Wie tickt man als Eltern?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von tinchen75 19.09.06 - 11:12 Uhr

Also , mal zu meine Vorgeschichte, ich habe 10 Jahre eine Partnerschaft gehabt, 6 Jahre zusammen gewohnt und jetzt seit 3 Wochen getrennt, weil ich mit den Kindern meines Freundes nicht zurecht komme. Er hat drei Mädchen, 18, 15 und 12, die 15-jährige wohnt bei ihm. Gemeinsame Kinder haben wir nicht und werden wir auch definitiv nicht bekommen.

Ich kam mit der Situation nicht zurecht, mir waren seine Kinder häufig lästig, weil ich den ganzen Tag arbeite, komme abends nach Hause, habe dort noch Streß mit dem Haushalt und da geht mir der kleinste Pieps oft schon gegen den Strich.

Natürlich konnte mein Ex das nicht vertragen, deshalb haben wir uns getrennt. Allerdings sind wir beide unsicher, ob die Entscheidung richtig war. Er meint jetzt, wenn ich besser mit seinen Kinder klarkommen würde, hätten wir nochmal eine Chance für einen Neuanfang.

Ich bin natürlich am überlegen ob ich das kann und überhaupt will, bin auch in Behandlung wegen Burn-Out zur Zeit, vielleicht bringt mich das ja auf andere Gedanken und Sichtweisen.

Meine Frage an euch ist jetzt, wie tickt man eigentlich als Eltern seinen Kindern gegenüber, was fühlt man ? Leider kann ich mich selber nicht in diese Situation hinein versetzten. Und wie unterscheiden sich diese Gefühlen denen dem Partner gegenüber?

Vielen Dank für eure Antworten, gerne auch per mail wenn Ihr Lust habt.

Tinchen

Beitrag von salem511 19.09.06 - 11:23 Uhr

Nun ja, eigentlich ganz einfach.

Ich persönlich würde mich in solch einer Situation hinter meine Kinder stellen. Ganz klar, ohne Wenn und Aber.

Hast Du schon mal den Spruch "Blut ist dicker als Wasser" gehört? Da ist was dran.

LG
Salem




Beitrag von tinchen75 19.09.06 - 12:20 Uhr

Hallo Salem,

ja das ist mir auch klar! Habe ich ja in meinem Beitrag auch zum Ausdruck gebracht. Aber mich interessiert, was man als Vater oder Mutter seinen Kindern gegenüber fühlt und wie sich diese Liebe zu der zum Partner unterscheidet. Ich kann das nicht nachvollziehen, da ich selber keine Kinder habe. Vielleicht kann ich ihn dann aber besser verstehen.#kratz

Beitrag von katzeleonie 19.09.06 - 12:34 Uhr

Hi,

das ist schwierig zu erklären, das kannst Du fühlen aber nicht so toll in Worte ausdrücken.

Du findest zwar nicht alles toll was Deine Kinder machen, aber Du liebst sie fast bedingungslos, das denke ich ist bei einem Partner nicht so. Wenn da vieles nicht stimmt, laßen sich die Leute scheiden, aber bei den Kindern, wird über fast alles hinweggesehen, und man liebt sie trotzdem weiter.
Das ist einfach so, besser kann ich es Dir nicht erklären, ich hoffe Du konntest es ein bißchen verstehen.

lg
leonie

Beitrag von freya1978 19.09.06 - 13:30 Uhr

Hallo,

das ist eine schwierige Frage bzw es ist schwierig darauf eine verständliche Antwort zu geben.

Die Liebe zu den Kindern ist bedingungslos, du erwartest nichts zurück (obwohl du sehr viel zurück kriegst :-D). Bei einem Partner ist das anders, du liebst ihn, erwartest aber gleichzeitig, dass er das auch tut, dass er aufmerksam ist, an dich denkt, dir seine Liebe zeigt etc...

Ich denke, dass die Liebe zu einem Partner ein Prozess ist. Je nachdem, welche Hürden sich einem in den Weg stellen, wächst oder schrumpft das Gefühl, wird tiefer oder verabschiedet sich schleichend. An dieser Liebe muß man eigentlich immer arbeiten, damit es funktioniert.
Die Liebe zu den Kindern ist da und bleibt ein Leben lang.

Ich finde, dass man die Liebe zu Kindern und die Liebe zum Partner nicht vergleichen kann...

LG Kirsten

Beitrag von mareliru 19.09.06 - 15:01 Uhr

Ganz klar, ich liebe beide, aber: mein Sohn braucht mich, emotional wie rational. Ich habe Verantwortung ihm gegenüber.
Mein Mann ist erwachsen, eigenverantwortlich und kommt auch ohne mich klar.

