Was ist Feindiaknostig nun genau?????

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von williamswife 20.09.06 - 20:40 Uhr

#kratz

Nabend Mädels,


morgen ist es endlich so weit gehe zur Feindiaknostig und hoffe unter anderem das mein Krümel sich outet#huepf


Nun versuche ich mich schon eine halbe Ewigkeit schlau zu machen im Web was bei der Feindia. gemacht wird, aber so´ne richtige Antwort fand ich nirgends. Könnt Ihr mir weiter helfen????


#danke für Eure Hilfe

Beitrag von keimchen 20.09.06 - 20:58 Uhr

Hallo,

Feindiagnostik ist eigentlich nichts weiter als eine Ultraschalluntersuchung, bei der sich der Arzt genau die Organe deines Babies anguckt.

Liebe Grüße

Susi mit #sonne Leon inside (ET-27)

Beitrag von s_a_m 20.09.06 - 21:00 Uhr

Ein Feinultraschall ist eine besondere Ultraschalluntersuchung und kann im Rahmen von Pränataldiagnostik von besonders hierfür besonders qualifizierten ÄrztInnen durchgeführt werden, zu denen die Schwangere gegebenenfalls durch ihren Frauenarzt überwiesen wird, wenn dieser die Untersuchung nicht selbst durchführen kann. Die Ausdrücke "sonografische Feindiagnostik" und "Organscreening" werden als Synonyme für Feinultraschall verwendet.

Der behandelnde Arzt ist verpflichtet, die Schwangere vor der Untersuchung ausführlich zu beraten und die Vor- und Nachteile in verständlicher Art und Weise zu erörtern. Dazu gehört auch der Hinweis darauf, dass in Bezug auf chromosomale Besonderheiten allein durch die Untersuchung keine Diagnosen möglich sind, sondern bei einem Verdacht invasive und vergleichsweise risikoreiche Untersuchungen wie z.B. die Amniozentese, folgen müssten, um eine Diagnose zu erhalten.

Darüber hinaus muss gesagt werden, dass es für die meisten Besonderheiten, die dadurch mitunter festgestellt würden, keine Therapie zur ursächlichen Heilung gibt, und somit letztlich nur die Annahme des Kindes mit seiner Besonderheit, die nachgeburtliche Freigabe des Kindes zur Adoption bzw. die nachgeburtliche Abgabe des Kindes in eine Pflegefamilie / ein Heim oder der Schwangerschaftsabbruch als Alternativen bestehen.

Mittels des Feinultraschalls, der im Zeitraum von der etwa 19. bis zur 22. Schwangerschaftswoche gemacht werden kann ist es theoretisch möglich, einige Entwicklungsstörungen und einige körperliche Besonderheiten beim Baby zu erkennen. Per Ultraschall werden bestimmte Organe bzw. Organstrukturen des ungeborenen Babys begutachtet. Dabei wird besonders auf das eventuelle Fehlen von Organanlagen, Fehlbildungen der Organe und die zeitgerechte Entwicklung der Organe geachtet.

Geschallt werden insbesondere:

- das Gesicht: Besonderheiten wären z.B. Gesichtsspalten, u.a. Lippenspalte, Kieferspalte, Lippen-Kieferspalte, ein ungewöhnlich kleiner oder großer Augenabstand oder ein ungewöhnliches Gesichtsprofil, z. B. durch ein unterentwickeltes (= hypoplastisches) Nasenbein),

- der Kopf: Besonderheiten wären z. B. Hydrozephalie (= eine Ansammlung von Hirnflüssigkeit aufgrund einer Ableitungsstörung), Mikrozephalie (= ein zu kleiner Kopf), Anencephalie (= das Fehlen von Teilen des knöchernen Schädeldachs, der Hirnhäute, der Kopfhaut und des Gehirns), Holoprosenzephalie (= eine Entwicklungsstörung des Vorderhirns und des Gesichts), eine Enzephalozele (= Hirnbruch), vergrößerte Hirnkammern (Ventrikel) oder Plexuszysten im Gehirn

