Sind Angehörige der US-ARMY hier?

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Beitrag von crolly 19.09.06 - 19:53 Uhr

Guten Abend...

mein Mann hat ein Angebot bekommen, für die US-Army zu dienen. Mein Mann ist Deutscher (in Deutschland lebend - ohne Green Card für die Staaten).

Nun sind wir auf einen Recrouter gestoßen, der deutschsprachige Leute sucht um sie für die US-ARMY zu gewinnen. Dieser Recrouter versucht gerade rauszufinden, ob er eine Green Card für meinen Mann und uns als Familie bekommen kann...wenn mein Mann für die USA dient.
Es sind die Special Forces...die Grundausbildung wäre dann wie es scheint in Georgia. Weitere Einzelheiten gibt es bisher nicht.

Im Moment schreiben mein Mann und der Recrouter sich regelmäßig emails, um so einiges zu klären...


Meine Gedanken und Fragen sind folgende:

---> Wie lange muß man sich mind. bei der ARMY verpflichten?
---> Gibt es Bereiche, die es ausschließen in den Krieg gehen zu müssen?
---> Was ist das max. Einstiegsalter?
---> Muß mein Mann dann die amerik. Staatsbürgerschaft annehmen?


WIR wollen sehr gerne in die USA, weil wir dort Familie haben - den Weg über die ARMY hatten wir noch gar nicht durchdacht, weil wir bisher immer dachten nur US-Amerikaner dürfen eintreten #kratz


Würde mich freuen von Euch zu hören - gerne würde ich in email-Kontakt treten mit Amerikanern die in Deutschland stationiert sind oder in den USA. We could also talk in english - no prob for me...
#danke und VLG Crolly

Beitrag von ixama 19.09.06 - 20:49 Uhr

Hallo Crolly.

Der Freund meiner Bekannten ist Amerikaner und ist im Irak. Es ist schrecklich.

Er muss ein Jahr bleiben. Anschließend wird er wieder 1 Jahr in Deutschland sein. Dann kann es ihn wieder treffen und er muss nach Afganistan oder so etwas.

Es gibt kein anderes Land, welches so omnipräsent ist und in jedem Kontinet mitmischen will.

Ich kenne keine richtigen Fragen auf deine Antworten. Jedoch hat mir die Freundin gesagt, dass die Soldaten, die extern (Legionärsähnlich) arbeiten, mehr verdienen.

Ich würde auf gar keinen Fall DAS (auf diesen Weg nach Amerika zu kommen) euch raten.

Man müsste hinter der Außenpolitik vertreten, wenn man für das Land Soldat wird. Vielleicht ist es bei euch der Fall.
Aber dann noch das Risiko.

Alles Gute für euch!!!

Beitrag von ixama 19.09.06 - 20:58 Uhr

ja, ja, die vielen Fragen auf deine Antworten. Am besten, ich lege mich schlafen.


#kratz

Guten Abend.

Beitrag von crolly 19.09.06 - 22:36 Uhr

???? Was soll denn das???? #kratz

Beitrag von carrie1980 20.09.06 - 07:50 Uhr

wie was soll denn das??
sie hatte sich im erstmal beitrag verschrieben ("ich kenne keine FRAGEN auf deine ANTWORTEN") und hat es zu spät bemerkt..

alles klar???

LG CARRIE

Beitrag von christinamarie 20.09.06 - 11:27 Uhr

Hi,
Ich stimme meinen Vorschreiberinnen zu, dass dein Mann mit nahezu 100% Wahrscheinlichkeit in Kriegsgebiete entsendet werden wird.

…weißt du, wie eure Realität dann aussehen wird?

Nur weil dein Mann i.d. Army ist, heißt es nicht, dass ihr auch in USA leben werdet. Ihr könntet überall in der Welt stationiert sein. Ich stelle es mir entsetzlich vor, in einem Militärstützpunkt irgendwo im Ausland stationiert zu sein und der Mann ist wiederum anderswo im Kriegsgebiet….

Über die psychologische Seite des Kriegserlebens brauchen wir, glaube ich, nicht zu groß zu diskutieren. Dein Mann wird nicht mehr der Mann sein, der er war, wenn er zurückkommt. Eure Familie wird einer harten Belastung ausgesetzt werden. Du wirst familiär die Hauptlast und Verantwortung für deine Familie tragen müssen, da er nicht da sein wird.

