Wie schaffe ich die Hürde?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von sonnenwolke 18.09.06 - 19:14 Uhr

Hallo ihr lieben,
ich weiß nicht ob ich hier mit meinem Problem richtig bin, aber vielleicht gibt es hier ja jemanden der ein ähnliches oder gar dasselbe Problem hat , #gruebel#gruebel#gruebel
Jedenfalls bin ich bald am verzweifeln. #heul:-[
Ich könnte eigentlich der Glücklichste Mensch der Welt sein #freu, ich habe einen wundervollen Ehemann und eine kleine 9Wochen alte Tochter #baby, eigentlich der Wunsch und Traum jeder Frau.
So, aber wie soll ich es beschreiben, in kurzen Worten :
Ich habe Angst irgendwohin zugehen, OBWOHL ICH ES SO GERNE MÖCHTE :-[:-[:-[:-[:-[#heul:-[#heul:-[ aber ich schaffe es nicht, ich würde sogerne mal bummeln gehen usw.
Aber es gibt da eine Hürde die ich nicht überwinden kann :-[, es ist wie ein Teufel der in mir sitzt und mir sagt:
Wenn du dahin gehst wird dir schlecht !!! :-[:-[:-[
Egal was es ist, auch wenn ich es noch so möchte, es klappt einfach nicht, #heul, ich könnte vor :-[:-[ platzen, ich hasse mich selber dafür, das ich die einfachsten normalsten Dinge nicht schaffe, einfach spontan irgendwohin zu gehen.
Klar, alles was hier vor ort ist, ist nicht so extrem,- aber mal in die City (10km) weiter ist wie ? ich weiß auch nicht.
Die Eltern meines Mannes wohnen etwa 300km weit weg, er fährt immer nur alleine dorthin, weil ich mir immer ne andere Ausrede einfallen lasse , nur um nicht mit zufahren.
Früher war das alles kein Problem, war auch schon mit meinem Problem in Behandlung, doch keiner konnte mir helfen, sie sagten, NUR ICH SELBER KANN MIR HELFEN indem ich wieder raus gehe. :-[:-[:-[
Hat vielleicht jemand ähnliches durchgemacht?
Ich bin dankbar über jeden Tip und Rat.

Liebe Grüße #sonne#wolke

Beitrag von anja1968bonn 18.09.06 - 22:17 Uhr

Seit wann hast Du das Problem denn? Wenn's seit der Geburt Eures Kindes ist, klingt das nach dem, was man früher "Wochenbett-Depression" nannte - hast Du mal mit Deiner Hebamme oder mit Deinem Frauenarzt drüber gesprochen?

Ich denke schon, dass Du Dir fachliche Hilfe holen solltest, auch wenn Deine ersten Erfahrungen - klingt für mich ein bißchen komisch - da offenbar nicht die besten waren. Auch wenn es hart klingt, es stimmt schon, dass Du Dir selber helfen musst, aber Fachmann-/Fachfrau kann ich auf dem Weg begleiten!

Alles Gute

Anja

Beitrag von misses_b 19.09.06 - 12:26 Uhr

Hallo!

Ausser Babyblues fällt mir noch Panikattacken ein.

Hattest Du vor der SS sowas schon mal? Google mal danach, Du wirst sicher fündig.

Und hol Dir schnellstens professionelle Hilfe.

Drück Dir die Daumen

misses_b

#liebdrueck

Beitrag von sonnchen1979 19.09.06 - 14:40 Uhr

Ich leider an der gleichen Angststörung.
Das ganze nennt sich "soziale Phobie".

Dies wurde zumindest bei mir so diagnostiziert ;-)

Beitrag von simone28 20.09.06 - 08:14 Uhr

Hallo Du,

das kenne ich auch! Obwohl es bei mir jetzt schon viel besser geworden ist. Ich hatte immer Hemmungen, allein irgendwohin zu gehen, aus Angst, dort z.B. in Ohnmacht zu fallen. Wenn ich in scheinbar ausweglosen Situationen war z.B. im Stau oder an der Supermarktkasse, dann ist mit ganz schwummrig geworden, mein Herz fing an zu klopfen etc. Trotzdem habe ich mich gezwungen, das alles zu machen, weil ich noch mehr Angst davor hatte, so eingeschränkt zu sein! Richtig blöd waren aber die letzten Urlaube, obwohl ich da ja nicht alleine war, aber nur der Gedanke, so weit weg von zu Hause zu sein, hat bei mir einen dauerhaften Knoten im Bauch verursacht! Aber es ist wahr: nur indem Du Deinen Schweinehund überwindest und Dich in kleinen Schritten an die Dinge heran wagst, vor denen Du Angst hast, kommst Du da wieder heraus. Und wenn Du dann merkst: ups, das war ja gar nicht so schlimm, dann gibt das wieder Mut für den nächsten Schritt! Bei mir wurden diese Ängste durch die schlimme Krise in meiner Ehe ausgelöst, aber das wurde mir auch erst im Nachhinein klar. Bin auch immer noch in therapeutischer Behandlung - ursprünglich wegen unserer Ehekrise, aber es tut gut, auch über solche Ängste sprechen zu können! Also Kopf hoch, das kann man schaffen, ich habe auch total schwarz gesehen und gedacht, das geht nie wieder weg.
Liebe Grüsse
Simone

