diarrhoe und Gastroenteritis
K52.9 Nichtinfektiöse Gastroenteritis und Kolitis
K59.1 Funktionelle Diarrhoe


Damit verbunden ist oft ein imperativer Stuhldrang, der für den Betroffenen selbst oft das alleinige oder Hauptproblem darstellt. Je nach Ursache kann der Stuhl dabei Schleim, Eiter oder Blut enthalten.

Häufige Darmentleerungen bei funktionellen Darmbeschwerden bei normalem Stuhlgewicht oder eine oder Stuhlinkontinenz sind somit im medizinischen Sinn nicht als Durchfall zu bezeichnen.

Eine Diarrhoe von mehr als vier Wochen Dauer wird als „chronisch“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Ursachen
2 Behandlung
2.1 Grundsätzliches
2.2 Hausmittel
3 Weblinks
4 Siehe auch



Ursachen
Akute Durchfallerkrankungen sind in aller der Regel durch Infektionen - verantwortlich für mehr als 90 % aller akuten Diarrhoen - oder durch Lebensmittelvergiftung mit Bakterientoxinen bedingt. Jedes Jahr erkrankt fast ein Drittel der Bevölkerung einmal daran; allerdings sucht nur ein kleiner Teil der Betroffenen medizinische Hilfe.

Häufigste Erreger der nichtfieberhaften Erkrankung sind Virusinfektionen, meist in Form einer Gastroenteritis. Die weltweit häufigsten Erreger von Durchfall bei Kindern sind Rotaviren, die weltweit je nach Region zwischen 20 bis 60% der Erkrankungen verantwortlich sind. (Salmonellen, Ruhrbakterien und Choleravibrionen sind dagegen zusammen für insgesamt weniger als 10% der Erkrankungen bei Kleinkindern verantwortlich). Von den jährlich etwa 3 Millionen Todesfällen durch Durchfall bei Kindern gehen ca. 500.000 auf Infektionen mit Rotaviren zurück.

Bei der fieberhaften Verlaufsform (invasive Erreger) sind es die Bakterien Campylobacter und Salmonella sp.. Schwere akute Durchfallerkrankungen sind: Amöbenruhr, Cholera, Salmonellen, Typhus und Darmtuberkulose.

Bei blutigen Durchfällen kommen folgende Erkrankungen als Ursache in Frage:

Colitis ulcerosa
Morbus Crohn
Divertikulitis
Hämorrhoiden
Ischämische Enterokolitis
Kolonkarzinom
pseudomembranöse Kolitis
Infektionskrankheiten
Milzbrand
Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)
Shigellenruhr
Amöbenruhr
Nach Verzehr der Heckenkirsche

Chronische Diarrhoen werden nach ihrer Entstehung in osmotische, sekretorische, motilitätsbedingte (= durch gestörte Darmbewegung bedingte) und entzündliche Formen eingeteilt. Neben der klinischen Untersuchung (Fieber? Bauchschmerzen?) und der Anamnese (Ernährung? Abführmittel?) dienen Untersuchungen der Stuhlzusammensetzung und bildgebende Verfahren wie die Darmspiegelung zur Einordnung. Die Ursachen des chronischen Durchfalls können harmlos bis gefährlich sein: Stress, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Fehlernährung, Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder der Gallenblase, chronische Darminfektionen, Parasitosen, nichtinfektionsbedingte Entzündungen wie Sprue, Morbus Crohn u.a., übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln und weitere sein. Auch einige Medikamente wie z.B. Zytostatika, Schmerzmittel und Digitalispräparate können Durchfall verursachen.

Der mit dem Durchfall verbundene Flüssigkeitsverlust kann zu Austrocknung (Dehydratation/Exsikkose), der gleichzeitig einhergehende Elektrolytverlust (Verlust von wichtigen Salzen wie Natrium- und Kalium-, Magnesium- und Chloridionen) dagegen kann zu Krämpfen führen. Bei andauerndem Durchfall können die Dehydration und der Elektrolytverlust zum Tode führen. Weltweit sterben jährlich mehr als 3 Millionen Kinder an Diarrhöen.

Der Durchfall von Säuglingen ist als Säuglingsdyspepsie das Zeichen einer Ernährungsstörung und sollte sorgfältig beobachtet werden, da es schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand der Säuglinge kommen kann.

Bei Blutbemengungen im Stuhl muss die Ursache der Blutung herausgefunden werden: Differentialdiagnose Blutiger Durchfall.


Behandlung

Grundsätzliches
Säuglinge, Kinder und ältere Menschen sollten bei starkem Durchfall umgehend einen Arzt aufsuchen. Grundsätzlich sollte gefastet oder nur leicht verdauliche Speisen zu sich genommen werden. Wichtig ist der Ausgleich des Verlustes von Flüssigkeiten und Salzen.


Hausmittel
Während Aktivkohle in einer Dosierung von 1 g pro kg Körpergewicht - früh genug verabreicht - bei vielen akuten Vergiftungen wirksam ist, wird der Nutzen bei Durchfallerkrankungen bezweifelt.

Vielfach empfohlene Zubereitungen wie Haferflocken mit Kakaopulver und Zucker, zerdrückte Bananen oder geriebene Äpfel, Cola und Salzstangen sind bei ausgeprägteren Durchfallerkrankungen in aller Regel wirkungslos bzw. kontraproduktiv und führen in kürzester Zeit zu neuerlichem Durchfall.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Elektrolytlösung aus folgenden Zutaten: Vier Teelöffel Zucker, 3/4 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Bicarbonat/Soda in einem Becher Orangensaft und einem Liter Wasser auflösen.


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