Beitrag von karl.hsr 20.09.06 - 13:11 Uhr

Bevor meine Frau ein Kind hatte, mochte sie Babys und Kinder gar nicht. Sie fand sie lästig und laut und mühsam. Meine Nichten und Neffen waren ihr zu lebendig und zu einnehmend.
Sie konnte einfach nichts anfangen mit Kindern. In deren Nähe war sie gereizt und nervös und schlecht gelaunt.
Dann wurde sie schwanger und fragte sich die ganze Schwangerschaft, ob sie eine gute Mutter sein würde. Sie fragte sich ob sie ihr eigenes Kind auch so nerven würde.
Und Fred kam zur Welt. Und war laut und schrie und schlief niemand und saugte zehn Stunden am Tag an ihrem Busen und nun räumt er ihren Schreibtisch aus und wirft mit Essen um sich usw...
Und ich tobe und finde ich so toll.
Und Ina? Die findet alles super was Fred macht. Jeden Blödsinn, jeden Pieps....sie ist unfassbar geduldig und lieb und aufopfernd.
Kinder bringen das Beste in einem zum Vorschein und sie verändern Menschen sehr. Jeder Vater und jede Mutter lieben ihre Kindern unendlich. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. So kitschig, dass es mir früher nochpeinlich gewesen wäre, darüber zu reden.
Aber Fred hat alles geändert.
Und wir freuen uns auch darauf, dass in der Pubertät die Türen knallen. Das gehört dazu. Wir wollen alles mit ihm erleben.
So ticken Eltern.

karl

Beitrag von flosi30 20.09.06 - 15:52 Uhr

Hallo Tinchen !

Ich kann mich den Vorschreibern nur anschließen : Blut ist dick... vor allem das Blut was einen mit den eigenen Kindern verbindet !! Diese Liebe ist so intensiv und wird auch bis zum eigenen Tod nie enden !!!
Fremde Kinder , auch Stiefkinder , sind etwas anderes ! Man kann sie durchaus lieben , aber ich glaube das es nie so intensiv ist!
Du sagst ja das du keine eigenen Kinder möchtest. Das sind schonmal schlechte Vorraussetzungen um sich überhaupt auf Kids einzulassen. Außerdem hast du noch einen stressigen Job und hast genug mit dir zu kämpfen. Da ist es natürlich sehr schwer sich auch noch um "fremde" Kinder zu kümmern. Wenn du nicht bereit bist an deinem Leben was zu ändern um seinen Kindern einen großen Raum in eurer "Familie" einzuräumen , wird eure Beziehung nie funktionieren! ER gehört nämlich in erster Linie zu seinen Kids und entweder nimmst Du ihn "mit" oder gar nicht!
Das ist die Frage und die Entscheidung mit der DU dich beschäftigen mußt ! DU mußt DEIN Leben erstmal regeln
( Job?) und wissen was DU willst , dann kommt die Antwort ganz allein !

Viel Glück

flosi

Beitrag von tinchen75 21.09.06 - 11:57 Uhr

Hallo Flosi,

was heißt ich möchte keine Kinder? Ich würde schon zumindestens eins wollen mit einem Partner, der auch dahinter steht und mich dann auch ehelicht, um mich abzusichern. Aber er möchte nicht, er hat schon 3 Mädchen, die älteste ist bereits 18. Hab ich ja auch Verständnis für. Kläre im Moment für mich ab, ob ich für ihn auf eine eigene Familie verzichten möchte, denn in seiner habe ich mich immer fremd gefühlt.

An meinem Beruf gibt es nichts zu ändern, ich habe einen bisher sehr sicheren Job und werde ihn auch auf gar keinen Fall aufgeben.

LG Tinchen

Beitrag von flosi30 22.09.06 - 18:55 Uhr

Hi Tinchen !

Das mit den eigenen Kids hatte ich dann wohl falsch verstanden.
Klar , er hat schon 3 Mädels und dazu schon aus dem "Gröbsten raus" , daher ist sein Drang sich fortzupflanzen wohl bei Null !
Wie stark ist denn Dein Kinderwunsch ? Du schreibst ja auch von nem guten Job den Du nicht aufgeben möchtest! Willst DU denn für ein Kind zurückstecken ?
Job und Kind müssen sich nicht ausschließen... aber in der Regel bedeutet es schon Abstriche bei beidem !
Tja , und dann noch die Frage : ist er wirklich der Richtige ? Wenn Du dir heftig ein eigenes Kind wünscht.... dann wohl nicht !!

Ich habe einen Partner , der bewußt eine Frau mit Kids gesucht hat !! Er wollte eine Familie aber keine eigenen Kinder zeugen ( Erbkrankheit) . Er ist damit voll glücklich und liebt meine Jungs sehr aber er sagt auch das er dieses absolute , bedingungslose Lieben des eigenen Fleisch und Blutes ( oh wie dramatisch ) nicht spühren kann ! Aber das ist OK für ihn. Er hat sich für diesen Lebensweg entschieden.

Vieleicht konnte ich dir weiterhelfen...

Gruß

flosi

Beitrag von lanzaroteu 21.09.06 - 11:51 Uhr

ich glaub, das kann man nicht beschreiben, ich jedenfalls kann es nicht.
ich haette nie gedacht, das man so fuer jemanden empfinden kann....ich liebe meinen mann, aber meinen sohn lieb ich anders, weil er ist wirklich ein teil von mir...ich glaub das muss man erlebt haben um es zu verstehn(nicht boes gemeint)

ich hoffe dass dir die burn-out therapie hilft und du dann vielleicht nochmal gelassen an alles rangehst.

lg ute