ich brauche mal eure Erfahrungen....

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von danni64 21.09.06 - 15:40 Uhr

Hallo alle Zusammen,

ich habe lange überlegt,ob ich hier rein schreibe,aber ich brauche mal Meinungen von aussen!

Es geht um meinen Benjamin (fast 4 Jahre).Er ist in seiner Entwicklung zurück und mich macht es fast wahnsinnig.
Ich habe drei Kinder,mein Grosser (fast 17 und meine Kleine 2,5 Jahre jung). Die anderen Beiden entwickeln sich ganz normal.

Benjamin kam in der 37.Woche zur Welt und musste nach der Geburt ein wenig beim Atmen unterstützt werden. Er bekam einen Schlauch mit Sauerstoff vor sein Mündchen gelegt und nach 10 Minuten klappte es dann prima allein. Er war schon immer unser Sorgenkind. Mit 7 Wochen kam er in die Klinik,weil er einen Magenpförtnerkrampf hatte,dadurch hatte er eine Gedeihstörung und sie liessen ihn leider eine Woche da so liegen,ohne ihn zu operieren,was ihm natürlich nicht gut tat. Er wurde fast nur künstlich ernährt,weil er andere Nahrung immer wieder erbrach. Er hatte hinterher sogar schon eine Blutgerinnungsstörung.Man operierte ihn dann nach einer Woche,weil wir uns an den Kia gewendet haben und unser Kind aus diese Klinik holen wollten.
Der Kia rief dann da an,machte mit irgendwas Druck und am nächsten Tag wurde unser Kind sofort operiert.In der Chirugie sagte man uns dann,es war allerhöchste Eisenbahn sonst wäre unser Junge bald gestorben.

Er lag dann noch drei Wochen in der Klinik,weil er viel an Gwicht zunehmen musste und einen zu grossen Magen hatte.Wir bekamen ihn nach vier Wochen dann nach Hause,weil wir ihn schon auf eigene Gefahr rausholen wollten. Er lag da nur den ganzen Tag an einem Tropf und wurde gefüttert,mehr nicht. Auch gab man uns in dieser Klinik nicht die Möglichkeit,bei meinem Kind zu bleiben. Leider ist es da noch sehr altmodisch und das mich da ,keiner mehr mit meinen Kindern sieht,erklärt sich von selbst.

Bis ca zum zweiten Lebensjahr entwickelte er sich normal,fing an zu brabbeln,in der Babysprache. Er krabbelte nicht,aber rutschte mit seinem Popo über den Boden um vorwärts zu kommen.Mit 16 Monaten lief er,also alles im normalen Rahmen.

Als ich mit meiner Kleinen ins KKH kam,weil schnell ein Kaiserschnitt gemacht werden musste,hörte er auf zu sprechen. Er sagte einfach nichts mehr,zeigte nur noch,wenn er was wollte. Leider lief es damals etwas dramatisch ab,so dass ich keine Zeit hatte mich von ihm zu verabschieden. Ich hatte einen KS und er sah mich erst am dritten Tag wieder. Ich denke mal,das hat er nicht gut verkraftet.

Nun wird er am Montag 4 und am Dienstag hatte ich die U8 mit ihm. Für mich brach eine Welt zusammen,als der Kia anfing mir zu erklären,was alles nicht stimme und nicht okay ist.

Er kann sprechen,aber nur sehr undeutlich und einige Worte kann man garnicht verstehen. Er geht seit ca 2 Monaten zur Logopädie. Wir haben für Februar einen Termin für eine Pädaudiologie,das ist ein besserer Hals-Nasen-Ohrenarzt.

Dann hat er Probleme mit der Grobmotorik. Er kann hüpfen und rennen,aber eben etwas ungeschickt. Die Frühförderung hat elendlange Wartezeiten und ist echt weit weg. Das bedeutet immer,drei Stunden unterwegs sein. Wir wohnen am Stadtrand und die gibt es nur in der Innentstadt und ist für die ganze grosse Stadt zuständig,also kann man sich denken,was da los ist. Nun habe ich eine Adresse für einen Hailpädgogen bekommen. Zudem wollen wir schauen,was per Kiga zu machen ist,sie wollen versuchen,dass mein Junge eine Integrationskraft bekommt. Die macht dann Übungen mit ihm.

Ich bin völlig am Ende,weil ich nicht weiss,ob das alles gut für ihn ist. Die Logopädie macht ihm Spass und er macht prima mit. Erfolg hatte es auch schon,er versucht,mehr nachzusprechen und gibt sich echt Mühe.
Er kann inzwischen Farben benennen und spricht schon besser.

Mein Kia hat sich eine Stunde Zeit für ihn genommen und ganz viel mit ihm gemacht. Die ganze Zeit hat mein Junge mitgemacht und nicht einmal gesagt," nein,das will ich nicht oder so".

Mein Kia sagte,dass er trotz seinen Defiziten ein toller kleiner Kerl ist. Er lacht immer,ist immer freundlich,grüsst alle Menschen auf der Strasse und ist immer nett. Er meinte noch,dass er ein starkes Selbstbewusstsein hat und viel Ehrgeiz. Das sagt auch der Kiga,er übt so lange,bis er das kann,was er will.

