Familienprobleme - Wie soll ich reagieren? (lang)

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von raquel77 21.09.06 - 13:36 Uhr

Hallo alle miteinander!

Wir sind eine kleine Familie mit einer speziellen Zusammensetzung. Und zwar übernimmt mein Mann zuhause die Elternzeit, während ich in Vollzeit arbeiten gehe. Unsere Tochter war ein Wunschkind und diese Regelung war für uns von Anfang an das Thema.

Inzwischen ist unser Kind fast 2 Jahre alt. Und meinem Mann geht es zusehens schlechter. Er ist sehr genervt, schläft schlecht und ist sehr schnell schlecht gelaunt. Er wird jähzornig und knallt Türen oder Gegenstände, um mir zu zeigen, dass er sauer ist. Leider ist er ein introvertierter Typ und hat deswegen Probleme, mit mir verbal über seine Sorgen zu sprechen. Wenn ich ihn drauf anspreche, kommen immer nur Sachen wie "is okay" oder "mach was du willst" oder so.

Wenn unsere Kleine ihren Willen durchsetzen will oder wegen Müdigkeit sehr gereizt ist, sucht mein Mann nicht mehr die Diskussion mit ihr, warum etwas nicht sein soll. Er setzt sie wortlos einfach vom Ort des Geschehens weg. Mit Glück sagt sie nix dazu, manchmal ist sie verständlicherweise verstört und heult.

Er vermeidet große Aktivitäten mit ihr, sondern geht höchstens mal zum Mülleimer oder zum Supermarkt mit ihr. Alles andere wäre für ihn zu stressig. Da hat er Angst, dass sie in der Bahn oder im Bus Theater macht (meidet die Erziehungsprobleme). Wenn er gute Laune hat, denkt er darüber nach, irgendwo hin zu fahren. Aber machen tut er es dann doch nicht.

Dass der Haushalt blank liegt, stört mich weniger. Allerdings macht er sich überhaupt keine Gedanken über den Tag, taut kein Essen für uns auf oder isst nicht mit der Kleinen zusammen Mittagessen. Er kauft immer nur Gläschen oder gibt ihr nachmittags Müller Milchreis, weil das am einfachsten ist. Das ist aber erstens zu teuer und zweitens isst sie nur am Wochenende mit uns zusammen.

Ich weiß, dass er am Computer sitzt, wenn sie schläft. Deswegen ist er froh, wenn sie zweimal am Tag schläft. Ich möchte aber, dass sie es jetzt einmal am Tag schafft - wegen ihrem Alter und auch wegen der Tagesplanung. Sie hätte es fast geschafft, aber jetzt hörte ich wieder, dass sie schon wieder morgens schläft. Er will sich einfach nicht mit der Arbeit, es ihr anzugewöhnen, nerven...

Das Telefonieren ist auch so ne Sache. Ich trau mich nie, zuhause anzurufen, weil ich nie weiß, ob sie schläft und das Telefon auf lautlos steht. Denn ansonsten kriege ich gleich einen absolut genervten Mann an der Strippe. Die Postboten klingeln auch immer an der Tür.

Am liebsten möchte ich jetzt alle Brocken hinwerfen und ihn zur Arbeit schicken, während ich mit ihr zuhause bleibe. Das geht aber nicht, weil er schon lange aus dem Berufsleben raus ist und keinen Führerschein hat. Er bekommt nie so schnell einen Job, der sogar so gut bezahlt wird. Damit kann ich ihm nicht drohen. Ihn anschreien läuft auch nicht, weil ich das 1. nicht kann (bin kein Typ dafür) und er sowieso nie zuhört. Er lenkt dann ab oder haut genervt ab nach draußen und redet dann den Rest des Tages nicht mit mir.

So ist er schon, seit ich ihn kenne (10 Jahre). Ich dachte, es ändert sich, wenn er zuhause mit einem Kind ist und er erwachsen wird. Aber ich fürchte, da habe ich mich getäuscht.

Schlimm ist nur, dass wir jetzt umziehen und noch so viel zu tun ist. Aber er macht NICHTS. Er schiebt es immer aufs Kind, dass er ja aufpassen muss, obwohl sie ja nun zweimal am Tag schläft! Da hätte er genug Zeit! Und Sachen einräumen geht auch mit ihr zusammen.

