Ab wann einschulen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von roberino 19.09.06 - 11:05 Uhr

Tach zusammen,

unser Sohnemann geht nun das dritte Jahr in den Kindergarten (Geb. Jan 02). Er ist ziemlich helle und manchmal scheint es so, als wäre er im Kindergarten nicht recht gefordert. Ich will nicht trommeln was er alles kann, aber das Alphabet, kleine Rechenaufgaben und so, kann er. Sein Wortschatz ist scheinbar überdurchschnittlich ausgeprägt.

Nun stellt sich uns die Frage, wie kann ich "testen" ob mein Kind ggf. für die Einschulung 2007 alles nötige mitbringt? Er wäre dann zur Einschulung noch keine 6, erst 5 dreiviertel.

Aber ihn noch bis 2008 in den Kiga lassen wiederstrebt uns auch ein wenig.

Wer kann uns helfen? Tipps?

Ciao
Robert

Beitrag von marion2 19.09.06 - 11:29 Uhr

Hallo,

bei uns gab es ein paar Kinder, die früher eingeschult wurden. Heute sind die Eltern der Meinung dass das zusätzliche KiGa Jahr doch ganz gut gewesen wäre.

LG Marion

Beitrag von bambolina 19.09.06 - 22:57 Uhr

Ich bin auch "damals" mit fünf vorzeitig eingeschult worden. Mir hat es nicht geschadet ;-)
lg bambolina

Beitrag von puiag 19.09.06 - 12:51 Uhr

Hey,

unser Sohn ist 5 1/4. Anfang des Jahres wurde im Kindergarten auch darüber diskutiert ob er als sogenanntes Kannkind bereits in diesem Jahr eingeschult werden sollte. Auch er rechnete bereits Anfang des Jahres im kleineren Bereich. Zahlen bis 50 waren/sind kein Problem. Auch das Alphabet ist für ihn kein Problem. Inzwischen kann er die Buchstaben auch einzeln lesen und fängt an sie zu Wörtern zusammenzusetzen.

Erzieher und Kinderarzt bestätigen ihm eine großen Wortschatz. Außerdem Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und große Neugier und Wissbegierigkeit.

Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen.
Dennoch haben wir uns letztendlich gegen eine Einschulung in diesem Jahr entschieden. Zum einen wäre er der Jüngste gewesen (alle anderen aus seiner Gruppe waren bereits gute 6, teilweise 7 Jahre alt), zum anderen hatten wir große Zweifel, ob er sich bei ca. 25 Schülern pro Klasse mit eine/r Leher/-in durchsetzen kann. Konflikten geht er in der Regel aus dem Weg und "nah am Wasser gebaut" hat er auch noch.

Da auch wir nicht wollten, dass sein Wissensdurst und sein Drang nach Neuem untergeht haben wir ausführlich mit den Erzieherinnen gesprochen was man da tun kann. Sie haben ihn dann z.B. an den Aktivitäten der Vorschlukinder teilnehmen lassen und ihn bei bestimmten Themen wie z.B. Zahlenland integriert. Das hat ihm sehr gute gefallen.

Inzwischen hat ja das neue Schuljahr begonnen und die Vorschulkinder aus seiner Gruppe haben mit der Schule begonnen. Nun ist er Vorschulkind und der "Große" in seiner Gruppe. Und ich denke, das auch das eine wichtige Erfahrung ist. Bisher war er bei den Vorschulkindern immer nur der Kleine und der Mitläufer. Nun muß er selber Initiative ergreifen, sich durchsetzen und den Kleinen helfen und Vorbild sein.

Wir haben es uns wirklich nicht einfach mit der Entscheidung gemacht zumal wir auch Sorge haben, dass er sich evtl. in der 1. Klasse gelangweilt fühlt. Aber ich glaube es war, zumindestens für unseren Sohn, die richtige Entscheidung. Ihm gefällt es jetzt zu den Großen zu gehören und nun ein offizielles Vorschulkind zu sein.

Ich wünsche Euch und Eurem Sohn alles Gute und die richtige Entscheidung!


Beitrag von lena10 19.09.06 - 13:39 Uhr

Hallo!