Ich habe sowohl in USA gelebt als auch als Zivilist für das US Militär gearbeitet (als Übersetzerin). Die Army bietet Superchancen für arme, junge Soldaten aus nicht priviligierten Elternhäusern und auch die Offizierslaufbahn ist gut (allerdings geht das nicht als Deutscher). Als Familienmitglied einer Soldatenfamilie unteren Militärranges (das wäre es ja in eurem Fall) ist es allerdings kein Zuckerschlecken. In Kriegszeiten sowieso nicht.

Es ist schon schwer als Familie sich in Deutschland mit wenig Geld durchzuschlagen, täglich kannst du hier im Forum über Familien lesen, die Schwierigkeiten haben „to make ends meet“…wie man so schön in USA sagt, in Amerika ist es jedoch noch um einiges schwerer. Wenig Sozialleistungen, kein Kindergeld, wenig Urlaub, kaum Krankheitstage, teure Mieten, schlechte Infrastruktur im ländl. Bereich, teure Childcare Plätze, starkes Arm-Reich-Gefälle. Machen wir uns nichts vor, als einfacher Soldat werdet ihr finanziell zur Unterschicht gehören und da möchte, glaube ich, kaum einer hier mit dir tauschen.

Wenn man, von Haus aus, wohlhabend ist, kann man so was machen, -allerdings würde ich es dann ohne die Army tun.

Auch wenn du Family in USA hast, -vielleicht bist du im gleichen Land und trotzdem tausende Kilometer entfernt…..

LG
Christina

Beitrag von bongomaus 19.09.06 - 20:59 Uhr

Vielleicht helfen die Links weiter:

http://www.army.com/enlist/requirements.html

http://www.goarmy.com/JobCatList.do?redirect=true&fw=careerindex&bl=About%20the%20Army

Gruß
H.

Beitrag von sunny156 20.09.06 - 09:32 Uhr

Hi,

ich bin mit einem Amerikaner verheiratet der als Soldat hier in Deutschland stationiert war! Mein Mann ist nun nicht mehr in der Army und ist darüber auch sehr froh! Er ist jetzt zivil hier, d.h. er arbeitet für die Army bzw. amerikanische Regierung ist aber halt kein Soldat mehr! Er war damals im Kosovo und hat noch heute Albträume! Deine Fragen kann ich so nicht beantworten, ich kann aber mal meinen Mann fragen ob er dazu ein paar Antworten hat!

Von meinem Gefühl und meinen/unseren Erfahrungen her, bin ich absolut negativ der US-Army gegenüber eingestellt!

Gruß,
Sunny

Beitrag von kruemlschen 20.09.06 - 09:50 Uhr

Hallo Crolly,

folgendes kann ich Dir zu diesem Thema sagen:

---> Wie lange muß man sich mind. bei der ARMY verpflichten?

mindestens 2 Jahre, allerdings hat Dein Mann dann keinerlei Chancen auf eine Offiziersausbildung und dann gibts natürlich auch nicht viel Kohle.

---> Gibt es Bereiche, die es ausschließen in den Krieg gehen zu müssen?

NEIN und schon gar nicht im amerikanischen Militär!

---> Was ist das max. Einstiegsalter?

ich glaube 34 oder 35 aber dann bist Du dort quasi ein Opa ohne Erfahrung...

---> Muß mein Mann dann die amerik. Staatsbürgerschaft annehmen?

JA, was ja auch total logisch ist, denn jedes Land lässt nur seine eigenen Bürger für sich kämpfen.

Und weil ich es mir nicht verkneifen kann, hier noch meine Meinung dazu und auch noch eine kleine Geschichte:

Mein Mann ist Amerikaner bzw. Doppelstaatsbürger. Sein Vater war in der Army, 20 Jahre lang. Er war ein ranghoher Offizier und in unheimlich vielen Einsätzen im Krieg, unter Anderem in Kuba und 2 mal im Irak, den letzten Irak Einsatz hat er mit dem Leben bezahlt!
Er fuhr in einem Konvoi nach Kabul und wurde von einem Scharfschützen 3mal in die linke Schulter und in die Hüfte getroffen, nur ER wurde angeschossen! Sonst wurde niemand verletzt! Und das obwohl amerikanische Offiziere keinerlei Rangabzeichen im Krieg tragen...
Sie haben ihn sofort in die USA ausgeflogen um ihn zu behandeln, aber er hat es nicht überlebt!
Sein Vater ist durch das Militär reich geworden, nun ist er tot und hat nichts mehr von all dem Geld.