Er ist depressiv, weil er niemanden hat. Er hat keine Freunde und sowieso keine Bekannten in der Umgebung. Er kommt nicht weg, weil er kein Auto/FS hat und jede Fahrt zur Familie könnte 1,5 Stunden dauern. Ich sage ihm ständig, er soll seinen Führerschein machen, aber er macht es einfach nicht. Er hatte ja schon mal einen FS, der ihm viel bedeutet hat. Wieso will er ihn nicht mehr?

Ich versuche, ihm immer wieder Freiraum zu geben. Aber dann sitzt er meistens doch nur am Computer oder vor dem Fernsehen. So langsam fühle ich mich schon verantwortlich für ihn und überlege irgendwelche Maßnahmen, um seine Lebensqualität zu verbessern. Wir ziehen alleine deswegen jetzt näher zu seiner Familie. Glaubt ihr, das hilft was?

Mir tut es auch so um unsere Tochter leid. Ich hätte so viele Ideen, was ich den Tag über mit ihr machen kann. Aber wenn ich zuhause bin, kaufen wir meistens nur ein, weil er mal wieder nichts zum Essen vorbereitet habe. Dann eine halbe Stunde später kommt der Sandmann und es geht langsam ins Bett. Sie wird mittlerweile bockig, weil sie nichts von mir hat.

Ich habe mittlerweile nicht mehr das Gefühl, dass nur ich was verpasse, sondern meine Tochter auch. Inzwischen hängt sie so sehr an mir, genauso wie in der 1. Fremdelphase.

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich überlege schon, einen Brief an seine Mutter zu schreiben, damit sie proaktiv nach unserem Umzug einschreitet. Sie hält sich zurück, um uns nicht auf die Nerven zu gehen (was ich verstehe und auch sehr lieb finde). Aber vielleicht wäre es gut, wenn sie zumindest hin und wieder vorbeischaut, während ich arbeiten gehe. Aber leider ist sie eine Tratsche und ich habe Angst, dass mein Brief oder Anruf dann publik in der Familie wird...

Danke fürs Lesen und viele Grüße
Sonja

Beitrag von mm1902 21.09.06 - 14:15 Uhr

Hallo!

Tja, da geht's deinem Mann auch nicht anders als den Millionen Frauen, die zuhause bei ihren Kindern sind...! #augen

Nee, im Ernst...
Deinem Mann wird die Anerkennung, die er sonst vielleicht im Berufsleben bekommt, fehlen!
Den ganzen Tag alleine mit dem Kind daheim, niemanden, mit dem er reden kann...
Würde er mehr mit der Kleinen rausgehen - z.B. auf Spielplätze, in Parks oder auch ins Mutter/Kind- Turnen ;-), dann würde er bestimmt auch Anschluss finden!!!

Ein Freund von uns hatte auch die Elternzeit übernommen, da seine Frau mehr verdient als er.
Oftmals rief er mich an und klagte mir sein 'Leid'.
Er meinte, er wüsste jetzt, wie es uns Frauen manchmal geht... :-p
Unter diesen Umständen wollte er keinesfalls ein 2. Kind...!

Das Ende vom Lied ist, dass er ab November, wenn seine 2. Tochter 6 Mon. alt ist, wieder zuhause bleibt...! #schein
(Bin ja mal gespannt, wie oft dann wieder das Telefon klingelt...!)

Du musst mit deinem Mann in aller Ruhe über eure Situation sprechen!!!
Mach' ihm klar, dass es so nicht weitergehen kann!!!
Er darf nicht weiterhin so phlegmatisch sein, sondern muss 'in die Hufe kommen' !
Er soll sich mal 'auskotzen', was ihn so fertig macht...!
Kommt er sich minderwertig vor?
Hat er Angst, was die Leute sagen?
Ist es ein Problem für ihn, dass du das Geld nach Hause bringst?
Wird wohl von allem ein bisschen sein...! #gruebel

Könnter er sich nicht stundenweise Arbeit suchen, wenn die Kleine im Kindergarten ist?
Wäre für sein Selbstbewusstsein bestimmt förderlich...!

Vielleicht bessert sich eure Situation etwas, wenn er in der Nähe seiner Familie ist.

Wünsche euch alles Gute!!!

LG
M.