Diese Entscheidung könnt nur ihr treffen, da wir alle dein Kind nicht kennen.
Mach es von deinem Sohn abhängig: Widerstrebt dir das zusätzliche Kigajahr oder ihm? Will er in die Schule? Ist ihm wirklich langweilig im Kiga, äußert er das so, ohne Beeinflussung eurerseits?

Ich kenne beide Fälle: Kinder, die vorzeitig eingeschult worden sind und es war ein riesengroßer Fehler, aber auch welche, bei denen es das beste war, was die Eltern tun konnten.

Schaut genau, wie euer Sohn es psychisch verkraften würde, immer der Kleinste zu sein. Kann er sich durchsetzen? Ist er selbstbewusst oder eher labil?
Aber schaut euch auch die Grundschule an, in die er kommen wird. Bei uns z.B. werden gerne Kann-Kinder aufgenommen, aber es gibt auch das Gegenteil.

Wenn ihr zu dem Schluss kommt, dass es für euer Kind wirklich gut wäre, in die Schule zu kommen, dann tut es!

Gruß, Lena

Beitrag von silberlocke 19.09.06 - 20:56 Uhr

Hi Robert

grundsätzlich denke ich, daß Kinder unter 6 Jahren noch nicht reif (Soziales, Vernunft, Disziplin) genug sind für die Schule.

Nicht das Rechnen, lesen, schreiben das schon beherrscht wird ist allein wichtig. Auch sich gegen die älteren und größeren Kids behaupten/ wehren können ist wichtig, Schultaschen sind ziemlich schwer - kann er die Tragen ohne Rückenprobs zu bekommen, ist er motorisch weit genug (Fahrradfahren ohne Stützräder, Rollerfahren, traut sich klettern, ...), ist er zuverlässig im pünktlich nach Hause kommen? Kann er Aufgaben - auch 2 oder 3 behalten und erledigen, ohne daß Du nochmal erinnern musst? Wenn Euer Kleiner zu fit für den Kiga ist (solange er Spaß am Spielen hat, dann lasst ihn im Kiga, arbeiten muss er noch lange genug, die Kindheit ist kurz genug, was ist da 1 Jahr länger im Kiga?????) dann wäre ja auch eine Vorschule eine Alternative - es ist noch kein richtiger Schulalltag, aber es werden mehr Anforderungen an ein Kind gestellt als im Kiga.

Mein Pflegekind ist mit 5 3/4 in die Schule gekommen - rechnen, lesen, schreiben - alles nicht unbedingt ein Problem, eher super. Aber das drumherum ist einfach noch zu viel verlangt. Hausi klappt nur, wenn man sich wirklich mit ihm hínsetzt und ein Auge darauf hat, daß er auch wirklich alles ohne größere Pausen zügig erledigt (sonst ist er abends um 21:00 noch mit den Aufgaben zu gange), mit anderen Kids kann es problematisch werden - er ist halt noch keine 7 und mal kurz niedergemacht (verbal oder wenns dumm läuft halt auch mal kurz über den Haufen gerannt...)

Er sagt oft, daß es im Kiga vielleicht doch noch ganz schön wäre und er mehr Zeit zum Spielen hätte.....

Naja dann prahle ich mal mit unserer Tochter - grins
sie ist so groß wie 7/8-jährige und 5 1/2 Jahre alt. Sie kann das Alphabet schon länger, rechnet auch im 10er-Zahlenraum, schreibt mir Briefe, wobei nur wenige Buchstaben noch gezeigt werden müssen und verständlich sind, auch wenn keinerlei Rechtschreibung da ist, malt und bastelt super, ist wissensdurstig und würde gerne in die Schule gehen. AAAABER - sich gegen andere behaupten lernt sie gerade erst richtig, dh sie beginnt seit ein paar Monaten sich verbal zu wehren, wenn sie durch andere Kids "drangsaliert" wird. Und daher (wir können im März oder September 2007 einschulen) wird sie erst im September 07 in die Schule gehen. Dann ist sie fast 7, hat Sitzfleisch, hoffentlich genug Selbstbewustsein und wir konnten ihr noch ein unbeschwertes Kindergartenjahr schenken. Fördern kann man Kinder auch per Englischkurs, Schwimmkurs, Kunstschule oä und man muss nicht unbedingt einschulen.



