Mekwürdige E Mails!

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Forum: Computer & Technik

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Beitrag von nicole179 18.09.06 - 20:14 Uhr

Hallo,

ich bekomme seit einigen Wochen immer so komische E Mails von Absendern die ich nicht kenne!

Im Betreff stehen immer Buchstaben, z.B.

RE:PHarm usw.

Kennt das vielleicht jemand?

Ich öffne diese Mails nicht und lösche sie sofort!

Aber trotzdem würde mich interessieren warum ich die Mails bekomme und was drin steht!

Liebe Grüße
Nicole

Beitrag von regeane 18.09.06 - 22:20 Uhr

Hi Du!

Das ist ein klassischer Fall von SPAM... bekomme ich täglich jede Menge, von denen aber die meißten dank SPAM-Filter sofort im Papierkorb landen.
RE: steht für Reply also Antwort auf eine Mail, PHarm ist kurz für Pharma oder Pharmazeutika und das wird so in den Betreff geschrieben, weil viele Spamfilter es so nicht rausfiltern!

Guck mal, hier wird es ausführlich erklärt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Spam

Grüßle,
Regeane

Beitrag von lorn 18.09.06 - 23:57 Uhr

oder so etwas ausführlicher aus unserer Firmendatenbank:

Sie erhalten eMails, die scheinbar falsch zugestellt werden.

Als Empfänger erscheint eine völlig unbekannte eMail-Adresse, aber die eMail wird Ihnen zugestellt. In vielen Fällen beginnt die Empfängeradresse mit derselben Zeichenfolge, wie Ihre eMail-Adresse bei T-Online, da vom Versender alphabetisch sortierte Adresslisten verwendet werden. Als Absender ist häufig eine unbekannte Adresse angegeben. Manchmal erscheint dort auch der Postmaster. Die eMail beinhaltet meist Werbung für Dienstleistungen oder Materialien, die über das Internet erbracht bzw. verteilt werden.

Wie kommt es zu diesen eMails?

Die Adressen, welche in der Kopfzeile der eMail (dem RFC822-Header) stehen und für den Endnutzer sichtbar sind, müssen nicht unbedingt mit den Adressen übereinstimmen, die von dem Versender für den Transport der eMail verwendet werden. Diese bleiben meist für den Endnutzer verborgen. Die eigentlichen Empfänger wurden unter BCC (Blind Carbon Copy) eingetragen. Diese Angaben sind für den Empfänger nicht sichtbar. Auf diese Weise ist eine ökonomische Verteilung von Mailinglisten möglich.

Wenn man sich die eMails genauer ansieht, stellt man fest, dass die Absender- und Empfängeradressen im RFC822-Header in der Regel ungültig sind. In diesen Fällen handelt es sich oft um Missbrauch des eMail-Systems. Es wird viel Mühe darauf verwendet, den wahren Absender der Mail zu verschleiern, so dass dieser auf der Empfängerseite nicht zu ermitteln ist. Selbst unter Mitwirkung der Postmaster aller am Transport beteiligter Mailer ist die Rückverfolgung zum Teil nicht möglich, weil Sicherheitslücken in der Software bestimmter eMail Programme (z. B. ältere sendmail-Versionen) ausgenutzt werden.

Der absendende Computer und sogar die ersten Server haben keinen Eintrag im Domain Name System (DNS) der verteilten Datenbank der Computer im Internet. Der erste Server, der über das DNS greifbar ist, schreibt bei gefälschten Absenderadressen keinen Hinweis auf den tatsächlichen Absender in das Header-Log (die Kopfzeile). Damit verliert sich bei genau diesem Computer die Möglichkeit der Rückverfolgung.

Der CC-Header (Auflistung der Kopieempfänger) steht im Header (Kopfzeile) der eMail - der BCC-Header (Auflistung der Blindempfänger) nicht. Sinn dieses Verfahrens ist es, dass der Originalempfänger nicht wissen soll, ob jemand, und wenn ja wer, mitliest.

Wie kommt aber die eMail zu Ihnen, wenn Sie doch nicht in der Empfänger-Zeile stehen?

Die eMails werden im Internet in eine Art elektronischen Umschlag (den so genannten 'envelope') gesteckt. Die eigentlichen eMails - auch die Headerinformationen - werden von den verteilenden Systemen nicht gelesen. Es werden nur Pfadinformationen hinzugefügt. Der 'envelope' kann also anders adressiert sein als der Inhalt.

Ein Beschwerdebrief an den Absender ist also in der Regel wenig Erfolg versprechend, da dieser meist als unzustellbar zurückkommt. Eine Ausnahme besteht, wenn eine Antwort per eMail erwartet wird. In einem solchen Fall kann davon ausgegangen werden, dass die Absenderadresse (oder zumindest die Adresse, an die die Rückantwort erfolgen soll) korrekt ist. Aber auch hier wird die eMail normalerweise nicht gelesen, sondern lediglich von einem Automaten beantwortet.

Wenn Werbung für WWW-Server gemacht wird, sind diese in der Regel so konfiguriert, dass nur die im Sinne der Betreiber gewollte Nutzung möglich ist, damit nämlich Ihre Kunden die Leistungen abrufen und bezahlen - jeder Beschwerdeversuch der belästigten Internet-Nutzer jedoch abgeblockt wird.

Wie kommen die Versender an Ihre Adresse?

Im Zuge der Kommerzialisierung des Internets beschäftigen sich Firmen mit dem Sammeln und Verkaufen von eMail-Adressen. Eine solche Sammlung kann auf WWW- und FTP-Servern erfolgen. Bei Letzteren erfolgt die Adressierung dann an <Nutzer>@<Anbieter>, also an eine Adresse, die Sie zum Teil niemals bewusst herausgegeben haben. Für den Sammler hat das den Vorteil, nach den jeweils abgefragten Informationen die Adresse systematisch einer Zielgruppe zuordnen zu können, was den Adressbestand wertvoller macht.