Er kann prima basteln,das wird immer sehr schön,nur malen klappt nicht. Da hat er nicht viel Interesse dran,hat mein Grosser auch nicht,muss ich sagen.

Nun möchte ich von euch wissen,wer kennt das von seinen Kindern ? Ich sehe es nicht so dramatisch,aber wenn ich die Gesichter von dem Kia und der Erzieherinnen sehe,dann mache ich mir immer so viele Sorgen.

Ich habe ein wenig Angst,dass er später mal in der Schule nicht mitkommt und vielleicht in eine Sonderschule muss.

Ich muss dazu sagen,dass mein Mann ,wie auch ich durchschnittlich inteligent sind. Mein Mann hat sogar drei Berufe gelernt und auch ich bin sehr aufnahmefähig. Mein Grosser geht aufs Gymnasium und ist echt schlau,er ist nicht aus dieser Partnerschaft sondern aus meiner ersten Ehe.

Meine Kleine entwickelt sich ganz normal.

Ich habe beim Kia geweint,weil ich es nicht verstehen kann. Mein Kia meinte,es könnte auch ein Gendefekt sein.

Wenn jemand auch Erfahrungen hat,kann er mir vielleicht helfen und mich vielleicht beruhigen.

Mein Junge hat noch drei Jahre,bis er in die Schule kommt und ich hoffe natürlich,dass sich bis dahin alles normalisiert hat.

Ich weiss,es ist lang geworden.

Ich #danke fürs lesen und helfen.

LG Danni #danke !!!

Beitrag von grissemann74 21.09.06 - 16:52 Uhr

Hi Danni!

Also eines muß ich dir schon sagen: nach all dem was du so schilderst, klingen deine Aussagen eigentlich schon ganz positiv!
Du schreibst auch ganz ausführlich, was er schon alles kann. Jetzt hab ich zwar nicht die Erfahrung mit einem Kind, daß seinem Alter entsprechend nicht ganz so weit wie seine Altersgenossen, und ich kann dir auch nachfühlen, daß man sich da als Mutter immer Sorgen macht, aber ich glaube es ist ganz wichtig für dich und natürlich auch für Benjamin, daß ihr wißt was er schon alles kann! Und er kann ja doch schon so einiges. Und wenn er was nicht kann, dann versucht er es - genau darauf kommt es doch an im Leben!
Ich finde es schon mal sehr gut, wenn du Vertrauen in euren KiA hast. Daß der sich viel Zeit für euch nimmt, ist auch ein Zeichen dafür, daß er eure Probleme ernst nimmt. Das ist in dem Fall wirklich sehr wichtig.
Mach weiter mit der Logopädie, das ist wichtig und sinnvoll. Wenn es Benjamin noch dazu Spaß macht - umso besser! Mach auch den Termin mit der Pädaudiologie. Wegen der Frühförderung wo du 3 Std. unterwegs bist, das ist zwar mühsam, aber auf einen Versuch würd ich es ankommen lassen. Auch wenn die Warteliste lang ist.
Ich finde, alles was ihm hilft bzw. helfen könnte ist ein Versuch wert. Natürlich siehst du als Mutter ja ob es nicht zu viel ist für ihn.
Insgesamt habe ich das Gefühl, daß ihr am richtigen Weg seid. Klar ist man zwischendurch immer wieder verunsichert, vor allem auch, wenn es vielleicht auch mal kleinere Rückschritte gibt. Aber das wichtigste ist, daß er Freude an dem hat, was er erlebt und so wie du es beschreibst, ist es so.

Alles Gute für euch

LG Sabine

Beitrag von danni64 21.09.06 - 17:59 Uhr

Hallo Sabine,

danke für deine Antwort. Klar weiss ich was er kann und sehe es auch. Mich machen nur immer diese ernsten Gesichter,gerade der Erzieherinnen ein wenig Angst.

Klar haben sie einen Vergleich den ganzen Tag,aber einmal stehen sie da und sagen,es wird alles immer besser. Und dann wieder schauen sie ernst und dann ist alles so ein Problem. So langsam verunsichert mich das,was mich selber ärgert,dass ich mich verunsichern lasse.

Den Termin für die Pädaudiologie habe ich schon,der ist im Februar. Nun muss ich mit ihm zum Heilpädagogen noch,darum lasse ich es mit der Frühförderung,denn das wäre zu viel.

Viele denken immer,er sei dumm,aber das ist er nicht und er merkt langsam wohl,dass mit ihm etwas anders ist und auf einmal so viel gemacht wird.
Ich sehe es an seinem Gesicht und das er mich fragt,ob er viel Aua hat :-(.

Überfordern möchte ich ihn nicht,denn dann würde er irgendwann nicht mehr mitmachen,das weiss ich.
Er mag die Logopädin sehr gern und hat viel Spass mit ihr und sie weiss genau,wie sie mit ihm umgehen muss und das finde ich toll.
Es werden aber nicht alle so auf ihn eingehen und dann zieht er sich auch zurück. Immerhin ist er erst vier Jahre jung,sage ich mir immer. Er soll auch noch er selbst sein dürfen und nicht immer nur von Therapeuten und irgendwelchen Ärzten umgeben.