LG Nita




Beitrag von graupapagei4 20.09.06 - 11:39 Uhr

Hallo Robert,

es geht dabei nicht darum, dass Euch etwas widerstrebt.

Es geht darum den richtigen Zeitpunkt zu ermitteln, welcher individuell verschieden ist, so wie Kinder individuell verschieden sind.

Alphabet, kleine Rechenaufgaben und so können heute sehr, sehr viele Vorschulkinder, das ist erstmal ganz durchschnittlich.

Jetzt nenne ich mal ein paar Punkte, die viel wichtiger sind.

- kann er stillsitzen, zuhören, sich melden, es verkraften, dass er trotzdem nicht drankommt, warten bis andere fertig sind

- kann er es ertragen, dass die Lehrerin an ihn besondere Anforderungen stellt, weil sie der Meinung ist , dass 5jährige Jungs noch nicht in die Schule gehören (und von der Sorte gibt es viele!!!)

- kann er sich in fremden Gebäuden zurechtfinden, seine dringenden Bedürfnisse auf die Pause verschieben, sich blitzschnell für den Sportunterricht umziehen

- kann er motorisch mit den Älteren problemlos mithalten im Sport z.B. (gerade bei Jungs ein Thema)

- kann er Frust aushalten, ist er bereit Aufgaben zu machen, die er doof und langweilig findet

- ich er bereit, jeden Tag seine Hausaufgaben zu machen, evt. zusätzlich zu üben , jeden Morgen pünktlich aufzustehen und hinzugehen

- weiß er, was ihn in der Schule wirklich erwartet, wie der Schulalltag aussieht, dass es auch Frust gibt und Langeweile

wenn Du diese Sachen positiv beantworten kannst, dann ist sicher eine Einschulung sinnvoll! Vergleiche Deinen Sohn mit Kindern, die ein Jahr älter sind und schau Dir an, ob er wirklich genauso weit entwickelt ist.

Unser Sohn ist noch 6 und jetzt 3.Klasse, unsere Tochter wird im Oktober 5 und nächstes Jahr eingeschult!

Beitrag von wombelmama71 20.09.06 - 22:59 Uhr

Hallo Robert,

wir haben auch ein so genanntes KANN Kind. Sie ist am 1.8. geboren.

Diese Fragen haben wir uns leztes jahr auch gestellt.
Denise hat ohne Probleme Rechenaufgaben gelöst (die sie jetzt im 1. Schuljahr auch hat) und kleine Wörter geschrieben. Puzzle mit 500 Teilen hat Sie schon mit 4 problemlos geschafft.
LÜK für 1. Klässler waren auch mit 4 kein Problem. Wir hatten auch das Gefühl, das sie im KiGs unterfordert ist, aber......

....wir haben ihr noch ein Jahr KiGa "geschenkt".

Und es war gut! Sie ist zwar fiffig und Recht clever, Sie lernt auch gerne (hat sie immer schon), dazu kommt noch, das Sie sehr groß ist (135 cm, am 1.8. 7 Jahre geworden), aber sie konnten mit Entäuschung überhaupt nicht umgehen. Sie hätte sich auch niemals gemeldet, obwohl sie uns sehr selbsbewußt erschien (zumindest zuhause).

OK, mit Entäuschung kann Sie immer noch nicht, aber Sie hat mehr Selbstvertrauen, zumindest manchmal. Sie weint immer noch,wenn etwas falsch ist, aber nicht jedes mal. Und sie setzt sich selbst enorm unter Druck.
Vielleicht liegt es daran, daß sie ein Trennungskind ist (mit regelmäßigem kontakt zum kV) ich weiß es nicht

Nur weil Kinder viel können, heiß es ja nicht, daß sie schulreif sind.
Bei der Einschulungs Untersuchung wurde uns auch gesagt: "Sie hätte ja letztes Jahr schon gehen können"
Ich mußte der Dame irgendwie Recht geben, aber....Denise hätte sich letztes Jahr überhaupt nicht durchgesetzt, das hat sie in dem Jaht KiGa noch gelernt. Dieses eine Jahr hat eine Menge gebracht.

Denn die soziale "reife" muss auch stimmen.