- die Wirbelsäule: eine Besonderheit wäre z. B. eine Form von Spina bifida (= Verschlussstörungen des Rückenmarkkanals)

- die Extremitäten: Besonderheiten wären z. B. ein verkürzter Oberschenkelknochen (= Femur) oder ein verkürzter Oberarmknochen (= Humerus), ein unterentwickeltes (= hypoplastisches) oder fehlendes (= aplastisches) Mittelglied des fünften Fingers, eine besondere Stellung der Finger (z. B. Biegungen oder Überlagerungen), eine Form von angeborenen Hand- oder Fußfehlbildungen (= Dysmelie) oder Vielfingrigkeit (= Polydaktylie)

- der Bauch: eine Besonderheit wäre z.B. eine Omphalocele (= Nabelschnurbruch / die Nabelschnur am Baby ist sackartig aufgebläht und Bauchorgane treten durch den Nabel hervor), eine Laparoschisis (= Bauchwandspalte), eine Gastroschisis (= meist rechts vom Nabel gelegene Fehlbildung der Bauchwand mit Vorfall von Darmschlingen) oder ein Zwerchfellbruch

- der Magen-Darm-Trakt: Besonderheiten wären z.B. Verlegungen oder Verstopfungen wie ein Darmverschluss (Duodenalstenose / Double-Bubble - Phänomen)

- die Nieren und die ableitenden Harnwege: Besonderheiten wären z. B. Zysten, ein Potter-Syndrom (wird je nach Ausprägung in die Typen Potter I, II, III, IV unterschieden) oder Fehlbildungen im Nierenbereich (z.B. Hufeisenniere, Wassersackniere, Harnstauungsniere, Nierenbeckenerweiterung

- das Herz: Besonderheiten wären z.B. Herzfehler oder White Spots (= Golfball-Phänomen)


Es können einige Besonderheiten gesehen werden, aber auch ein unauffälliges Ergebnis kann Entwicklungsbesonderheiten und Fehlbildungen beim Baby nie mit völliger Sicherheit ausschließen. Einige Besonderheiten können nicht erkannt werden, weil die Technik dafür noch nicht ausgereift ist, andere werden erst im weiteren Schwangerschaftsverlauf erkennbar, wieder andere werden ohne einen besonderen Grund schlicht und einfach nicht erkannt.

Ob das Kind eine Erkrankung oder Behinderung mit chromosomaler Ursache hat wie z.B. Down-Syndrom (Trisomie 21), Edwards-Syndrom (Trisomie 18), Pätau-Syndrom (Trisomie 13), Trisomie 8, Trisomie 9 oder Triploidie, kann mit dem Feinultraschall nicht herausgefunden werden. Lediglich bestimmte körperlich erkennbare Hinweiszeichen (Softmarker) können Verdachtsmomente darstellen, denen (wenn von der Schwangeren bzw. vom Elternpaar gewünscht) mittels anderer Untersuchungsverfahren nachgegangen werden kann. Für die sichere Diagnose bestimmter chromosomal bedingter Erkrankungen und Behinderungen ist eine invasive Untersuchung (z. B. Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese) notwendig. Denn nur durch eine Chromosomenuntersuchung lassen sich bestimmte chromosomale Besonderheiten mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit diagnostizieren.

Wie die Ultraschallbilder des Feinultraschalls beurteilt werden können bzw. was und wie viel darauf zu erkennen ist, hängt auch von Faktoren ab wie z. B. Qualität der Untersuchungsgeräte, Erfahrung des untersuchenden Arztes, Fruchtwassermenge (wenig Fruchtwasser = schlechtere Schalleitung), Kindslage, Schwangerschaftswoche, Stärke der Bauchdecke der Mutter, Narben etc..

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von williamswife 20.09.06 - 21:05 Uhr

#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf
Super ich danke Dir#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf#huepf

Beitrag von emy4680 21.09.06 - 07:24 Uhr

Ich auch das war ja ne super Antwort #huepf#huepf ich muss heute auch um 13 Uhr dahin mal sehen ob es sich outet bin schon total nervös ...

lg