Beitrag von stjdjj 20.09.06 - 20:56 Uhr

Du bist nicht alleine damit. Aus der Krise hat mich meine erste Tochter geholt. Ich hatte da schon deswegen meinen Ausbildungsplatz verloren. Ich habe als Einzelhandelskauffrau angefangen. Im Laden selber war ok aber dann sollte ich an die Kasse....!
Nach meiner Tochter wurde es langsam besser. Ich habe mich dann gezwungen, solche Situationen gezielt zu suchen. Jetzt hab ich auch manchmal noch etwas Angst aber anstatt darüber nachzudenken, was alles passieren könnte, zwinge ich mich dazu, nicht vorher darüber nachzudenken und tue es einfach. Jetzt ist da ein Spiel draus geworden weil ich gemerkt habe, auf wieviel Spaß ich verzichtet habe. Ich liebe das Leben und es ist so viel ausgefüllter und lebendiger geworden! Trau dich! Es kann gar nichts passieren außer daß du viel Spaß hast und mit deiner Familie schöne Dinge erlebst. Egal was du tust--nicht nachdenken, einfach springen. Es lauert hinter keiner Ecke ein Teufel!!

Beitrag von banditos 21.09.06 - 10:01 Uhr

Hallo sonnenwolke,
du ich kenne das auch. Aber bei mir wurde es im Juni richtig schlimm, ich war in der Stadt zu bummeln mit meiner Freundin, als es mich überkam#augen Aus heiterem Himmel. Erstmal Übelkeit , dann Herzklopfen und dann schoss auch mein Blutdruck in die Höhe, aber wie. Mein Arzt überwie mich in Kh und man konnte nix feststellen. 3 Tage nach meiner Entlassung hatte ich es wieder#kratzSeitdem weiss ich auch das es Panikattacken sind, was mir mein Arzt auch bestätigte.Er selber ist auch Psychotherapeut und er hatte auch den Verdacht.Aber es geht mir auch wieder besser und denk auch du nicht so oft daran, je mehr du daran denkst und dich hineinsteigerst, wird es schlimmer. Glaub mir es wird weggehen:-). Frag mal deine nHausarzt. Wünsche dir und deiner Familie alles Liebe und Gute;-)

Beitrag von adeodata 20.10.06 - 11:00 Uhr

Hallo Sonnenwolke,

Du hast eindeutig eine Angststörung, und brauchst professionelle Hilfe. Die gibt es aber auch und die Wahrscheinlichkeit, daß es Dir danach gut geht ist wirklich hoch.

Ich frage mich, wo Du wohl "in Behandlung" warst, wenn die behauptet haben, Du könntest Dir nur selbst helfen?#kratz Ist Quatsch. Hauptsächlich brauchst Du eine Psychotherapie, und da gibt es auch verschiedene Richtungen (z.B. Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch, Psychoanalyse - und die drei werden auch alle von der Kasse bezahlt), und das ist gut so, weil nämlich nicht jedem Patienten die gleiche Therapie hilft. Daneben gibt es Medikamente, die zwar nicht unbedingt an die Wurzel des Übels gehen, aber vorübergehend, bis die Psychotherapie greift, auch Linderung bringen können.
Bei "schweren" Fällen kann es schon auch mal angebracht sein, für ein paar Wochen in eine psychosomatische Klinik (das ist was Anderes als eine Psychiatrie!) zu gehen und sich stationär behandeln lassen. Ist natürlich schwierig mit einem kleinen Baby, aber sogar da gibt es Möglichkeiten, wo Du das Baby mitnehmen kannst.
Kümmere Dich bitte unbedingt darum, daß Du die richtige Hilfe findest. Wenn Du weitere Infos brauchst, kannst Du mich gerne über VK anmailen - bin quasi vom Fach.

LG,
alles Gute!

adeodata.