Ihr müßt entscheiden! Ihr kennt ihn besser! Es ist euer Sohn. Wenn ihr meint, das er es pack, dann schult ihn früher ein!
Nur bedenkt alle punkte!
Wichtig ist nicht, was Sie können, sondern das Soziale Verhalten. Und das darf man nicht vergesseb!

LG Wom

Beitrag von roberino 22.09.06 - 16:59 Uhr

Danke schon mal für eure ganzen Meinungen. Ja, es ist in der Tat keine leichte Aufgabe/Entscheidung. Wir wollen auch erst noch mit den Erziehern des KiGa reden, was die dazu meinen.

Nehmen möchte ich ihm natürlich nichts von der unbeschwerten Kindheit. Andererseits habe ich einfach das Gefühl, das er mehr braucht. Ok, dann gibt es sowas für Vorschulen und Horte.

Mal sehn und abwarten.

Merci und Ciao
Robert

Beitrag von brixxx 25.09.06 - 01:58 Uhr

hallo Robert

Unser Sohn wird nun in diesen Tagen auch sechs Jahren und hätte hier in BW auch eingeschult werden können. Wir haben lange drüber überlegt und immer wieder pro und kontra gegenüber gelegt und sind zu dem Entschluss gekommen , das er 2007 eingeschult wird. Sicherlich hat er schon viele Fähigkeiten gesammelt die er brauch in der Schule aber bei ihm ist es so dass er sich noch nicht ausreichend lange konzentriert ist auf eine Sache und das für uns wichtigste. Er hat noch soviel Spass im Kindergarten und freut sich jeden Tag auf ein neues wenn er dort hin gehen kann.
Warum soll er dieses Jahr nicht noch geniessen ? Der Ernst geht so früh los und ganz ehrlich , wenn Kinder in der Schule kommen ist das auch einschneidernder für die Eltern.

Geniess die Zeit die er noch vor sich hat und warte noch ein wenig ab. Ich denke das deiner in einem halben Jahr schon wieder einen Sprung gemacht hat......

LG Carina

Beitrag von steinwind 27.09.06 - 21:15 Uhr

Hallo Robert,
meine Tochter ist vor einigen Wochen eingeschult worden. Sie wird auch erst im Oktober 6. Sie ist kein Überflieger, allerdings konnte sie schon einige Buchstaben und einfache Rechenaufgaben. Da ihr Sozialverhalten im Kiga nicht o.k. war, rieten uns alle sie noch 1 Jahr länger im Kiga zu lassen (auch der Schularzt). Wir haben uns aber aus mehreren Gründen dagegen entschieden: Zum einen denken wir, dass das Sozialverhalten nicht besser werden kann, wenn das Kind ein Jahr lang die kleineren Kinder im Kiga schikanieren kann, zum anderen wollten wir, dass unsere Tochter sich in der ersten Klasse nicht langweilt, weil wir uns dachten, dass das Sozialverhalten bei Langeweile eher noch schlechter wird. Und der letzte Grund ist, dass wir die erste Klasse für absolut notwendig erachten, weil die Kinder dort die Motrik für das Schreiben richtig erlernen, deshalb waren wir der Meinung, es sei besser früher einzuschulen als dann ein Jahr später die erste Klasse zu überspringen. Das Ergebnis nach 3 Wochen Schule ist ein viel zufriedeneres, ausgeglichens Kind, das mir jeden Tag erzählt wie schön die Schule ist und wie langweilig es im Kiga war und dass obwohl in den letzen Wochen super viel Neues auf sie eingeprasselt ist (neue Schule, allein mit dem Taxi in den Hort, Eingewöhnung in die Hortgruppe, Mutter im Krankenhaus). Wenn dein Kind jetzt schon das Alphabet kann, einen überduchschnittlichen Woprtschatz hat und Rechenaufgaben lösen kann, dann würde ich ihn früher einschulen lassen. Bei uns war es übrigens so, dass die Schulleitung einen pädagogischen Schultest mit ihr durchgeführt haben (30 minütiges Gespräch des Kindes mit der Schulleitung). Danach wurde mir gesagt, dass sie in die Schule kann. Erkundige dich mal bei eurer Schule wie das läuft und frage vor allem nach den Anmeldeterminen. Wir sind nämlich nciht benachrichtigt worden, weil unsere Tochter noch nicht schulpflichtig war.
Viele Grüße
Antje