Beitrag von aggie69 21.09.06 - 14:15 Uhr

Ich glaube, mein Mann würde auch so werden, wenn er allein zu Hause sein würde. Keine Ahnung, was man dagegen machen kann.
Das mit der Mutter finde ich eigentlich ganz gut aber warum einen Brief? So ein kleines Gespräch mit einem Wink mit dem Zaunpfahl ist vielleicht besser? So ungefähr, daß Du Dir Sorgen machst, daß Dein Mann nicht klar kommt und ob sie nicht mal gucken gehen kann, wenn Du arbeiten bist. Außerdem würde es Deiner Tochter gut tun, wenn sie mal Kontakt mit anderen Kindern hätte. Versuche irgendwas in dieser Richtung anzuleiern.

Beitrag von brianna123 21.09.06 - 15:36 Uhr

Habt Ihr denn in der Nähe einen Kinderkreis oder so was? Für deine Kleine wäre es bestimmt schön, wenn sie mal rauskommt und mit anderen Kindern spielen kann und deinem Mann würde es auch gut tun! Melde ihn doch einfach an und überrasche ihn damit!

Außerdem wäre es schön, wenn dein Mann ein Hobby hat! Ich würde verrückt werden, wenn ich den ganzen Tag zu Hause wäre.

Wenn die Kleine sich nachmittags langweilt, könnte doch dein Mann mit der Tochter gemeinsam das Essen machen. Das ist eine Beschäftigung und Ihr könnt gemeinsam essen.

Wenn dein Mann sich erstmal durchgerungen hat und sieht, wieviel Spaß das Leben mit dem Kind macht, wird es bestimmt besser.

Drücke dir ganz doll die Daumen!!! Wenn er sich gar nicht ändert, sprich wirklich mit der Mutter. Egal, ob sie tratscht oder nicht, hauptsache, Euch ist geholfen!

Sabrina

Beitrag von raquel77 22.09.06 - 08:16 Uhr

Hallo Sabrina,

danke für deine Antwort. Ich bin derzeit auf der Suche nach so einem Kinderkurs, aber das scheint nicht so ganz einfach zu sein. Hier im Rheinland gibt es sooo viele Angebote im Internet. Aber in der neuen Stadt muss man schon vor Ort sein, um etwas herauszufinden. Ich muss also leider damit warten, bis wir umgezogen sind...

Hinzu kommt, dass er ja dann auf Bus und Bahn angewiesen ist. Da sollte der Fahrtweg nicht zu lang werden - sonst geht die Überraschung nach hinten los. #schein

LG
Sonja

Beitrag von maeuschen06 21.09.06 - 16:54 Uhr

Hallo,

"So ist er schon, seit ich ihn kenne (10 Jahre). Ich dachte, es ändert sich, wenn er zuhause mit einem Kind ist und er erwachsen wird."

Sorry, aber so naiv kann man doch nicht sein. Warum sollte sich ein erwachsener Mensch ändern? Wieso denken Frauen immer, sie ändern einen Mann? Er ändert sich nur, wenn er es will.

Und jetzt willst du noch seine Mutter mit reinziehen? #schock

Setzt euch wie Erwachsene zusammen und klärt die Probleme oder geht zur Paarberatung. Aber Muttern reinziehen, das kann nur in der Katastrophe enden.

Mach ihm doch das Angebot, dass du gerne zu Hause bleiben würdest und ob er nicht wieder arbeiten möchte. Vielleicht reagiert er ganz anders, als du denkst.

lg

Beitrag von raquel77 22.09.06 - 08:20 Uhr

Hallo,

ich kann deine Antwort nachvollziehen. Aber ich hielt es damals für sehr realistisch, dass er sich ändert, weil er nunmal erst 18 Jahre alt war und noch sehr unreif. Ich habe ihn oft in Situationen erlebt, in welchen er sein Verhalten geändert hat, weil es absolut nicht (mehr) angebracht war.

Und mal ganz ehrlich - kann ich von jemanden nicht erwarten, dass er sich ändern will, wenn ein Kind da ist? Ich weiß, dass er gerne etwas ändern WILL, aber er weiß einfach nicht, wie er es anpacken muss. Er hat keine Ideen mehr, keinen Antrieb und dann schnell mutlos, wenn das Kind nicht so gut drauf ist.

Er weiß auf jeden Fall, dass ich von ihm erwarte, dass er ein wenig arbeiten geht, wenn die Kleine in den Kindergarten kommt. Und wenn er Zeitungen austrägt, dass ist mir egal. Und er hat gesagt, dass er das auch machen will. Mehr gibt die Situation im Augenblick nicht her.

