Aufenthaltsbestimmungsrecht

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von evipr2 18.09.06 - 22:05 Uhr

Hallo,

kennt sich jemand von Euch mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht aus, hat es vielleicht selbst und kann mir sagen, wie man das bekommt?

Sollte ich mich nämlich von meinem Mann trennen, werde ich umziehen. Da dazu das Aufenthaltsbestimmungsrecht erforderlich ist, sprich, ich brauche es für meine Kinder, interessiert mich sehr, wie man zu diesem Recht kommt.

Vor allem auch vor einer eigentlichen Scheidung, denn die dauert ja wohl ihre Zeit, umziehen würde ich aber vorher gerne.

Viele Grüße

Sabine

Beitrag von spaceball6666 18.09.06 - 22:57 Uhr

Das kannst Du nur gerichtlich bekommen und auch nur wenn Du dem Vater schwere Verfehklungen NACHweisen kannst.

Beitrag von evipr2 19.09.06 - 10:28 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Meinem Mann will und kann ich keine Verfehlungen nachweisen, denn er hat überhaupt keine begangen. Er ist ein liebevoller Vater für seine Kinder.

Mir geht es darum, dass ich nach einer evtl. Trennung etliche 100 km wegziehen möchte (zu meiner Mutter, Schwester usw.) und ich mittlerweile erfahren habe, dass ich dazu das Aufenthaltsbestimmungsrecht benötige, wenn mein Mann nicht zustimmt.

Meine Frage also, wenn ich meinem Mann keine schweren Verfehlungen nachweisen kann und dies auch nicht will, muss ich dann ewig dort leben, wo er lebt? Was ist, wenn er umzieht, muss ich dann auch umziehen?

Viele Grüße

Sabine

Beitrag von spaceball6666 19.09.06 - 11:30 Uhr

Hallo, nein wenn er umzieht darf er das. Du darfst es auch, aber dann musst Du die Mehrkosten übernehmen die entstehen WEIl du weggezogen bist.
Es ist also ein zweischneidiges Schwert.....
ich weiss es ist ungerecht aber da wird klar nach Kosten entschieden.. Wer wegzieht muss sie tragen

Beitrag von kleene0106 20.09.06 - 09:27 Uhr

Hallo,

meine Anwältin sagte mir mal, dass ich in diesem Fall (meine Familie wohnt 350 km weit weg) nachweisen müsste, dass ich dort eine Arbeit hätte, dann könnte ich damit argumentieren, dass ich meinen Beruf weiter ausüben möchte und dort dann eine Betreuungsmöglichkeit für die Kinder hätte. Das würde dann, zumindest in meinem Fall, reichen um das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen.

LG
Kleene

Beitrag von kruemlschen 19.09.06 - 10:51 Uhr

Hallo Sabine,

ganz so wie Spaceball das sagt, ist es aber nicht.

In der Regel bekommt der Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu dem die Kinder den besseren Bezug haben bzw. der, der sich "mehr" um die Kinder kümmert.

D.h. Wenn der Mann beispielsweise Vollzeit arbeitet und die Frau sich Vollzeit um die Kinder kümmert, bekommt in der Regel auch die Frau das Aufenthaltsbestimmtungsrecht. Ist ja auch logisch, sie war ja bis zur Trennung auch immer für die Kinder greifbar.

Wenn ihr Euch diesbezüglich nicht untereinander einigen könnt, dann solltest Du umgehend einen Anwalt aufsuchen, der klärt Dich über alles Weitere auf.

Ich möchte Dir aber trotzdem ans Herz legen noch einmal darüber nachzudenken mehrere 100 KM vom Vater Deiner Kinder weg zu ziehen! Du entziehst damit automatisch Deinen Kindern ihren Vater denn es ist ein Unterschied an einem Wochenende 200 km hin und zurück zu fahren oder 1200km!

Ich spreche aus Erfahrung, denn meinen Mann und seine Tochter trennen knappe 600 km einfach, daher kann er sie nur alle 5 Wochen besuchen weil es finanziell nicht anders geht. Beide leiden sehr darunter.

LG Krüml #mampf

Beitrag von evipr2 19.09.06 - 20:53 Uhr

Hallo,

danke für deine nette Antwort.

Noch trenne ich mich nicht, aber ich denke, allein, wenn man schon darüber nachdenkt, zeigt schon an, dass es nicht so gut um die Ehe steht.

Ich denke, ich bin nur noch aus Gewohnheit und wegen der Kinder bei ihm.

Es würde mir sehr schwerfallen, die 500 km wegzuziehen, denn dann ist klar, dass mein Mann nur noch selten Kontakt zu seinen Kindern haben wird und umgekehrt.

Aber es ist halt so, dass wir hier relativ einsam leben, haben keine Freunde, ich habe nur ein paar lockere Bekannte. Und nach der Trennung wäre ich ganz allein.

500 km entfernt ist meine Familie, wo ich mit den Kindern auch oft hinfahre.

Eine Trennung ist sowieso schwer, so oder so. Aber solche Überlegungen machen es nicht gerade leichter.

Viele Grüße

Sabine