Mein Mann konnte nicht mal zu seiner Beerdigung weil alles so schnell ging! #heul
Bis heute hat er den Tod seines Vaters nicht verkraftet und ist voller Hass auf den Irak, den Krieg und seinen Präsidenten!

Mein Mann ist Psychologe (welch Ironie... ) und vor dem Tod seines Vaters (im April letzten Jahres #schmoll ) wurde er auch von einem Rekruter angesprochen weil sowohl die Army, wie auch die Mariens und die Navy dringend Pschologen brauchen (ist ja auch kein Wunder wenn man ständig Krieg spielen muss :-[ )

Das Angebot, das er von der Army bekommen hat, war der Hammer! Kohle ohne Ende und super Sozialleistungen, dafür hätte er allerdings seine deutsche Staatsbürgerschaft abgeben müssen. Er hat sehr lange darüber nachgedacht, sein Vater hat ihn dazu gedrängt das Angebot anzunehmen und mein Mann hatte mich damals natürlich gefragt was ich davon halte und meine Antwort war: "wenn Du das möchtest, werde ich Dich selbstverständlich unterstützen, ich werde auch sofort mit Dir umziehen, aber ich kann Dir nicht versprechen wie lange ich es durchhalte"
Nach langem überlegen hat er sich glücklicherweise dagegen entschieden, er sagte selbst wenn er nur als Kriegspsychologe eingesetzt wird und niemals an der Front stehen muss, irgendwann wird der Tag kommen an dem er eine Waffe in die Hand nehmen muss um sich zur Wehr zu setzen und er könne keinen anderen Menschen töten.

Ich war über diese Worte über glücklich!

Liebe Crolly,

die Staaten sind ein wunderschönes Land und es ist bestimmt toll dort zu leben, aber nicht um jeden Preis!
Eines kannst Du mir glauben, wenn Dein Mann in die Army geht, wird er unter 10000%iger Garantie in den Krieg ziehen! Wenn es nicht der Irak wird, dann vermutlich der Iran, denn darauf lässt sich nicht mehr lange warten und wenn auch nicht dort hin, dann beim nächsten und Du kannst Gift drauf nehmen, dass es wieder einen Krieg geben wird bei dem die Amerikaner an vorderster Front stehen! Und wenn Ihr Pech habt, wird es Euren Kinder so gehen, wie meinem Mann!

Überlegt Euch das lieber noch einmal, es gibt auch andere Möglichkeiten in die Staaten zu ziehen und lieber wartet ihr noch ein paar Jahre darauf, als unter diesen Umständen sofort zu gehen und dann als Witwe und Weisen da zu stehen!

Und mal ehrlich, könntest Du mit der ständigen Angst um Deinen Mann umgehen? Könntst Du damit umgehen immer wenn es an der Tür klingelt vor Angst zusammen zu zucken weil es ein Telegramm sein könnte?

Ich könnte es glaub ich nicht!

Sorry für meine harten Worte, aber das ist nur realistisch und ich weiß wie es ist wenn jemand erst seinen Schmerz verdrängt und dann irgendwann weinend zusammen bricht weil er mit dem Tod durch den Krieg nicht umgehen kann.

Denkt noch mal gut darüber nach!

LG Krüml #mampf

Beitrag von sunny156 20.09.06 - 11:41 Uhr

Hast Du super geschrieben!