LG
Sonja

Beitrag von shandor 21.09.06 - 17:57 Uhr

Hallo Sonja

Sprich mit deinem Mann, so geht es nicht weiter.

Vielleicht würde es ja helfen, wenn deine Schwiegermutter 1- 2 halbe Tage das Kind nimmt.
Dann kann dein Mann etwas abschalten oder auch mal in Ruhe Hausarbeiten machen, einkaufen usw.

Das würde euch sicher allen guttun.

Lieben Gruß
Eva

Beitrag von hummelinchen 21.09.06 - 18:39 Uhr

Sag deinem Mann er soll sich einen Job suchen und gib das Kind in eine Kita. Problem gelöst.
Denn logischerweise fühlt er sich einsam und alleine. Ständig das kind, keine anderen Erwachsenen. Mir fiel damals nach 10 Monaten die Decke auf den Kopf...

Und wenn er eh nix macht... Ab in die Kita...

lg Tanja

Beitrag von raquel77 22.09.06 - 08:23 Uhr

Hallo Tanja,

mein Mann war seit 5 Jahren nicht mehr im Berufsleben. Er hat keinen Führerschein und vorher vier Jahre bei der Bundeswehr. Wenn ich alles zusammenrechne, kommt da kein Job bei raus, der unsere Wohnung und Ausgaben unterhalten kann.

Ganz zu schweigen von der teuren Kita, wo ich mich absoluter Sicherheit keinen Platz bekommen werde. Selbst der KiGa-Platz steht noch in der Schwebe.

LG
Sonja

Beitrag von hummelinchen 22.09.06 - 14:34 Uhr

Hallo Sonja #blume
Oke, das wäre aber zu ändern..
Wo ein Wille ist...
Aber dann soll sich dein Männe ein Hobby suchen um einen Ausgleich zu haben.

Ich habe auch schon viel gemeistert. Und ich sehe ein, dass manche Probleme große Veränderungen mit sich bringen. Aber deinem Mann geht es nicht gut und daran müsst ihr was ändern. Sonst leidet doch auch nur eure Beziehung.

Wie wäre es erste einmal mit einer Umschulung? Oder einem 400€ Job? Oder einer Fortbildung? Irgendwas muss er machen!!

lg Tanja, die euch viel #klee wünscht

Beitrag von manavgat 21.09.06 - 19:40 Uhr

Warum behälst Du ihn?

Gruß

Manavgat

Beitrag von herzensschoene 21.09.06 - 23:55 Uhr

liebe sonja,

du hast das probleme schon beim namen genannt. dein mann ist depressiv! das ist eine krankheit und die kannst du nicht heilen!

so weit wie manavgat empfiehlt musst du nicht gleich gehen, aber innerlich mußt du dich von seinen problemen trenne. DU BIST NICHT SCHULD AN SEINER KRANKHEIT UND ES IST AUCH NICHT DEINE AUFGABE IRGENDWELCHE WEGE UND MITTEL ZU FINDEN, DAMIT ES IHM WIEDER BESSER GEHT. hat dich schon mal einer gefragt wie es dir geht? frag es dich doch selber mal.
ich arbeite schon über zwanzig jahre in der psychiatrie und erlebe immer wieder frauen, die sich für ihre depressiven männer aufopfern und dabei selber krank werden. es gibt den begriff des co-kranken.
es hilft deinem mann nicht, wenn du für ihn lösungen suchst. er muß sich behandeln lassen. darin liegt aber das problem. er wird es erst mal nicht einsehen, dass er krank ist. und du kannst dir da den mund fusselig reden, es wird nichts bringen, er wird es nicht glauben. in seinen augen sind alle anderen schuld an seiner misere. es sind aber nicht die jetzigen lebensumstände die ihn krank gemacht haben. es gibt viele menschen mit umständlichen lebenssituationen und die werden auch nicht alle krank. dein mann gehört aber leider zu den menschen, die auf eine belastene situation mit einer krankheit reagieren. dafür kann er nichts, er kann aber etwas dagegen tun. es hilft aber kein mitleid sondern nur die pistole auf der brust. du mußt ihm deutlich machen, dass du so nicht mehr weiter leben kannst und willst. vielleicht hilft auch eine trennung auf zeit. vor allem darfst du nicht denken, wenn ich ihn alleine lasse geht er vor die hunde.
das hört sich alles sehr krass an, das ist es auch, und wenn du das alles durchstehen willst brauchst du sehr viel kraft. wichtig ist, dass du nur das machst, was gut für dich ist. denn nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinem kind gut.