Rückschritte hat es lange keine gegeben,er geht immer weiter vorwärst und das macht mir Mut :-).

#danke und schönen Abend wünscht Danni !!!

Beitrag von calleigh 21.09.06 - 19:32 Uhr

Hallo Danni!

Ich möchte dich erstmal #liebdrueck, weil du dir gerade so viele Sorgen um deinen kleinen Sohn machst.

Ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst, deinen Sohn fördern möchtest und schon mit ihm zur Logopädin gehst! Ich möchte dir aber ganz dringend empfehlen, auch mit ihm die Frühförderung zu besuchen, auch wenn es weiter weg ist. Vielleicht kann dein großer Sohn ja dann auf die Kleine aufpassen. In der Frühförderung kann deinem Sohn gezielt geholfen werden, die Motorik zu verbessern und die anderen Defizite, die er aufweist, in den Griff zu bekommen.

Vielleicht kannst du sonst noch einmal mit dem KiA wegen Ergotherapie sprechen, denn es könnte ja sein, dass eine Praxis in eurer Nähe ist.

Am besten wäre es, wenn er so schnell wie möglich irgendwo anfangen würde, denn dann könnte es vielleicht doch noch sein, dass er die Defizite bis zum Schulbeginn ausgleichen kann. Bis dahin sind es ja noch 2 Jahre.

Ich wünsche euch alles Gute!

Viele Grüße,

calleigh

Beitrag von jazz77baby 21.09.06 - 21:48 Uhr

Hallo Danni,
ich finde auch, dass es sich schon sehr postiv anhört. Benjamin ist anscheinend auch lernwillig und -fähig. Du versuchst alles um deinem Schatz zu helfen. Das finde ich ganz toll.

Ich würde einen Termin beim Kinderarzt machen, allerdings alleine hingehen, Kinder haben ja feine Antennen und wenn du traurig bist, dann merkt es nachher Benjamin. Den Kinderarzt auf andere Therapieformen ansprechen evtl. um Wartezeiten zu überbrücken, z. B. Ergotherapie (vielleicht kann der Kinderarzt bei einer Praxis ein gutes Wort einlegen und die Wartezeit verkürzen). Es gibt bestimmt verschiedene Möglichkeiten Benjamin zu helfen. Vielleicht gibt es eine Mutter-Kind-Kur, wo noch gezielter auf seine Probleme eingegangen wirst. Geschwisterkinder können mit.

Mache dir nicht soviel Sorgen, spreche doch auch mal mit den Erzieherinnen, vielleicht haben sie Tipps, wie du nebenbei Sprache und Grobmotorik fördern kannst. Wenn du den Erzieherinnen zeigt, dass du dich kümmerst und Hilfe annimmst, behandeln sie dich meist ganz anders.

Glaube nicht, dass die Defizite vererbt sind, eher durch die Umstände und dass Benjamin, wenn ihm geholfen wird, alles aufholen wird.
Meld dich mal, wie es weitergeht.
LG, Jazz mit zwei Schlafmützen

Beitrag von 2froesche 22.09.06 - 09:05 Uhr

Hallo Danni,
was Du von Deinem Benjamin schreibst, trifft fast alles auch auf unseren jüngsten Sohn zu. Mit knapp 2 Jahren wurde bei ihm eine allgemeine Entwicklungsverzögerung diagnostiziert, was mich auch ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Er hat eigentlich bis dahin alles gelernt, nur alles immer sehr spät. Mit 12 Monaten konnte er sitzen und krabbeln, mit 19 Monaten ist er gelaufen.
Mittlerweile ist er 3 1/2 Jahre alt, spricht nur einzelne Worte, keine Sätze, und vieles von dem, was er sagt, kann nur ich verstehen. Bei uns geht das ganze Förderprogramm ab Herbst erst los, da wir das letzte Jahr im Ausland gelebt haben. Und jetzt ziehen wir wieder zurück nach Deutschland, um ihn richtig fördern zu können.
Wenn er nicht so ein lustiges, zufriedenes Kerlchen wäre, würde ich mir noch viel mehr Sorgen machen, aber es macht einen manchmal so traurig, ihn allein spielen zu sehen, wenn eigentlich hier viele Kinder zu Besuch sind, aber er kann einfach nicht mitspielen, weil er die Spiele nicht versteht. Und mir graut es vor dem Zeitpunkt, an dem er realisiert, dass er anders ist.
Meine große Hoffnung ist, dass er in den nächsten 2-3 Jahren aufholen kann, damit er auf eine normale Schule kann.
Die Ärzte sagen, dass man noch nichts voraussagen kann, es kann sein, dass er immer jemand sein wird, der für alles einfach länger braucht, es kann auch sein, dass er einfach ein "Spätzünder" ist und alles in den nächsten Jahren aufholt.
Naja, jedenfalls siehst Du, dass Ihr nicht allein seid mit dieser Diagnose, und ich drücke Euch die Daumen, dass alles gut wird.
LG aus Griechenland,
Danielle