Mein Mann selber war ja auch im Kosovo und leidet heute noch drunter! Psychologische Betreuung gleich null!! darf ich fragen aus welcher Ecke Deutschland ihr kommt und hast Du eine Ahnung was mein Mann machen kann wenn er therapeutische Betreuung wünscht? Er ist wie gesagt US-Staatsbürger, lebt in Deutschland, arbeit aber für die Amis! Gibt es in Deutschland Psychologen die sich darauf spezialisiert haben bzw. wo mein Mann sich hinwenden könnte (allerdings ist sein Deutsch sehr schlecht) Vielleicht weißt du da ja was! Manchmal merke ich grade nachts wie sehr ihn das beschäftigt, wenn er dann im Schlaf spricht oder plötzlich aus dem Bett springt und "in Deckung" geht und das macht mich traurig! Würde ihm da gerne helfen, aber wie gesagt, von Army Seite aus null chance!

LG,
Sunny

Beitrag von kruemlschen 20.09.06 - 11:50 Uhr

Hallo Sunny,

danke für die #blume :-D

Ich kann mir gut vorstellen, dass Dein Mann sehr darunter leidet!

Wir wohnen in Bayern in der Nähe von München.

Wie bzw. wo ist Dein Mann den versichert? Nach deutschem System über Dich, oder über die Army, oder privat?

Ich kenne mich da nicht so gut aus, aber ich werd meinen Mann fragen und schreib Dir dann seine Antwort!

LG Krüml #mampf

Beitrag von sunny156 20.09.06 - 12:03 Uhr

Hallo :)

Mein Mann war erst über mich versichert und hat sich jetzt selber versichert... hat also eine deutsche KV!

Ja, das wäre ja nett wenn Du mal fragen könntest! Wir kommen aus Hessen!

Kannst mich auch gerne über VK anmailen! :)

LG,
Diana

Beitrag von kruemlschen 20.09.06 - 14:43 Uhr

Hallo Diana,

also habe mit meinem Mann gesprochen, der meinte es müsste eigentlich innerhalb der Army einen Psychologischendienst geben der für die mentale Unterstützung der Soldaten zuständig ist, er soll mal nachfragen.
Außerdem steht ihm von seiner deutschen KK aus eine Therapie zu und es gibt wohl irgendwo eine Seite auf der Psychologen und Psychotherapeuten die mehrsprachig therapieren gelistet sind. Auswendig weiß er die Seite nicht, aber er guckt heut Abend mal ob er sie findet.
Vllt. googelst Du auch mal danach?

LG
Steffi

Beitrag von sunny156 20.09.06 - 15:08 Uhr

Hi Steffi,

danke für Deine Info! Das mit der Army ist so ne Sache.. .als er noch Soldat war, hatte er auch "Gespräche" aber die haben sich gar nicht richtig drum gekümmert! Wegen der Seite, wäre cool! Ich schaue auch mal ob ich da was finden kann, aber sollte er sie eher finden, kannst Du mir ja nochmal ne Info geben! :)

Danke schon mal vorab!
Diana

Beitrag von miekemeike 20.09.06 - 19:56 Uhr

Ich habe noch nie gehoert, dass ein Deutscher ohne Greencard fuer die Army dienen kann.
Die Army sponsort auch keine Greencards.

Auch waere es mir persoenlich viel zu riskant, diesen Weg (wenn er denn ueberhaupt moeglich ist) zu waehlen.
Hinterher sitzt du da als Witwe und schimpfst auf das Land und die Leute! Doch dann ist es zu spaet.

Gruesse aus Texas (total ohne Armyerfahrung!)
Meike

Beitrag von positiones 20.09.06 - 22:51 Uhr

Hallo,
ich bin die Tochter eines Offiziers/Ausbilder in der US-Army und kann nur eins sagen:
Meine Mom ,mein Bruder und ich haben bei jedem Krieg bibbern müssen,
wenn das Telefon klingelt und es nicht heißt:
Tut uns leid ihr Mann/Vater ist gefallen.

Und dann die Regierung/Politik bei denen..ist ne andere Sache...
aber ich halte als halb -Amerikanerin nicht viel von diesem Land,
und würde niemals wollen das jemand aus meiner Familie je in die Army geht und in den Krieg zieht...,
vor allen weil die sich wirklich in jeden Pups einmischen müssen,ob gerecht oder nicht (meist ungerecht)
die Stunden ,Wochen,Monate zu warten wann er wieder heim kommt ist grauenvoll!

Soviel von mir
LG Nicole und Fernando der selig schlummert