ich wünsche dir viel erfolg und sage nochmal, dein mann ist ganz alleine für sich verantwortlich. du hast mit dir und dem kind genug zu tun.

viele grüße von maren

Beitrag von raquel77 22.09.06 - 08:28 Uhr

Hallo Maren,

vielen Dank für deinen Beitrag. Und ich glaube, du sprichst mir aus der Seele. Ich habe selbst vor einigen Jahren etwa 1-1,5 Jahre eine depressive Phase durchlebt, bis ich den Haushalt nicht mehr erledigen konnte. Ich fühlte mich einfach überfordert. Deswegen kann ich ein wenig nachvollziehen, wie es meinem Mann jetzt geht und wie sein Tagesablauf, an dem ich nicht teilnehme, aussehen kann.

Dass ich mich an der Situation verantwortlich fühle, hat viele Gründe. ICH habe ihn ja quasi dazu genötigt, dorthin zu ziehen wegen des Jobs. Ich habe ihm gesagt, er soll zuhause bleiben, auch weil ich wusste, dass er nie nein sagen würde. Er sagt niemals nein zu mir.

Er weiß schon, dass er Probleme hat. Allerdings würde er nie zum Arzt gehen wollen. Und da liegt MEIN Problem. Denn ich würde gerne von einem Arzt erfahren, ob sich meine These bestätigt, dass er ein Sozialphobiker ist. Und wie du wahrscheinlich selbst weißt, ist die Mischung eines depressiven Sozialphobikers wirklich alles andere als gesund. Aber was soll ich machen...? Ich kann ihn nicht zwingen. Und das darf ich ja auch nicht.

LG
Sonja

Beitrag von superschnucki73 24.09.06 - 09:54 Uhr

Hallöchen! Was haltet Ihr davon Eurer Kind es ist ja schon 2 in eine Kita zur Eingewöhnung für 2 Stunden zu bringen? Sie hat jetzt das Alter das Sie unter Leute kommt. Wie soll sie lernen mit anderen Kindern zu spielen? Und Dein Mann hat mal entlastung für sich. Später wird es dann auf einen halben Tag hochgeschraubt.Und er kann sich Arbeit suchen.Lg.Nicole

Beitrag von mariella70 24.09.06 - 15:14 Uhr

Hallo Sonja,
Du schreibst:
"So ist er schon, seit ich ihn kenne (10 Jahre). Ich dachte, es ändert sich, wenn er zuhause mit einem Kind ist und er erwachsen wird. Aber ich fürchte, da habe ich mich getäuscht. "

Bei Männern gilt: Wysiwyg (What you see is what you get) In der Regel ändert sich ein Mensch nicht spontan in die gewünschte Richtung, wenn sein Leben schwieriger und anstrengender wird, zum Beispiel durch Elternschaft. Du hast also genau den Mann, den du dir ausgesucht hast und irgendwas musst du doch an ihm lieben, oder mal geliebt haben. Was?
Mit dieser Frage kommst du auf die Spur seiner Stärken. Hier hast du nämlich nur seine Defizite aufgezählt. Wenn du ihn stärker machen willst, musst du ihn aber bei seinen Stärken packen und ihm diese spiegeln.
Wenn er erwachsen werden soll (wobei er das ja im Grunde ist, aber er ist trotzdem so, wie er ist...), dann musst du aufhören ihn wie ein Kind zu betüddeln oder zu schonen und darfst ihm schon gar nicht die Mama auf den Pelz jagen.

Du schilderst ihn als überfordert und in der Tat depressiv. Die momentane Situation ist nicht gut für euer Kind. Ihr könnt mal bei JA nachfragen, ob ihn eine Famlienpflegerin eine Weile unterstützen und anleiten könnte.
Möglich wäre auch, dass ihr eine Tagesmutter engagiert und er sich einen Job sucht, bzw, eure Süße bald zumindest vormittags in eine altersgemischte KiTa geht.
Im Grunde glaube ich aber, dass dein Mann ernsthaft Hilfe braucht, vielleicht auch erst mal über den Einstieg einer Paartherapie. Habt ihr mal darüber gesprochen und, ist jenseits dieser Problem eure Ehe in Ordnung?
Liebe Grüße
Mariella

PS.: Wir mögen die gleiche Musik, Imbranato ist soooo romantisch...